In Ewigkeit. Amen.

Kommenden Sonntag muss Pralinchen in die Kirche. Der Neffe meines Liebsten wird kommu…?…. kommuni…?…kommanu…?.. naja, er feiert eben Erstkommunion.

Und ganz abgesehen davon, dass ich irgendwie immer noch unsicher bin ob ein Eimer Schaumzucker-Mäuse in Verbindung mit einer kleinen Finanzspritze ein angemessenes Geschenk für einen Neunjährigen ist, bin ich auch in absoluter Panik, was diese Kirchen-Sache angeht.

Vorab muss ich vielleicht sagen, dass ich vor etlichen Jahren aus der Kirche ausgetreten bin. Zwar war ich evangelisch getauft und kam somit nie mit erzkonservativen Dorfpfarrern alias katholischen Religionslehrern in Berührung (unsere damalige evangelische Religionslehrerin hätte gut und gerne auch fürs Dr.-Sommer-Team arbeiten können oder zusammen mit Verona Feldpooth eine abendliche Erotik-Talkrunde im TV moderieren, aber egal, so kamen wir immerhin ganz zeitig an sämtliche Informationen bzgl. Bienchen und Blümchen und soweit ich weiß war aufgrunddessen auch bis zur Zehnten keine von uns Mädels schwanger. Also keine von uns evangelischen Mädels 😉 )

Mein Kirchenaustritt hat (neben der praktischen Sache mit der Kirchensteuer) eher damit zu tun, dass ich mit Kirche an sich nicht viel anfangen kann. Ob ich gläubig bin oder nicht, spielt dabei keine allzugroße Rolle, aber, ganz ehrlich, ich könnte die Frage gar nicht wirklich beantworten.  Quasi Agnostikerin. Ich schließe einen Gott nicht generell aus, aber die Evolution erscheint mir zu plausibel als dass ich mich nur auf die Geschichte von Adam, Eva und dem blöden Apfelbaum verlassen würde. Ganz abgesehen davon widerstrebt mir diese Unterwürfigkeit, die mir im Gottesdienst begegnet.

Klar bin ich voller Sünde! Hallooooo! ICH bin’s! Aber muss ich deshalb jede Woche einem senilen Kuttenträger alle meine Fehler beichten, danach acht Millionen „Ave Maria“ beten und am nächsten Tag dann in der Zeitung lesen, dass mein gütiger Beichtvater gerade zugegeben hat, in den letzten 20 Jahren sämtlichen Ministranten seiner Pfarrei ein bißchen zuuuu nahe gekommen zu sein? Diese Verlogenheit passt einfach nicht in meine Denke. Genauso wie alle Oberen dieser seltsamen Institution, die  guten Gewissens zuschauen können wie Millionen Menschen an Aids verrecken, schließlich sind Kondome ja Teufelswerk….

Aber ich schweife ab. Mein eigentliches Problem (ganz abgesehen von meiner generellen Unentschiedenheit zwischen Darwin und dem Big Boss) liegt eher darin, dass ich eben am Sonntag einer katholischen Messe „beiwohnen“ muss.  Und da gehts jetzt los. Darf ich als nicht zahlendes Nicht-Mitglied da überhaupt rein? Oder steht da die Church-Security so á la „Du kummst hier ned rein“? Darf man in einer katholischen Kirche einen Rock ohne Strümpfe drunter tragen oder bekommt man dann schon Emporen-Verbot? Und wie ist das überhaupt mit der Maria und den Weibern und den Leibern? Das „Vater unser“ krieg ich vielleicht noch hin, aber dann beißt’s schon aus…. und dann diese ewige Aufsteherei und Wiederhinknieerei und dann auch noch Singen! Ich kann ja schlecht zum Pfarrer sagen: „Äh hallo Chef, unter drei Bier sing i fei nie!“

Fragen über Fragen, die mich schon heute, Mittwoch, beschäftigen. Will mich (und meinen Liebsten) da ja am Sonntag nicht blamieren. Immerhin sind die Quasi-Schwiegereltern ja auch da und was denken die wohl über ihre Schwiegertochter wenn sie anfängt mit „Ich glaube an den FC Bayern….“ und nach „Wir singen nun gemeinsam den Psalm 16“ lautstark den „Holzmichl“ anstimmt. Geht ja mal gaaaaar ned.

Also, klärt mich auf, liebe Freunde. Ich brauch mal eben schnell den ultimativen Kirchen-Knigge. Amen.

