Auch Kopfschütteln hält das Hirn in Bewegung.

Manche Tage muss man einfach löschen. Ich lösche hier und heute feierlich den 28.7.2008.

Zwei Stunden warten beim Arzt nur um in einen Becher zu pinkeln.

Kopfschütteln zum Ersten. Ein Patient im Wartezimmer labert mich voll, dass er seit gestern auf beiden Augen nichts mehr sieht. Zwei Minuten später macht er mir ein Kompliment für meine schönen Schuhe.

Drei Euro für eine Butterbreze beim Bäcker gezahlt. Bio-Bäcker.

Kontoauszug bekommen. Schöne runde Summe Minusgeld. Juhu.

E-Mail bekommen. Das Handy das ich vor vier Wochen versteigert habe ist kaputt. Typ will die Kohle wieder.

Kopfschütteln zum Zweiten. Es gibt Leute die mit ihren Hunden rückwärts reden. Damit normale Sprache den Hund nicht verwirrt. Ja nee, is klar.

Mein Bruder ist immer noch Vegetarier.

Mein bester Freund kommt vorbei. Es ist erst halb fünf, also trinken wir Kaffee.

Hausmeister kommt, repariert mein Rollo und, Kopfschütteln zum dritten: bittet mich, MICH, einen Virus von seinem Computer zu entfernen. Klar, logisch, immer gerne.

Anruf aus Absurdistan. Meine Bewerbung wurde abgelehnt.

Mein bester Freund kommt noch mal vorbei. Jetzt trinken wir Bier. Jede Menge gutes, ehrliches Augustiner.

Bin betrunken. Kann nicht schlafen.

Strg-Alt-Entf. Task beenden. Danke fürs Gespräch.

Ich steh auf, putz mir die Zähne und frag mich was wohl heute passiert.

Ich rede ab jetzt auch rückwärts. Dann bin ich vielleicht auch weniger verwirrt.

Ni meseid Ennis,

nella nenie nellovrednuw Gat.

Erue enilarp, latot trriwrev

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Wenn echte Helden knapp dem Tod entrinnen….

Männer sind lustig. In ihrem stetigen Kampf um die Rolle des Alphamännchens rasen sie mit 220 Sachen über die Autobahn, stürzen sich aus Flugzeugen, organisieren Surival-Camps und selbst die weniger risikofreudigen unter ihnen zeigen uns ihre sagenumwobene Stärke wenigstens dadurch dass sie in der Muckibude beim Bankdrücken ordentlich transpirieren. Was auch immer, es gilt: „Der Mann- das starke Geschlecht“.

Wehe nun aber wenn ein starker Mann krank wird. Dann gerät die Welt aus den Fugen. Schon ein klitzekleiner Schnupfen fesselt ihn tagelang ans Bett, von einer ausgewachsenen Grippe ganz zu schweigen. Da sind dann wir Mädels wieder gefragt und müssen für unser armes krankes Hasi zur Apotheke laufen, literweise Tee kochen und alternative Heilmethoden für den sehr wahrscheinlichen Ahugahagahuga-Virus googeln. Und natürlich eimerweise vollgerotzte Taschentücher entsorgen, vorsorglich bei der Schwiegermutter anrufen und ihr mitteilen dass sie umghend vorbei kommen muss, denn ihr armer Sohn liegt ja im Sterben, und zwischendrin wenn uns noch Zeit bleibt, müssen wir unseren armen todkranken Schatz natürlich noch hutschen und heitschen und ihm immer wieder sagen wie gemein doch die Welt und was er doch für ein armes armes krankes Ding ist.

Männer sind einfach so. Die Natur hat sich schon etwas dabei gedacht, dass Frauen einfach schmerzresistenter sind. Stellt Euch mal vor wir würden genauso jammern wie die Männer! Jeden Monat müssten wir uns krankschreiben lassen weil wir ja heulschluchzjammer unsere Tage haben.  Die Menschheit wäre längst ausgestorben, weil wir keine Kinder mehr kriegen würden, tut ja soooooo weh! Und selbst wenn nicht, dann wäre die Welt eine ziemlich häßliche, denn mit Brauen zupfen und Beine wachsen wär ja dann auch nix. Habt Ihr einem Mann schon mal ein Haar ausgezupft oder ihm einen Pickel ausgedrückt? So laut schreit nicht mal die komische Alte im Exorzisten, ich sags Euch!

