Schlüsselreize oder: Mann, wohin mit dem Mann?


War ja gestern wieder ein genialer Abend. Nachdem Uri-Ceng meiner Freundin und mir mal wieder die ereignisreiche Zukunft aus dem Kaffeesatz gelesen hatte (Brasiiiiiiiilien ich komme! *hehe*) haben wir uns ins Nachtleben gestürzt und sind in üblicher Runde (naja, fast üblicher Runde, immerhin gibt es einen „Neuzugang“ 😉 Süße, ich freu mich so für Dich!) auf die Geburtstagsfeier eines Freundes, auf der wir es, wie man uns kennt und liebt, ordentlich haben krachen lassen. Das Geburtstagskind hat mir in aufrichtiger Anteilnahme an meinem aktuellen Schlafproblem eine „Festplattenformatierung“ spendiert und so standen bereits nach wenigen Minuten die ersten Schnäpse auf der Theke und es gab äußerst seltsam anmutende Rauchwaren, die wohl enorm zum restlichen Verlauf des Abends beigetragen haben 😉

Wir haben gelacht, gesungen und getanzt und Killerpralinchen hat mehrfach Komplimente für ihre tollen Beine eingeheimst (die 9,90 € für den Jeansrock von KIK waren also eine lohnende Investition, Kinderarbeit hin oder her!) Und wie das nun mal so ist, bei soviel guter Laune und mit so tollen Beinen kann man nicht einfach die Sperrstunde hinnehmen, sondern muss weiterziehen. Also ab in die alte Heimat alias Beatschuppen und feiern was das Zeug hält. Ja, nur sperren die da auch irgendwann zu, aber praktischweise ist ja der Koi Club gleich nebenan. Ich für meinen Teil hätte zu diesem Zeitpunkt auch schon gut nach Hause gehen können, aber man lässt ja die Mädels nicht im Stich, also bin ich mit, hab mir für 1,50 € noch ein Wasser genehmigt (ja, in Landshut gibts das noch!) und mich über den süßen Max an der Bar gefreut. So, irgendwann war ich dann aber doch müde, heiser vom Singen und meine Füße hab ich auch nicht mehr gespürt. Meine liebe Freundin war eh gerade dabei sich eine alternative Möglichkeit des Nach-Hause-Kommens zu suchen, insofern ließ sie mich anstandslos ziehen. Ich für meinen Teil war dann um kurz vor fünf müde, erschöpft, aber glücklich zuhause in meinem Bett.

Nicht so meine Freundin.  Die hat sich mit diesem süßen Typen aus der Bar (der übrigens nicht aus Bayern war, was ja für einen One-Night-Stand geradezu perfekt ist!) in ein Taxi gesetzt und ist mit ihm zu sich nach Hause gefahren. Jetzt muss ich dazu sagen, dass eine Taxifahrt zur süßen Megaperle (ich nenn sie jetzt einfach Megaperle, ein bisschen Diskretion wollen wir ja nun doch wahren…) doch mit sage und schreibe 25 Euro zu Buche schlägt, Ihr könnt Euch also vorstellen, dass sie nicht gerade zentral wohnt 😉 Zuhause angekommen stürzen die beiden Kurzzeit-Verliebten auf die Eingangstüre zu und uuuups! Der Haustürschlüssel ist weg. So, nun hat man ja üblicherweise irgendwo in der Garage, unter dem Fußabtreter oder sonstwo einen Zweitschlüssel deponiert. Nicht so unsere liebe Megaperle, was soviel heißt wie: Problemlage. Der Schlüssel liegt im Auto. Das Auto steht in Landshut. „Warum hast Du keinen Haustürschlüssel am Autoschlüssel?“ „Ja weil’s ein Autoschlüssel ist Du Nase!“ Megaperlchen hat es sich Schluesselreize  © Foto by martini dann, man will ja Zeit zum Überlegen gewinnen, mit ihrem Flirt im Gartenhäuschen gemütlich gemacht, sofern man hier von gemütlich reden kann. Ich kenn jetzt ihr Gartenhäuschen nicht, kann mir aber trotzdem wesentlich romantischere Orte für ein spontanes Stelldichein vorstellen…. kurz und gut, es war Nacht, es war kalt und man hatte Lust auf ein kuscheliges Bett zum austoben. Nur, was tun, wenn der Weg ins eigene Haus versperrt bleibt? Zündende Idee: man ruft seinen Exmann an! Immerhin wohnt der um die Ecke und er hat einen Hausschlüssel! Tja, nur dumm jetzt, wie erklärt man seinem Ex, dass man um sechs Uhr morgens mit einem wildfremden Mann ganz schnell und unbedingt sofort ins Haus muss? Gar nicht. Man schickt den Wildfremden für die Zwischenzeit einfach weg. „Du, geh mal ne halbe Stunde spazieren, bis mein Ex hier war und mir die Tür aufgesperrt hat!“ Brav wie ein Mann nun mal ist wenn er die Aussicht auf eine heiße Nacht geboten bekommt, verkrümelt er sich und besichtigt erstmal die schönsten Dörfer Niederbayerns.  In der Zwischenzeit kommt Herr Ex-Megaperle, hat den Hausschlüssel dabei und auch noch das gemeinsame Töchterchen im Schlepptau, denn die hätte er ja sowieso wenige Stunden später zurück zur Mama gebracht. So, neue Problemlage: Jetzt ist Megaperlchen zwar wieder in ihren eigenen vier Wänden, nur mit dem Töchterchen im Kinderzimmer geht der Plan von ein bisschen unverbindlichem Spaß leider nicht mehr auf. Schluesselreize  © Foto by martini Was also tun? Verdrängen hat sich noch immer bewährt! Also schnell ab ins Bad, Schlafanzug angezogen und ab in die Heia. Ach so, der Typ kommt ja wahrscheinlich zurück. Hui, dann stellen wir mal lieber eben noch die Klingel ab! Gute Nacht allerseits!

