Can’t buy me love?


Weil man ja in der Schule nicht immer nur aufpassen kann und auch mal kräftig mit dem Banknachbarn schwätzen muss (haben wir damals so gelernt, oder?), entstehen eben auch manchmal sehr angeregte Diskussionen, in die sich gerne dann auch sämtliche Mitschüler inklusive Lehrer einmischen.

So passiert gestern. Die Grundsatzfrage (und mein Banknachbar stellt mir eigentlich nur Grundsatzfragen so à la „Was denkst Du über Vandalismus? Willst Du in diese Welt Kinder setzen? Stimmt es dass hochhackige Schuhe Auskunft über das Sexualverhalten der Frau geben? Tja, manche Dinge sind doch anders als damals in der Grundschule 😉 ) Auf jeden Fall ging es um die Frage ob man ohne Geld eine Beziehung führen kann. Also ohne VIEL Geld. Seine Meinung war, ohne entsprechenede Kohlen im Sack kann man in einer Beziehung nicht glücklich sein. Meine Meinung (und die der sich im Laufe der Zeit an unserer Diskussion beteiligenden Zuhörer) war, dass es auf die Kohle nicht ankommt.

Ich wollte dies eigentlich gleich mal sauber money-cant-buy-me-lovemit 1-A-Argumenten untermalen, aber dann fiel mir ein, dass ich eben erst ein Fahrrad gekauft habe, das ohne die kräftige Finanzspritze meines herzallerliebsten in diesem Fall OSTER-Hasen weder Schutzbleche, noch Ständer, noch Gepäckträger hätte und ein Fahrradschloss hätt ich auch keins. Außerdem hat der Osterhase ein zweites Mal Tickets für „The Caveman“ gekauft, weil Pralinchen die ersten Karten für Weihnachten verfallen hat lassen… (zu meiner Verteidigung: ich war krank. So krank, dass ich sogar wenige Stunden vor Beginn der Veranstaltung die Notaufnahme des Erdinger Krankenhauses besucht habe. Hat aber leider nix geholfen, der Abend (und eigentlich das ganze verdammte Sch…f***ing  Weihnachtsfest) war dahin… aber ich schweife ab, eigentlich wollte ich damit ja nur sagen, dass meine Verhandlungsposition eher mau war.

Trotzdem bleib ich dabei. Wenn man den Zweirad- und Zweitkartenbonus einfach mal als großzügiges Geschenk verbucht, dann kann man das außen vor lassen und zum Wesentlichen übergehen. Dass die GRÖßE wichtig ist, haben wir hier ja schon zur Genüge ausdiskutiert, was aber ist mit Geld? Den lieben, aber sauer verdienten Euros? Kommts darauf echt an?

Ich für meinen Teil kann gleichzeitig exzellent und gar nicht mit Geld umgehen. Ich komm wenns brennt echt endslang mit wahnsinnig wenig Kohle aus. Hab ich aber viel Kohle, dann verbrat ich die auch. So gesehen kann ich für mich sagen: Geld ist geil, wenn ich’s hab, aber es geht auch mit wenig. Mein letzter Urlaub ist tatsächlich 9 Jahre her. Dafür besitz ich aber 49, äh 51 Paar Schuhe und bestimmt ebenso viele Handtaschen. Ich verqualme jeden Monat 100 Euro und das auch nur weil ich auf die Hartz-IV-Kippen von Aldi und Lidl umgestiegen bin. Der Prosecco-Aperol im Beatschuppen kostet 5 Euro, ist aber halt einfach schweinelecker und somit müssen da schon eins zwei drei vier viele drin sein. So lebt es sich auch mit weniger Kohle ganz gut, auch wenn halt Dinge wie ein Karibikurlaub oder ein neues Auto damit nicht gehen. Hat das jetzt aber was mit meiner Beziehung zu tun?

