Polnisches Fertighaus-Gesicht


Auch auf die Gefahr hin dass es Euch schon zum Hals raushängt, aber ich kann nicht schlafen.  Und langsam nimmt es Ausmaße an, die nicht mehr lustig sind. Also, naja, eigentlich sind sie schon lustig, drum erzähl ich Euch ja davon 😉

Ich bin auf dem besten Wege in der Klapse zu landen. Gab es früher („früher“ bedeutet nichts anderes als vor zwei Wochen und länger, also die Zeit wo ich noch selig schlummern konnte und mein einziges Problem fiese Träume von flambierten Friedenspfannkuchen waren…), früher also gab es Tage, da stand ich morgens auf, guckte in den Spiegel und wusste, es war ein „Bad Hair Day“. Die Frisur wollte nicht sitzen.  Momentan ist meine Frisur allerdings das geringste Problem. Das Etwas da auf der anderen Seite grinst mich hämisch an und manchmal, wenn es um mich rum ganz leise ist, kann ich es sogar lachen hören. (Das ist wie bei den Schlümpfen, wisst Ihr noch? Da musste man auch immer ganz ganz leise sein, damit man sie hören konnte. Sehen konnte ich sie leider nie….) Auf jeden Fall ist das grinsende Ding da in meinem Spiegel höchstens noch ein abgewrackter Abklatsch meiner selbst, meine Haut ähnelt den Porenbetonsteinen polnischer Fertighäuser, der Pickel auf meiner Stirn glänzt wie frisch gebutterter Rosenkohl und meine süßen braunen Rehaugen haben sich in winzige rosarote Schweinsäuglein verwandelt. Immerhin sagt meine Mutter heut morgen zu mir:

„Hey, aber Augenringe hast Du gar keine!“ Wie tröstlich. Die hab ich nur nicht weil  Dr. Eckstein und Margret Astor mir freundlicherweise mit Augenbalm und einem guten Concealer zur Seite stehen.  Nun, wer mich kennt, weiß dass ich da nicht so bin. Ich kann sehr wohl meinen Müll auch mal ungeschminkt rausbringen oder im Jogginganzug an der Tanke Kippen kaufen. Nur mehr auch schon nicht. Eine gewisse Grundeitelkeit sollte sich jede Frau erhalten, sonst ists gleich vorbei mit der Weiblichkeit und wir könnten den ganzen Tag biertrinkend und furzend daheim rumliegen und Vera am Mittag gucken.  So hab ich nun also das Problem, dass mir, fix und alle wie ich bin, irgendwie schon danach wäre, von morgens weg im Schlafanzug auf der Couch fernzusehen, Schokolade zu essen und eine Million Zigaretten zu rauchen. Nur kann und will ich mich so einfach nicht ertragen. Also bleib ich tapfer, kleister mir morgens meine fahle Visage zu, dreh mir die Haare ein (danke liebe Conny an dieser Stelle für den Tipp damals mit dem Wasserkocher. Ich fühl mich Dir diesbezüglich mein Leben lang zu Dank verpflichtet ;-)! ), such mir was Nettes zum Anziehen raus und wähle die passenden Schuhe. Mööööp! Schuhe! Je unglücklicher Frauen sind, desto höher wählen sie ihre Absätze. Weiß jeder, und macht ja auch Sinn. Ein müder Blick, blasse pickelige Haut, was könnte da das Selbstbewusstsein noch retten, wenn nicht die geilen schwarzen Hammer-Stilettos mit dem 8 cm- Absatz. So weit so gut, nur hatte ich genau die gestern an, als ich feststellen musste dass der extreme Schlafmangel inzwischen schon zu Koordinationsschwierigkeiten bei der Grobmotorik führt. Zwei kleine Stufen und zack die Bohne! Da wär sie auch schon gelegen, die Steffi. Zum Glück stand eine Palme im Weg an deren Topf ich grad mal noch so bremsen konnte. Stellt sich jetzt also die Frage ob ich nicht lieber auf den großmütterlichen Bequemschuh umsteigen soll. Was meint Ihr Mädels, am Samstag beim Geburtstag, ich im kleinen Schwarzen und mit Gesundheitslatschen? Macht Ihr mir zuliebe mit und wir kreieren einen neuen Trend?

Bin auf Samstag eh sehr gespannt. Ich soll ja Alkohol meiden *hihi* Kann mir jemand verraten wie das geht? Wenn ich schon nicht schlafen kann, dann will ich wenigstens saufen dürfen! Wo bleibt denn da der Spaß menno. Außerdem brauch ich ein zwei Weinderl, um mich überhaupt mit den Anwesenden unterhalten zu können, denn neben dem Verlust meiner grobmotorischen Fähigkeiten (im übrigen auch der feinmotorischen, is eh klar, was meint Ihr wie sehr ich mich beim tippen gerade auf asdf jklö konzentrieren muss…) hab ich inzwischen auch Probleme beim Sprechen. Der sprichwörtliche Knoten in der Zunge, ist übrigens suuuuper wenn Kunden anrufen und ich schon mal zwei Minuten brauch um mich überhaupt zu melden. Zur Bäckerin heut morgen sag ich „Auf Wiederhören“ und ich verwechsel auch die Namen meiner Mitmenschen dass es peinlicher gar nicht mehr geht.  Meine Frühstückszigarette wollte ich heut morgen übrigens mit dem Flaschenöffner anzünden. Also, ich denke Ihr versteht, oder?

Morgen hab ich wieder nen Termin beim Doc. Und diesmal geh ich nicht weg, bevor ich nicht ein mörderblinkidunkimäßiges Schlafmittel verschrieben bekommen hab. Wenns nötig ist, werd ich mich wie ein quengelndes Kind an der Supermarktkasse in Dr. Schubecks Praxis auf den Boden schmeissen und heulen und schreien. Wobei da natürlich die Gefahr einer Zwangseinweisung besteht. Aber das riskier ich. Für Euch. Aus der Klapse kann ich nämlich bestimmt viele lustige Geschichten schreiben.

In diesem Sinne, psychopathische Grüße

Eure Klapsenpraline

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