Mein Freund, der Ringo!

Genau heute vor 50 Jahren traten die legendären Beatles zum ersten Mal in Deutschland auf. Gut, dass ich da nicht live dabei war, versteht sich von selbst. Nicht mal meine Eltern können mir davon berichten, denn die waren selber noch nicht mal im Kindergarten zu der Zeit.

Umso erstaunlicher, dass die Jungs trotzdem ihren Weg in meine Plattensammlung gefunden haben. Ich meine, hallo: „The Beatles“, was für ein seltsamer Name… da sind doch mal wieder 5 Euro für die „Miese-Wortspiel-Kasse“ fällig! Andererseits, angefangen haben sie ja 1956 unter dem Namen „The Quarrymen“, benannt nach ihrer Schule, der Quarry Bank Highschool. Das klingt in ungefähr so erfolgsträchtig wie „Die Hinterskirchner Hauptschul-Jungs“, also tut mir ja leid, ne. Später nannten sie sich dann mal „Johnny and the Moondogs“, uh yeah, was für eine Verbesserung: Johann und die Mondhundis, toller Name, oder? Irgendwann hatte John Lennon dann eine gigantische Vision, wie sich an folgendem Zitat schön nachlesen lässt:

„Viele Leute fragen, was sind Beatles? Warum Beatles? Hä? Beatles? Wie seid ihr auf den Namen gekommen? Also werden wir es Ihnen sagen. Der Name entstand in einer Vision – ein Mann erschien auf einem brennenden Kuchen und sprach zu ihnen: ‚Von diesem Tag an seid ihr Beatles, mit einem «A»‘. Vielen Dank, Herr Mann, sagten sie, um ihm zu danken.“

– John Lennon: Mersey Beat, 1961

Schon klar Johnny, muss ein geiles Kraut gewesen sein, damals! Doch ich finde, mit dieser Vision haben die Jungs dann doch noch irgendwie die Kurve gekratzt, also so Corporate Identity-mäßig. Passt auch viel besser auf ein T-Shirt als „Johnny and the Moondogs formerly known as The Quarrymen“, brennender Kuchen hin oder her.

Die Musik der Pilzköpfe ist aber halt schon irgendwie immer noch der Hammer. Gut, bei manchen Texten braucht man schon einiges an philosophischer Geduld, ich hab zum Beispiel immer noch nicht begriffen was die Lucy im Himmel mit den Diamanten macht oder warum die Erdbeerfelder ewig stehen…. ist aber auch egal, ich hör einfach zu und freu mich dass es so schön klingt.  (Und nein, ich war nicht auf einer Waldorfschule…ähem!)

Als quasi erste Boyband der Welt sind die Fab Four ja vollends eingeschlagen. Und wenn ich mir heute diese Retorten-Tunten alias Take That, Backstreet Boys, N-Sync und wie sie alle hießen so anschau, dann kann ich eigentlich nur heulend eine CD von den Beatles auflegen und dem lieben Gott dafür danken, dass er wenigstens Robbie Williams, die geile Schnecke, noch mit ein bißchen Hirn gesegnet hat und ihn die „Babe“-schmachtenden Transentrolle verlassen ließ. (War „Babe“ nicht eigentlich das süße kleine Schweinchen, das immer zu seiner Mama wollte?)

Zum Glück verschwinden diese kommerziellen Musikmoden immer schnell wieder und, Gott sei’s gedankt, entwächst jedes Mädchen auch mal der Pubertät und besinnt sich dann auf die drei wichtigsten Dinge, die Frau im Leben haben muss: Verstand, Humor und eine Beatles-CD im Schrank.

In diesem Sinne, bevor mir jetzt noch ein weiser Mann auf einem brennenden Kuchen erscheint,  schenk ich Euch lieber noch ein Lied zum Jahrestag der vier Jungs aus Liverpool. Und weil die Auswahl schier unerschöpflich ist, hab ich eins gewählt, das bei Pralinchen und ihren Mädels ganz oben auf der Wunschliste steht, wenn es bald wieder Live-Abende mit dem Mann gibt, der sogar seine Kneipe nach einem Beatles-Album benannt hat, aber das ist eine andere Geschichte…. 😉

So long, good luck and good bye.

