Merry Christmas!

Warum eigentlich „Merry Christmas“? Warum nicht einfach „Frohe Weihnachten“?

Jetzt muss ich mich aber echt beeilen. Es ist der 24.Dezember 2010, es ist schon dunkel draussen, und ich hab Euch noch immer kein Frohes Fest gewünscht.  Aaaaalso:

Ich wünsche Euch Allen ein schönes und friedliches Weihnachtsfest, ein paar ruhige Tage mit Euren Lieben, eine schöne Zeit und natürlich hab ich auch dem Christkindl Bescheid gesagt, dass es Euch nicht vergessen soll und ein paar schöne Sachen unter Euren Baum legt (wenn Ihr natürlich keinen Baum habt, dann seid Ihr selber Schuld!)!

Es ist nun wieder ein Jahr vorbei und ich weiß gar nicht, wo es hin gekommen ist. Weihnachten kommt irgendwie jedes Jahr wieder so total überraschend 😉 Dabei war es ein richtig wichtiges Jahr, zumindest für das Pralinchen.  Wie Ihr ja gesehen habt (bzw. mangels neuer Geschichten eigentlich NICHT gesehen habt), habe ich mir in diesem Jahr einen kleinen Traum erfüllt und beruflich einen Neuanfang gewagt. Aus der lange herumdümpelnden Fremdsprachenkorrespondentin Schrägstrich Vertriebsassistentin Schrägstrich Kunden-Beschwerdensachbearbeiterin Schrägstrich Sekretärin wurde nun nach langer harter Arbeit, etlichen Depressionsanfällen und viel zu viel Schokolade endlich eine Kauffrau für Spedition- und Logistikdienstleistungen und ich darf nun am Traumarbeitsplatz Flughafen arbeiten.  Dafür möchte ich auch mal (nur ganz kurz, nein, ich will Euch nicht mit langen Reden langweilen) DANKE sagen, zum einen der netten Aushilfsdame vom Arbeitsamt, die mir die Ausbildung bewilligt hat obwohl mein zuständiger Sachbearbeiter das seit Jahren abgelehnt hat. Zum andern den vielen lieben „Spedis“ aus dem KSL-Kurs, ohne die die ganze Sache nur halb so viel Spaß gemacht hätte, dann natürlich meinem Mentor, dem Micha, ohne den ich heute nicht könnte was ich kann, und last but never ever least!!!! meinen sagenhaften Eltern, die ihrer inzwischen fast 33jährigen Tochter wieder (und im übrigen mehr als großzügiges) Taschengeld gegeben haben und ohne die ich die Ausbildung gar nicht hätte machen können! Vielen vielen lieben Dank, Ihr seids einfach die tollsten Eltern der Welt!

So, treue Fans warten jetzt vermutlich noch auf ein paar lustige Anekdoten aus dem Nicht-Arbeitsleben der Praline… ich könnte Euch zum Beispiel erzählen, warum mich der Anblick von Dosenfisch inzwischen total sentimental macht (frohe Weihnachten auch nach Erding), wie es kam, dass meine Freundin Megaperle doch tatsächlich in eine Kirche eingesperrt wurde,  warum ich im nächsten Jahr UNBEDINGT aufs Knödlfest nach Österreich muss, warum ein Laden wie der „Beatschuppen“ einfach unerlässlich ist sobald man die 30 überschritten hat, warum ein so unstylishes Getränk wie der Blutwurz zur Grundausstattung jedes Mädelsabends gehört, warum ich keinen Pyjama besitze und somit nicht auf eine Pyjamaparty gehen kann, wie es kam, dass ich mit einem fremden Mann tatsächlich über die Bedeutung der Intimrasur diskutieren musste, und ja, die Liste der Geschichten ist schier unendlich.

Darum ist mein guter Vorsatz fürs neue Jahr (weil Rauchen aufhören schaff ich ja eh wieder nicht und saufen aufhören, darin seh ich irgendwie keinen Sinn….) meinen einst so heiß geliebten Weblog wieder mit mehr Leben zu füllen und Euch und mir damit wieder ein bißchen Freude zu machen. Es wäre ja schade, wenn all die göttliche Weisheit der Mädels Ü30 so im Verborgenen bliebe, oder?