Männer und Krankheit, das ist ein ganz eigenes Thema. Wenn ein Mann zum Beispiel zum Arzt muss, dann informiert er sich natürlich erstmal über die beste Adresse am Platz. Ein Arzt bei dem man sofort einen Termin bekommt, kann kein guter Arzt sein! Also wartet unser Held drei Monate auf einen Termin, nur um ihn dann noch um weitere drei Monate zu verschieben. Natürlich aus Gründen, die mehr als verständlich sind: das Auto muss zum TÜV, der Hamster vom Chef hat Geburtstag, oder aber bei Burger King hat’s so lecker nach Käse gerochen. Dass sich unser Schnucki letztendlich einfach nur fürchtet wie ein kleines Kind vorm Schrankmonster, das würde Schnucki nie zugeben.

Klar, so ein Termin beim Zahnarzt beispielweise, ist natürlich nicht lustig. Auch wir Frauen sind da nicht sonderlich scharf drauf. Aber wir gehen halt einfach hin. Wir machen einen Termin, halten diesen ein, putzen uns die Zähne, lesen im Wartezimmer die Bunte oder die Gala und wenn der Onkel Doktor dann soweit ist, lassen wir uns unsere Beißerchen untersuchen und gut ists. Wenn er bohren muss, ja dann muss er halt bohren. Wofür gibts die gute alte Betäubungsspritze? Ziept ein bisschen und danach sabbert man zwei Tage lang, aber dafür tuts auch gar nicht weh. Die Männer sind da anders. Wenn sie den fünften, siebten oder einundzwanzigsten Termin nun endlich wahrnehmen (irgendwann triumphiert halt doch die Vernunft über den Schmerz), dann gehts los. Termin um 10 Uhr. Um 9.30 Uhr hat unser Held schon 17 Zigaretten geraucht. Langsam macht er sich auf den Weg. In der Praxis angekommen würde er am liebsten anfangen zu weinen, doch weil die Sprechstundenhilfe so süß ist, kann er es sich noch verkneifen. Im Wartezimmer blättert er verkrampft in „Diver’s World“ oder einem anderen Heft mit bunten Bildern. Da müsst Ihr mal aufpassen, für Männer gibt es in Zahnarztpraxen nur Bildmagazine. Eben weil sie viel zu nervös sind um auch nur ansatzweise einem Text folgen zu können. Jedes Mal wenn die Sprechanlage knackt, Herzstillstand! Aber zum Glück, es war noch nicht sein Name der da aufgerufen wurde. Unser Held stellt sich vor, was gerade in den Behandlungszimmern abgeht und ihm erscheinen verzerrte Bilder von mittelalterlichen Gemetzeln. Gerade als er ganz entschlossen aufsteht um die Praxis unter einem Vorwand wieder zu verlassen, wird sein Name aufgerufen und die süße Maus vom Empfang führt ihn in einen Behandlungsraum. Zitternd setzt er sich auf den großen furchteinflößenden Stuhl, und spätestens als ihm Miss Zahnarzthelferin 2008 dieses seltsame Lätzchen umbindet, ist es mit seiner Männlichkeit dahin und mit einem riesengroßen Kloß im Hals verdrückt er sich die Tränen. Der Arzt kommt herein, sein Handschlag gleicht dem eines Metzgers und unser Held sackt in seinem Monsterstuhl in sich zusammen. Der Zahnarzt fängt an sich im Mund unseres Helden umzusehen und diktiert seiner Assistentin die uns allen immer wieder unverständlichen Zahn-Koordinaten. Sauger und Bohrer werden herangeschoben, und spätestens jetzt ist Schluss: „Vollnarkose oder ich bring Dich um!“ Unser Held ist am Ende, unterschreibt die Einweisung in die Klinik für die Totaloperation und fährt erschöpft aber glücklich wieder nach Hause. Abends will er dann natürlich Sex, schließlich ist er ja jetzt wieder Mr. Testosteron Himself, knapp dem Tod entronnen und eben ein echter Held! Und wehe du sagst ihm dann “ Schatzi, heute nicht, ich hab soooooo Migräne!“ Dann heißts bloß: „Mensch, Ihr Frauen stellts Euch wegen dem bissl Kopfweh vielleicht an!“