Eure Musikpraline

 

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Morgendliche Übelkeit bis Weihnachten

„Ich könnt‘ kotzen!“

Mit diesen Worten wurde ich heute morgen begrüßt. Zugegeben, es gibt schönere Arten, einen Guten-Morgen-Gruß zu bekommen. „Hallo Steffi, gehts Dir gut?“ zum Beispiel, oder „Na, gut geschlafen?“. Aber ok, in diesem Fall bin ich gar nicht böse und bringe der Welt allergrößtes Verständnis auf.

„Ich könnt‘ kotzen“ war der Beginn einer E-Mail an mich von einem treuen Killerpralinen-Fan, der mit einem Geschichten-Wunsch an mich herangetreten ist. Der Arme war nämlich in diesem Jahr der Erste. Der Erste, der sich heute, wohlgemerkt am 30. Oktober 2008, um 07.15 Uhr der traurigen Wahrheit stellen musste:

„Last Christmas, I gave you my heart, but the very next day, you gave it away….“

Hammer, oder? Halloween ist erst morgen, aber das Gruseln hat somit heute schon begonnen. Ich persönlich mag dieses Lied ja echt gerne, nur eben halt an Weihnachten, eben dann, wenns bisserl schneit, wenn ich am Christkindlmarkt ein Glühweinchen trinke, ein paar heiße Maronis knabbere, mir die Zehen abfriere und drüber nachdenke ob ich mir einen halben Meter Bratwurst kaufen soll, diesen Gedanken dann verwerfe und lieber noch einen Glühwein ordere. Aber jetzt schon, im Oktober? Na ich weiß nicht!

Im Supermarkt grinsen mich ja schon seit Anfang September diese doofen Nikoläuse an, ich verstehs nicht. Gibts echt Leute, die jetzt schon Schokoladennikoläuse kaufen? Oder diesen ganzen anderen unchristlichen Weihnachtssüßkram wie Marzipanbrote, Lebkuchen oder diese unsäglichen Schokokugeln von Milka, die schmecken als hätte man sie seit Ostern in alten Socken gelagert? Zum Glück hab ich heut früh nicht „Last Christmas“ hören müssen, ich wär wohl postwendend zurück in mein Bett gekrochen und hätte geheult. Bis Heilig Abend. Wie gesagt, ich mag das Lied ja. Auch wenn es für mich jede Glaubwürdigkeit verloren hat. Ich mein da singt der Michael George was von Herz verschenkt und Herz gebrochen, ich mein hallo? Ein Typ der alle Nase lang aus spritzenverseuchten Herrenklos gezogen wird, bis oben hin voll mit Drogen und immer einen minderjährigen Stricher/ Junkie im Schlepptau, na ich bitte Euch. Von so einem will ich mal nix hören von großer Liebe und so. Und sonderlich weihnachtliche Gefühle kommen da auch nicht auf. Aber gut, wenn dann Schnee liegt, die ersten Päckchen unter den Weihnachtsbaum gelegt werden (äh übrigens… ich wünsch mir ein Diktiergerät, habt Ihr das alle vernommen? 😉 ) und es überall in der Wohnung nach Zimt und Vanille riecht, dann sieht man über die perversen Ausschweifungen von Herrn George gern wieder hinweg und alles ist gut.

Trotzdem, am 30. Oktober, noch dazu in aller Frühe auf nüchternen Magen, da packt das keiner. Ich befürchte, nachdem nun aber der erste Radiosender (welcher wars eigentlich?) damit angefangen hat, werden wir bis Mitte Januar wieder täglich gefoltert werden. Nicht nur mit Wham!, nein, es gibt ja noch ganz andere gruselige Weihnachts“hits“, wie etwas dieses unsägliche „Driving Home for Christmas“ (ich frag mich, kommt der Typ bitte irgendwann mal zuhause an???) oder aber „Merry Christmas Everybody“ von Slade…. unglaublich. Ich hasse es und trotzdem dringt dieser Song spätestens Ende November so dermaßen in mein Unterbewusstsein dass ich ihn die ganze Zeit summen muss. Das ist wie mit meinem Toaster, der spielt beim Toast-Auswerfen den Disney-Song, wenn ich also morgens Toast frühstücke dann pfeife ich den ganzen Tag diese blöde Melodie…. werd wohl um Weihnachten rum noch mehr Toast essen umd Slade zu boykottieren…

