Die Kullerpraline in der Mongolei

Soooo, jetzt ist Weihnachten auch wieder rum. Pralinchen hat schön mit ihren Liebsten gefeiert und kann, Oma sei Dank, nun sogar selber Spätzle machen. Tja, wer in meiner Familie an Weihnachten was zum Essen will, muss halt auch selber ran, gell!  (Liebe Oma, nein, ich finde nicht, dass mein Schatz mir zum Geburtstag eine Spätzlereibe schenken sollte. Ein Buch, ein Parfum, ein Ferrari, das wären alles tolle Geschenke, aber nein, eine Spätzlereibe definitiv nicht!)

Schön wars, auch wenn so ein besinnlicher Verwandtschaftsmarathon doch ganz schön anstrengend sein kann. Da muss man die ganze Zeit essen und Punsch trinken und essen und Schnaps trinken und essen und Likörchen trinken und essen und und und… zieh ich meine Beine ein, könnt‘ ich eine Kugel sein! Ja, so sieht’s inzwischen aus und wenn die Killer- jetzt nicht zur Kullerpraline mutieren will, dann ist ab morgen Schluss mit lustig. Naja, also hmpf… sagen wir ab übermorgen, für morgen ist ein lecker Chili con Carne aufgesetzt und Chips und jede Menge Alkohol eingekauft…. also übermorgen, aber dann ganz sicher. Versprochen. (Reste-Essen ist aber noch erlaubt, ok?) (Und Reste-Trinken!) (Und ein paar Weihnachtsplätzchen sind auch noch da, das fällt noch unter Reste, ok?….)

Eigentlich wollt‘ ich Euch aber ja gar nix von meinem temporären bis permanenten Gewichtsproblem erzählen. Schadet aber sicher nix, somit könnt‘ Ihr nämlich ab morgen übermorgen alle immer mal wieder nachfragen wie der Stand der Dinge oder die Zahl auf der Waage ist und mich motivieren die Kasteierei durchzuziehen. Und mich nötigenfalls auch gern verarschen, wenn sich nix tut. Wobei, das sag ich Euch dann natürlich nicht und dann müsst Ihr mich erstmal persönlich treffen und das wird nicht passieren, weil ich nämlich schon nimmer durch die Tür passe und somit nicht mehr raus kann und… und… und… ja. Genau. Also, motiviert mich doch bitte einfach.

Eigentlich wollt‘ ich Euch ganz was anderes erzählen. Hab nämlich ein wirklich irres Weihnachtsgeschenk bekommen, von meinem Schatz, der nicht nur um mich, sondern auch um meine (Aus-)Bildung besorgt ist und der mir doch tatsächlich einen “ Professor Globus“ unter den Weihnachtsbaum gelegt hat. Kennt Ihr nicht? Ist eine super Sache, ein mehr oder weniger handelsüblicher Globus, der aber mit einem elektronischen Spiel gekoppelt ist. Man muss mit einem angeschlossenen Stift sämtliche Länder, Staaten, Städte, et cetera pp auf der Erde finden und das innerhalb weniger Sekunden.  Da gerätst Du plötzlich in den totalen Super-Stress, nur weil Du (mal wieder…) nicht weißt, wo Dschibuti ist oder die Mongolei (mal wieder…) irgendwo bei Grönland vermutet hast! Ein Heidenspaß,ich schwör! Ach was, Doppel-Schwör! Auf der Verpackung steht „8-12 Jahre“, aber ich glaube damit ist keine Altersempfehlung gemeint, sondern die Zeit, die es braucht, bis man den vermaledeiten Globus aus dem Effeff beherrscht. Sogar meine geografisch äußerst bewanderte bessere Hälfte hat so seine Schwierigkeiten, allerdings ist er im Schnitt immer noch besser dabei als ich, die angehende Speditionskauffrau… naja, bis zur Abschlussprüfung hab ich ja noch ein paar Monate, und wenn mir der Herr Professor jetzt nicht mehr helfen kann, dann weiß ich auch nicht. Dann schul ich nochmal um. Auf Ampelwascherin oder Brezensalzerin…

In diesem Sinne, Dschibuti ist in Afrika. Die Mongolei in Asien. Und da bleiben die beiden hoffentlich auch, bis ich Professor Globus mal besiegt hab…

Ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch und ein erfolgreiches gesundes und für Euch hoffentlich diätfreies neues Jahr. Wenn ich die nächsten Wochen zickig bin, dann wißt Ihr ja warum 😉

Dicken Knutscher an alle.

