Man spricht (Amts-) Deutsch!

Ich bin heute bei Stern.de auf einen lustigen Test gestoßen: „Verstehen Sie Amtsdeutsch?“ Klar dacht‘ ich mir, nachdem ich umschulungstechnisch die letzten Monate nahezu jedes Amt hier in L.A. und Umgebung abgegrast hab, kann das ja nicht so schwer sein… denkste!

Hier ein kleiner Auszug aus dem Sprachschatz der wohl nicht umsonst so gern belächelten Beamten:

Ohne Eintrag ins STAMMBUCH besitzt man keine LEBENSBERECHTIGUNGSBESCHEINIGUNG. Wir warten normalerweise an einer AMPEL, der Beamte wartet lieber an einer BEDARFSGESTEUERTEN FUßGÄNGERFURT. Im Schwimmbad müssen wir übers DREHKREUZ rein, Staatsbedienstete gehen lieber durch die PERSONENVEREINZELUNGSANLAGE! Eine RAUHFUTTERVERZEHRENDE GROßVIEHEINHEIT heißt bei normalen Menschen schlicht und ergreifend einfach nur KUH, und wenn Euch nächstes Mal der Nachbarsköter an den ZAUN pinkelt, dann könnt Ihr ihn wegen Beschädigung Eurer NICHTLEBENDEN EINFRIEDUNG drankriegen. Wartet aber mal lieber ab, weil vielleicht erledigt sich durch das Hundepieseln ja Euer UNKRAUT-Problem, bzw. Euer Problem mit der SPONTANVEGETATION. Die Jungs bei der Bundeswehr transportieren ihr ganzes Zeugs übrigens nicht mit SCHUBKARREN, nein, wenn die zum Beispiel mal ein RAUMÜBERGREIFENDES GROßGRÜN (=Baum) absäbeln und wegfahren, dann tun sie dies mit einem DREISEITENKIPPER. Und der BIOSENSOR (=Hund) schaut dabei zu….

Unglaublich aber wahr, und weil’s so schön ist, hier noch ein Fundstück aus dem Netz: „Rotkäppchen auf Beamtendeutsch!“

Wenn’s Euch gefällt, könnt Ihr’s ja ausdrucken und ein paar MEHRSTÜCKE, ääääh, KOPIEN an Eure Freunde verteilen. Aber ned des Copyright verletzen, weil sonst kommt der Herr Wachtmeister mit Biosensor und Schließzange (=Handschellen) und befördert Euch hinter die nächste nicht lebende Stacheldrahteinfriedung.

In diesem Sinne,

es existiert ein Interesse an der generellen Rezession der Applikation relativ primitiver Methoden komplementär zur Favorisierung adäquater komplexer Algorithmen.
(Warum einfach, wenn´s auch kompliziert geht?)

Ich geh‘ jetzt und ess einen TRANSPARENTPUDDING. Früher hieß das Götterspeise, aber is‘ ja auch Wurscht…

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Hape und die Currywurst oder: Warum Fellatio deutsche Gerichte entlastet

Leute gibt’s, die gibt’s gar nicht. Folgendes hab ich heute zufällig bei den msn-news entdeckt:

„Currywurst-Verfahren gegen Kerkeling eingestellt: Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf stellte ein Ermittlungsverfahren gegen den 43-Jährigen ein, der in seiner Fernsehrolle als Taxifahrer Günther Warnke am Steuer einmal eine Currywurst gegessen und einmal mit dem Handy telefoniert hatte. Ein TV-Zuschauer hatte ihn angezeigt, weil er darin ein schlechtes Vorbild für Fahranfänger gesehen hatte. „Es konnte keine Straftat festgestellt werden“, sagte Behördensprecher Johannes Mocken. Das Handy-Telefonat sei als Ordnungswidrigkeit verjährt. Auslöser waren zwei Folgen der RTL-Comedyserie „Hallo Taxi!“ vom April. In der Sendung spielt Kerkeling den nervigen Düsseldorfer Taxifahrer Warnke. Da die Folgen bereits geraume Zeit vor der Ausstrahlung gedreht worden seien, sei der Regelverstoß schon verjährt, sagte Mocken. Die Staatsanwaltschaft hatte zunächst ein Aktenzeichen anlegen müssen. In der Behörde herrschte laut Mocken anfangs Unklarheit, ob gegen Günther Warnke oder Hape Kerkeling zu ermitteln sei. „In der Anzeige stand der Name Warnke.“ Damit wäre die Abteilung für den Buchstaben W automatisch zuständig. Die Behörde habe jedoch sofort das Alias erkannt und den Fall dem Sacharbeiter für den Buchstaben K wie Kerkeling zugeordnet.“

Ich weiß nicht, worüber ich mich mehr wundern soll. Über den Zuschauer, der vor lauter Langeweile gern Promis denunziert, oder über die scheinbar heillos überforderten Beamten der Düsseldorfer Staatsanwaltschaft, die sich nicht einigen können ob sie jetzt einen Fall „W“ anlegen oder einen Fall „K“.