So, nun muss ich aber. Ich muss noch ein heikles Problem lösen. Morgen ist das alljährliche große Pralinen-Familien-Weihnachtsessen und alle meine Strümpfe haben Laufmaschen. Dabei wollte ich unbedingt meine neuen Stiefel ausführen.  Naja, ich mach mir jetzt erstmal einen guten Wein auf und dann werde ich schon kreativ.

In diesem Sinne, feiert schön, lasst Euch reich beschenken und genießt ein paar ruhige Tage!

Eure Weihnachtspraline

Und kümmert Euch mal wieder um Eure Kinder 😉

 

PS: Warum liegt da eigentlich Stroh?

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Happy New Year!

40 Fieber. Weihnachten verpasst. Feiertage wegen Krankheit verplempert. Einzigster kulinarischer Genuß Capval Hustentropfen. Angst am ersten Tag im neuen Job mit ner Krankmeldung auflaufen zu müssen. Chili für Silvesterparty vorbereiten und das ohne Geschmackssinn.

In diesem Sinne, verzeiht mir meine momentane Schreibabstinenz. The person you’ve called is temporarily not guad beinander.

Trotzdem wünsch‘ ich Euch allen einen guten Rutsch und ein gutes, gesundes, erfolgreiches neues Jahr 2009!

Bis bald, in alter Form und Frische!

Eure Grippepraline

happy-new-year

Mitleid mit dem Hendl-Mann

Manchmal hasse ich meinen Job. Jeder hasst manchmal seinen Job. Aber Leute, ich sag Euch, wir können uns alle so glücklich schätzen. Denn es gibt Menschen, hier mitten unter uns, die haben mal echte Scheiß-Jobs.

Und heute bin ich dem Mann begegnet, der den ultimativsten Scheißjob aller ultimativen Scheißjobs hat: Dem Hendl-Mann.

Der Hendl-Mann ist etwa 45 Jahre alt, klein, dick, hat dunkles, leicht lichtes Haar und heißt vermutlich Franz. Oder Karl. Vielleicht auch Sepp. Er steht mit seinem Hendl-Mobil immer auf dem Parkplatz gegenüber von ALDI und verkauft dort seine Hendl. Schöne, saftige, knusprig gegrillte Hendl.

Ich könnte mir vorstellen, dass der Hendl-Mann durchaus kein schlechtes Geschäft macht. Im Herbst oder Winter. Wenn die ganzen genervten Hausfrauen, halb erfroren weil sie eine ganze Stunde lang die ALDI-, Lidl-, Rossmann-Einkäufe und ihre drei quengelnden Kleinkinder in ihren Mini-Van geladen haben, plötzlich den Duft von frischen, heißen Grillhendln in die Nase bekommen, spontan beschließen dass sie heute doch keinen Zucchini-Auflauf mehr kochen wollen und dann wie in einer Art Rausch zum Hendl-Mann rüber laufen und sechs halbe Hähnchen ordern. (Findet Ihr das nicht auch komisch, dass Hähnchen immer nur „halb“ bestellt werden? Warum sagt man nicht „Ich hätt’ gern drei Hähnchen, aber schneiden’s es bitte auseinander!“ Nein, man bestellt „sechs halbe Hähnchen“. Und der Hendl-Mann ist so dreist und nimmt dann doch drei ganze Hähnchen und teilt sie einfach. Schon irgendwie verrückt.)

Also wie gesagt, ganz grundsätzlich ist so ein Hendl-Stand also nix verkehrtes. Nur ist heute der 1. August und es hat schwüle 31 Grad. Der Hendl-Mann steht in seinem Hendl-Mobil, schwitzt und grillt sich nen Wolf. Da drin drehen sich geschätzte 50 Hühner fröhlich im Kreis, während der arme Hendl-Mann verzweifelt versucht, durch den Zusatzverkauf von „eisgekühltem Cola-Wasser-Spreit“ (steht so auf seinem Schild!!!) ein paar Kunden anzulocken.