In diesem Sinne schöne Grüße an alle kranken Männer und deren Pflegerinnen!
Eure Dr. med. Praline Killer

Polnisches Fertighaus-Gesicht

Auch auf die Gefahr hin dass es Euch schon zum Hals raushängt, aber ich kann nicht schlafen.  Und langsam nimmt es Ausmaße an, die nicht mehr lustig sind. Also, naja, eigentlich sind sie schon lustig, drum erzähl ich Euch ja davon 😉

Ich bin auf dem besten Wege in der Klapse zu landen. Gab es früher („früher“ bedeutet nichts anderes als vor zwei Wochen und länger, also die Zeit wo ich noch selig schlummern konnte und mein einziges Problem fiese Träume von flambierten Friedenspfannkuchen waren…), früher also gab es Tage, da stand ich morgens auf, guckte in den Spiegel und wusste, es war ein „Bad Hair Day“. Die Frisur wollte nicht sitzen.  Momentan ist meine Frisur allerdings das geringste Problem. Das Etwas da auf der anderen Seite grinst mich hämisch an und manchmal, wenn es um mich rum ganz leise ist, kann ich es sogar lachen hören. (Das ist wie bei den Schlümpfen, wisst Ihr noch? Da musste man auch immer ganz ganz leise sein, damit man sie hören konnte. Sehen konnte ich sie leider nie….) Auf jeden Fall ist das grinsende Ding da in meinem Spiegel höchstens noch ein abgewrackter Abklatsch meiner selbst, meine Haut ähnelt den Porenbetonsteinen polnischer Fertighäuser, der Pickel auf meiner Stirn glänzt wie frisch gebutterter Rosenkohl und meine süßen braunen Rehaugen haben sich in winzige rosarote Schweinsäuglein verwandelt. Immerhin sagt meine Mutter heut morgen zu mir:

„Hey, aber Augenringe hast Du gar keine!“ Wie tröstlich. Die hab ich nur nicht weil  Dr. Eckstein und Margret Astor mir freundlicherweise mit Augenbalm und einem guten Concealer zur Seite stehen.  Nun, wer mich kennt, weiß dass ich da nicht so bin. Ich kann sehr wohl meinen Müll auch mal ungeschminkt rausbringen oder im Jogginganzug an der Tanke Kippen kaufen. Nur mehr auch schon nicht. Eine gewisse Grundeitelkeit sollte sich jede Frau erhalten, sonst ists gleich vorbei mit der Weiblichkeit und wir könnten den ganzen Tag biertrinkend und furzend daheim rumliegen und Vera am Mittag gucken.  So hab ich nun also das Problem, dass mir, fix und alle wie ich bin, irgendwie schon danach wäre, von morgens weg im Schlafanzug auf der Couch fernzusehen, Schokolade zu essen und eine Million Zigaretten zu rauchen. Nur kann und will ich mich so einfach nicht ertragen. Also bleib ich tapfer, kleister mir morgens meine fahle Visage zu, dreh mir die Haare ein (danke liebe Conny an dieser Stelle für den Tipp damals mit dem Wasserkocher. Ich fühl mich Dir diesbezüglich mein Leben lang zu Dank verpflichtet ;-)! ), such mir was Nettes zum Anziehen raus und wähle die passenden Schuhe. Mööööp! Schuhe! Je unglücklicher Frauen sind, desto höher wählen sie ihre Absätze. Weiß jeder, und macht ja auch Sinn. Ein müder Blick, blasse pickelige Haut, was könnte da das Selbstbewusstsein noch retten, wenn nicht die geilen schwarzen Hammer-Stilettos mit dem 8 cm- Absatz. So weit so gut, nur hatte ich genau die gestern an, als ich feststellen musste dass der extreme Schlafmangel inzwischen schon zu Koordinationsschwierigkeiten bei der Grobmotorik führt. Zwei kleine Stufen und zack die Bohne! Da wär sie auch schon gelegen, die Steffi. Zum Glück stand eine Palme im Weg an deren Topf ich grad mal noch so bremsen konnte. Stellt sich jetzt also die Frage ob ich nicht lieber auf den großmütterlichen Bequemschuh umsteigen soll. Was meint Ihr Mädels, am Samstag beim Geburtstag, ich im kleinen Schwarzen und mit Gesundheitslatschen? Macht Ihr mir zuliebe mit und wir kreieren einen neuen Trend?