Ich glaube ich wundere mich mehr über den Zuschauer. Denn dass Beamte gern mal Zuständigkeiten innerhalb einer Behörde (manchmal sogar innerhalb eines einzigen Schreibtisches….) hin und her schieben, daran bin ich langsam gewöhnt. Ich warte seit ungelogen Mitte März auf eine Antwort der Bauaufsicht ob ich denn nun in meiner Einfahrt ein Werbeschild aufstellen darf oder nicht. Es geht um ein Schild von der Größe ein Meter mal eins fünfzig und weist lediglich auf in einem Wohnhaus vorhandene Geschäftsräume hin. Zuständig sind genau zwei Herren. Mit dem einen telefoniere ich wöchentlich, der andere war bereits hier und hat Fotos von meiner Einfahrt gemacht, um wie er sagt „die Sachlage zu prüfen“. Geprüft wird nun wie gesagt seit März. Ist ja auch nicht so einfach, immerhin geht es um sowas Komplexes wie ein Schild. Ein Schild mit Buchstaben drauf, dreifarbig, in einem Metallrahmen im Boden zu verankern. Was die Herren nicht alles benötigen um sich zu entscheiden: die genauen Abmessungen (also guuuut, es sind 1,05 m auf 1,52 m, sooooorry), die genauen Farben (ja, geb ich Ihnen: RAL 3000, RAL 9004, RAL 9007), den genauen Wortlaut und die Höhe der Buchstaben (äh…wie bitte? Die Höhe der Buchstaben? Auch die der Zahlen? Ach, die der Zahlen nicht, na dann is ja gut…). Gut, vielleicht finden die mein Schild einfach nicht schön genug. Vermutlich fordern sie jetzt dann noch eine produktionstechnische Unbedenklichkeitsbescheinigung des Schildherstellers an, müssen das Schild selbst noch der amtseigenen Rechtschreibprüfung unterziehen und wollen dann noch ein Bodengutachten, welches bestätigt dass so ein Metallrohr da auch sicherheitstechnisch einwandfrei befestigt werden kann. Ich fass es nicht.

Aber jetzt reg ich mich ja doch über die Beamten auf. Dabei wollte ich eigentlich was zu diesem irren Zuschauer schreiben. Es ist ja nicht ungewöhnlich dass manchen Leuten einfach so langweilig ist, dass sie nichts Besseres zu tun haben als sich in das Leben von anderen einzumischen. Kurios finde ich hier allerdings, dass der gute Mann ernsthaft Anzeige erstattet, weil er eine Ordnungswidrigkeit im FERNSEHEN!!! gesehen hat! Da ist die Wahrnehmung schon mal grob verzerrt irgendwie. Ich mein, überlegt mal, wenn ich jedes Mal die Polizei rufen würde wenn ich in der Glotze was Illegales sehe? „Sie Herr Wachtmeister, ich möchte bitte den Herrn Bond anzeigen, der hat grad ein Auto explodieren lassen. Außerdem sind die Jungs von Cobra 11 schon wieder viel zu schnell gefahren. Und überhaupt, in der Verbotenen Liebe hat die Uschi ihren schwulen Friseur vergiftet!“ Aber gut, scheinbar gibt es wohl tatsächlich irgendwo auf dieser Welt ein kleines heruntergekommenes Polizeirevier, wo sich strafversetzte Beamte um solche Wahnwitzigkeiten kümmern müssen. Manchmal mit Erfolg, denn Lucky Luke darf ja auch schon länger nicht mehr rauchen, in den neueren Folgen kaut er jetzt immer auf einem Grashalm rum. Da hat wohl so ein besorgter Mitbürger mal tatsächlich Recht bekommen.

