Shakira’s Alpträume

So, nun ist sie also rum, die erste Woche Praktikum! Und: Hurra, ich lebe noch! Ja, und es geht mir sogar ziemlich gut, wenn ich ehrlich bin.

Wer hätte das gedacht, dabei hatte ich Sonntag Nacht noch fiese Alpträume (O-Ton Schatzi: „Hey was is’n los mit Dir, Du schreist die ganze Zeit und i kann ned schlafen!?“)…  Keine Ahnung was ich da geträumt hatte, ich konnt‘ mich nur noch erinnern, dass ich auf der Flucht war vor irgendjemandem, der mich töten wollte…. meine neuen Kollegen warens aber wohl eher nicht, denn die sind alle super nett zu ihrer Behelfs-Levinsky. Wider Erwarten darf ich sogar richtige arbeitsmäßige Sachen machen, und muss nicht nur Kaffee kochen, Kopien ziehen oder Brotzeit holen.

An sich alles eine feine Sache, auch wenn ich befürchte, dass ich bald mal schreiend auf irgendeinem Flur zusammenbreche, weil ich mich irgendwo zwischen Frachtmodul A bis H verlaufen habe und mein Büro nicht mehr finden kann. Wenn einer von Euch also irgendwann eine heulende Praline am Flughafen aufliest, dann seid bitte so nett und gebt mich im Modul H ab, dankeschön.

Freizeit ist mau im Moment, ich muss mich erstmal wieder ans Arbeiten gewöhnen und die Zeiten wo ich um halb vier von der Schule nach Hause kam und dann um acht mit einem guten Buch in der Badewanne, respektive im Bett verschwunden bin, sind erstmal passé. Mein Herzallerliebster hat jetzt ganz viel pralinenfreie Zeit, die er auch nutzt, denn er fängt jetzt an Spanisch zu lernen. Ich hoffe, dass ihm einfach nur langweilig ist ohne mich und nicht, dass er das tut um mich in absehbarer Zeit für Shakira oder irgendso ’ne andere südamerikanische Arschwackelbraut sitzen zu lassen, leider gibt er mir dazu im Moment noch keine konkrete Auskunft. Sein Lieblingsspruch hierzu ist: „Du kannst alles ESSEN, musst aber nicht alles WISSEN!“ Dabei stimmt das gar nicht, ich kann eben NICHT alles essen! Was ist, wenn ich beim Mäc wieder Schokokuchen-Sehnsucht krieg? Die Sch….-Dinger muss man nur riechen und schon hat man zwei Kilo zugenommen….. egal, ich schweife schon wieder ab, und mal ehrlich, bis Schatzi mit Spanisch soweit ist, dass Miss Shake-your-ass ihn verstehen kann, vergeht noch eine Weile. (Vor allem wenn er mich beim Lernen um Hilfe bittet, dann kann ich ihm ja lauter falsche Sachen beibringen und Shakira-Shakira wird ihn nie verstehen, muhaha 🙂  Aber: Pssst, nix verraten, gä? )

Nein, im Ernst, diese ganze Praktikumssache ist gar nicht so übel. Und wenn man jetzt mal drüber wegsieht, dass es keine Kohle dafür gibt, ich sonntags in die Schule muss, ansonsten täglich im Berufsverkehr feststecke, dann ist es eigentlich ganz cool. In diese Sinne schick ich nun ganz liebe Grüße an all die anderen Praktikantenschlümpfe, als da wären Tschüli, Mürtini, den Betriebsratsvorsitzenden, Sir Ulilot, den kleinen Italiener mit den großen Füßen, unsere Russenfraktion, Abteilungsleiter Locke, Lieblingsalex und unsere zwei fleißigen Bienchen aus der ersten Reihe. Ein ganz besonderer Gruß geht noch an (ACHTUNG, is‘ lieb gemeint!!!! 🙂 ) „Ossitante“, der ich hiermit jetzt auch noch ein kleines Bildchen schenken möchte: Vergiss‘ uns nicht!

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Schulmädchenreport

Tja, das war er nun, mein erster Schultag!

Man soll ja keine unbekannten Eier schaukeln oder wie das heißt, deshalb wusste bis jtzt nur ein ganz ausgewählter Kreis von ganz ausgewählten Menschen davon, dass Pralinchen wieder die Schulbank drücken will. Und weil nun die Eier nicht mehr unbekannt, äh.. ungelegt sind, wird jetzt kräftig geschaukelt!

Seit heute Morgen, acht Uhr bin ich ganz offiziell wieder Schülerin. Warum genau, das erzähl ich Euch in späteren Geschichten, nachdem die Ausbildung an sich wohl in etwa den Erotikfaktor von Hausstaub hat, würde Euch das eh nur langweilen.