P.S.: Versteht mich nicht falsch. Bevor jetzt alle hier anfangen Steine zu werfen, mach ich’s wie die TAZ. Der arme Klinsi hat ja auch ned Recht gekriegt: „Es liegt eine satirische Meinungsäußerung vor, deren Kernaussage sich nicht auf religiösem Gebiet bewegt, sondern den beruflichen Erfolg des Antragstellers als Fußballtrainer Hobbyschreiberine behandelt“ 😉

kommunidingsliche Grüße

Eure Kommunionspraline

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Lange upft!

Ich find Kinder ja super. Diese kleinen Menschen zaubern mir immer ein Lächeln aufs Gesicht. Zumindest so lange wie die Windel nicht voll ist.

Und am allerliebsten sind mir die kleinen Mäuse dann, wenn sie gerade anfangen zu sprechen. Ihr wisst ja wie sehr ich auf schöne Wörter stehe. Und so ein brabbelndes Kleinkind kreiert die fantastischsten Wörter. Es versucht alles nachzuplappern und dabei entstehen Wortschöpfungen, wie sie einem Schriftsteller nicht schöner in den Sinn kommen könnten.

Heute Morgen hatte ich mal wieder die kleine Tochter meiner Freundin auf dem Schoß, ein bildhübsches blondes Engelchen von knapp zweieinhalb Jahren und gerade auf dem Wege, sich halbwegs vernünftige Sprache anzueignen. Ganz fasziniert hat sie mit meinem Handy gespielt, es ständig auf- und wieder zugeklappt und ganz fasziniert die auf dem Display erscheinende Schlange begutachtet. Bevor sich bei geöffnetem Handy die Tastensperre einschaltet beginnt die Comic-Schlange auf- und abzuhüpfen und dieser, für uns Erwachsene doch recht unspektakuläre Vorgang hat das Kind über eine kleine Ewigkeit hin erfreut. Jedes Mal wenn die Schlange wieder gehüpft ist, hat die Kleine die Hände über den Kopf geworfen und mit einem Rundumgrinsen im Gesicht gequietscht: „Lange upft!“ Die „Lange“ ist ungefähr 87 mal ge“upft“ bevor es mir dann irgendwann zu blöd wurde und ich außerdem langsam Angst um mein Handy bekam, weil die Schokolade vom Frühstückskeks der Kleinen sich langsam ihren Weg durch meine Tastatur bahnte. Ich konnte ihr das weggenommene Schlangenhandy dann durch ein Malbuch versüßen in welchem wir noch etliche Seiten vollgekritzelt hatten (sehr entspannend übrigens, versuchts mal!) und hätte die Kleine nicht irgendwann aufs Töpfchen gemusst (was sie ganz brav angekündigt hat durch einen enormen Furz, den sie mit einem Lächeln und den Worten: „Bumm macht!“ kommentiert hat 😉 ), dann würden wir jetzt noch da sitzen und Heidi und dem Geißenpeter ein bisschen Farbe verleihen.

Meine ersten Worte wurden übrigens von meiner Omi feinst säuberlich notiert. Und wenn Ihr Euch die mal anschaut, dann wisst Ihr warum ich so eine Labertante geworden bin, Phantasie und Talent zeigten sich da nämlich schon früh:

Dolalelale: Motorrad

Opa Augen: Brille

Mamarind: Mandarine

Raumbeeren: Weintrauben

Bärsau: Elefant

Im Übrigen war ich was meine kindlichen Grundbedürfnisse angeht äußerst pragmatisch. Essen und Trinken in jeder Form war bei mir nämlich einfach nur „Wum“. Und das ist heute noch so, wenn die Steffi „Wum“ sagt, dann stellt mal schleunigst was zum futtern auf den Tisch. Unterzucker steht mir nämlich gar nicht 😉

In diesem Sinne, fröhliches Brabbeln!

Eure Babypraline

P.S.: Wum! Ich will jetzt nen Kaffee und nen Keks!

Lampenfieber

So. Morgen ist es also soweit. Pralinchen wird ihren ersten offiziellen Auftritt vor Publikum haben.

Nun ist ja gemeinhin bekannt, dass sie im Schreiben immer besser ist als im Reden. Zumindest als im Reden vor Publikum. Aber was passiert, wenn man dem Pralinchen so lange Honig ums Maul schmiert, wie witzig sie doch ist und was für tolle Ideen sie doch immer hat und wie „nett“ es doch wäre das ganze mal live rüberzubringen? Das Pralinchen fängt an den ganzen Blödsinn zu glauben und stürzt sich in die Arbeit.

