Höhenmeter und Luftmengenmesser


Meine Unwörter des Wochenendes: „Höhenmeter“ und „Luftmengenmesser“.

„Höhenmeter“ war wohl das meistbenutzte Wort Samstag Nacht. Nachdem ich ja nun leider nicht mit den Mädels nach Italien gefahren bin, hab ich das Wochenende mit drei lieben Freunden verbracht, von denen einer, nennen wir ihn der Diskretion halber jetzt mal „Papa Spaß“, ein passionierter Bergsteiger ist. Ich find das ja super. Also, sportliche Menschen bewundere ich als die ungekrönte Königin der Faulheit ja sowieso. Wenn dann noch wie bei Papa Spaß ein entsprechender Ehrgeiz dahinter steckt, da zieh’ ich schon wirklich meinen imaginären Hut. Auch wenn ich’s selber nicht nachvollziehen kann wie allein der simple Begriff „Höhenmeter“ derart orgasmische Gefühle auslösen kann. Also, ich hab ja auch so erotische Schlüsselwörter, aber „Höhenmeter“ ist mal definitiv nicht dabei. Eine gute Chance auf Platz eins haben eher Wörter wie „Badewanne“, „Urlaub“ oder „Big Mac Maxi-Menü“. Aber „Höhenmeter“? Nee…

Ich mag ja die Berge. Im Winter. Wenn mich die ausgereifte Hydraulik einer Gondelbahn nach oben bringt, die geringe Reibung zwischen Schnee und meinen Skiern wieder schnell und unstressig nach unten, und ich zwischendrin meinen Energieverlust durch eine heiße Erbsensuppe mit Würstchen und einem Glühwein an der Schneebar wieder ausgleichen kann. Aber halt nur dann.

Ich hab mal eben den einzigen Berg gegoogelt, den ich je eigenfüßig bestiegen habe. Das war der Eckbauer in Garmisch. 1237 m, und ganze 530 Höhenmeter! Ich schäm mich fast, bei den Erzählungen von Papa Spaß bewegten sich die Höhenmeter schon im Tausenderbereich. Aber immerhin, ich bin da hoch gelaufen. Weil ich ganz furchtbar verliebt war damals. Und was macht man nicht alles wenn man verliebt ist. Wobei mein damaliger Schatz sich diesen romantischen Ausflug in die Berge wohl auch ein wenig anders vorgestellt hatte. Er war ja echt bemüht um mich. Hat mein ganzes Gepäck getragen, mich immer wieder ermuntert dass wir „nach der nächsten Kurve oben sind“ (was dann letzten Endes nach der vierhundertdreizehnten Kurve auch gestimmt hat) und war äußerst geduldig mit mir, selbst als ich ihn nach jammern, heulen und rumzicken nur noch wüst beschimpft hatte und das während fröhliche Rentner fit und stramm an uns vorüber marschiert sind.

Ich bin nun mal keine Wandermaus. Genau aus diesem Grund find ich auch überhaupt nichts dran, nachts nach ausgedehnten Kneipentouren noch einen Spaziergang zur Burg Trausnitz zu unternehmen. Das sollen die Sportler mal lieber alleine machen, also hab ich Papa Spaß mit der ebenso sportlichen Frau Doktor losgeschickt und bin währenddessen mit Steven im Auto Bier holen gefahren. Erschreckend war jedoch, dass Papa Spaß und Frau Doktor zu Fuß schneller auf dem Berg waren als wir mit dem Auto. Gut, die pickelige Aushilfe am Nachtschalter der Tanke hat schon auch echt ewig lange gebraucht 😉 Die beiden wahnsinnigen Berggeher sind dann auch zu Fuß wieder runter gelaufen. Und mit „gelaufen“ meine ich wirklich „gelaufen“. Gejoggt. Nachts um drei, weil da hat man eh nichts anderes zu tun, also joggt man mal locker flockig ein paar Kilometer durch die Nacht. Lauter Irre. Steven und ich sind wieder Auto gefahren. Praktischerweise gibt es seit meiner Ohnmacht damals in der Disco einen Deal, dass das Pralinchen im Moment nirgends ohne Aufpasser respektive potentiellem Retter hingeht oder fährt. Insofern profitiert Steven momentan von meiner Faulheit weil so richtig Lust auf nächtliches Wandern hatte er offensichtlich auch nicht 😉

