Nutellabrotschulden und Kampfschlümpfe


Wahrscheinlich kennt Ihr den Helden der heutigen Geschichte gar nicht. Dabei ist er in gewissen Kreisen schon fast eine Legende. Wir sprechen hier von einem einzigartigen Wesen, einem Geschöpf bei dessen Entstehung der liebe Gott besonders gute Laune hatte, dem Traum aller Schwiegermütter, dem stärksten aller Kampfschlümpfe, dem Padre unter den Padres: kurz, wir sprechen von Girgl.

Der Girgl war mal ein enger Freund der Praline, und wer die Praline kennt, weiß, dass dieser Status gar nicht so einfach zu erlangen ist. Dass er heute nur noch zu den Freunden zählt, die man alle Jubeljahre zufällig an der Eisdiele trifft, hat lediglich damit zu tun, dass die beiden eben unterschiedliche Wege eingeschlagen haben und sich der Kontakt dadurch einfach verringert hat. Also nicht schlimm, nur normal. Zum Glück gibt’s das grüne Wohnzimmer, und da treffen sich der Girgl und die Praline ab und zu und tauschen die Latest News aus.

Warum aber nun schreibt die Praline dem Girgl eine Geschichte? Das hat zwei Gründe. Zum einen schuldet sie ihm schon seit Wochen ein Nutellabrot und hat deshalb ein schlechtes Gewissen. Zum andern hat der Girgl sich eine Geschichte gewünscht und will damit wohl testen an was sich die Praline noch so alles erinnern kann. Und lieber Girgl, here we go! Ich kann mich noch an ALLES erinnern. Du wirst gleich staunen, was meine schokolierten Gehirnzellen noch alles an Erinnerungen ausgraben, Erinnerungen an damals, an die Zeit wo des Wasser noch g’staubt hat, aber hallo.

Ich kann mich zum Beispiel erinnern, dass wir uns im Kino kennengelernt hatten. Im Spielberg in Vilsbiburg. Der „Miroslav“ hat Dich einfach mal mitgenommen und da warst Du. Gut, jetzt, wo wir uns so lange kennen, kann ich es Dir ja sagen: als ich Dich damals gesehen hatte, dachte ich erstmal du seist schwul. Die gegelten Haare, die trendige Lederjacke, die vielen Ringe an Deinen Fingern, all das kam mir sehr verdächtig vor. Weniger wegen Dir als mehr im Hinblick auf unsern Miroslav. Den Film den wir gesehen hatten weiß ich leider nicht mehr, aber ich weiß noch dass wir danach noch was trinken waren und ich dann hin und weg war von Dir, weil Du so lustig warst. Die klarste Erinnerung habe ich, wenn man von den vielen Ringen mal absieht, an Deine phänomenale Art und Weise Dich auszudrücken. Du hast nie den Kellner gerufen, sondern immer den Speisenträger konsultiert, Du bist nie einfach nur aufs Klo gegangen, sondern hast Dich den sanitären Einrichtungen gewidmet, Du hast auch nie Deine Karre geholt, sondern immer das Automobil vorgefahren. Zeitweise äußerst strange, aber für mich mit meinem Fetisch für geflügelte Worte ein absolutes Highlight. Dass Du wider Erwarten doch nicht schwul bist, wurde innerhalb kürzester Zeit klar, denn Du hast Deine zahlreichen Frauenbekanntschaften regelrecht katalogisiert, indem Du ihnen nicht nur ihre Namen, sondern auch immer den Ort des Kennenlernens zugewiesen hast. Check-In-Michaela, Bauhaus-Susanne, Tankstellen-Biggi, unglaublich, aber wahr. Du hast auch nie Dein Bier, äh, tschulligung, Hopfenhaltiges Getränk, im Gasthaus an der Ecke getrunken, nein, Du hast den „Kurvenwirt“ aufgesucht, wo Du Dich dann mit Deinen Freunden, die so lustige Namen verpasst bekommen haben wie etwa „Himbeertoni“ getroffen hast und wohl die aktuellen Scores bei Check-In-Michaela und Co. diskutiert hast.