Der arme Mann schwitzt, der Schweiß läuft ihm in Sturzbächen über das fleischige rote Gesicht, seine Haare sind patschenass und sein hellblaues Hendl-Grill-T-Shirt ist unter den Achseln ins nachtblau übergegangen. Der bedauernswerte Kerl kann ja nix für die Hitze. Und er tut mir echt total leid, weil heute scheinbar niemand ein knuspriges, inzwischen wohl tiefschwarzes vertrocknetes Hendl bei ihm kaufen will. Und selbst wenn sich eine gestresste Hausfrau zu ihm an den Stand verirren würde, seine trostlose schwitzende Hässlichkeit würde ihr wohl dann auch zwangsläufig nur ein verschämtes „Ach, ich wollt nur schauen!“ entlocken.

Als ob der Alltag eines Hendl-Manns nicht schon traurig genug wäre. Tag für Tag macht er nichts als hunderte hässlich nackte Hühner auf einen Grillspieß zu stecken, das Bratfett abzuschöpfen, die Hühner in halbe Hühner zu teilen und diese in Alufolie zu wickeln. Ist so ein Mann stolz, wenn er abends zu seiner Frau nach Hause kommt? Kommt er heim und sagt hoch erhobenen Hauptes: „Schatz, stell Dir vor, was heute passiert ist! Mir ist heute ein Huhn vom Grillspieß gerutscht! Wahnsinn, oder? Sachen gibt’s!“ Und ist diese Frau stolz auf ihren Mann? Prahlt sie am Wochenende bei ihren Mädels vom Kegelclub: „Mensch, da Franz ist so toll, hat er nicht gestern tatsächlich 44 halbe Hähnchen verkauft! Und 8 Flaschen Spreit!“ Und kann so ein Hendlgrillbesitzer noch lachen, wenn jemand in seiner Gegenwart Hühnerwitze macht? Stellt sich der Hendlbrater auch noch manchmal die Frage nach der Henne und dem Ei? Sagt er noch ab und zu dass er mit jemandem „ein Hühnchen zu rupfen“ hat? Und, die Frage aller Fragen: isst er noch gerne Hähnchen? Oder geht er zum Metzger um die Ecke und bestellt sich zwei halbe Semmeln mit zwei halben Scheiben Leberkäs? Meint Ihr es gibt Selbsthilfegruppen für depressive Hendlbudenbesitzer? „Hallo, ich bin der Franz und ich bin auch Hendlgriller!“ – Und alle im Chor: „Hallo Fraaaanz!“

Ich hatte heute wirklich Mitleid mit dem Hendl-Mann. Ich war beinahe soweit dass ich ihm zumindest ein „eisgekühltes Spreit“ abgekauft hätte. Aber ganz ehrlich, sein Anblick war kein schöner. Und hässlichen Menschen kauf ich ungern was ab das ich mir nachher einverleibe. Also hab ich’s gelassen.

Und heute Abend, wenn ich schlafen gehe, werd ich mal wieder beten. Und dem lieben Gott danken, dass ich so einen tollen Job habe.

In diesem Sinne,

knusprige Grüße

Eure Chicken Mc Praline

Auch Kopfschütteln hält das Hirn in Bewegung.

Manche Tage muss man einfach löschen. Ich lösche hier und heute feierlich den 28.7.2008.

Zwei Stunden warten beim Arzt nur um in einen Becher zu pinkeln.

Kopfschütteln zum Ersten. Ein Patient im Wartezimmer labert mich voll, dass er seit gestern auf beiden Augen nichts mehr sieht. Zwei Minuten später macht er mir ein Kompliment für meine schönen Schuhe.

Drei Euro für eine Butterbreze beim Bäcker gezahlt. Bio-Bäcker.

Kontoauszug bekommen. Schöne runde Summe Minusgeld. Juhu.

E-Mail bekommen. Das Handy das ich vor vier Wochen versteigert habe ist kaputt. Typ will die Kohle wieder.

Kopfschütteln zum Zweiten. Es gibt Leute die mit ihren Hunden rückwärts reden. Damit normale Sprache den Hund nicht verwirrt. Ja nee, is klar.

Mein Bruder ist immer noch Vegetarier.