Bin auf Samstag eh sehr gespannt. Ich soll ja Alkohol meiden *hihi* Kann mir jemand verraten wie das geht? Wenn ich schon nicht schlafen kann, dann will ich wenigstens saufen dürfen! Wo bleibt denn da der Spaß menno. Außerdem brauch ich ein zwei Weinderl, um mich überhaupt mit den Anwesenden unterhalten zu können, denn neben dem Verlust meiner grobmotorischen Fähigkeiten (im übrigen auch der feinmotorischen, is eh klar, was meint Ihr wie sehr ich mich beim tippen gerade auf asdf jklö konzentrieren muss…) hab ich inzwischen auch Probleme beim Sprechen. Der sprichwörtliche Knoten in der Zunge, ist übrigens suuuuper wenn Kunden anrufen und ich schon mal zwei Minuten brauch um mich überhaupt zu melden. Zur Bäckerin heut morgen sag ich „Auf Wiederhören“ und ich verwechsel auch die Namen meiner Mitmenschen dass es peinlicher gar nicht mehr geht.  Meine Frühstückszigarette wollte ich heut morgen übrigens mit dem Flaschenöffner anzünden. Also, ich denke Ihr versteht, oder?

Morgen hab ich wieder nen Termin beim Doc. Und diesmal geh ich nicht weg, bevor ich nicht ein mörderblinkidunkimäßiges Schlafmittel verschrieben bekommen hab. Wenns nötig ist, werd ich mich wie ein quengelndes Kind an der Supermarktkasse in Dr. Schubecks Praxis auf den Boden schmeissen und heulen und schreien. Wobei da natürlich die Gefahr einer Zwangseinweisung besteht. Aber das riskier ich. Für Euch. Aus der Klapse kann ich nämlich bestimmt viele lustige Geschichten schreiben.

In diesem Sinne, psychopathische Grüße

Eure Klapsenpraline

Blutbildbesprechung bei Tim Mälzer

Ihr wisst ja, ich kann seit Taaaagen schon nicht mehr schlafen. Seit exakt einer Woche tu ich nachts kaum ein Auge zu. Deswegen war ich nun also beim Onkel Doktor. Der hat mich in den Handrücken gepiekst, weil er sonst keine Venen gefunden hat ( „Sie trinken zu wenig!“- Ääääh… das glaub ich nicht… der sollte mal in meiner Stammkneipe nachfragen! Nee, is klar, ich trinke zu wenig WASSER!) und mein kostbares Blut ans Labor geschickt. Cool irgendwie wenn man da mal drüber nachdenkt, dass irgendein unterbezahlter Kurierfahrer MEIN Blut nachts durch finstere Gassen kutschiert, Wahnsinn, oder?