Ganz aufgeregt bin ich da also heute Morgen hin, und war natürlich gleich mal ne halbe Stunde zu früh da. Aber kein Ding, drei meiner neuen Klassenkameradinnen waren sogar noch vor mir da, die eine sogar schon vor sieben. Ich bin also nicht die Panik-Königin juhuuu!

Wobei, panische Gedanken hatte ich ja die letzten Tage jede Menge. Ganz abgesehen davon, dass ich bis vorgestern noch nicht mal wusste ob ich überhaupt angenommen bin und somit starten kann, ich hab mir da noch ganz andere Gedanken gemacht. Zum Glück kann ich mich an meinen tatsächlichen ersten Schultag nicht mehr so recht erinnern und ich hab echt eeeeendslange gezögert, ob ich Euch das unsägliche Foto davon zeigen soll oder nicht. Aber ich dachte mir, Ihr musstet jetzt so lange auf neue Geschichten warten, da bin ich Euch erster-schultageine kleine Wiedergutmachung mehr als schuldig. Und Ihr könnt, wenn Ihr selber Kinder habt, das auch gerne als Warnung verstehen: BITTE zieht Euren kleinen süßen Mädchen NIE NIE NIE so ein bescheuertes Blümchenkostüm an, nein, lasst es, tut es nicht! Die Spätfolgen sind nicht abzusehen und ich bin erst nach jahrelanger Therapiearbeit dahinter gekommen, dass ich nur deshalb heute auf Antidepressiva angewiesen bin, weil meine Oma mir damals dieses Kleid aufgezwungen hat und meine Mama dies nicht zu verhindern wusste. Soviel zum Thema „Konflikte in der Kernfamilie“. Wahrscheinlich hat meine Mama mir deshalb für heute extra eine kleine Schultüte gepackt (dankäääää! Meine Klassenkameraden waren fei vooooll neidisch 😉 ), quasi als späte Aufarbeitung ihrer mangelnden Durchsetzungsfähigkeit. Mann, Mann, Mann…. ich kann gar nicht hinschauen, ich seh aus wie ne ansteckende Tischdecke. Aber egal, ich schweife ja total vom Thema ab!

Erster Schultag nach mehr als zehn Jahren Lernabstinenz. Da kann man schon vorab die Krise kriegen, ich sag’s Euch. Ich mein, wie benimmt man sich als 31jährige Schülerin? Kann ich da noch mit meinem Nutellabrot Freundschaften schließen oder haben die anderen viel coolere Pausenbrote dabei und ich bleibe das Mauerblümchen? Darf ich mich ohne schlechtes Gewissen melden wenn ich was weiß ohne gleich als Streberin abgestempelt zu werden? (Gut, die Strebersache hat sich spätestens in der ersten Mathe-Stunde eh erledigt glaub ich… Mathe ist und bleibt ein Arschloch!) Stinkt meine Banknachbarin nach Schweiß und wenn ja, wie diskret kann man so ein Deo verschenken ohne anzuecken? Darf ich in der Pause schon alleine raus und eine rauchen? Oder krieg ich dann einen Verweis? Fragen über Fragen, die mir die letzte Zeit etliche schlaflose Nächte beschert hatten.

Letzten Endes war heute aber dann doch alles gut. Ich war pünktlich, mein Nutellabrot hab ich ganz klassisch zuhause vergessen und stattdessen cool mit einer beim Bäcker gekauften Breze rumgepost (uuuuhh yeah, ich bin so cool!), gemeldet hab ich mich nicht, wollte aber heute auch irgendwie noch keiner was von mir wissen, Mathe gabs auch noch nicht, und meine Banknachbarin ist ein Banknachbar und der stinkt nicht und ist zudem auch noch lustig. Wenn er mich in Mathe abschreiben lässt, dann kann ich mir sogar vorstellen, ihn zu mögen 😉 Das mit dem Rauchen in der Pause ist auch kein Thema und Verweise gibts wenn dann nur vom Arbeitsamt, aber bis so ein Amts-Schreiben via korrektem Dienstweg bei mir eintrifft, hab ich die 20 Monate Schule längst runtergerissen. Außerdem werd ich mich natürlich nach Kräften bemühen, keinen solchen Verweis zu bekommen, was heißt ich werde immer pünktlich sein (und nicht wie damals mit sämtlichen Kumpels erstmal sauber bis zehn Uhr im Café abhängen, weil in Mathe ham wir eh ne Sechs, ob wir nun hingehen oder nicht!), ich werde meine Mitschüler weder hauen noch ihnen Biergläser und Aschenbecher aufsetzen (Svenni, es tut mir echt leid. Wo immer Du heute sein magst, ich bereue zutiefst!) und ich werde brav jeden Abend lernen (sofern nach Baggersee, Biergarten oder Badewanne noch Zeit ist!).