Der Orgasmus gelingt bis jetzt auch ohne Kontoauszüge ganz gut. (Ung ganz ehrlich, MEINE Kontoauszüge würden sowieso eher eine erektile Disfunktion auslösen denn einer Spontanexplosion, aber das nur am Rande). Und statt Diamanten und anderem Geschmeide sammel  ich lieber Backgammon-Siege gegen meinen Liebsten, die Freude daran währt viel länger, ehrlich! Klar, keine Frage, Geschenke sind super (und über mein neues Radl freu ich mir die Haxen aus!), aber viel entscheidender als all der finanzielle Kram sind doch andere Dinge.  Liebe, Lachen, gemeinsames Erleben (in diesem wie in jenem Sinne). Was helfen mir denn Millionen? Ich hätt nur noch mehr unnützen Kram in der Bude rumstehen. Noch mehr Schuhe. Noch mehr Handtaschen. Und mein gemütliches Ikea-Sofa wäre dann halt eine Designer-Leder-Couch, auf der dann vermutlich Sexverbot wegen Fleckengefahr herrscht. Na prima. Nee danke. Gut, mein Bett wäre dann auch ein Designer-Bett, das nicht notdürftig mit zwei Dosen Mais und einer Dose Thunfisch repariert wäre, aber andererseits sorgte diese äußerst kreative Reparaturarbeit auch für jede Menge Fun.

In diesem Sinne,

entscheidet selbst: Fonds oder Fun? Aktien oder Action? Geld oder…. LIEBE?

Festverzinsliche Grüße

Eure Finanzpraline

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13 Kommentare

  1. Ich denke das Geld eine Rolle spielt in der Beziehungsführung. Fangen wir bei pragmatischen Überlegungen an wie Fernbeziehungen, diese sind schlichtweg nicht möglich ohne Geld, da das Hin- und Hergereise Unmengen an Geld verschlingt.

    Neben diesem Extrembeispiel denke ich aber auch, dass Frauen sich zu Männern eher hingezogen fühlen, wenn sie Ihnen auch etwas bieten können. Ich denke jeder stimmt überein, dass es einfach schön ist essen zu gehen, im Kino einen film anzuschauen, zu verreisen … etc.

    Stellen wir uns vor wir könnten wählen aus zwei attraktiven Partnern, die sich nur in ihren finanziellen Mitteln unterscheiden. Würden wir den ärmeren nehmen ? Das halte ich für eher unwahrscheinlich.

    Auch wenn es unromantisch ist, so haben Umfragen doch ergeben, dass das Geld bei der Partnerwahl eine Rolle spielt, vor allem seitens der Frau.

    Man mag davon halten was man mag, ich denke man kann nicht behaupten, dass Geld GARKEINE Rolle spielt.

  2. Hi Christian, schön dass Du mal wieder vorbei schaust! 🙂

    Ich bin durchaus auch der Meinung, dass essen gehen, Kino, Freizeitspaß in einer Beziehung wichtig sind und somit dafür natürlich Geld nötig ist. Soviel Geld, um sich ein bißchen kleinen Luxus zu finanzieren hat aber Otto Normalmann äh Normalfrau im Regelfall, selbst als Student oder Geringverdiener gehen solche Sachen eigentlich gut, solange man es nicht übertreibt.

    Was ich nicht denke, ist, dass eine Beziehung nur dann machbar ist, wenn VIEL Geld da ist. VIEL Geld haben in der Regel die Leute, die auch viel dafür tun, und ganz ehrlich, ich verbringe lieber den Abend zusammen mit meinem Partner anstatt zu warten bis er nach vierzehn Stunden Meeting inkl. Stelldichein mit der stets verfügbaren Chefsekretärin erschöpft nach Hause kommt…. gut, überspitzt gesagt, aber Du weißt was ich meine.

    Und wenn man mir zwei gleichwertig attraktive Männer zum Wählen geben würde, der eine arm, der andere reich, dann würd ich selbstverständlich den mit dem Längeren nehmen *lach*

    Nein, im Ernst. Geld ist nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts. Trotzdem halt ich daran fest, dass eine Beziehung nicht über Kohle zu definieren ist…