In diesem Sinne, mein allerherzlichstes Mitgefühl an alle, die heute morgen „Last Christmas“ hören mussten. Speziell natürlich an Brösel, der seinem Unmut gleich im Pralinchen-Briefkasten Luft gemacht hat.

Für alle anderen gibts jetzt auch ein Weihnachtslied. Ein australisches….

 

Vorweihnachtliche Grüße

Eure Praline

PS: Happy Halloween an alle. Und ein frühliches „Hallo Wien!“ an Rhea 😛

Die wilden 70er oder: Do legst Di nieder!

Eigentlich sollte das hier eine Geschichte über einen lustigen Ausflug ins niederbayrische Szene-Outback werden. Jetzt wird es eine übers niederbayrische Szene-Outback, über ein Pralinchen im Herrenklo und ihre heldenhaften Retter.

Wenn sich eine Diskothek über 30 Jahre hält, dann kann man ihr zu Recht Kult-Status zusprechen. Und ich muss zugeben, als ich mit meinen Mädels da gestern Abend gegen elf aufgelaufen bin, war ich auch sehr angetan. Kurios schon der Einlass. Da sitzen vier Abgesandte des Nichtraucherschutzes wie Beamte vor der Tür, ausgestattet mit Leitz-Ordnern, jeder Menge Formularen, Kulis und extrem wichtig anmutenden gelben Kärtchen und stellen Mitgliedsausweise aus. Aha, da drin wird also noch ganz old-school gequalmt, und entweder Du trittst dem Raucherclub bei oder aber „Du kummst hier net rein!“

Drinnen dann der 70er-Jahre-Overkill. Ein alter, baufälliger Laden, für den Dir heute wohl niemand mehr eine Genehmigung zum Diskothekenbetrieb erteilen würde, fröhlich aufgepeppt durch schlecht bemalte Wände auf denen sich 70er-Jahre Musik-Ikonen tummeln. Aber man hat irgendwie gleich das Gefühl, zuhause zu sein. Die Musik ist der Hammer, und mit einem Plätzchen an der Bar scheint es ein echt witziger Abend zu werden. Nachdem ja auch gerade Bayerns zweitgrößtes Volksfest läuft, füllt sich der Laden ziemlich schnell und es ist eine Erfahrung für sich, zu beobachten wie hübsche Mädels im Dirndl zu den Klängen von Led Zeppelin oder Rammstein abgehen und besoffene Jungs in Lederhosen sich zu Boney M im Takt wiegen. Irgendwie fühlte ich mich an Ignaz und meine Bauarbeiter erinnert. Sehr geil anzusehen, ich hätte filmen sollen.

Leider bin ich dazu nicht mehr gekommen. Meine letzte Erinnerung ist die, dass ich meine Freundin gebeten habe, mir ein Wasser zu bestellen. Das nächste, was ich wieder weiß, ist dass ich auf der Treppe vor dem Notausgang sitze, meine Hände zittern, meine Beine zittern, und Papa Spass hält mit mir Händchen. Meine Haare sind klatschenass und ich frage ein verwirrtes „Wo bin ich?“ Der Klassiker unter den Aufwachfragen. Zwischen Wasser bestellen und auf der Treppe sitzen liegen geschätzte zehn Minuten, in denen Papa Spass und Steven mich von der Bar nach draußen getragen haben (ich frag mich immer noch wie Ihr das gemacht habt, aber die blauen Flecken an meinen Armen geben mir eine ungefähre Ahnung davon *lach*), mich ins, wohlgemerkt HERREN-Klo verfrachtet haben, mir Ohrfeigen verpasst und Wasser über den Kopf geschüttet haben. (Danke Jungs, ich hoffe Ihr hattet Spaß dabei *grrrr*.)