Und jetzt hat sie den sprichwörtlichen „Dreck im Schachterl“ und muss morgen ran. Der Pate wird 50. Der Great Chief der hiesigen Kiesmafia hat über 100 Gäste geladen und Pralinchen wird eine halbe Stunde Programm machen. Au weia.

Immerhin, ich hab geübt. Fleißig geübt. An dieser Stelle meinen Dank an die äußerst geduldigen Versuchskaninchen Mama, Tanja, Michi und meinen Stuhl im Wohnzimmer (bei letzterem entschuldige ich mich hiermit auch in aller Form für die vielen Tritte. Sorry Alter. Wird nicht mehr vorkommen!).

Mein Outfit für morgen steht auch. Ich hab mich für einen kurzen grauen Rock, ein schwarzes Strickoberteil und Stiefel entschieden. Zum einen harmoniert grau gut mit rot, der Farbe die mein Gesicht morgen Abend unweigerlich annehmen wird. Zum andern hoffe ich, dass ich, sollte ich den Auftritt komplett versemmeln, wenigstens mit meinen tollen Beinen punkten kann.

Im Grunde bin ich bestens vorbereitet. Das Programm steht, Musik und Beleuchtung wurden professionell arrangiert, mein Outfit ist perfekt und ich hab mir zu den lustigen Gags noch lustigere Alternativgags überlegt die ich im Zweifel durch noch viel mehr lustigere Alternativgags austauschen kann. Ich hab alle Eventualitäten bedacht, sämtlichen Programmpunkten eine Zweitversion hinzugefügt für den Fall dass etwas nicht funktioniert oder das Publikum wegdriftet oder der Strom ausfällt oder das Bier ausgeht oder was auch immer.

Das Einzige, was mir morgen nicht passieren darf ist, wieder ohnmächtig zu werden. Zum einen sind Papa Spaß und Steven morgen nicht anwesend, die Rettungshelfer meines Vertrauens. Zum andern ist mein Rock morgen noch kürzer als damals in Straubing. Sollte ich also umkippen, wird jeder der 100 Gäste morgen wissen welche Unterwäsche das Pralinchen trägt. Und das woll ma mal nicht.

Aber das wird auch alles nicht passieren. Ich werde da morgen hinfahren, mir gepflegt eins zwei drei Cuba Libre reinstellen und dann loslegen. Man soll sich ja bei Lampenfieber das Publikum nackt vorstellen, soll angeblich helfen. Hm, wenn ich mir die Gästeliste so anschaue, dann hilft das bei mir nicht. Sind ja nicht nur alte Säcke da. Auch ein paar junge Schneckels. Und wenn ich mir die nackt vorstelle dann werd ich nur noch nervöser als ich eh schon bin. Also doch die Cuba-Libre-Methode.

Im Grunde ist es eh egal. Denn egal wie gut oder schlecht das morgen läuft, es gibt genug zu trinken und ganz abgesehen davon wird die fabelhafte Anjali um Mitternacht das Café Oriental eröffnen und spätestens dann haben die Gäste sowieso alles vergessen was vorher war.

In diesem Sinne, Licht aus, Spot an!

Eure Bühnenpraline

Kalte Euros oder Liebe im Kühlschrank

Als ich heute Nachmittag meinen Kühlschrank aufmache, grinst mich daraus meine Spardose an. Ich mach die Kühlschranktür wieder zu, warte einen Augenblick, mach sie wieder auf und ja: da drin steht tatsächlich meine Spardose. Das kleine lustig grinsende rote Herz, das sonst auf meinem Küchenregal sein klägliches Dasein fristet, steht da in meinem Kühlschrank. Zwischen dem Landliebe-Pudding und den Eiern.