Mein bester Freund kommt vorbei. Es ist erst halb fünf, also trinken wir Kaffee.

Hausmeister kommt, repariert mein Rollo und, Kopfschütteln zum dritten: bittet mich, MICH, einen Virus von seinem Computer zu entfernen. Klar, logisch, immer gerne.

Anruf aus Absurdistan. Meine Bewerbung wurde abgelehnt.

Mein bester Freund kommt noch mal vorbei. Jetzt trinken wir Bier. Jede Menge gutes, ehrliches Augustiner.

Bin betrunken. Kann nicht schlafen.

Strg-Alt-Entf. Task beenden. Danke fürs Gespräch.

Ich steh auf, putz mir die Zähne und frag mich was wohl heute passiert.

Ich rede ab jetzt auch rückwärts. Dann bin ich vielleicht auch weniger verwirrt.

Ni meseid Ennis,

nella nenie nellovrednuw Gat.

Erue enilarp, latot trriwrev

Man sieht nur mit dem Herzen gut…

… das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. So heißt es unter uns tiefgründigen Hobbyphilosophen. So, nun hab ich aber gerade einen ziemlich wesentlichen Pickel auf der Nase, und der ist mal so gar nicht unsichtbar. Im Gegenteil, der ist so was von sichtbar, ich glaub ja fast dass der kleine Prinz da höchstpersönlich drin wohnt, so groß ist der.

Ich sags Euch, mit 30 ist es nicht mehr lustig so einen Paradepickel spazieren zu führen. Gut, jeder Teenie wird jetzt sagen, dass es auch mit 14 nicht sehr lustig ist, aber mit 30 ist es der Horror. Da kannst Du machen was Du willst, Du kannst das schönste Kleid tragen, die edelsten Schuhe, Du kannst Deine Haare toupieren und den teuersten  Lippenstift auflegen – Du siehst trotzdem Scheiße aus. Du versuchst natürlich

alles, diese luzifermäßige Schwellung in Deinem Gesicht zu kaschieren, und betupfst und bemalst sie als ginge es darum die Sixtinische Kapelle zu restaurieren. Leider bringt das alles gar nichts, je mehr Du Dich bemühst, desto schlimmer wird das Ergebnis.

Da hilft nur eins: Aushalten, durchhalten, Maul halten. Irgendwann ist er schon wieder weg. Und das hoffentlich bevor der nächste sich entschließt genau daneben sein Lager aufzuschlagen. Das Tragische ist, mit 30 weißt Du einfach, dass Du nichts machen kannst. Als Teenager trägst Du ja wenigstens noch Hoffnung in Dir, Du bittest Deine Mutter Dir das komplette Sortiment von A wie Akne-Ex bis Z wie Zinkmaske zu kaufen und auch wenn das alles keinen sonderlichen Erfolg bringt, Dir bleibt immer noch die Hoffnung, dass das mit dieser bescheuerten Pubertät ja auch irgendwann mal wieder vorbei ist. Ist es ja dann auch. Nur kaum hast Du die pfirsichgleiche Haut eines Schneewittchens in Empfang genommen, kommen auch schon die ersten Fältchen. Du selbst trägst natürlich auch ordentlich dazu bei, denn erwachsen wie Du inzwischen bist, rauchst Du zwanzig Zigaretten am Tag, gibst Dich langen ausschweifenden Partynächten hin, zelebrierst den exzessiven Genuß von Alkohol und weil das alles so anstrengend ist, holst Du Dir eben noch schnell einen Big Mac und ein Erdbeershake. Und natürlich begehst Du ab und an den schlimmsten aller Fehler: Du gehst ins Bett und hast Dich nicht abgeschminkt! Todsünde! Wenn man den gängigen Beautymagazinen glauben darf, dann ist Abschminken das allerwichtigste im Leben einer Frau. Abschminken hat oberste Priorität. Und wenn die Welt untergeht, Hauptsache Du schminkst Dich jeden Abend ab. Wie, da wartet aber ein wunderschöner sexy Kerl in Deinem Bett, dessen einziges Ziel es ist Dich heute Nacht glücklich zu machen? Egal! Geh Dich abschminken! Wer braucht schon Sex wenn er eine reine Haut haben kann?