Ich war noch nie vorher ohnmächtig. Jetzt kenn ich das auch. Das Witzige an der Sache ist, ich hab gestern noch nicht mal Alkohol zu mir genommen. Vielleicht lag’s ja daran. Kein Alkohol ist halt doch auch keine Lösung! 😉 Oder aber die unglaubliche Schönheit all der niederbayrischen Kleinbauern und Junglandwirte hat mir die Sinne vernebelt. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur allergisch gegen Kuhstallgeruch.

Ich hätte Euch echt gern ein paar Fotos von dieser sagenhaften niederbayrischen Urwald-Location gezeigt (allein die Männer dort…. Selten so viele verschrobene Gestalten auf einmal gesehen!), aber das muss jetzt ausfallen. Kann mich da nicht mehr blicken lassen. Denn von jetzt an werd ich da drin immer „das Mädchen sein, das erst vom Stuhl gekippt und dann im Herrenklo gelegen ist“. Nein danke, auf diesen zweifelhaften Ruf verzichte ich dankend. Peinlich, peinlich. Viel schlimmer noch ist, dass ich meinen tollen Rock nicht mehr anziehen kann. Der Wiedererkennungswert ist einfach zu groß 😉

Aber, und jetzt wird’s mal wieder ein bisschen melancholisch *hihi*, diese Aktion gestern hat mal wieder bewiesen, wie geil es ist, gute Leute um sich zu haben. Denn während sich sämtliche Gesichtskrapfen der Region Straubing-Bogen über die scheinbar besoffene Alte (was die Alte aber gar nicht war) amüsiert haben, haben andere sofort geholfen. Darum ein riesengroßes Danke an Steven und Papa Spass (für das kalte Wasser räch ich mich aber bei Gelegenheit, das wisst Ihr schon, gä? Ihr habt mir meine Frisur ruiniert!!!), an Keksi fürs nach Hause bringen und unbekannterweise an die beiden Jungs, die für das ohnmächtige Pralinchen den Weg zum Notausgang gesichert haben. Jetzt hat die Praline tatsächlich Promi-Status. Einen zweifelhaften zwar, aber immerhin.

In diesem Sinne,

Straubing ist eine Reise wert. Da gibt’s noch DJs, die auf Wunsch Golden Earring spielen und Menschen, die fünfzehn Jahre, nachdem das „Rolling Stone“ einem Einkaufszentrum weichen musste, zu Rage against the Machine ausflippen. Und das in Dirndl und Lederhosen. Der Wahnsinn sag ich Euch. Abgesehen davon hat es noch keine Stadt geschafft, mir derart die Sinne zu rauben ;-). Und sollte ich jemals wieder ohnmächtig werden, dann bitte wieder in den Armen von Steven und Papa Spass.;-) Aber nicht mehr in Straubing, ok? 😉

Kultige Grüße aus den 70ern,

eure gekillte Praline

Der nervige Zitronenbaum

Also, wenn ich ein Lied auf dieser Welt echt nicht packe, dann ist es dieses Pseudo-Gute-Laune-Lied „Lemon Tree“ von Fool’s Garden. Kein Wunder dass die Band so heißt, weil jemand anderer als ein Volltrottel würde so ein Lied nicht singen. Es ist mir unbegreiflich, wie dieser Song es überhaupt damals in die Charts geschafft, aber noch viel unbegreiflicher ist mir, wie es sein kann, dass er auch heute noch, Jahre später immer noch irgendwo gespielt wird.

Ich steige heute Morgen in mein Auto (und juhuuuu! Es springt an! 😉 ), und auf Antenne Bayern läuft, na was wohl, „Lemon Tree“. Angewidert schalte ich um auf Bayern 3, höre die letzten Takte eines Werbejingles und dann: „Lemon Tree“. Blöder Zufall, die haben sich wohl abgesprochen. Also wieder Knöpfchen gedrückt, rüber auf das gute alte solide Radio Trausnitz, aber auch da: „Lemon Tree“. Unfassbar! Ist das hier versteckte Kamera oder was? Genervt schieb ich die Kassette in den Rekorder und endlich kann ich entspannt losfahren. Alice Cooper, „Poison“. Gut, nicht ganz das, was ich mir gewünscht hätte, aber allemal besser als das blöde Lied vom Zitronenbaum. Und außerdem muss ich ja nur die drei Minuten in die Arbeit überbrücken, insofern, taugt Alice Cooper allemal.