Angestrengt denke ich nach, wie das blöde Ding da rein kommt. Gut, ich bin ja gerade am Aufräumen. Ihr wisst ja „Entrümpeln befreit“, und da ich momentan weder schlafen noch mich konzentrieren kann, hab ich angefangen, sämtliche Schränke auszuräumen, dreiviertel aller darin befindlichen Gegenstände wegzuwerfen, die Schränke zu putzen und mit dem wenig Verbliebenen wieder einzuräumen. Ich hab meinen Papierkram sortiert, meine Klamotten gesichtet, Bücher, CDs und diversen Schrott zum Tausch ins Internet gestellt, ich hab geschätzte siebzehntausend Ikea-Teelichter entsorgt, hab mit meinem altersschwachen Ficus Benjamini ein allerletztes Bier getrunken bevor ich ihn dann zum Grünschnittcontainer gefahren hab („Servus Oida, mach’s guad!“), ich hab Lucky-Luke-Comics und Elvis-Orgel-Noten bei ebay vertickert (man mag nicht glauben wie viele Menschen eine elektronische Heimorgel besitzen….das ist fast schon gruselig), hab meinen Couchbezug gebleicht und meine Vorhänge gewaschen, ja einfach alles, was man so macht wenn man das Gefühl hat, es ist Zeit für Plan B und aber noch nicht so recht weiß wie Plan B eigentlich aussieht.

Nur in der Küche hab ich noch nichts gemacht. Bin ja erst bei Wohn- und Schlafzimmer. Warum also wollte ich diese verfluchte Herz-Spardose wegräumen? Was hat mich überhaupt dazu bewogen das Ding in die Hand zu nehmen? Und warum zum Geier stell ich es in den Kühlschrank? Meine Theorie ist folgende: Neben der Spardose muss etwas gestanden oder gelegen haben, das ich in den Kühlschrank packen wollte. Irgendein Gemüse vielleicht. Oder ein Bier. Und statt dass ich Gurke, Paprika oder August nehme und kalt stelle, lang ich daneben und stell eben die Spardose rein. Kann ja vorkommen bei all dem Stress. Nur leider weiß ich immer noch nicht, was ich mit dem Ding, das eigentlich in den Kühlschrank sollte, dann letztendlich gemacht habe. Glaubt mir’s oder nicht, aber ich hab tatsächlich heute meine Wohnzimmerschränke kontrolliert ob nicht irgendwo eine halbe Avocado oder eine Zucchini drin liegt. Hab nichts gefunden.

Wenn man bei meiner Freundin den Kühlschrank aufmacht, dann steht da ein Schwein drin, das ganz laut grunzt und angeblich unterbewusst dafür sorgen soll, dass man weniger isst. Ich wage das ja zu bezweifeln, denn wann immer ich meine Freundin besuche, tischt sie die leckersten Köstlichkeiten auf und die kommen ja wohl in irgendeiner Weise aus dem Kühlschrank. Vielleicht gewöhnt man sich ja auch an das Schwein im Kühlschrank, so wie man sich an Baustellenlärm gewöhnt oder an einen Ehemann. Wahrscheinlich hört und sieht man die Sau einfach irgendwann nicht mehr. *ähem*  Wie aber ist das jetzt mit einer Herz-Spardose? Hat meine Fehl-Platzierung auch unterbewusste Hintergründe? Hab ich mein Herz in den Kühlschrank gestellt um es symbolisch „auf Eis“ zu legen? Oder glaubt mein inneres Ich, sechs Euro und achtzehn Cent halten länger her wenn man sie bei max. 8 Grad lagert? Ich weiß es nicht.

Letzten Endes besteht immer noch die Möglichkeit dass die Spardose und mein Kühlschrank sich ineinander verliebt haben und sie von ganz alleine da rein geklettert ist. Ich mein, verständlich wär’s, mein Kühlschrank ist ein echt cooler Typ, sieht hammerscharf aus, hat einen super Body und klug ist er auch, da drin brennt ‚ne Birne, aber hallo! Ich hab mich damals ja auch auf den ersten Blick in ihn verliebt und ihn dann gleich beim ersten Date mit nach Haus genommen. Aber Ihr wisst ja, wie das so ist, im Laufe der Jahre verliert sich die rosarote Brille und man lebt einfach nur noch irgendwie nebeneinander her. Insofern bräucht’ ich jetzt einfach nur bisschen warten, dann kommt meine Herz-Spardose da von alleine wieder raus und sucht sich ein anderes Plätzchen. Oder kehrt zum Regal zurück, weil sie festgestellt hat, dass das Regal und sie einfach viel besser harmonieren. Wer weiß. Ich hab sie jetzt aber einfach erstmal im Kühlschrank stehen lassen. Zum einen will ich die junge Liebe nicht stören, zum andern bleibt das verfluchte Mistding so lange da drin bis meinem vor Schlafmangel wirren Hirn wieder einfällt warum ich es da rein gestellt hab. Ich hoffe ich finde nicht doch irgendwann eine gammlige Gurke in meinem Schreibtisch. Oder unterm Sofa. Oder sonst irgendwo.