    wunderschönen Abend wünsch ich Dir!
    LG 🙂

  3. Vermutlich liegt es auch an den jeweils Beteiligten. Wenn man so die klassische Beziehung mit Kinder, Hausbau, Scheidung anschaut, da habe ich schon das Gefühl, daß da Frust durch die Einschränkungen auch als Beziehungskiller gewirkt haben könnte.
    Andererseits gibt es auch weniger oberflächliche Paare, deren Beziehung dadurch stärker wird, wenn sie sich gemeinsam durch schlechte Zeiten durchstrampeln.
    Falls es aber wirklich Frauen geben sollte, die auf das Modell „Goldesel“ zwecks rundum-sorglos-Versorgung spekulieren, da sollten sie aber bedenken, das sie dann nur das doofe Deko-Püppchen sind, es liegt ja in der Natur der Sache, daß der, der die Kohle ranschafft, auch das Sagen hat. Nächstes Problem ist die Tatsache, daß der typische Goldesel selten jung und knackig ist. Fährt man an einem teuren Sportwagen vorbei, sitzt drinnen meistens ein Oldtimer.
    Und seit der Erfindung der kleinen, blauen Pillen ist die Anne-Nicole-Smith-Methode ja auch nicht mehr ohne Risiken…

  4. Was ist viel?
    Was ist eine Beziehung?
    Ist es nur Lebensabschnittsgefährte oder ein Mensch mit dem man Eine Familie gründen will?
    Welche Werte und Lebenseinstellungen will man diesen dann vermitteln?
    Was ist mit Sicherheiten bei Tod oder Trennung?

    Ich habe eine Handvoll Blogs nun gelesen und in jedem (soweit mein Kurzzeitgedächtnis funtioniert) spielte Geld eine Rolle (welcher Artsei nun mal dahingestellt)

    Ich musste nun doch zu Wort kommen… auch wenn ich in der Mail Anderweitiges verlauten lies…

  5. @drosselchen:
    Anna Nicole Smiths sind nicht auf der Suche nach einem Versorger… sie sind einfach nur „rendite-orientiert“ *lach*

    @banknachbar:
    mit „viel“ mein ich so viel, dass es über einen normalen, nicht übertriebenen Lebensstil hinaus geht. „Viel“ ist bei mir alles mehr, nachdem Miete, sonstige Fixkosten und eben der kleine Alltagsluxus wie essen gehen, einen Ausflug machen, ein Paar SChuhe oder ein neues Playstation-Spiel kaufen, bereits finanziert sind. Was dann noch zum verpulvern übrig ist, ist VIEL.

    Eine Beziehung. lieber Brain, ist das Teilen seines Lebens mit einem anderem, in den berühmten guten wie schlechten Zeiten. Voneinander lernen, aufeinander aufpassen, miteinander lachen, und einfach jeden Tag ein kleines bißchen glücklicher sein als ohne den andern.

    Im Idealfall ist der Partner natürlich derjenige welche mit dem man bis ans Ende seiner Tage zusammenbleiben will und auch Familie gründen will. Die Erfahrung hat jedoch (bei mir wie auch bei meinem Süßen) gezeigt, dass das heute gar nicht mehr so einfach ist, die Unverbindlichkeit ist Königin, und ganz ehrlich, in diesem Fall ziehe ich dann Geld sehr wohl wieder in meine Überlegungen mit ein. Ein Kind kostet im Schnitt einen gut ausgestatteten Mittelklassewagen. Den kann ich mir jetzt nicht leisten *lach*

    Boah, Du hast mehr Fragen als ich beantworten kann, ich muss jetzt zur Schule *lach* Ich bin nämlich pünktlich *frotzel*

    Ich hoffe Du hast heut mal einen eigenen Textmarker dabei. In diesem Sinne, bis später.

  6. Du hast ein neues Radl??? Werd ich ja im Sommer bestimmt mal sehen gelle! Bin ja jetzt auch immer mit dem Radl unterwegs. Herrlich is des und die Frage erübrigt sich jetzt auch immer wie viele Aperol-Spritz ich trinken darf *hehehehehehehe*…
    Übrigens, mein Geschenk vom Osterhasen ist a bisserl mager ausgefallen 😉 wieso eigentlich??? war doch sooooooooooooooooooooo brav!!!! Oder??

    Ach ja ich oute mich hiermit und wünsche mir einen Mann mit Geld (zuviel muss er ja ned haben) und vieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeel LIEBE…

    bussi

    romylupo

  7. @romy:

    Jaaaaa! Mein neues Radl! Dann radel ich endlich auch mal bei Dir vorbei nach der Schule! Im Moment bin ich noch ausgelastet jeden Tag mit Nachhilfe geben und und und!

    Bis morgen, auf eins zwei drei viele Aperoooool!