Ich sollte mir doch endlich mal einen CD-Player fürs Auto anschaffen. Aber eigentlich sind es nur Ausnahmesituationen, in denen er mir fehlt. Ich komm ganz gut mit Radio klar, zumal ich nicht viel Zeit im Auto verbringe und das Radioprogramm an sich ja nicht sooo übel ist. Ich bin ja ein Fan von Antenne, Leiki und Lehmann, der Herr Nullinger und jede Menge Musik. Gut, den „Kleinen Nils“ wenn ich höre, dann kommen doch Entführungsgedanken hoch, der ist einfach so nervig, am liebsten würd ich den aus dem Äther zerren und irgendwo an der Autobahn aussetzen. Aber so generell find ich Antenne Bayern gut. Bei Bayern 3 wird mir einfach zuviel gelabert. Und was Radio Trausnitz angeht, naja, was soll man dazu sagen. Lokalradio eben. Manchmal hab ich den Eindruck, Trausnitz verfügt lediglich über eine einzige CD „Die nervigsten Oldies Volume 1-7“. Und die läuft tagein tagaus rauf und runter. Das Einzige was meine Theorie widerlegt ist, dass „Lemon Tree“ wohl auf keinem Oldiesampler drauf ist. Aber naja, vielleicht war das mal eine Gratisbeigabe im von Trausnitz abonnierten Magazin „Radio machen für Anfänger“. Trausnitz ist halt super, immer so kurz nach halb, da werden die Blitzermeldungen durchgegeben. Und das hat sich schon so manches Mal als äußerst praktisch erwiesen.

Wenn jetzt das Radio für die paar Minuten die ich täglich im Auto unterwegs bin, nichts zu bieten hat, dann halten mir die beiden Kassetten die Treue, die ich schon seit 1996 in meinem Auto habe. Die sind sogar vom Ford in den VW mit umgezogen. Auf der einen ist, looogisch! Brian Setzer mit den Stray Cats drauf, wenn auch inzwischen durch das jahrelange Abspielen ein wenig müde und abgekämpft. Auf der anderen diverse Rock-Klassiker, wie eben Alice Cooper, Whitesnake, Cinderella, Firehouse etc. Ich bin halt eben doch schon dreißig. Scheiße.

Immerhin, als ich aus meinem Auto heute Morgen wieder ausgestiegen bin, hatte Alice seine Pflicht erfüllt, mir war nach einer Zigarette und ich hab drüber nachgedacht mir Latex-Unterwäsche zu kaufen. Bei „Lemon Tree“ hätt’ ich lediglich einen Baseballschläger gesucht und mein Autoradio in Stücke geschlagen. Vielleicht war die Dreiwegebeschallung mit dem Nervsong aber auch irgendein göttlicher Plan. Nachdem ich die letzten Tage ja irgendwie nicht so recht in Schwung komme und irgendwie grad wieder eine klassische „Frauen-über-30-Standard-Krise“ schiebe, wollten der liebe Gott, das Universum oder Elvis mir einfach eine Botschaft übermitteln: „Wenn Dir das Leben eine Zitrone schenkt, dann mach Limonade draus“. Ha ha. Hätten sie mal lieber einen Song über Bier gespielt.

In diesem Sinne, sauer macht lustig, also reinbeißen und grinsen!

Eure Zitronenpraline

Hip Hopper und Heckflossen

Ich bin, was Musik angeht, ja nicht sehr heikel. Laut muss sie sein, Spaß muss sie machen. Nur was halt mal gar nicht geht ist Hip Hop. Wenn ich Hip Hop hören muss (und leider habe ich seit einiger Zeit Nachbarn, die immer dann den Motherfucker in die Endlosschleife packen wenn ich grad ganz entspannt in der Badewanne liege…), dann würd ich am liebsten sämtliche Logopäden dieser Welt zusammentrommeln und eine Hilfsorganisation für sprachgestörte Möchtegernmusiker ins Leben rufen. Ich mein, geht’s noch, wo kommen wir denn da hin, einfach ein paar Schimpfwörter aneinanderreihen, nen Bass drunter legen und dann sagen man macht Musik? Ne ne ne, Leute, so geht das nicht.