In diesem Sinne, weil heute der erste Tag ist, kriegt Ihr keine Hausi auf. Aber nur wenn Ihr jetzt bitte endlich aufhört über mein Foto zu lachen!

Beste Strebergrüße

Euer Schulpralinchen

Beziehungskiste oder: O2 can do!

Manchmal ist es gar nicht so übel, eine Sekretärin zu sein. Die Sekretärin öffnet nämlich im Allgemeinen die Post und auch wenn das meistens eine äußerst öde Angelegenheit ist: manchmal stecken geniale Überraschungen drin (von denen Cheffe dann natürich nix erfährt, denn die Sekretärin packt selbige gleich mal ganz dezent in ihre Handtasche. Man sieht, schon wieder ein Grund mehr für große Taschen… 😉 ).

Letzte Woche kamen gleich zwei Päckchen an. Beide Male von unserem Mobilfunkprovider O2. Im ersten Päckchen war ein „Konferenzpaket“, bestehend aus Notizblock, Konferenz-Schildchen, Kaffee und Keksen.  Die Kekse konnt ich nicht mehr fotografieren, weil die hab ich gleich mal auf die Schnelle verputzt. Aber das Schildchen hab ich mit nach Hause genommen, ich überlege ob ich es an die Klotür hängen soll… 😉

Und weil so eine Sekretärin sich über Werbegeschenke immer wahnsinnig freut, hat O2 gleich noch eins nachgelegt und ein paar Tage drauf ein weiteres Päckchen geschickt. Der sinnige Aufdruck auf selbigem lautete „Beziehungskiste“ und drin waren mal genialst hammerleckere Pralinen. Im Übrigen Pralinen von Feinkost Käfer, also da sieht man mal, für welch noblen Werbegags hier unsere Mobilfunkgebühren verschleudert werden 😛

beziehungskiste

Logisch dass eine Sekretärin namens Killerpraline sich über Pralinen freut. Aber ganz ehrlich, ich freu mich über jedes Werbegeschenk. Schon einschnöder Gratis-Kugelschreiber löst wahre Glücksgefühle in mir aus, wenn ich dann noch ein Feuerzeug dazu bekomm, der Wahnsinn! Auch in der Apotheke gibts immer reichlich Nippes, die blöden Apotheken geben meistens nur ne Packung Taschentücher dazu, aber wenn man sich ein bißchen Mühe macht und einige Apotheken testet, dann kann man prima Badeöle, Hustenbonbons oder auch mal eine Flasche Sauerkrautsaft abstauben. Nicht dass Sauerkrautsaft so besonders lecker wäre, aber hey: geschenkt ist geschenkt, oder? 😉

Lustig wird diese ganze Werbeschenkerei immer kurz vor Weihnachten. Und ich freu mich auch heuer schon wieder wie ein kleines Kind auf all die Vertreterbesuche hier im Büro, weil jeder zum Dank für die „gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr…blabla blub“ ein kleines Paket da lässt. Da gibts edle Weine, exklusive Süßigkeiten, Fresskörbe mit italienischem Schinken, aber auch mal ein flauschiges Handtuch oder eine schicke Blumenvase.  Wir unterteilen unsere Lieferanten und Kunden zur Weihnachtszeit immer in die „Guten“ und die „Lästigen“. Die Guten sind eben die, die tolle teure Präsente bringen, wie eben Wein und diverse Fressalien, die Lästigen sind die, die jedes Jahr einen blöden Kalender und ein nutzloses Mini-Notizbuch in den Briefkasten werfen. Spätestens im Januar entsorgen wir dann 30 blöde Kalender im Altpapier und versorgen jeden, der auch nur ansatzweise einen Fuß über unsere Schwelle setzt mit Notizbüchern. Das kann auch mal der Briefträger oder der komische Kerl von der Müllabfuhr sein, egal, Hauptsache, der Mist ist weg.