Tja, und was wäre so eine lange spaßige Nacht ohne ein Highlight zum Schluss? Nachdem Pralinchen und Steven den halben Abend mit der (wohlgemerkt reparierten) Scheißkarre von einem Fortbewegungsmittel unterwegs waren, steigt Pralinchen um vier Uhr morgens erneut ein und die blöde Kiste springt wieder nicht an. Neben der Ohnmacht sollte künftig auch mein Auto als Grund geführt werden ständig unter Begleitschutz zu stehen. Denn so haben mich meine Lieben noch nach Hause fahren können. Wären sie nicht mehr dagewesen, wär ich wohl weinend vor meiner Schrottkiste zusammengebrochen und hätte anschließend im Kofferraum genächtigt.

Dieses Auto treibt mich noch in den Wahnsinn. Nachdem es nun eine ganze Woche in der Werkstatt war, ein Relais getauscht wurde und dann bei geschätzten siebzehn Probefahrten einwandfrei gelaufen ist und auch ich drei Tage und eine halbe Nacht damit frisch und fröhlich durch die Prärie gegurkt bin, lässt es mich plötzlich, eine halbe Stunde nach der letzten einwandfreien Fahrt wieder im Stich. Nach zehn Versuchen springt es endlich an, dreht im Leerlauf auf beinahe 2000 Touren und sobald man Gas gibt, stirbt der Motor ab. Immerhin, diese Variante ist neu und damit kann Meister Schrauber morgen hoffentlich was anfangen wenn ich ihn anrufe und ihm sage dass mein kleines Schreckmobil mal wieder bei ihm auf dem Hof steht. Hab mir heute extra wieder den familieninternen Abschleppdienst dazu geholt, aber, war ja klar, als ich die Kiste angelassen habe ist sie natürlich angesprungen und die ganze Abschlepp-Action war umsonst. Ich konnte ganz alleine in die Werkstatt fahren. Die ganz heiße Vermutung aufgrund der gestrigen Sperenzchen ist nun, dass entweder Einspritzpumpe oder aber Luftmengenmesser defekt sind.

Tja, somit sind wir beim Unwort des Wochenendes Nummer Zwei. „Luftmengenmesser“ kann ich mir nämlich nicht leisten. Die Alternative zur Reparatur wäre, dass ich mit dem Auto auf ein Opeltreffen fahre und den Jungs da anbiete dass sie für jeweils fünf Euro einmal ordentlich mit dem Baseballschläger auf meinen VW eindreschen dürfen. Evtl. Krieg ich so die Anzahlung auf ein neues Auto zusammen.

In diesem Sinne, guten „Start“ in die neue Woche.

Eure pannengeplagte Bergpraline

P.S.: Sollten zufällig Automechaniker unter meinen Lesern sein, bitte Jungs, gebt doch Tipps ab. Ich kanns mir nämlich nicht leisten einfach auf gut Glück weiterhin irgendwelche Teile tauschen zu lassen, die dann doch nichts mit dem Problem an sich zu tun haben…. ich hoffe ja, dass diese Gas- / Leerlauf-Sache jetzt ein neuer Anhaltspunkt ist. Aber was, wenn nicht? Soll ich dann künftig doch auf nen Esel umsatteln? 😉

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6 Kommentare

  1. ich empfehl dir ein maultier. du weißt warum. 😉

  2. @bergführer:

    Diesen Kommentar, gerade von DIR, kann ich jetzt als

    süß und lieb
    voll fies

    oder aber

    äußerst schmutzig!

    interpretieren…… hm… *ratlosesgesichtzieht*

  3. eine mehrdeutigkeit war beabsichtigt.
    „voll fies“ kannst aber aus der liste streichen.
    übrigens, laut wikipedia geht so ein maultier auf ebenem gelände sogar bis zu 60 km/h, musst also aufpassen das dich in der ortsschaft ned damit blitzen und tacho ham die dinger leider keinen.

  4. @bergführer:
    selbst wenns einen hätten, bei meinem automobilen Glück momentan wär der dann auch kaputt 😉

    Aber den Berg hinauf sind die bestimmt auch langsamer. Und können noch mehr Wasserflaschen schleppen als Du *hehe*

  5. „den Berg hinauf sind die bestimmt auch langsamer“ langsamer als WAS,WER?

  6. langsamer als 60 km/h….. lach!


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