Der Fremdgänger

Boah, könnt‘ ich mich schon wieder auuuuuuufregen!

Also eigentlich wollt‘ ich heute ja einen offenen Brief an die Außerirdischen schreiben, immerhin hab ich Todes-Panik, dass der arme kleine Kerl, den sie da in Mexiko gefangen haben, irgendwo noch viel außerirdischere Eltern hat, die jetzt mit einer Armada von hyperintelligenten extraterrestrischen Lebensformen die Erde angreifen, um den Tod des kleinen Ausreißers zu sühnen. Ich muss das aber leider vertagen, weil mir eben in den RTL-Mittagsnachrichten noch was viel Schlimmeres untergekommen ist als dämliche Riesenratten und besoffene mexikanische Bauern:

Der FREMDGÄNGER. Habt Ihr schon gehört vom Fremdgänger? Also ich hätt‘ mich ja eben wegschmeißen können, wobei ich nicht so genau weiß, ob vor Lachen über den dämlichen Trottel oder aus Scham über eine meine Geschlechtsgenossinnen…. aber bitte, hier erst mal die Fakten:

Da ist also dieser Typ, irgendwo in Virginia, und bescheißt seine Alte. Und der Tussi fällt darauf nichts Blöderes ein, als zu sagen, naja, macht ja nix, jetzt stellst Dich mal nen Tag lang an die Kreuzung und bereust, und dann is‘ alles wieder gut, Schatz. Der Typ, er heißt übrigens William, denkt sich, cool, wenns weiter nix is‘, mach ich das eben, dann gibt die Olle Ruhe und ich kann schon morgen die Nächste knallen… tja, nun steht er da, der Willi!

Aber mal ehrlich, diesem dummen Weib gehören doch die Augen ausgekratzt, oder? Ich mein hallooo? Der Typ hat Dich beschissen, Süße! Fremdgevögeltpiiiiept! Mir würden da ganz andere Sachen einfallen als den einfach mal ein paar Stunden an ’ne Straßenecke zu stellen und ihm womöglich das Schild dazu noch selber basteln, ja gehts noch oder was? Was denkst Du Dir, liebe Betrogene, das spricht sich rum und wird in kürzester Zeit zum Freifahrtschein für alle Typen, Du glaubst doch nicht im Ernst, dass diese „Bestrafung“ auch nur irgendwas bringt? Im Gegenteil, die Jungs finden das wahrscheinlich noch super und verabreden sich bald zu „Ich-bin-fremdgegangen-und-muss-nun-mit-einem-doofen-Schild-an-der-Straße-stehen-Partys“, wo es dann neben reichlich Bier und Pizza wahrscheinlich auch noch jede Menge blonde Boxenluder gibt! Männer sind vielleicht doof, aber so doof nun auch nicht. Ich mein, überleg‘ mal, kennst Du EINEN Mann, der sich nicht lieber acht Stunden an ne Hauptverkehrsstraße stellt als mit Dir zu IKEA zu fahren oder dabeizusein, wenn Du Deine siebenunddreißig besten Freundinnen zum Kaffeeklatsch einlädst? Künftig entkommen alle unsere Jungs diesen uns für unsere Beziehungen so wichtigen Aktionen, indem sie einfach nur sagen: „Schatz, sorry, ich hab gestern ne andere gepoppt, ich stell mich eben mal runter an den Kreisverkehr, bis heute Abend bin ich wieder da, was gibt’s zu essen?“

Nee, nee, nee. Also so nicht. Ein bißchen Stolz hat Frau doch schon noch. Du kannst ihm die Koffer packen, Du kannst mit seiner Zahnbürste das Klo putzen, von mir aus ruf bei seinem Chef an und meld ihn krank wegen Hämorrhoiden, aber bitte bitte lass‘ ih nicht mit so ’nem Kinderkram davon kommen. Ich schäme mich für Dich, Süße, ehrlich.

Am liebsten würd‘ ich auf den Schock jetzt nen Tequila trinken, aber ich weiß nicht ob das so gut ist, die Mexikaner jetzt zu unterstützen, wo doch die Aliens bald einfallen…. ich glaub ich trink doch lieber nen ehrlichen bayrischen Blutwurz.