Um die guten Werbepräsente wird natürlich ein wenig gestritten, wobei, wie eingangs erwähnt, ich hab da den Sekretärinnenbonus, sprich ich nehm’s entgegen, also gehört es mir. So bin ich bereits zu einem ansehnlichen Weinkeller gekommen, darf mich stolze Besitzerin einer elektrischen Pfeffermühle nennen und kann neuerdings mit einer edlen Reisenthel-Tasche meine Einkäufe erledigen. Außerdem sind noch Gutscheine von Douglas, Müller und Media-Markt da. Gut, gierig wie ich bei Werbegeschenken bin, hab ich auch ein Set an königsblauen Handtüchern eingesackt, die ich aber nie benutze, weil mir das riesengroße OMV-Logo einfach zu peinlich ist, um es in mein Bad zu hängen. Und ich könnte mittlerweile auch eine Art Mac-Gyver-Museum eröffnen, denn wenn ich jetzt sag ich besitze geschätzte 3000 Kugelschreiber und ebensoviele Feuerzeuge, Schlüsselanhänger (wahlweise mit Karabiner oder LED-Lampe), dann ist das noch bescheiden gesprochen.

Ich weiß nicht warum, aber bei Dingen, die kein Mensch sonst haben will, ist Pralinchen immer ganz vorn dabei. Denn auch den 3001. Kugelschreiber kann sie bestimmt mal irgendwann ganz dringend brauchen….

Ich wär ja dafür dass sich alle unsere Lieferanten und Kunden dieses Jahr ein Beispiel an O2 nehmen. Denn mit Edelpralinen kann man nix falsch machen. Keine Kalender bitte, keine unbrauchbaren Mini-Notizblöcke, nur feinste allerleckerste Schoki bitte. Ach ja, und wenn einer noch nach Weihnachten mit nem Gutschein zur Fettabsaugung vorbei kommt, hätt ich natürlich auch nix dagegen. Könnt ja OMV dieses Jahr machen.  „Wir entsorgen Ihr Altöl und Ihr Weihnachtsfett!“ Wär doch mal was.

In diesem Sinne, fröhliches Abgreifen!

Eure Werbepraline

Die Kiesmafia oder: Der Pate wird 50.

Gut, dass ich Euch meine Geschichten in schriftlicher Form präsentiere. Erzählen könnte ich heute nämlich nichts. Ich bin total heiser. Mein party-geschädigtes Stimmchen bewegt sich zwischen dem besoffenen Krächzen einer Bonnie Tyler und dem leicht erotisch angehauchten Flüstern einer Herzblatt-Susi. Aber immerhin, das ist im Großen und Ganzen der einzige Schaden, den ich am Samstag genommen habe. Ich bin auch nicht in Ohnmacht gefallen, obwohl ich es diesmal mit drei Pils, ebenso vielen Ramazottis und anschließend geschätzten 17 Caipirinhas in Verbindung mit nur etwa drei gehäuften Teelöffeln Nudelauflauf und den diversen Pillen die ich mir grade einpfeifen muss, regelrecht provoziert hatte. Aber ich war ja auch viel zu nervös um ohnmächtig zu werden.

Dabei war mein ganzes Lampenfieber völlig unbegründet. Wenn der Pate zum Feiern lädt, kann man davon ausgehen dass sich nur extrem coole und entspannte Leute einfinden und genau so war’s dann auch. In den zehn Sekunden in denen mir mein Mikro angeheftet wurde und ich vor 100 Gästen die Bühne betreten habe dachte ich ich muss sterben, doch kaum draußen hatte ich den ersten Lacher und plötzlich war ich die Ruhe in Person. Vielleicht hat genau in dem Moment der Ramazotti zu wirken begonnen. Oder aber mein nervöses Selbst hat in dem Moment begriffen, dass die Schadenfreude-Nummer beim Publikum immer zieht. Er hat sich schon was gefallen lassen, der Chief. War schon ordentlich böse unser Programm. Auch mein spontanes Zweit-Opfer, seines Zeichens Rechtsanwalt, wurde ordentlich durch den Kakao gezogen. (An dieser Stelle noch mal ein ganz liebes Danke, dass Du den Spaß mitgemacht hast!) Aber wann hat man schon mal Gelegenheit öffentlich aber völlig ungestraft Gemeinheiten über Familienangehörige und Vorgesetzte zu verbreiten, wenn nicht bei einer lockeren Geburtstagsgesellschaft. Das muss man ausnutzen, vor allem wenn man eine Frau ist, die sowieso so gern lästert…ähem….

Das Publikum war begeistert und auch wenn es heißt, „Eigenlob stinkt“, ich hab mich riesig über die vielen Komplimente (und spendierten Schnäpse) von vielen neuen Fans gefreut. Komischerweise hat mir nur keiner geglaubt dass ich sonst eigentlich „totaaaaal schüchtern“ bin. Hm, seltsam.