    Bussi zurück! :-*

  8. Es ist wie bei so vielem: Geld kann helfen, muss aber nicht. Es ist nett, wenn man sich in einer Beziehung nicht um Basissachen einen Kopf machen muss: kann man gemeinsam in den Urlaub fahren? Ist die Party daheim drin?
    Andererseits nützt auch viel Geld (was immer das für einen bedeutet) nichts, wenn keine emotionale Bindung da ist.

    Ich bin als Goldgräberin denkbar untalentiert, wie ich schon mehrfach feststellen musste. Ein junger Mann hat sehr unsubtil darauf hingewiesen, dass er mir doch einiges bieten könne, warum ich denn so zögerlich sei, ihn zu erwählen. Wäre ich uncharmant, hätte ich ihm erklärt, dass seine politischen Überzeugungen und körperlichen Nachteile (ich bin wirklich avers was behaarte Rücken angeht) durch das Geld nicht ausgeglichen werden.

    Und was den Punkt angeht, dass 2 Partner gleich attraktiv wären, aber nur durch das Geld unterschieden werden: den Fall halte ich für rein akademisch. Es kommt in der Realität einfach nicht vor, dass zwei Menschen gleich attraktiv sind.

  9. @kochschlampe:
    und in Deinem Fall hat die große Kohle den behaarten Herren kein bißchen attraktiver gemacht…. stimmt also nicht, die Theorie *zungerichtungchristianrausstreck*

    Aber kochschlämpchen, wenn Du schon mal da bist: ich wollt‘ mir gestern so mit Schafskäse gefüllte Paprika machen, so wie beim Griechen, weißt schon… irgendwie waren die aber ned ganz so lecker (Moooooooment: NEIN, ich habs nicht verhaun, sie waren einfach nur nicht soooo lecker wie beim Griechen!) Hast Du vielleicht ein kleines Rezepterl für mich? Büüüüüddddäääääää!

    Liebste Grüße!

  10. Liebste Kochpraline,

    es tut mir leid, aber ich mag gefüllte Paprika nicht besonders, so dass ich leider mit keinem Rezept aushelfen kann.

    Griechische Küche halte ich, abgesehen von den meze (griechischen Tapas halt), für nicht besonders attraktiv. Ist halt nichts für Vegetarier.

    Viel Erfolg beim ausprobieren von Rezepten!

  11. boah, wie kann man gefüllte Paprika nicht mögen….. tz! 😉

    Trotzdem danke, ich bin sicher Du kannst bei anderer Gelegenheit mal wieder aushelfen, gä?

    Liebe Grüße!

  12. @ Killerpraline:

    ich bin völlig Deiner Meinung, Liebe/Beziehung kann man(n) sich nicht erkaufen!!
    Sicher is es schön, wenn man sich mal was leisten kann und nicht bei jedem ausgegebenen Cent rechnen muß.
    Wie soll´n des bei einem Streit gehen, wenn die Argumente ausgehen, winkt man mit der Kreditkarte, auf zu Prada und alles is wieder im Lot???

    Eine schlaue Person hat mal gesagt “ die schönsten Dinge im Leben bekommt man umsonst“.
    Diese Weisheit trifft es zu 100%!! 🙂

    LG

  13. Also aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen: Kohle ist nicht am Wichtigsten, aber spielt schon eine Rolle. Ich und mein Mann hatten von Anfang an kaum Kohle, allerdings muss man sagen, dass es auf Dauer so nicht geht. Ich würde nicht sagen, dass der ständige Geldstress in den letzten Jahren dazu geführt hat, dass ich mich im März von ihm getrennt hab *hust*… ABER der hat dazu geführt, dass ich mir viel mehr Gedanken über alles gemacht hab und dabei festgestellt hab, er tut das nicht! Und nach dem Motto: Supergirl wird´s schon richten…das geht mal gar nicht!
    Ich kann mir allerdings vorstellen dass sowas durchaus eine Beziehung ruinieren kann. Denn ständiges Pfennig zählen führt zu angekratzten Nerven, die wiederum zu leichtere Reizbarkeit = öfter Diskussionen um nix. Verallgemeinern kann man sowas ja eh nie, aber leichtfertig abtun sollte man das Thema definitiv nicht.


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