Ihr seht schon, ich nehm dieses äußerst heikle Thema mal wieder nicht sonderlich ernst. Kann ich auch nicht, wenn ich ehrlich bin. Ich hab mich mal allen Ernstes beraten lassen, so richtig mit Hauttypanalyse und allem drum und dran. Selbstverständlich kommt bei meiner Haut nur eine einzige Creme in Frage, und da kostet das 50 ml-Tiegelchen auch nur 68 €. Waschcreme, Gesichtswasser etc. pipapo kommen da natürlich noch extra dazu, denn „die Creme muss sich optimal in ihrer Haut entfalten können“! Ja nee, is klar. Also da investier ich die 68 € lieber in ein gutes Abendessen und einen leckeren Wein, das macht nämlich glücklich, und Glückshormone sind gut für den Teint. Sex im Übrigen auch, insofern werd ich sicher nicht mit Gurkenscheibchen und Quarkmäskchen im Bad rumturnen, sollte mal ein heißes Schneckerl in meinem Bett auf mich warten. Wenn keines wartet kann ich immer noch abschminken gehen und danach mal wieder den „kleinen Prinzen“ lesen um rauszufinden wo der denn nun wirklich wohnt…

In diesem Sinne, pflegende Grüße!
Und Abschminken nicht vergessen!

Eure Beautypraline

Du kannst Sie zu mir sagen!

Also ich finde das ja wirklich faszinierend. Das mit dem „Du“ und dem „Sie“. Da ist man 30 Jahre alt und die Leute können sich immer noch nicht entscheiden ob sie Dich jetzt siezen oder duzen. Und lustigerweise wird man immer dann geduzt wenn man gesiezt werden will und umgekehrt.

Grundsätzlich gilt ja (glaube ich…. verbessert mich wenn ich jetzt was Falsches sage!) immer noch die Regel: Das „Du“ muss angeboten werden. Und zwar von der jeweils älteren Person. Das ist so ein Respekt-Ding. Und irgendwie erklärt es sich ja auch von selbst. Mir würde im Traum nicht einfallen, eine ältere Dame oder einen älteren Herren einfach so zu duzen. (Na gut, neulich hab ich den Erdbeermann an der Straße geduzt. Hm, ziemlich unhöflich noch dazu. „Hey, host du no Erdbeern?“ hab ich ihm aus dem Auto heraus zugerufen. Das war aber, und das möchte ich hiermit betonen, ein Versehen. Ein Ausrutscher sozusagen. Ich meine, anderen passiert ein Ausrutscher und sie sind gleich schwanger, ich hab halt einfach nur den Erdbeermann geduzt. In die richtige Relation gesetzt war das also gar nicht so schlimm. Aber wenn der Erdbeermann das hier lesen sollte: Es tut mir leid! Ich werde hart an mir arbeiten damit mir das in der nächsten Erdbeersaison nicht wieder passiert, versprochen!)

Also, aber ganz grundsätzlich bin ich schon ganz gut erzogen. Da haben meine Eltern, bzw. in erster Linie meine Oma, ganz penibel drauf geachtet, dass das Kind immer höflich ist, schön „bitte“ und „danke“ sagt und natürlich jedem die Hand gibt, der im Umkreis von drei Kilometern rumsteht. Als Kind schämst Du Dich natürlich immer bei sowas und außerdem gehen Dir die Sprüche á la „Mei, bist Du aber groß geworden!“ oder „Hach, Du bist ja schon eine richtige Dame!“ ziemlich auf den Wecker. Übrigens, an alle die damals immer solche Sachen zu mir gesagt haben: Ich bin NICHT mehr größer geworden. Und das mit der Dame, nun ja, ob das so funktioniert hat, wie Ihr Euch das vorgestellt habt?;-)