Nachdem der Auftritt vorbei war, konnte ich dann auch ganz entspannt zum gemütlichen Teil übergehen, es mir an der Bar bequem machen, alte Kontakte pflegen und neue Bekanntschaften schließen und ohne Ende Caipirinhas trinken. Nachdem ja die ganze regionale Kiesmafia anwesend war, habe ich etliche tolle Gespräche geführt, zum Beispiel hab ich mir Tipps geben lassen wie man am effektivsten einen Ex-Freund in einem Erdloch verschwinden lässt oder aber ihn unauffällig in Betonfertigteile einmauert. Dazu müsste man dann aber eine Arbeitsgemeinschaft mit einem Betonwerk gründen. Kein Problem, jetzt kenn ich sie ja alle 😉

Nachdem das Geburtstagskind ja auch ein passionierter Jäger ist, habe ich auch Bekanntschaft mit einigen derselben machen dürfen und mich darauf eingelassen irgendwann die nächsten Wochen mit auf den Schießstand zu fahren und mich mal am Abschuss von Tontauben zu versuchen. Das Killerpralinchen hantiert mit Schusswaffen …. Hach, ich weiß nicht, ich weiß nicht. Immerhin, der Schießstand ist in Oberbayern, insofern erschieß ich wenigstens nicht die eigenen Landsleute sondern nur niederes Nachbarvolk *grins* Aber vielleicht hab ich ja Spaß dran und dann lern ich das richtig und dann kann ich meinen Exfreunden einfach nur ihre (großen und kleinen???) Penisse wegschießen und muss sie nicht mehr verscharren oder einmauern *hehe* 😉 Ach ja, wie praktisch wenn man die richtigen Kontakte hat 😉

Während ich mich also fleißig bekannt gemacht und folglich ziemlich betrunken habe, wurde das Geburtstagskind noch vom Männerballett „Schwanensee“, den Landshuter Garde-Mädels und natürlich der sagenhaften hüftenschwingenden Anjali erfreut, und das ganze Fest war ein Riesen-Erfolg, dem die Wirtin und das Service-Personal dann leider leider um sechs Uhr morgens ein Ende gemacht haben, weil sie einfach die Bar geschlossen haben. Frechheit, oder? Dabei war ich gerade dabei einem befreundeten Unternehmer zu erklären dass ich seinen Sohn nicht heiraten will, und das obwohl mir meine Oma (ja die Oma mit den 500 PS….) dauernd sagte: „Kind, sei ned so dumm, der erbt a mal die ganze Firma!“. Tja, so ist das in Niederbayern. Da werden Kinder und Enkelkinder noch ganz traditionell im Wirtshaus verschachert…

Mein persönliches Fazit für diesen Abend: Lampenfieber ist für’n Arsch. Wenn Dein bester Freund sagt, er trinkt heut nichts weil er noch fahren will, glaube ihm nicht. Ein Lächeln ermöglicht Dir ein Gespräch, ein Lächeln und ein kurzer Rock ermöglichen Dir Gespräche, Caipirinhas und Gratiskippen. Nicht alle Jäger sind alt und tragen grün. Mit Megaperlchen kann man nirgends hingehen ohne dass sie nicht irgendwen kennt. Anjali ist und bleibt sexy. Der Hubert heißt eigentlich Rainer. Und morgens um halb sieben mit dem Taxi in den Sonnenaufgang fahren hat etwas äußerst Romantisches.

Als ich gestern dann gegen Mittag aufgewacht bin, war ich sehr traurig. Ich hatte so Lust auf Mc Donalds. Aber keine Stimme. Und jetzt verrat mir wie ich bei Mc Drive eine Bestellung durchgeben soll wenn ich nicht sprechen kann. Aber wofür hat man Freunde? 😉

In diesem Sinne, feiert mal wieder!

Eure Partypraline

PS: Wenn es soweit ist mit dem Schießen, dann geb ich Euch vorher hier Bescheid, versprochen. Sicherheitshalber. Killerpraline goes wild 😉

Blowjob auf 400-Euro-Basis

Wenn man sich um einen Nebenjob bemüht, dann erlebt man die irrsten Geschichten. Man sondiert Internet-Jobbörsen, liest die Stellenanzeigen der hiesigen Tageszeitung, fragt bei Freunden und Bekannten nach und sitzt letzten Endes nur vor einem riesengroßen Haufen Scheiße.

Es wird ein flexibler Schreibjob annonciert, die Stellenbeschreibung spricht von „guten Kenntnissen in Word und Exel, Erfahrung mit Phonotypie“, man bewirbt sich begeistert und erfährt dann am Telefon, dass nur diplomierte Betriebswirte eingestellt werden. Tja, liebe Arbeitgeber, da werdet Ihr lange suchen, die fahren schließlich alle Taxi. Oder haben eben richtige Jobs und Euren somit nicht nötig.