In diesem Sinne, Mädels, wenn Ihr heute an irgendeiner Straßenecke nen Typen stehen seht: Tretet ihm in die Eier, er hat’s verdient (und keine Angst, dass Ihr nen Unschuldigen trefft, es sind Ferien und die Schülerlotsen haben alle frei!)

Treue Grüße,

Eure Praline

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Heiter bis wolkig

Ein Buch mit dem Titel „Was Männer wirklich wollen“ MUSS man als Frau ja zumindest mal in die Hand nehmen. Könnte ja sein, dass außer Bier, Fußball und nie-mit-zu-Ikea-fahren noch andere Dinge drin stehen, und wir somit noch was lernen können.

Gekauft hab ich’s nicht, denn ganz ehrlich, so berauschend waren die Erkenntnisse von Sex-Expertin Hooper, ihres Zeichens ehemalige Professionelle, nun nicht. Dass Massagen antörnen können, ein gewisses Maß an Körperhygiene unabdingbar ist und dass ein süßer Cocktail sich auf den Geschmack sämtlicher Körperflüssigkeiten günstiger auswirkt als acht Bier und ein Zwiebelbrot, das war mir auch vorher klar.

Über einen Tipp bin ich jedoch beim Querlesen gestoßen, den ich Euch einfach nicht vorenthalten möchte. Nicht weil ich ihn empfehlen kann (hab’s nicht probiert, der REWE hatte gestern leider schon zu 😉 ), sondern weil mich interessieren würde ob Männer da tatsächlich drauf abfahren, ob’s schon mal irgendwer ausprobiert hat, ob die Mädels sich vorstellen könnten das zu versuchen und überhaupt: ich würd da einfach total gern mit Euch drüber diskutieren *lach*

Frau Hooper empfiehlt uns Mädels, für die ultimative  orale Verwöhnperformance an unserem Liebsten, einige Marshmallows in den Mund zu stecken, bevor wir uns an die „Arbeit“ machen. Die weiche, sich langsam in klebrige Creme verwandelnde Schaummasse soll ihm angeblich das Gefühl vermitteln, „in Wolken zu tauchen“. Ja nee, is klar, oder? Dann wissen wir ja was los ist wenn unser Schatz uns demnächst nur noch „meine kleine Wolke“ nennt…

Jetzt mal ernsthaft liebe Männer: Was ist denn dran an Frau Hoopers Wolkentheorie? Steht Ihr da echt drauf? Wollt Ihr allen Ernstes dass wir mit von Zuckerzeug vollgestopften Hamsterbacken vor Euch knien,  Euch die „Spirit-in-the-Sky“-Nummer machen und in einen Zuckerschock verfallen? Nicht wirklich, oder?

Vielleicht entspringt Frau Hoopers Tipp ja eher dem Acht-Bier-und-ein-Zwiebelbrot-Drama“. Weil in diesem Fall könnte ich mir so einen geschmacksneutralisierenden Marshmallow durchaus als sehr angenehm vorstellen. Aber sonst? Einfach so? Wegen der Wolken???

Andererseits trau ich den Männern ja inzwischen alles zu. Ich will nicht wissen wie viele arme Apfelkuchen damals nach diesem American Pie-Film ihr Leben lassen mussten. Warum also nicht auch mal mit Marshmallows experimentieren. Kann man danach immer noch überm Feuer rösten wenn’s nix war mit Wolken und so.

Nun ja, meine Lieben, erzählt mal was Ihr so davon haltet. Vielleicht gibt’s ja tatsächlich schon die ein oder andere Marshmallowexpertin unter Euch. Oder den ein oder anderen Wolkenfachmann. Klärt mich mal auf, ob es lohnt, sich beim nächsten Einkauf nach „Mäusespeck“ umzuschauen 😉

In diesem Sinne, klebrige Grüße

Eure Schaumzuckerpraline

Radio Gaga

Nachdem ich mit meiner blöden Schlachtschüssel von einem Auto in letzter Zeit ja nur Probleme habe, und nachdem ich im Laufen ja auch nicht so gut bin (mein Fuß schmerzt immer noch *ähem*) wurde mir heute Morgen ein wunderbares Ersatzfahrzeug anvertraut. Pralinchen ist nun die nächsten Tage mit einem echten Audi unterwegs. Opulente VIER Ringe statt der sonst mickrigen zwei Buchstaben. Der Wahnsinn!