In diesem Sinne, räumt mal wieder auf!

Aber hütet Euch vor Kühlschränken….

Coole Grüße,

Eure Verwechselpraline

Nachtrag: Jetzt ist mir noch was eingefallen: Ich hatte mal die Autoschlüssel von einem Exfreund im Kühlschrank versteckt, weil wir uns übel gestritten hatten und ich nicht wollte dass er heimfährt, schließlich hatten wir an dem Abend schon was getrunken. Vielleicht ist das die Lösung: ich hab mein Kleingeld vor mir selber verstecken wollen, damit ich nicht in Versuchung gerate, damit zum Beispiel Zigaretten zu kaufen. Oder sonstwas gefährliches. Hm….?

Kulinarische Macken

Beim Essen hat ja jeder so irgendwelche Macken. Und damit meine ich nicht etwa außergewöhnliche Vorlieben bzgl. des Essens an sich. Geschmäcker sind ja verschieden.

Nein, ich rede hier von seltsamen Angewohnheiten WIE bestimmte Dinge gegessen werden. Gut, wir Mädels pulen gern die Gurke vom Burger, das ist gemeinhin bekannt. Auch scheint es gang und gäbe zu sein, dass man vom Leibnitz-Schokokeks erstmal mit den Zähnen den Schokorand abknabbert bevor man dann den Restkeks in zwei Stücke zerbeißt und diese dann quasi wie ein Minisandwich verspeist. Ich dachte immer, das mach nur ich. Aber inzwischen weiß ich, ich bin mit diesem Hau nicht alleine.

Milchschnitten sind auch so was. Gebt’s zu, wie viele von Euch knibbeln erstmal fröhlich diese seltsame braune Teigschicht runter bevor sie sich dann der Creme widmen? Wobei man immer höllisch aufpassen muss, dieses Mistding bricht nämlich viel zu schnell wenn man die braunen Seitenteile entfernt. Blöd, aber irgendwie ja auch immer eine kleine Herausforderung.

Meine seltsamste Essensmacke offenbart sich beim Pizzabaguette. Ihr wisst schon, das „Tomate-Fromage“ aus dem Bistrooo von Alfooooooons. Ich liebe diese Baguettes (und nur die, alle anderen Sorten schmecken übelst scheußlich *uuuah*). Allerdings kann ich diese Baguettes nur essen wenn ich alleine bin. Ist nämlich kein wirklich schöner Anblick. Ich esse das Ding mit der Hand und schiebe bei jedem Bissen die Tomate-Käse-Schicht mit den Zähnen ein Stück zurück, beiße dann erstmal nur das nackte Baguette ab. Diese Schieberei geht so lange bis sich auf dem letzten Stückchen Baguette ein riesiger Klumpen Tomate-Käse-Belag angesammelt hat, der dann quasi das Highlight meines Pizzabaguette-Genusses bildet. Mein letzter Bissen ist also ein fruchtig-cremiger Riesenberg an Tomatenstücken und Käse, mit nur noch ganz wenig Brot. Ich liebe es. Aber wie gesagt, das geht nur alleine, in Gesellschaft wäre das unmöglich.

Gut, mehrere Dinge sind in Gesellschaft unmöglich, hält aber die verrückten Essensmackengenießer nicht davon ab sich auszutoben. Ich erinnere mich an ein Abendessen auf der Terrasse eines schicken Lokals im noblen Promi-Mekka Marbella, wo mein, wohlgemerkt erwachsener Begleiter seine Spaghetti mit dem Messer klein geschnitten hat. Unserer Gastgeberin war das sichtlich peinlich. (@Begleiter: „also saaaaaag a mal!“ *hihi*) Macht man halt nicht. Hm.