Ein Versicherungsbüro sucht nach einer „freundlichen Empfangsdame“, prima, freundlich ist mein zweiter Vorname, also nix wie anrufen. Beim Bewerbungsgespräch stellt sich dann heraus, dass die Empfangsdame eigentlich eine Telefonistin werden soll, die im Akkord telefonische Kaltakquise betreibt und potentiellen Kunden irgendeine nutzlose Zusatzversicherung abschwatzt. Nee. Das lass ma mal schön bleiben. Ich leg grundsätzlich auf wenn ich so einen Anruf krieg. Also werd ich mich auch nicht auf diese dunkle Seite der Macht rüberziehen lassen. Never ever.

„Auslieferungsfahrer/in für Apotheke gesucht“. Auch gut, Autofahren tu ich ja gerne. Auch da ruf ich an, und ein freundlicher Apotheker erklärt mir dann dass ich täglich zwischen 8 und 22 Uhr eilige Medikamente im Raum Landshut zustellen muss. Auf telefonischen Abruf. Mit dem eigenen PKW. Für 6, 50 €. Super, oder? Ich kündige also meinen richtigen Job um künftig dauerverfügbar zu sein, und verfahre nebenbei tausende Kilometer mit meinem Auto für lau. Gut, dass mein Auto jetzt schon im Arsch ist, denn spätestens nach diesem ach so lukrativen Job wäre es dies gewesen.

Der Süßigkeitenladen, der eine Verkäuferin suchte, und eigentlich mein Favorit bei allen Bewerbungen war, hat meine Unterlagen einfach wieder eingetütet und kommentarlos zurückgeschickt. „Edle Chocolaterie mit privilegiertem Kundenstamm“, aber dann nicht mal soviel Anstand wenigstens ein „wir haben uns anders entschieden“ beizulegen. Tja, kaufen werd ich bei Euch nix mehr. Und alle meine privilegierten Freunde auch nicht. Ätschbätsch.

Nachdem sich all die vermeintlich tollen Angebote als Nullnummern entpuppt hatten, war ich nun soweit, auch die kleinen privaten Stellenangebote in Betracht zu ziehen. Aber nicht für lange. Ich bin weder ein rüstiger Rentner der gerne Hecken schneidet, noch habe ich große Lust für die Mafia zu arbeiten: „Alleinsekretärin für italienischen Privatier gesucht“, ne ne ne, ich hab keine Lust, irgendwann mit Betonschuhen im Comer See zu landen. Der „gepflegte Herr“, der eine „Hobbymasseuse“ sucht, kommt auch nicht in Frage, schließlich steht da „Russin oder Tschechin bevorzugt“. Ziemlich dreist, oder?

Wahrscheinlich findet Ihr mich bald daheim auf dem Sofa, wie ich Millionen Kugelschreiber zusammenschraube, Wundertüten fülle und Briefmarkenpackages zusammenstelle. Denn das wird mir täglich, in Web und Print als das ultimative Erfolgskonzept angepriesen, mit welchem ich ganz nebenbei „tausende Euro in Heimarbeit“ absahnen kann und wenn ich das auch nur noch ein einziges Mal lesen muss, dann glaub ich’s wahrscheinlich und schicke 180 € Vorab-Bearbeitungsgebühr an irgendeine dubiose Briefkastenfirma. Ha ha.

Oder aber ich erkundige mich nach einer 0900er-Nummer und setze meine kundenorientierte freundliche Telefonstimme anderweitig ein. Home-Office mal anders. Und ich könnte während der Telefonate locker meine Wäsche bügeln. Wär doch prima.

Es ist schon irgendwie übel. Die einen verlangen für einen schnöden Tippsenjob tatsächlich ein Dipl.-Irgendwas. Die andern schauen mich mit großen Augen an und verstehen nicht, warum ich mich bei ihnen an die Kasse stellen will, wo ich doch „soooolche Wahnsinns-Qualifikationen“ habe. Und wieder andere sind einfach nur total bekloppt und hoffen drauf dass jeden Tag ein Depp aufsteht und wenigstens einer davon ihren Drecksjob machen will.

Dabei will ich doch einfach nur ein paar Euro nebenbei verdienen. Wenn möglich nicht nachts, nicht in dunklen Gassen, nicht im horizontalen Gewerbe und schon gar nicht als letztes Glied in der großen Strukturvertriebsschneeballkette. Das kann doch nicht so schwer sein!

In diesem Sinne, weitersuchende Grüße

Eure Minijobpraline

Puti und der Besuch aus Troja

Es ist etwas sehr Trauriges passiert liebe Leser.