Ich hätte zu gern das Gesicht von dem armen Trottel gesehen.  Der arme Kerl muss erst eine halbe Ewigkeit spazieren gehen, nur um dann festzustellen dass Megaperlchen es sich anders überlegt hat. Zwar aus einer gewissen Art von Notlage heraus, aber immerhin anders überlegt. Ob und wie Mr Right-for-almost-one-night nach Hause gekommen ist, ist bis dato ungeklärt. Im Gartenhaus hat er nicht geschlafen, das hat unser Megaperlchen heute Morgen kontrolliert.

Die „Feine Englische“ sieht anders aus. Aber wer weiß wofür es gut war. Alles hat immer irgendwo seinen Sinn. Und der liebe Gott hat sich sicher was dabei gedacht als er Dich Deinen Schlüssel hat vergessen lassen.  Andererseits, wenn sowas öfter passiert, dann wird sich Uri-Cengs Zukunftsprognose wohl eher nicht bestätigen.  Aber ich glaub da müssen wir uns keine Sorgen machen. Irgendwann kommt auch Dein Schlüsselmeister Süße. Und bis dahin hast Du eben einfach noch ein bisschen Spaß. Weil wenn Du jetzt sagst, diese Aktion heute Nacht hätte Dir keinen Spaß gemacht, dann glaub ich Dir nicht 😉

Abschließend ein Versöhnungsbussi an alle stehen-, sitzen- und liegengelassenen Männer. Manchmal muss halt ein Einziger all das ausbaden was die Gesamtheit von Euch uns mal angetan hat 😉

In diesem Sinne entschuldigende Grüße
die Schlüsselpraline

P.S.: Diese Geschichte ist auf ausdrücklichen Wunsch meiner Megaperle entstanden. und Kommentare sind NATÜRLICH erwünscht!

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4 Kommentare

  1. Tolle Geschichte! Diese Variante von Safer Sex kannte ich noch gar nicht. hihi. Ich kann mir das ganze nur so erklären:
    1. Megaperlchen hatte durch zuviel Alkohol keinen Durchblick mehr und ist deshalb ins Bettchen oder 2. sie hatte den Durchblick und erkannt dass der Typ doch nicht so toll ist oder sie hatte 3. nicht das passende Verhüterli und hat ihn deshalb auf Wanderschaft geschickt. Aber wie auch immer – dumm gelaufen. Megaperlchen sollte mal die Augen offen halten, vielleicht geht der arme Kerl ja immer noch spazieren!!

    lg. Killersmum

  2. Ja, wir hoffen alle inständig dass der arme Tropf inzwischen nach Hause gefunden hat… wenn Ihr aber die nächsten Tage irgendwo zwischen ich sag jetzt mal Landshut und Straubing einen einsamen, traurigen Mann am Straßenrand seht, bitte gebt ihn im Koi ab. Von dort weg dürfte er dann wieder allein klar kommen 😉

  3. Manchmal hat man doch einen Gedankenblitz, Erinnerungen kommen einem ins Gedächtnis und man merkt dass es Zeit ist sich auf was Neues zu konzentrieren! Der liebe Gott, das Schicksal und auch Uri-Ceng hatten bestimmt Einfluss auf Megaperle und wer weiss für was es gut war, dass es so ausgegangen ist…

    Megaperle wird ihren zukünftigen Enkelkindern kein Werthers Echte geben, sondern sie wird ihnen lustige Geschichten erzählen wie diese und dabei sagen: „Als ich noch jung war…

  4. @romy:

    Als ich noch jung war, da ließ man die Männer einfach vor der haustür stehen… ja ja… die gute alte Zeit….. 😛

    bussi!


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