Ist Euch mal aufgefallen, was Hip Hop eigentlich anrichtet? Hip Hop hat dazu geführt dass nachts um vier sämtliche Sonderschüler aus dem Landshuter Süden sich an der Bushaltestelle gegenüber meines Hauses zusammenrotten und so tiefsinnige Gespräche führen wie „Ey Alder, Du hast mir in die Eier getreten!“ – „Ne Alder komm ma wieda klar ey, isch hab dir ned in deine schwulen Eier getreten!“- „Ey yo Alder, wohl haste mir voll fett in die Eier getreten!“ Und Hip Hop hat dazu geführt, dass der traditionelle Faschingsball beim Holmer inzwischen zur „Pimp ‚n’ Ho!“-Party mutiert ist, wo pickelige Jungs sich als Zuhälter verkleiden und mit möglichst vielen spärlich bekleideten Mädels, von denen die ersten gerade ihre Tage kriegen und Brüste entwickeln, auflaufen müssen. Ziel der Veranstaltung ist es dann allen Ernstes, zur schärfsten Hure des Abends gekürt zu werden. Als Preis gibt’s ne Magnumflasche Billigsekt und den Spaß, den Eltern daheim dann am nächsten Morgen zu erzählen, man habe den Preis als „geilste Nutte Niederbayerns“ gewonnen. Uh yeah. Welch erstrebenswertes Ziel.

Wo ist denn der gute alte Rock ‚n’ Roll hin? Wo sind sie, meine heißgeliebten Jungs mit den schmierigen Tollen, den speckigen Lederjacken, den mördermäßigen Kontrabässen? Wo sind all meine verehrungswürdigen langhaarigen harleyfahrenden und hotelzimmerzerstörenden Gitarrenrocker? Was ist aus all meinen tiefsinnigen schwarzmalendenLiedermachern geworden? Die sind alle verschwunden. „Nischengenres“ hab ich mal gelesen, so nennt man das jetzt, wenn jemand noch echte, ehrliche Musik macht. Geh mal zum Müller oder zum Media Markt und frag nach Rockabilly-Platten. „Äh… Rockawas?“ Kennt keine Sau mehr. Aber wenn du den Song aus der „Kinder Maxi-King“-Werbung suchst, kein Problem, steht da vorne, gleich neben Puff Diddy Daddy-Oh und all den andern goldkettenbehängten Luschen-Gangstern.

Erinnert Ihr Euch an diese Pseudo-Hip-Hop-Teenies, die vor einigen Jahren mal Ben E. King’s wundervolles Lied „Stand by me“ gecovert hatten? Folgende Situation in einer Münchner U-Bahn. Ein paar Kids in Kniescheißerhosen und mit stylishen Baseballcaps hängen am mp3-Player und diskutieren besagten Song, rappen eifrig mit und dann sagt doch tatsächlich ein Mädel: „Och, das Lied is so schööööön, und am besten gefällt mir der Refrain, der hat so ne schöne Melodie!“ Ja Süße, der Refrain und die schöne Melodie ist halt auch noch genau so wie im Original vom guten alten Ben. Aber woher sollst du das auch wissen.