Aber geht das an? Denunzieren wir jetzt schon fiktive Personen, nur weil wir so frustriert sind dass uns unsere Alte daheim nicht mehr ran lässt? Das ist nämlich glaub ich der Grund allen Übels. Einsame Herren mittleren Alters stellen sich stundenlang ans Küchenfenster und warten auf Action. Da ein Falschparker, da ein minderjähriger Raucher, da ein Hund der auf den Bürgersteig kackt. Würde die Gattin dem Armen vor Tagesschau und rheinischem Sauerbraten noch ein wenig Fellatio zugute kommen lassen wäre er viel entspannter und die kleinen Delikte des Alltags gingen spurlos an ihm vorüber. Aber nein, was würden denn die Nachbarn denken, lieber beschäftigen wir deutsche Gerichte mit der Ahndung phänomenal bekloppter Ordnungswidrigkeiten. Sind ja Beamte, können sich mit der Verhandlung selbiger ja Zeit lassen.

Ich für meinen Teil bin soweit dass ich jetzt dann mein Schild einfach ohne Genehmigung aufstelle. Aber dann gibt’s bestimmt den ein oder anderen sexuell inaktiven Nachbarn, der mich dann anzeigt.

In diesem Sinne, Hape, lass Dir Deine Currywurst schmecken! Ich ess auch oft im Auto. Und telefonier dabei, während ich versuche ganz elegant die Kippe im übervollen Aschenbecher auszudrücken und mir vom Rücksitz ne Cola zu angeln.

Polizeilich angeordnete Grüße

Eure Verräterpraline

Eselpreise auf Rekordniveau!

Ich gestehe, erstmal musst’ ich echt lachen: „… Hoher Ölpreis treibt die Eselnachfrage in ungeahnte Höhen. Preis pro Esel auf Rekord! Die steigenden Ölpreise treiben in der Türkei die Nachfrage nach Lastentieren in ungeahnte Höhen. Immer mehr Bauern lassen den Traktor stehen und steigen auf Esel um. Die Tiere sind in der Türkei nun heiß begehrt und knapp. Innerhalb eines Jahres stieg der Preis für einen Esel in Zentralanatolien von umgerechnet rund 26 Euro auf bis zu 180 Euro, wie die Zeitung «Zaman» berichtete. Die Zahl der verfügbaren Tiere wird immer knapper, was in Zukunft zu noch höheren Preisen führen könnte…“ (Quelle: www.mmnews.de).

Kurios, und doch so bitter. Der Eselpreis hat sich nahezu versiebenfacht, stellt Euch das vor! Hätte ich mal lieber in Esel investiert anstatt mein sauer verdientes Geld beim Wolfi an der Bar zu verprassen! Die Vorteile für so einen Esel liegen ja auf der Hand: er verbraucht nur etwa 4 Ballen Heu auf hundert Kilometer, hat ein enorm hohes Ladevolumen, ist steuerbefreit weil umweltschonend, hat eine endsstylishe Optik und so eine Vollkaskoversicherung für einen Esel kostet ja nun sicher auch nicht die Welt. Gut, er kackt Dir halt die Garage voll, das ist dann schon ein Nachteil. Aber hey, kannst ja alles trocknen, als Brennstoff nutzen und sparst Dir somit auch noch ne ganze Menge Heizöl!