Auf jeden Fall, um zum Thema zurückzukommen, ich finde das manchmal echt unmöglich. Da melde ich mich am Telefon, wohlgemerkt in der Arbeit, nicht daheim, ganz freundlich und sag auch noch „Guten Tag“ oder „Grüß Gott“ und dann fliegt mir nur ein „Griasde, is da Chef a do?“ entgegen? Ja sagt’s mal, wo sind wir denn? Gut, aufm Bau. Ok, nee, is klar, da müssen wir schon Abstriche machen. Aber es passiert ja auch anderswo. In irgendwelchen Läden zum Beispiel. Du, Königin Kunde, läufst da ein und willst ein Vermögen von sagen wir mal 19,90 € verschleudern und alles was Du bekommst ist ein „Darf ich es Dir in ‚ne Tüte packen?“ Andersrum natürlich genauso unangenehm, wenn nicht gar schlimmer: Du sitzt zum Beispiel in einer Bar, am Nebentisch ein echtes Zuckerschneckchen von Vielleicht-Flirt und plötzlich kommt er her und fragt Dich: „Entschuldigen Sie, könnte ich diesen Stuhl haben?“ Baby Du kannst den ganzen Tisch haben, ich muss sowieso gleich zurück ins Altersheim! 🙂

Ja aber wie denn nun? Will ich jetzt ein „Du“ oder ein „Sie“? Ich kann mich halt wie so oft nicht entscheiden. Also so ganz pauschal hätt ich gerne in offiziellen Dingen ein „Sie“, schießlich bin ich eine erwachsene Frau, der man dementsprechend Respekt entgegenbringen soll. Und inoffiziell, also in der Kneipe oder so, da hätt ich lieber gern das „Du“. Denn ich geh ja weg weil ich noch so jung bin und so hip und so. Ist beides bescheuert, aber wenn ich schon rummeckere, muss ich hier ja noch eine abschließende Ansage machen. Oder auch nicht.

In diesem Sinne,

schau wieder rein und besuchen Sie mich bald wieder!

Deine / Ihre Identitätspraline

Pixelmonster oder: mit der Domina ins World Wide Web

Für mich ist die große weite Welt der IT ja ein Buch mit sieben Siegeln. Ich bin das, worüber sich hochintelligente Informatikstudenten mit Strickpullover und Nickelbrille gerne lustig machen. „Reiner Anwender“. Macht nix, steh‘ ich dazu, meine Welt besteht nun mal nicht nur aus Einsen und Nullen. Ich will mich an meinen Computer setzen und alles muss funktionieren. Tut es das nicht, verfall ich in Panik und nehme auf einen Schlag alle meine süffisanten Bemerkungen über Informatikstudenten wieder zurück. Schließlich brauch ich jetzt einen. Und zwar schnell.

Soweit, so gut. Bisher alles nicht weiter tragisch, wenn der Rechner mal entsprechend eingerichtet ist und ich über meine Basisanwendungen: schreiben, rechnen, Bilder gucken und Internetsurfen verfügen kann, ist meine Welt in Ordnung.

Nur neuerdings bin ich ja unter die Blogger gegangen. Killerpraline goes online sozusagen. Und weil ich wie gesagt „reine Anwenderin“ bin, hat die komplette Vorarbeit zu diesem Projekt jemand anderes für mich erledigt. (Nein, diesmal kein Informatikstudent. Es gibt tatsächlich auch noch Männer, die Ahnung von sowas haben und trotzdem Geschmack bei ihrer Kleiderwahl beweisen 😉 )Hab mich also quasi ins gemachte Nest setzen können. Zehn Minuten Telefon-Support und ich kannte die Funktionen, jetzt kann ich „anwenden“. Was mir im Übrigen, dank Euch liebe fleißige Leser, einen Wahnsinnsspaß macht.