Vorgestern bin ich beim zappen zufällig bei den Hitgiganten hängengeblieben. Ihr wisst schon, Spaßopa Hugo Egon Balder und etliche B-, C- und D-Promis als Gäste. Thema: die ultimativen Sommerhits. Gut, ich hab nicht lange geschaut, folglich kann ich jetzt nicht viel über die Hip-Hop-Präsenz unter den Sommerhits sagen, aber ich hab immerhin mitbekommen, dass „Coco Jambo“ unter den höchstplatzierten Titeln war. Erinnert Ihr Euch? „Ya ya ya Coco Jambo, ya ya yeh!“ Hallo, geht’s noch? „Here we go let’s move to the groove!“ Yeah, welch musikalisches Meisterwerk. “Eurodance” nennt man diesen Mist und der hat bestimmt auch ein eigenes Regal beim Müller. Erschreckend, findet ihr nicht? Ich vermute ja, dass da sämtliche Robinson Clubs dieser Erde dahinterstecken. Die unterwandern mit den Machwerken ihrer besoffenen Animateure langsam aber sicher die komplette Musikindustrie, solange, bis sich die ganze Welt bei einem einzigen universellen Clubtanz in den Armen liegt. Immerhin, auch eine Art für den Weltfrieden zu sorgen.

Ich für meinen Teil kann sowas einfach nicht ertragen. Und glaubt mir, ich hab’s ausprobiert. Ich bin jetzt 30 und hab damals pubertierenderweise alle identitätsbildenden Musikrichtungen durch. Ich war die Böhse-Onkelz-Revoluzzerin, ich saß mit Bundeswehrparka und Pali-Tuch auf der Mühleninsel und hab WIZO und die Ärzte gehört, ich hab bei meinem ersten Discobesuch zu „Mr. Vain“ getanzt, bin später in floureszierenden Klamotten auf die berühmt berüchtigten Raves in die Hart-Halle gefahren, und war sogar etliche Male bei der „Schlagersahne“ im Alabama. Letzten Endes bin ich musikalisch in den alten BMW meiner Eltern zurückgekehrt. Da gab es nämlich eine knallrote AGFA-Kassette, auf der Led Zeppelin, Status Quo, CCR, Dr. Hook, die Stones, aber eben auch der gute alte pappsüße Elvis, der schmachtende Richie Valence und mein persönlicher „Sexiest Voice unfortunately no longer alive“ Eddie Cochrane zu hören waren. Schade ist nur, dass niemand mehr weiß, wo diese Kassette abgeblieben ist. Den BMW gäbs nämlich noch….

In diesem Sinne, lasst die Haare wachsen und fordert mit mir die Wiedereinführung der Heckflossen! Rock ‚n’ Roll is never too loud!

Eure Hitpraline


Liebeskummer auf Malle

Die meisten von Euch wissen, dass ich, was Musik angeht, eher old-school-mäßig gepolt bin. Oder warum sonst krieg ich immer das Mikro in die Hand wenn John Foggerty die Baumwollfelder besingt, Elvis mein Teddybär sein will oder Bryan Adams sich an den Sommer ’69 erinnert?

Aber ab und an gibts auch mal nen aktuellen Titel der mir gefällt. „So soll es bleiben“ von Ich & Ich zum Beispiel hab ich inzwischen geschätzte siebzehntausend Mal in Endlosschleife gehört, weils einfach grad so gut in mein Leben passt. „All summer long“ von Kid Rock macht mir im Moment richtig Bock auf Sommer, und über „Hey there Delilah“ freu ich mich immer und immer wieder wenn ichs im Radio hör.

Und dann gibts aber Titel, die hör ich, find ich schön, und stell dann aber entsetzt fest, dass der Text totaler Bullshit ist. Aktuelles Beispiel: „Almost Lover“ von A Fine Frenzy. Und bevor Ihr jetzt meckert, ich find den Titel wunderschön, ein sehr romantischer Song, gesungen von einer fantastisch samtigen Stimme. Ich hör das Lied gern, nur leider komm ich nicht umhin das arme Mädel zu bedauern. Denn die Geschichte, die ich zu ihrem traurigen traurigen Lied im Kopf zusammenmale, ist eine ganz andere als von der Urheberin gedacht. Aber gut, Geschichten von traurigen Mädchen die von ihrer Urlaubsliebe verlassen werden, sind wohl gerade nicht mein Ding. Aber schaut mal selber, ich hab Euch den Text mal übersetzt:

„Almost Lover“ – „Beinahe-Liebhaber“

Deine Fingerspitzen auf meiner Haut..
Jaaaa…. noch ist alles geil!
Palmen wiegen sich im Wind…
…hach, wie romantisch!
Du hast mir auf Spanisch Gutenachtlieder vorgesungen…
Heidschibumbeidschi auf Spanisch, Mann ey, das war mal sexy!
mit dieser süßen Traurigkeit in Deinem Blick…
Du kleiner süßer Dackel Du! Ja, wo iiiiiiiiiiisser denn? Ja daaaaa isser!
Toller Trick!
Suuuuper Trick Baby. Die Nummer mit den Gutenachtliedern zieht immer! Uuaahh!