Ich hab heute Morgen meinen lieben Freund Puti ins Krankenhaus gebracht. Verdacht auf eine Infektion. Puti ist ein süßer kleiner Kerl und wohnt seit vier Jahren bei mir. Wir waren vom ersten Tag an gute Freunde, er war immer für mich da, wir hatten immer soviel Spaß zusammen, er hat mich zuverlässig bei meiner Arbeit unterstützt und mir auch immer viel von der großen weiten Welt erzählt. Abend für Abend saßen wir zusammen, haben miteinander einen Tee getrunken oder auch mal einen Wein oder ein Bier und so viele schöne Stunden verbracht.

Puti und ich waren ein Herz und eine Seele. Doch seit letztem Samstag ist Puti krank. Dauernd faselt er von Dingen, die keinen Sinn ergeben und zeigt mir immerzu irgendwelche Bilder die ich nicht verstehe. Ich habe vorsichtshalber einen Doktor geholt, der Puti dann untersucht hat. „Oh oh“ sagte der Doktor, „Puti scheint schwer krank zu sein, es sieht mir ganz so aus als hätte er sich einen üblen Virus eingefangen. Schau mal hier, dieser Ausschlag da, das ist eigentlich ein untrügliches Indiz dafür!“

Ich war schockiert. Wie konnte das nur passieren? Puti war immer gesund gewesen! Hat nie auch nur den winzigsten Huster von sich gegeben. Und ich war doch auch so vorsichtig mit ihm, hab ihn gehegt und gepflegt und ihn nur mit Sachen gefüttert, von deren Unbedenklichkeit ich mich vorab überzeugt habe. Wenn er mal was Neues futtern wollte, hab ich jedes Mal Expertenrat eingeholt um mich zu versichern, dass es Puti nicht schadet! Und nun, ganz plötzlich ist Puti krank. Der Doktor stellte mir viele Fragen und hat sich auch mit Herrn F. Irefox unterhalten, mit dem Puti und ich seit Jahren erfolgreich zusammenarbeiten. Herr Irefox meinte auch, dass Putis Leistung in den letzten Tagen extrem nachgelassen hätte, und er könne sich genauso wenig erklären warum. Hatte Puti heimlich Besuch als ich nicht da war? Vielleicht Besuch aus Troja? Ich hoffe nicht. Das wäre fatal.

Der Arzt hat auf jeden Fall die sofortige Einweisung ins Krankenhaus angeordnet. Er könne Puti retten, sagte er, noch sei es nicht zu spät. Also hab ich ihn heute Morgen ins Auto gesetzt und bin mit ihm in die Klinik gefahren. Dort hängt er nun an Hunderten Kabeln, wird geröntgt, abgeklopft, muss ein Belastungs-EKG machen, es werden ihm tausende Fragen gestellt und er wird auf Herz und Nieren untersucht. Gerade eben hab ich ihn besucht. Er liegt da, ganz verstört, und sieht gar nicht gut aus. Der Arzt meint, er könnte noch keine genaue Diagnose abgeben, er müsse erst die Untersuchungsergebnisse abwarten. Er sei jedoch zuversichtlich dass ich Puti heute Abend schon wieder mit nach Hause nehmen könnte.

Ich habe mich zu Puti ans Bett gesetzt, ihm über den dicken Bauch gestreichelt und ihn angefleht durchzuhalten. Ich kann mir doch ein Leben ohne Puti gar nicht mehr vorstellen, alles wäre so leer, so sinnlos. Ich liebe ihn doch so sehr, Puti, meinen Computer….

In diesem Sinne, bitte drückt Puti die Daumen.

Eure traurige Praline

Mitleid mit dem Hendl-Mann

Manchmal hasse ich meinen Job. Jeder hasst manchmal seinen Job. Aber Leute, ich sag Euch, wir können uns alle so glücklich schätzen. Denn es gibt Menschen, hier mitten unter uns, die haben mal echte Scheiß-Jobs.

Und heute bin ich dem Mann begegnet, der den ultimativsten Scheißjob aller ultimativen Scheißjobs hat: Dem Hendl-Mann.

Der Hendl-Mann ist etwa 45 Jahre alt, klein, dick, hat dunkles, leicht lichtes Haar und heißt vermutlich Franz. Oder Karl. Vielleicht auch Sepp. Er steht mit seinem Hendl-Mobil immer auf dem Parkplatz gegenüber von ALDI und verkauft dort seine Hendl. Schöne, saftige, knusprig gegrillte Hendl.