Jedenfalls war ich mit genau diesem Audi heute früh unterwegs, und bedingt dadurch dass ich trotz Dunkelheit und Nebel und Berufsverkehr ja austesten musste was das Baby hergibt 😉 konnte ich mich auf der Autobahn schlecht um die Sendersuche am Autoradio kümmern. Soweit reicht nicht mal meine Konzentrationsfähigkeit. Also hab ich den voreingestellten Ö3 gehört. Und da lief dann ein kurzes Interview mit zwei Zukunftsforschern, die zur momentanen Bankenkrise Stellung genommen haben. Glaubt man den beiden Herren, dann wirkt sich die aktuelle Katastrophe letzten Endes mehr als positiv aus. Denn die Menschen werden sich nun wieder mehr auf traditionelle Werte konzentrieren. Beziehungen werden wieder wichtiger, Nachhaltigkeit wird das Thema der nächsten Jahre sein. Der Mensch wird sich auf das Wesentliche konzentrieren. Ok, böse Zungen könnten jetzt behaupten, wenn Du pleite bist, bleibt Dir ja gar nichts anderes übrig als Dich wieder mit Deinem Alten auf dem Sofa anzufreunden, denn die Kohle für Prosecco mit den Mädels is ja futsch. Und nachhaltig werden wir dann auch, is ja kein Geld mehr da um alle zwei Jahre ein neues schickes 15-Liter-Auto zu ordern. Aber nein. Sollte die Zukunftsforschung tatsächlich Recht behalten, dann wäre das doch schön, oder? Die Menschen hätten sich wieder lieb, man würde wieder ein bisschen enger zusammenrücken, zusammenhalten, die ach so moderne Unverbindlichkeit in Beziehungsdingen würde der traditionellen Partnerschaft wieder Platz machen und wir würden uns wieder eher den heimischen Kartoffeln widmen anstatt auf argentinisches Rind zu pochen. Wär das nicht was? Längst überfällig, oder?

Andererseits würde ich dann auch die kostenintensiven zwei Buchstaben, respektive „meinen“ neuen Audi gegen ein Elektroauto tauschen müssen. Ich würde für eine schnöde Butterbreze beim nachhaltigen Biobäcker drei Euro zahlen. Und argentinisches Rindfleisch ist doch eigentlich ziemlich geil. Hm, ist wohl gewöhnungsbedürftig diese ganze Trendwende.

Gewöhnungsbedürftig war auch die zweite Nachricht auf dem Ösi-Sender, nämlich die Hysterie um den Tod Haiders. Fühlte mich an Lady Di erinnert und dass dieser Vergleich hinkt, muss ich ja nicht erklären. Ich hab ja mal versprochen hier nicht politischer zu werden als nötig und ich versprech Euch, auch bald wieder einen lustigen Artikel zum Thema Nr. 1 (DREI Buchstaben 😉 ) zu posten (hab da einen phänomenalen Tipp gelesen…. Ich sag nur Marshmellows…. Ihr dürft gespannt sein!) aber der Wahnsinn um den Tod dieses Irren, darüber kann ich mich einfach nur aufregen. Unfalltod hin oder her, aber diesen Mann als Helden zu verehren finde ich schon äußerst fragwürdig. Aber gut, gibt’s ja auch bei uns genügend A****löcher, die jetzt sagen würden, das Pralinchen ist heute Morgen über eine Autobahn geheizt, die es ohne einen ebenso kranken, irren „Helden“ auch nicht gegeben hätte. Tja, manches Hirn reicht halt nur bis kurz hinter die Standspur.

In diesem Sinne, nachhaltige Grüße

Eure Raserpraline

P.S.: Ich starte meine ganz persönliche Trendwende indem ich mal wieder ein paar „HDLs“ verteile, nämlich an meine Mama, meine „beiden“ Papas, meine nachhaltigen Brudis (der eine Veganer, der andere Spritsparexperte 😉 ) und an alle meine Freunde!