So weit so gut, heute war dann große Blutbildbesprechung. Ich hab mich also schick gemacht, weil wann geht man denn schon zu einer Blutbildbesprechnung, ist ja schließlich was Besonderes,  und ich hatte mir so gewünscht dass der kleine dicke Mann sagt „Mädchen, Sie haben einen Eisenmangel. Essen Sie ein bisschen mehr Spinat und Sie werden wieder schlafen können!“ Nix da.  Erstmal fragt er mich (und ich konnte nicht umhin seine Schadenfreude zu bemerken) ob ich denn inzwischen schon geschlafen hätte. „Ja“ sag ich, “ in halbstündigen Etappen schaff ich etwa vier Stunden pro Nacht. Von Samstag auf Sonntag hab ich durchgeschlafen, das war aber vermutlich nur weil ich da in der Sauna war.“ ( Und mir danach ein paar Bier hinter die Binde gekippt hab, aber das hab ich dem Onkel natürlich nicht gesagt.) Gut, also weiter zu meinem Blut. „Ihr Blut ist zu dick. Sie trinken zu wenig!“ – Hallo? Das weiß ich schon! Will er nochmal zapfen, soll ichs ihm beweisen dass ich nun versuche jeden Tag literweise Wasser in mich reinzuschütten (das ohne Blubber!) und mittlerweile nahezu jede öffentliche Toilette in Landshut und Umgebung kenne?  Also gut, ich trinke zu wenig, habt Ihr das alle mitbekommen? Bitte also künftig zu jedem Kaffee ein Wasser, zu jeder Weinschorle ein Wasser, zu jedem Schnaps ein Wasser. Hurra!

„Ansonsten ist bei Ihnen nix auffällig.“ Hmmm… echt? So gaaar nix? Das ist ja mal ein Kompliment hey. Sag ich nächstes Mal beim weggehen auch, wenn mich ein Typ angräbt: „Hey, lieb dass Du Dich für mich interessierst, aber an Dir ist mal so gar nix auffällig…“ Pah! Was meint der blöde Weißkittel eigentlich wer er ist? Ach so, der redet ja von meinem Blut. Also, ruhig bleiben. „Äh, das heißt also, Sie haben nichts gefunden das die Schlaflosigkeit verursachen könnte?“- „So kann man es sagen. Ihr Werte haben sich zum letzten Mal nicht verschlechtert, im Gegenteil, die beiden, die vor einem halben Jahr noch schlechter waren, sind sogar besser. Ihr Blut sagt, Sie sind kerngesund!“ Ja prima, da freu ich mich natürlich. Nur löst das mein Problem jetzt mal überhaupt nicht. Typisch ich, jeder andere wäre froh wenn er erfährt dass alles supi ist und er nicht an lebensbedrohlichem eitrigen Haarspitzenkatarrh leidet und ich nörgel rum weil Onkel Doc nix gefunden hat. Mein Halbgott in Weiß bemerkt meine Verzweiflung und nimmt sich ihrer liebevoll an: “ Haben Sie denn Stress im Moment? Irgendwelche Probleme die Sie belasten?“ Ja verdammt, hab ich! ICH KANN NICHT SCHLAFEN! Und das ist ein PROBLEM das bei mir ordentlichen STRESS verursacht, der mich sehr wohl BELASTET! Kann ich ihm so natürlich nicht sagen, also lautet meine Antwort: „Nein, eigentlich nicht!“ – „Wann waren Sie denn das letzte Mal so richtig im Urlaub?“ Ich muss lachen. 2001 Herr Doktor, Spanien. Und seitdem nicht mehr. Und ich kann auch nicht fahren weil ich meine letzen Euros soeben in Schuhe, Unterwäsche und ein Wii Board investiert hab. Sag ich ihm natürlich auch nicht. „Äh, nun, ja, äh, das ist schon ein bisschen her!“ – „Dann nehmen Sie sich jetzt einfach ein paar Tage frei, spannen ein wenig aus, unternehmen ein bisschen was. Und essen Sie gut! Zur Zeit gibts so tolle Erdbeeren, trinken Sie Erdbeermilch, ganz frisch.

