Pixelmonster oder: mit der Domina ins World Wide Web


Für mich ist die große weite Welt der IT ja ein Buch mit sieben Siegeln. Ich bin das, worüber sich hochintelligente Informatikstudenten mit Strickpullover und Nickelbrille gerne lustig machen. „Reiner Anwender“. Macht nix, steh‘ ich dazu, meine Welt besteht nun mal nicht nur aus Einsen und Nullen. Ich will mich an meinen Computer setzen und alles muss funktionieren. Tut es das nicht, verfall ich in Panik und nehme auf einen Schlag alle meine süffisanten Bemerkungen über Informatikstudenten wieder zurück. Schließlich brauch ich jetzt einen. Und zwar schnell.

Soweit, so gut. Bisher alles nicht weiter tragisch, wenn der Rechner mal entsprechend eingerichtet ist und ich über meine Basisanwendungen: schreiben, rechnen, Bilder gucken und Internetsurfen verfügen kann, ist meine Welt in Ordnung.

Nur neuerdings bin ich ja unter die Blogger gegangen. Killerpraline goes online sozusagen. Und weil ich wie gesagt „reine Anwenderin“ bin, hat die komplette Vorarbeit zu diesem Projekt jemand anderes für mich erledigt. (Nein, diesmal kein Informatikstudent. Es gibt tatsächlich auch noch Männer, die Ahnung von sowas haben und trotzdem Geschmack bei ihrer Kleiderwahl beweisen 😉 )Hab mich also quasi ins gemachte Nest setzen können. Zehn Minuten Telefon-Support und ich kannte die Funktionen, jetzt kann ich „anwenden“. Was mir im Übrigen, dank Euch liebe fleißige Leser, einen Wahnsinnsspaß macht.

Nur gehts jetzt halt auch los, gell. Wenn ich mich denn nun schon auf der großen bunten Wiese des World Wide Web breit mache, sollt‘ ich halt langsam auch anfangen, mich damit auseinander zu setzen. Man hat hier ja Millionen von Möglichkeiten. Ich hab bereits erste zaghafte Erfahrungen gesammelt indem ich angefangen habe mich mit dem Dreamweaver zu beschäftigen. Die Profis unter Euch grinsen jetzt vielleicht doof, mir egal. Der Dreamweaver mag das ultimative Programm zur Erstellung von Webseiten sein- für mich ist er eine Todesmaschine. Immerhin ist mir inzwischen klar, wie diese Software zu ihrem Namen kommt. Denn sobald Du anfängst Dich mit ihr auseinanderzusetzen, hast Du Alpträume. Alpträume in denen fiese Pixelmonster Dich verfolgen und Du vergebens Schutz hinter Style Sheets und Cold-Fusion-Basisobjekten suchst. Wohlgemerkt vergebens. Im günstigsten Fall kannst Du den Tag-Inspektor noch um ein paar Code-Fragmente bitten, aber letzten Endes verreckst Du bevor Du den „publizieren“-Button erreicht hast.

Aber gut. Mit jedem neuen Erfolg an der Dreamweaver-Front steigt die Motivation, und wenn ich so weitermache dann bin ich in etwa siebzehn Jahren soweit meine erste eigene Homepage erstellen zu können. Das wirklich Gemeine an Informatikstudenten und gutgekleideten Nicht-Informatikstudenten ist ja, dass sie eine ganz fiese Philosophie fahren: „Learning by doing“. Die erwarten also tatsächlich allen Ernstes, dass Du Dir die ganze Sch…. selbst erarbeitest. Ok, klar, willst Du ja auch, so ist es nicht. Aber plötzlich erscheinen Dir Steuererklärung, Abgasuntersuchung, Zeckenimpfung und Nebenkostenabrechnung dermaßen interessant! Weil der alternative Zeitvertreib wäre ja Pixelmonster bekämpfen. Hm. Was also tun? Genau, Augen zu und durch. Ich weiß noch, wie ich damals Snowboarden lernte. Ganze drei Tage bin ich auf dem Idiotenhügel herumgekullert, Tränen in den Augen, am ganzen Körper blaue Flecken, und am liebsten hätte ich das f…ing Sch… Drecks..Hu…-Brett ganz einfach auf der Hütte in den Kachelofen gesteckt.  Als ich mal wieder heulend und fluchend mitten auf der Piste saß, kam ein mir fremder, aber nichts desto trotz äußerst schnuckeliger Snowboarder zu mir und meinte, er hätte mich eben beobachtet und seiner Meinung nach stünde ich einfach falsch rum auf dem Board. Langer Rede kurzer Sinn, der Schnuckelboarder dreht mir mit zwei drei geschickten Handgriffen die Bindung um und von da ab bin ich nur noch so über die Pisten geflitzt. Hoch lebe Goofy! Was lernen wir daraus? Manchmal muss man einfach die Richtung ändern, bzw. jemanden finden der einem zeigt wie das geht.

Mir wird nun zur Zeit gezeigt, wie ich mir meinen Weg durch die große bunte Welt des World Wide Web bahne. Das ist echt hardcore Leute, denn beim Master of Webpralinendesaster zählen weder Wimpergeklimper noch Dackelblick um mich zu drücken. Da mutiert er zur Domina und fordert meine nicht-technik-kompatiblen Gehirnzellen zum Duell heraus. Aber scheinbar brauch ich die harte Tour, sonst drück ich mich weiter davor und es wird nie eine Pixelpraline aus mir. Und auch wenn ich ja heute wieder viel lieber Ski fahre. Das mit dem Snowboraden hatte ich ja auch irgendwann raus und es hat tierisch Spaß gemacht. Insofern ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit bis ich mir einen Norwegerpullover stricke, eine Nickelbrille aufsetze und mit meinen neuen Freunden aus der Informatik-AG bei ner Tasse grünem Tee und ner Wasserpfeife klugscheißen kann. Ich hoffe nur die gutgekleidete Domina hat noch ein bisschen Geduld mit mir. Weil im Moment handhabe ich das noch so wie damals, als ich noch beim großen roten Stromversorger gearbeitet hatte: Ich ruf den Profi an, lass‘ ihn alles machen und geh derweil eine rauchen. Nur fürchte ich, wird Lord Voldemort mir das nicht mehr lange durchgehen lassen.

In diesem Sinne, Freiheit für die Pixelmonster!

Hochmotivierte Grüße,
Eure Drückebergerpraline

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