Mein Freund, der Ringo!

Genau heute vor 50 Jahren traten die legendären Beatles zum ersten Mal in Deutschland auf. Gut, dass ich da nicht live dabei war, versteht sich von selbst. Nicht mal meine Eltern können mir davon berichten, denn die waren selber noch nicht mal im Kindergarten zu der Zeit.

Umso erstaunlicher, dass die Jungs trotzdem ihren Weg in meine Plattensammlung gefunden haben. Ich meine, hallo: „The Beatles“, was für ein seltsamer Name… da sind doch mal wieder 5 Euro für die „Miese-Wortspiel-Kasse“ fällig! Andererseits, angefangen haben sie ja 1956 unter dem Namen „The Quarrymen“, benannt nach ihrer Schule, der Quarry Bank Highschool. Das klingt in ungefähr so erfolgsträchtig wie „Die Hinterskirchner Hauptschul-Jungs“, also tut mir ja leid, ne. Später nannten sie sich dann mal „Johnny and the Moondogs“, uh yeah, was für eine Verbesserung: Johann und die Mondhundis, toller Name, oder? Irgendwann hatte John Lennon dann eine gigantische Vision, wie sich an folgendem Zitat schön nachlesen lässt:

„Viele Leute fragen, was sind Beatles? Warum Beatles? Hä? Beatles? Wie seid ihr auf den Namen gekommen? Also werden wir es Ihnen sagen. Der Name entstand in einer Vision – ein Mann erschien auf einem brennenden Kuchen und sprach zu ihnen: ‚Von diesem Tag an seid ihr Beatles, mit einem «A»‘. Vielen Dank, Herr Mann, sagten sie, um ihm zu danken.“

– John Lennon: Mersey Beat, 1961

Schon klar Johnny, muss ein geiles Kraut gewesen sein, damals! Doch ich finde, mit dieser Vision haben die Jungs dann doch noch irgendwie die Kurve gekratzt, also so Corporate Identity-mäßig. Passt auch viel besser auf ein T-Shirt als „Johnny and the Moondogs formerly known as The Quarrymen“, brennender Kuchen hin oder her.

Die Musik der Pilzköpfe ist aber halt schon irgendwie immer noch der Hammer. Gut, bei manchen Texten braucht man schon einiges an philosophischer Geduld, ich hab zum Beispiel immer noch nicht begriffen was die Lucy im Himmel mit den Diamanten macht oder warum die Erdbeerfelder ewig stehen…. ist aber auch egal, ich hör einfach zu und freu mich dass es so schön klingt.  (Und nein, ich war nicht auf einer Waldorfschule…ähem!)

Als quasi erste Boyband der Welt sind die Fab Four ja vollends eingeschlagen. Und wenn ich mir heute diese Retorten-Tunten alias Take That, Backstreet Boys, N-Sync und wie sie alle hießen so anschau, dann kann ich eigentlich nur heulend eine CD von den Beatles auflegen und dem lieben Gott dafür danken, dass er wenigstens Robbie Williams, die geile Schnecke, noch mit ein bißchen Hirn gesegnet hat und ihn die „Babe“-schmachtenden Transentrolle verlassen ließ. (War „Babe“ nicht eigentlich das süße kleine Schweinchen, das immer zu seiner Mama wollte?)

Zum Glück verschwinden diese kommerziellen Musikmoden immer schnell wieder und, Gott sei’s gedankt, entwächst jedes Mädchen auch mal der Pubertät und besinnt sich dann auf die drei wichtigsten Dinge, die Frau im Leben haben muss: Verstand, Humor und eine Beatles-CD im Schrank.

In diesem Sinne, bevor mir jetzt noch ein weiser Mann auf einem brennenden Kuchen erscheint,  schenk ich Euch lieber noch ein Lied zum Jahrestag der vier Jungs aus Liverpool. Und weil die Auswahl schier unerschöpflich ist, hab ich eins gewählt, das bei Pralinchen und ihren Mädels ganz oben auf der Wunschliste steht, wenn es bald wieder Live-Abende mit dem Mann gibt, der sogar seine Kneipe nach einem Beatles-Album benannt hat, aber das ist eine andere Geschichte…. 😉

So long, good luck and good bye.

Eure Musikpraline

 

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