Blutbildbesprechung bei Tim Mälzer © Foto by martini Essen Sie Geflügel, viel Eiweiß!“ Äh hallo? Ist das hier mein Hausarzt oder Tim Mälzer? „Treffen Sie Freunde, unternehmen Sie schöne Dinge, genießen Sie die Sonne! Und meiden Sie Alkohol!“ Suuuper Doc, treffen Sie Freunde aber meiden Sie Alkohol, wasn das fürn Witz?  Und überhaupt, welche Sonne? Sonne, was ist das? Man munkelt ja dass es vor vielen vielen Jahrmillionen mal so einen großen leuchtenden Ball am Himmel gegeben haben soll…. der alte Doc lebt wohl ziemlich in der Vergangenheit…. Sonne! Pah, zehn Minuten am Tag vielleicht! Außer ich geh ins Solarium, aber dann steh ich in zwei drei Jahren wieder in seiner Tim-Mälzer-Praxis und er erklärt mir dann wie nachteilig sich Hautkrebs auf meinen Schlaf auswirkt…

„Ja gut Herr Doktor, dann werd ich nun also versuchen ein bisschen ruhiger zu machen. Kann ich denn sonst noch irgendetwas machen? Was ist mit Baldrian und diesen Hopfentropfen die Sie mir gegeben hatten?“ – „Können Sie weiternehmen, die Tropfen bis sie alle sind und das Baldrian können Sie ruhig auch noch mehrere Wochen einnehmen. Es wirkt beruhigend auf den gesamten Organismus und hat keinerlei Nebenwirkung.“ Ja nee, is klar, wie sollte es auch, Nebenwirkung heißt ja Nebenwirkung weil sie neben einer Wirkung auftritt. Und von der spür ich mal gar nix. Aber gut, ess ich halt weiterhin die rosaroten Pillen mit dem Hirten und dem Schaf auf der Packung und glaub ganz fest daran dass ich damit die Weltherrschaft wieder an mich reißen kann. Und was die Hopfentropfen angeht, naja, da mach ich mir lieber ein gepflegtes Bier auf.

Ich hätte die zehn Euro Praxisgebühr wohl lieber in einen Kinobesuch oder einen Mozartkugel-Eisbecher stecken sollen. Wäre mit Sicherheit entspannender gewesen. Und schmerzfreier, weil, ganz unter uns, ich bin ja beim Blutabnehmen die Obermemme schlechthin. Da darf nur der Chef persönlich ran (was meint Ihr wieviele hochmotivierte Arzthelferinnen ich schon zur Verzweiflung getrieben hab?) und der auch nur unter Gejammer und Gezeter. Grad dass er mir nicht danach einen Lolli schenkt weil ich so tapfer war! 😉 Das einzig Gute an so einem Arztbesuch ist immer das Wartezimmer. Da kann man mal wieder hemmungslos in der „Bunte“ blättern, die genervte Frau mit ihren drei kleinen Kindern anlächeln und dabei ein Stoßgebet zum Himmel schicken dass man selbst noch kinderlos ist, man kann sich in unauffälligem Abwenden üben weil der Opa neben einem einfach ganz übel riecht und man kann beim lustigen Patientenquiz mitraten welcher Name das denn nun eben war der da fiepsig durch die Sprechanlage geknackt kam. Ein Heidenspaß ist das!

Ich werde nun morgen meinem Chef eröffnen dass ich aufgrund meiner schlechten Gesundheit drei Wochen auf Firmenkosten auf die Malediven fliege und dass er bitte in der Zwischenzeit mein Büro Feng-Shui-gerecht umzubauen hat. Danach fahr ich nach Hause, mach mir ein paar Wiener warm und ruf die Mädels an, ob sie mit mir einen Entspannungskaffe (wohlgemekrt mit einem Glas Wasser dazu) trinken gehen. Und mit denen sitz ich dann einen ganzen Abend zusammen, wir lästern ein bisschen und dann ist meine kleine Welt wieder in Ordnung. Hoffe ich zumindest. Ob das mit den Malediven klappt weiß ich noch nicht. Aber die Mädels haben sicher einen Plan B.

In diesem Sinne Gute Besserung,

Eure blutleere Praline