Nur gehts jetzt halt auch los, gell. Wenn ich mich denn nun schon auf der großen bunten Wiese des World Wide Web breit mache, sollt‘ ich halt langsam auch anfangen, mich damit auseinander zu setzen. Man hat hier ja Millionen von Möglichkeiten. Ich hab bereits erste zaghafte Erfahrungen gesammelt indem ich angefangen habe mich mit dem Dreamweaver zu beschäftigen. Die Profis unter Euch grinsen jetzt vielleicht doof, mir egal. Der Dreamweaver mag das ultimative Programm zur Erstellung von Webseiten sein- für mich ist er eine Todesmaschine. Immerhin ist mir inzwischen klar, wie diese Software zu ihrem Namen kommt. Denn sobald Du anfängst Dich mit ihr auseinanderzusetzen, hast Du Alpträume. Alpträume in denen fiese Pixelmonster Dich verfolgen und Du vergebens Schutz hinter Style Sheets und Cold-Fusion-Basisobjekten suchst. Wohlgemerkt vergebens. Im günstigsten Fall kannst Du den Tag-Inspektor noch um ein paar Code-Fragmente bitten, aber letzten Endes verreckst Du bevor Du den „publizieren“-Button erreicht hast.

Aber gut. Mit jedem neuen Erfolg an der Dreamweaver-Front steigt die Motivation, und wenn ich so weitermache dann bin ich in etwa siebzehn Jahren soweit meine erste eigene Homepage erstellen zu können. Das wirklich Gemeine an Informatikstudenten und gutgekleideten Nicht-Informatikstudenten ist ja, dass sie eine ganz fiese Philosophie fahren: „Learning by doing“. Die erwarten also tatsächlich allen Ernstes, dass Du Dir die ganze Sch…. selbst erarbeitest. Ok, klar, willst Du ja auch, so ist es nicht. Aber plötzlich erscheinen Dir Steuererklärung, Abgasuntersuchung, Zeckenimpfung und Nebenkostenabrechnung dermaßen interessant! Weil der alternative Zeitvertreib wäre ja Pixelmonster bekämpfen. Hm. Was also tun? Genau, Augen zu und durch. Ich weiß noch, wie ich damals Snowboarden lernte. Ganze drei Tage bin ich auf dem Idiotenhügel herumgekullert, Tränen in den Augen, am ganzen Körper blaue Flecken, und am liebsten hätte ich das f…ing Sch… Drecks..Hu…-Brett ganz einfach auf der Hütte in den Kachelofen gesteckt.  Als ich mal wieder heulend und fluchend mitten auf der Piste saß, kam ein mir fremder, aber nichts desto trotz äußerst schnuckeliger Snowboarder zu mir und meinte, er hätte mich eben beobachtet und seiner Meinung nach stünde ich einfach falsch rum auf dem Board. Langer Rede kurzer Sinn, der Schnuckelboarder dreht mir mit zwei drei geschickten Handgriffen die Bindung um und von da ab bin ich nur noch so über die Pisten geflitzt. Hoch lebe Goofy! Was lernen wir daraus? Manchmal muss man einfach die Richtung ändern, bzw. jemanden finden der einem zeigt wie das geht.

Mir wird nun zur Zeit gezeigt, wie ich mir meinen Weg durch die große bunte Welt des World Wide Web bahne. Das ist echt hardcore Leute, denn beim Master of Webpralinendesaster zählen weder Wimpergeklimper noch Dackelblick um mich zu drücken. Da mutiert er zur Domina und fordert meine nicht-technik-kompatiblen Gehirnzellen zum Duell heraus. Aber scheinbar brauch ich die harte Tour, sonst drück ich mich weiter davor und es wird nie eine Pixelpraline aus mir. Und auch wenn ich ja heute wieder viel lieber Ski fahre. Das mit dem Snowboraden hatte ich ja auch irgendwann raus und es hat tierisch Spaß gemacht. Insofern ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit bis ich mir einen Norwegerpullover stricke, eine Nickelbrille aufsetze und mit meinen neuen Freunden aus der Informatik-AG bei ner Tasse grünem Tee und ner Wasserpfeife klugscheißen kann. Ich hoffe nur die gutgekleidete Domina hat noch ein bisschen Geduld mit mir. Weil im Moment handhabe ich das noch so wie damals, als ich noch beim großen roten Stromversorger gearbeitet hatte: Ich ruf den Profi an, lass‘ ihn alles machen und geh derweil eine rauchen. Nur fürchte ich, wird Lord Voldemort mir das nicht mehr lange durchgehen lassen.

In diesem Sinne, Freiheit für die Pixelmonster!

Hochmotivierte Grüße,
Eure Drückebergerpraline