Ich könnte mir vorstellen, dass der Hendl-Mann durchaus kein schlechtes Geschäft macht. Im Herbst oder Winter. Wenn die ganzen genervten Hausfrauen, halb erfroren weil sie eine ganze Stunde lang die ALDI-, Lidl-, Rossmann-Einkäufe und ihre drei quengelnden Kleinkinder in ihren Mini-Van geladen haben, plötzlich den Duft von frischen, heißen Grillhendln in die Nase bekommen, spontan beschließen dass sie heute doch keinen Zucchini-Auflauf mehr kochen wollen und dann wie in einer Art Rausch zum Hendl-Mann rüber laufen und sechs halbe Hähnchen ordern. (Findet Ihr das nicht auch komisch, dass Hähnchen immer nur „halb“ bestellt werden? Warum sagt man nicht „Ich hätt’ gern drei Hähnchen, aber schneiden’s es bitte auseinander!“ Nein, man bestellt „sechs halbe Hähnchen“. Und der Hendl-Mann ist so dreist und nimmt dann doch drei ganze Hähnchen und teilt sie einfach. Schon irgendwie verrückt.)

Also wie gesagt, ganz grundsätzlich ist so ein Hendl-Stand also nix verkehrtes. Nur ist heute der 1. August und es hat schwüle 31 Grad. Der Hendl-Mann steht in seinem Hendl-Mobil, schwitzt und grillt sich nen Wolf. Da drin drehen sich geschätzte 50 Hühner fröhlich im Kreis, während der arme Hendl-Mann verzweifelt versucht, durch den Zusatzverkauf von „eisgekühltem Cola-Wasser-Spreit“ (steht so auf seinem Schild!!!) ein paar Kunden anzulocken.

Der arme Mann schwitzt, der Schweiß läuft ihm in Sturzbächen über das fleischige rote Gesicht, seine Haare sind patschenass und sein hellblaues Hendl-Grill-T-Shirt ist unter den Achseln ins nachtblau übergegangen. Der bedauernswerte Kerl kann ja nix für die Hitze. Und er tut mir echt total leid, weil heute scheinbar niemand ein knuspriges, inzwischen wohl tiefschwarzes vertrocknetes Hendl bei ihm kaufen will. Und selbst wenn sich eine gestresste Hausfrau zu ihm an den Stand verirren würde, seine trostlose schwitzende Hässlichkeit würde ihr wohl dann auch zwangsläufig nur ein verschämtes „Ach, ich wollt nur schauen!“ entlocken.

Als ob der Alltag eines Hendl-Manns nicht schon traurig genug wäre. Tag für Tag macht er nichts als hunderte hässlich nackte Hühner auf einen Grillspieß zu stecken, das Bratfett abzuschöpfen, die Hühner in halbe Hühner zu teilen und diese in Alufolie zu wickeln. Ist so ein Mann stolz, wenn er abends zu seiner Frau nach Hause kommt? Kommt er heim und sagt hoch erhobenen Hauptes: „Schatz, stell Dir vor, was heute passiert ist! Mir ist heute ein Huhn vom Grillspieß gerutscht! Wahnsinn, oder? Sachen gibt’s!“ Und ist diese Frau stolz auf ihren Mann? Prahlt sie am Wochenende bei ihren Mädels vom Kegelclub: „Mensch, da Franz ist so toll, hat er nicht gestern tatsächlich 44 halbe Hähnchen verkauft! Und 8 Flaschen Spreit!“ Und kann so ein Hendlgrillbesitzer noch lachen, wenn jemand in seiner Gegenwart Hühnerwitze macht? Stellt sich der Hendlbrater auch noch manchmal die Frage nach der Henne und dem Ei? Sagt er noch ab und zu dass er mit jemandem „ein Hühnchen zu rupfen“ hat? Und, die Frage aller Fragen: isst er noch gerne Hähnchen? Oder geht er zum Metzger um die Ecke und bestellt sich zwei halbe Semmeln mit zwei halben Scheiben Leberkäs? Meint Ihr es gibt Selbsthilfegruppen für depressive Hendlbudenbesitzer? „Hallo, ich bin der Franz und ich bin auch Hendlgriller!“ – Und alle im Chor: „Hallo Fraaaanz!“

Ich hatte heute wirklich Mitleid mit dem Hendl-Mann. Ich war beinahe soweit dass ich ihm zumindest ein „eisgekühltes Spreit“ abgekauft hätte. Aber ganz ehrlich, sein Anblick war kein schöner. Und hässlichen Menschen kauf ich ungern was ab das ich mir nachher einverleibe. Also hab ich’s gelassen.

Und heute Abend, wenn ich schlafen gehe, werd ich mal wieder beten. Und dem lieben Gott danken, dass ich so einen tollen Job habe.

In diesem Sinne,

knusprige Grüße

Eure Chicken Mc Praline