Ich würde nie wollen dass Du unglücklich bist…
nein, niemals, Du blödes Arschloch!
und ich dachte, es ginge Dir mit mir genauso..
Tja, hab mich geirrt. Jetzt gibts kein Heidschibumbeidschi mehr 😦

Machs gut mein Beinahe-Liebhaber…
Ja, pfiad Di!
Machs gut mein hoffnungsloser Traum…
servus!
Ich versuche nicht an Dich zu denken…
Drum hab ich ja auch dieses Lied für Dich geschrieben, weil ich nicht an Dich denke..
Warum kannst Du mich nicht einfach in Ruhe lassen?
Ach Scheiße, hast Du ja. Blöd, jetzt ist mein Lied nicht mehr logisch. Naja, macht ja nix.
Leb wohl meine glücklose Romanze…
ja, also dann tschüss, gell?
Ich hab Dir den Rücken zugedreht…
*ätschbätsch* seh ich Dich nicht, siehst Du mich nicht 🙂
eigentlich hätte ich wissen müssen dass Du mir das Herz brichst…
aber ich dachte echt dass ich am Ballermann die echte wahre große Liebe finden könnte….
so wie es Beinahe-Liebhaber eben immer tun…
ach Hasipupsi, alle Männer sind immer sooooo gemein zu mir!

Wir sind diese belebte Straße entlang gegangen…
auf dem Weg ins „Oberbayern“…
du nahmst meine Hand und hast mit mir getanzt…
naja, eigentlich waren wir zu besoffen um allein noch stehen zu können…
und als Du gegangen bist, hast Du mich geküsst..
und das obwohl ich vor drei Minuten noch gekotzt hab wie ein Elch…
und sagtest Du würdest diese Bilder Dein ganzes Leben nicht mehr vergessen…
wie auch, ganz El Arenal hat uns beim *** beobachtet, die vergessen das sicher auch alle nicht…

so, jetzt sing ich Dir den Refrain nochmal vor, damit Du die Tragik meines Kummers spürst…
lalalalalalala……
nun aber weiter im Programm!

Ich kann weder zum Strand gehen…
weil mir immer noch kotzübel ist..
noch nachts durch die Straßen fahren…
tja, Führerschein weg, Trunkenheit am Steuer, kennste ja!
und morgens einfach nicht aufwachen…
weil ich immer noch so zugedröhnt bin…
ohne an Dich denken zu müssen…
ach ja Shit, in meinem Lied gehts ja eigentlich umn Dich!
Jetzt bist du weg und ich komm nicht mehr zur Ruhe…
weil der Tripper brennt wie Hölle!
und dabei wette ich, Dir gehts prima…
und Du hast ihn schon der nächsten Uschi angehängt…

Habe ich es Dir wirklich so einfach gemacht…
Boah echt hey, niiiieee wieder Malle!
so in mein Leben zu platzen und gleich wieder abzuhauen?
Lass mir wenigstens Deine Adresse da, ich bin schwanger…

Gut, wahrscheinlich ist es ganz anders gelaufen. Aber so kommt das Gesäusel bei mir an. Und ich bin heute halt mal wieder besonders intolerant. Aber Ihr wisst ja wie ich es meine. Genau so wie ich es sage 😉 Und ganz unter uns. Ich weiß gar nicht wie Urlaubsflirts auf Malle sind. War nämlich noch nie da. Aber Ihr dürft mir gerne Eure Erfahrungen schildern. Oder mich jetzt schimpfen weil ich so gemein zu Frau Frenzy bin. Dabei mag ich das Lied. Ehrlich!

In diesem Sinne verliebte Grüße

Eure Beinahe-Praline