Beim Pizzaessen lassen sich auch oft diverse Eigenheiten feststellen. Fünf Personen, fünf Pizzen, fünf unterschiedliche Arten diese zu essen. Da gibt es z.B. den „Viertler“. Dieser teilt seine Pizza vorab in vier oder mehr Teile, legt dann sein Besteck zur Seite und isst die kleinen Stücke mit den Fingern. Dann gibt’s natürlich den „Stückchenabschneider“. Erklärt sich von selbst, er schneidet einfach Bissen für Bissen von der Pizza ab und führt jeden mit der Gabel zum Mund. Dann gibt es den „Randweglasser“, welcher erstmal fein säuberlich den Knusperrand abtrennt, dann das Pizzainnere mit Messer und Gabel isst und den Rand danach mit den Fingern knabbert. Sofern er nicht zu den „Randweglassernweilnichtmögern“ gehört. Die sind ganz fies, die trennen den Rand von der Pizza ab und verteilen ihn dann fröhlich auf den Tellern der anderen Gäste: „Du-hu? Magst Du bissl was von meinen Ra-hand?“ Nr. Fünf und in meinen Augen der schlimmste Typ des Pizzaessers ist der „Zusammenklapper“. Kein Sinn für Genuss, einfach nur Pizza mittig zusammenklappen und reinbeißen. Sieht meistens ziemlich unappetitlich aus, vor allem eben im Restaurant. Vielleicht sollte man mich noch als Extra-Kategorie führen. Die „Belag-mit-den-Zähnen-Schieberin“. Aber wie gesagt, das trau ich mich nur allein daheim. Sieht nämlich glaub ich auch nicht schön aus. Aber ich schwöre Euch, dieser letzte Bissen mit der mörderblinkidunkimäßigen Hammermenge an Käse, das ist einfach der Wahnsinn!

Irgendwie ist so was schon lustig. Ich hab auch mal einen „Pommes-Sortierer“ kennen gelernt. Die Pommes wurden der Länge nach sortiert und für diesen Mann war es die absolute Wahnsinnsfreude zum Schluss die ganz kleinen, meist staubtrockenen Kartoffelstückchen zu naschen. Das Beste zum Schluss. Eben.

Was habt Ihr denn so für Essensmacken? Oder kennt Ihr Leute mit schrägen Essgewohnheiten? Ihr dürft mir natürlich auch gerne von der Schwester eines Kollegen von der Bekannten eures Schwagers erzählen *lach*

Haut rein!

In diesem Sinne, hungrige Grüße

Eure Käseschieberpraline

Sehr geehrter Herr Samstag!

Samstag GmbH & Co.
Geschäftsleitung Herrn Samstag
Wunschbergstr. 17
84028 Wahnsinnknochenhausen

Sehr geehrter Herr Samstag,

Wir wenden uns heute an Sie, um Sie auf die Mißstände in unserer Woche aufmerksam zu machen.

Egal, wie oft wir den Montag auch totschlagen, er kommt immer wieder zurück. Wir haben auch bereits versucht, Dienstag, Mittwoch und Donnerstag totzuschlagen, nur brachte dies auch nie den gewünschten Erfolg. Selbst äußerst engagierte Auftragskiller lehnen weitere Versuche ab. Deshalb möchten wir Sie hiermit bitten, sich doch einmal mit Ihren Kollegen Freitag und Sonntag abzusprechen, ob nicht die Möglichkeit einer Ausweitung Ihrer Anwesenheitszeiten bestünde.

Den Freitag Vormittag würden wir im Gegenzug dann auch freudig hinnehmen, sofern Sie es bewerkstelligen könnten, zusammen mit Freitag Nachmittag und Sonntag den Rest der Woche zur Verfügung zu stehen.  Wie Sie ja aus Erfahrung wissen, werden Sie und die Kollegen Freitag und Sonntag bei uns sehr hoch geschätzt und wir versichern Ihnen hiermit auch verbindlich, dass wir Ihre Anwesenheit niemals für niedere Tätigkeiten wie etwa Arbeit nutzen werden. Wenn Sie uns bei unserem Wunsch entgegenkommen, sichern wir Ihnen zu, die gewonnene Zeit ausschließlich für die Dinge zu nutzen, die uns von Montag und den anderen Wochentagen verwehrt bleiben. Essen, trinken und ausgiebiger Sex vor und nach wildesten Partys wären unser erstes Angebot. Für weitere Vorschläge Ihrerseits sind wir selbstverständlich gerne offen.

Um optimale Bedingungen für Ihre erweiterte Anwesenheit zu schaffen, schlagen wir Ihnen hiermit vor, dass uns Herr Freitag künftig bei jeder Ankunft automatisch einen Scheck über Euro 500,00 ausstellt, denn nur so kann eine optimale Nutzung gewährleistet werden.

In Erwartung Ihrer positiven Antwort verbleiben hochachtungsvoll,

S’Pralinschä und die Tinti

Verteiler:
Empfänger
kp
Tinti