Ich kann mich auch erinnern, dass wir im „Dynamic“ trainieren waren. Du, der Miroslav, der Österreicher und ich. Bei der versoffenen Alten, ich weiß nimmer wie die hieß, aber Du weißt sicher wen ich meine. Die die immer bevorzugt schwarze Trainer eingestellt hat, weil die so „zuverlässig“ sind 😉 Schon klar, 30 cm pure Zuverlässigkeit und so, gä? Wobei, in diesem Dynamic war ja hormonverwirrtechnisch einiges geboten. Immerhin hast Du da ja auch eine aufgegabelt…. Polenpaula hast die später, als dein Blut wieder zurück im Hirn war, genannt, gä? Egal, was auf jeden Fall echt bemerkenswert ist, ist, dass Du der Einzige aus unserer Runde damals warst, der die Fitnessnummer (bis heute?) durchgezogen hat. Ich hab mich ja ausm Dynamic verabschiedet als die da die Sauna nimmer angemacht haben. Der Ösi ein paar Wochen später und der Miroslav hat meines Wissens nach dann auch kapituliert. Aber Du, Kampfschlumpf der du bist, gehst da wahrscheinlich heute noch hin?

Eine andere lustige Erinnerung hab ich an eine Geburtstagsparty von Dir. Bei Deinen Eltern im Keller. Der Ösi und ich hatten Dir Absinth geschenkt, diesen dann ohne Dich geleert und so einen Fressflash drauf bekommen, dass das Buffet komplett weg war. Ich glaub danach sind wir auch wieder gefahren, kann das sein? Hm, wir waren schon super Freunde, gä? 😉

Außerdem weiß ich noch dass Du damals die coolste Karre von uns allen hattest. Der Fiat-Uno-Fahrer war neidisch wie Hölle! Und falls der Miroslav das liest: sorry Süßer, Dein heißgeliebter „Blitz“ kam lange nicht an Girgls „Automobil“ ran 😉

Ja, und bevor Du dann der beste Fürbitten-Leser der Welt wurdest, warst Du noch schnell ein kleiner aber feiner Flirt für die angehende Braut. Weißt noch, der Cocktail im Ganymed? Hui ui ui sag ich da. Sehr fein. Und sehr anständig. Aber sehr fein 😉

Wie Du siehst, es sind schon noch Erinnerungen da. Und dass ich Dich letztes Jahr an dieser verfluchten Ampel nicht gleich erkannt habe, lag nicht daran, dass ich Dich vergessen hätte. Du hattest nur einfach, verzeih mir, eine total bekloppte Sonnenbrille auf 😉

In diesem Sinne,

die allerliebsten Grüße. Und jetzt will ich gefälligst wissen ob du dieses Jahr endlich heiratest. Ganz Landshut spricht von nix anderm 😉

Deine absinthsaufende sporthassende Erinnerungspraline

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4 Kommentare

  1. Servus Praline,

    mei danke für die Gschicht. Also ich muss schon sagen: Respekt!!

    Die erwähnten Vorkommnisse sind ja doch schon eine Zeit her – hätt mir nicht gedacht, dass Du noch soviele Details weißt.

    Wobei ein kleine Irrtum dabei ist.

    Die Bauhaus-Susanne war eigentlich die Technik-Sandra. Aber egal.

    Um die letzte Frage zu beantworten. Dieses Jahr werde ich höchstwahrscheinlich nicht heiraten. Du weißt ja wie da die Frauen so sind. Der Zeitraum von jetzt bis Jahresende reicht für eine Frau bei weitem nicht aus um so ein Event organisiert zu kriegen.

    Deswegen wirds wahrscheinlich nächstes oder übernächstes Jahr werden.

    Ist für mich eine einfache Rechnung:

    Heiratsantrag + 1 Jahr = Termin: irgendwann dazwischen.

    Gruß
    Girgl

  2. @girgl!
    Vielleicht kannst Du Dich ja einfach nur nimmer an die Bauhaus-Susanne erinnern? Oder wars die Nightflight-Moni? Oder die Kino-Manuela? 😉

    Tipp an Dich, bzw. Deine Liebste: klärt vor der Hochzeit mit dem Trauzeugen ab was der anziehen wird. Der Miroslav hat damals die goldene Regel aller goldenen Regeln gebrochen und ist in einem weißen Sakko erschienen. Und das geht ja mal gaaar nicht. Weiß ist der Braut vorbehalten. Kein Wunder dass diese Ehe nicht gehalten hat 😉

    Ansonsten, lassts krachen!

    Und schau mal wieder vorbei 😉

  3. Hey Praline… und Servus Girgl!
    da kommst ausm Urlaub wieder und dann darf man(n) das lesen! Danke… ich hab grad „Staubgwischt“ am boden, vor Lachen! Einfach schön! Und des schönste ist, ich kann mich noch genau so erinnern!
    „Miroslav“ I schmeiß mi weg…
    Mach einfach weiter so… 😉

  4. @pat:
    Naja, an wengerl a Diskretion müss ma ja wahren *hihi*
    Und „Miroslav“ ist doch schön. Und Du hast glei gwusst wer gmeint is 😉

    Liebe Grüße!


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