Ich mach mich hier mal wieder lustig, dabei ist das Thema eigentlich bitterer Ernst. Ein jeder von uns spürt mittlerweile deutlich, dass alles teurer geworden ist. Egal wen du fragst, jeder jammert, dass am Ende des Geldes immer mehr Monat übrig ist. Ich selber ja auch. Aber wir Deutschen jammern halt auch so gerne. Wir können uns stundenlang drüber aufregen dass der Sprit nun wieder zwei Cent mehr kostet und im selben Atemzug bestellen wir bei der Resi noch a Maß Bier für acht Euro. Ein Liter schlecht eingeschenktes Helles für acht Euro! Hm, da regen wir uns komischerweise nicht auf. Der Liter Sprit ist da ja vergleichsweise ein Schnäppchen. Gut, im Normalfall kaufen wir auch ned 40 Maß auf einmal so wie das beim Benzin der Fall ist. Aber der Punkt ist noch ein anderer. Wir verzichten halt ungern. Und das nimmt inzwischen äußerst kuriose Ausmaße an. Wir sehen uns im Fernsehen Reportagen über Kinderarmut im reichen Deutschland an, und folgen den weinerlichen Schilderungen der vom Leben geplagten alleinerziehenden Hartz-IV- Mutti, während selbige sich gerade ihre siebenunddreißigste Kippe ansteckt. „Ja wenn ich mir meine Zigaretten nicht mehr leisten darf, dann kann ich mir ja gleich einen Strick nehmen!“ Gut, ich bin selber Raucherin und weiß eigentlich gar nicht warum. Würde ich das ganze in die Luft gepaffte Geld auf einen Haufen packen, hätte ich vermutlich schon die Anzahlung auf eine schöne Eigentumswohnung zusammen. Aber nee, Rauchen ist ja sooo entspannend. Unser kleiner liebgewonnener Pseudo-Luxus, den geben wir ungern her. Andererseits, ändert sparen was an der Situation dass mein Nettolohn immer weniger wird? Ich meine, jeder von uns geht mehr oder weniger hart arbeiten um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, darf er dann mit seinem sauer verdienten Geld nicht machen was er will? Klar darf er, nur darf er sich dann halt auch nicht beschweren wenns nie reicht oder später nix mehr da ist, wenn mal die Rente ansteht. Unser Oberfinanzguru stellt sich hin und sagt ganz einfach mal „ab 2011 haben wir keine Neuverschuldung mehr!“ Ja, klasse Ansage, wers glaubt wird selig. Was meint Ihr, wenn ich jetzt zu meiner Bank gehe und sage, „Du Herr Banker, ich borg mir mal eben ein paar hundert tausend Euro von Dir, versprech Dir aber, dass ich ab 2011 keine neuen Schulden mehr mache! Ganz großes Indianerehrenwort!“ Tja, der zahlt mir die letzten vierzehn Euro aus meinem Sumsi-Konto aus und dann lässt er mich wahrscheinlich einweisen. Naja, vorher dreht er mir noch nen Bausparer an, weil das versuchen sie ja immer. Du hast zwar keine Kohlen mehr um Deinen Dispo auszugleichen, aber Dein Banker rät Dir zum sparen, weil Vorsorge ist ja wichtig. Wenn du ihn dann fragst, worin der Sinn besteht, für 4% Sparzinsen 13% Überziehungszinsen auf Dich zu nehmen, grinst er nur blöd und drückt Dir eine bunte Broschüre in die Hand, die Dir „Wachturm“-gleich erklärt, wie furchtbar wichtig doch jetzt auch noch eine Kapitallebensversicherung für Dich als alleinstehende kinderlose junge Frau wäre. Manchmal kann man echt nur noch den Kopf schütteln und dann auf seinem Esel nach Hause reiten.

Eigentlich finde ich es ganz schön bitter, wenn in einem Land wie Deutschland Unwörter geschaffen werden müssen wie „Geringverdiener“, „Mindestlohndebatte“ oder „Niedriglohnsektor“. Die meisten von uns sind motiviert, halbwegs gut gebildet und würden gern was aus ihren Talenten machen. Aber die Motivation bleibt schnell auf der Strecke wenn Du nach hundert erfolglosen Bewerbungen den 5,50 €-Job im Supermarkt annimmst, weil keiner Deiner Wunscharbeitgeber mehr die Lohnnebenkosten für Dich finanzieren kann oder mag. Aber diese Diskussion würde jetzt zu weit führen, ich hab hier nach den Eseln schon wieder irgendwie den Faden verloren 😉 Sind wir mal lieber einfach froh, dass wir trotz Ebbe in der Kasse jeden Tag was zu tun haben, ein Dach über dem Kopf und uns eben ab und an den kleinen aber feinen Luxus gönnen können, sei er nun gescheit oder nicht. In so vielen Ländern der Welt siehts nämlich ganz anders aus, aber das brauch ich Euch ja ned erklären.

Und ab und an können so ein paar Monate im Niedriglohnsektor ja auch Spaß machen. Und zu schönen Freundschaften führen, gell lieber Leon? 😉

In diesem Sinne, verwirrte Grüße und ein fröhliches Ih-Ah!

Eure Sparpraline

P.S.: Ich werde meinem Chef jetzt dann vorschlagen, das Transportgewerbe an den Nagel zu hängen und auf Eselzucht umzusatteln. Weil bald boomt die Nachfrage nach Eseln sicher auch in Deutschland. Und dann steigen wir volle Lotte ins Esel-Leasing ein. Wenn Ihr also drüber nachdenkt, Euch einen Esel anzuschaffen, wendet Euch vertrauensvoll an mich! 😉

P.P.S.: Noch ein Fundstück: Die Landshuter Zeitung berichtet heute auch über den großen Inflationswahnsinn. Verglichen zum Vorjahresmonat ist Heizöl um 61,9% teurer, Diesel um 30%, Lebensmittel im Schnitt um 29%. Damit wir uns aber nicht aufregen, steht im Folgeabsatz aber gleich, dass auch die Superreichen leiden: Rennpferde kosten mittlerweile 14% mehr, ein mittelmäßiges Facelift 17% und ein handelsüblicher russischer Zobelpelzmantel 18%. Ja nee, dann bin ich ja wirklich beruhigt, dass es nicht immer nur „den kleinen Mann“ trifft 😉