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Das Huhn im Kuhstall

Liebe geht durch den Magen, heißt es. Deshalb hab ich meinem herzallerliebsten Schatz vor kurzem sein seit Jahren im Schrank stehendes aber noch nie benutztes Kochbuch abgeknöpft und gemeinsam erforschen wir nun die sagenhafte Welt der lukullischen Genüsse. Es gab schon phänomenale Rucola-Schupfnudeln, extremst hüftgoldfördernde Farfalle in Erbsenrahm mit Speck und Walnüssen und ein total geniales Würstchen-Gulasch mit Kartoffeln und Bohnen. Mmmhhh!

Und nachdem ich den herzallerliebsten Schatz nun schon vom Gemüseschnippler zum Fleisch-in-die-Pfanne-Leger befördert hatte, wollten wir das natürlich feiern und haben uns für heute das „Pfefferhuhn“ vorgenommen. Im Kochbuch war es von Anfang an einer unserer Favoritenpfefferhuhn, sah es doch auf dem Foto soooooo lecker aus! Aber wir irrten. Auch wenn die Zubereitung relativ unspektakulär und simpel war, das Ergebnis war ein Desaster. Rein optisch ähnelte es sehr wohl dem Bild im Kochbuch, aber der Geruch, der da von unseren Tellern hochstieg….uuuaaahhhh! Innerhalb von Millisekunden stellten wir beide mit Entsetzen fest: „Boah, das riecht voll nach Kuhstall!“  Auch wenn wir uns nicht erklären können, warum, die Mischung aus Huhn, Semmelbröseln, Pfeffer, Honig und Olivenöl ist die perfekte Formel für Kuhstallgeruch.

Es erübrigt sich zu erwähnen, dass dreiviertel des sagenhaften Mahls im Müll gelandet ist. (Das restliche Viertel ging drauf beim Versuch es trotz der Bilder von scheißenden Kühen im Kopf zu essen und sich einzureden „Naja, so übel ist es doch gar nicht…“ Das ist so wie wenn ich sagen würde „Denkt die nächsten zehn Minuten bitte keinesfalls an einen Eisbären!“ An was denkt Ihr? Logisch, an einen Eisbären…. man kann gewisse Dinge einfach nicht wegblenden, egal wie viel teuer erstandenes Hähnchenfilet dabei auf dem Spiel steht!)

Während wir so an unserem stinkenden Huhn herumgekaut haben, haben wir uns ausgemalt wie lecker es wäre, hätten wir das Huhn einfach nur mit Honig bestrichen, oder hätten wir es mit Kokosraspeln paniert…. doch trotz all unserer tollen Ideen, vor uns auf dem Teller lag „Bauer sucht Frau“ in Reinkultur. Dabei kann ich eigentlich schon kochen. Naja, ein bißchen. Kaffee. Wasser. Und vor Wut. Aber das immerhin gut! Ich habs inzwischen (dank der großzügen Spende meiner Mama, die mir ein Backofenthermometer geschenkt hat!) sogar geschafft einen leckeren  Kuchen zu backen.  Aber das mit dem Pfefferhuhn war mal nix.

Ich werd Schatzi und mir jetzt alternativ ein paar „Nimm 2“ auf den Teller legen, da weiß man einfach immer was man kriegt. Immer lecker, immer gut, abwechslungsreich dank zweier verschiedener Farben und natürlich bis oben hin voll mit Vitaminen. Kann ich nix falsch machen.

In diesem Sinne, guten Appetit und ein freundliches Muuuuh!

Eure Peppermint Patty Praline

Kalte Euros oder Liebe im Kühlschrank

Als ich heute Nachmittag meinen Kühlschrank aufmache, grinst mich daraus meine Spardose an. Ich mach die Kühlschranktür wieder zu, warte einen Augenblick, mach sie wieder auf und ja: da drin steht tatsächlich meine Spardose. Das kleine lustig grinsende rote Herz, das sonst auf meinem Küchenregal sein klägliches Dasein fristet, steht da in meinem Kühlschrank. Zwischen dem Landliebe-Pudding und den Eiern.

Angestrengt denke ich nach, wie das blöde Ding da rein kommt. Gut, ich bin ja gerade am Aufräumen. Ihr wisst ja „Entrümpeln befreit“, und da ich momentan weder schlafen noch mich konzentrieren kann, hab ich angefangen, sämtliche Schränke auszuräumen, dreiviertel aller darin befindlichen Gegenstände wegzuwerfen, die Schränke zu putzen und mit dem wenig Verbliebenen wieder einzuräumen. Ich hab meinen Papierkram sortiert, meine Klamotten gesichtet, Bücher, CDs und diversen Schrott zum Tausch ins Internet gestellt, ich hab geschätzte siebzehntausend Ikea-Teelichter entsorgt, hab mit meinem altersschwachen Ficus Benjamini ein allerletztes Bier getrunken bevor ich ihn dann zum Grünschnittcontainer gefahren hab („Servus Oida, mach’s guad!“), ich hab Lucky-Luke-Comics und Elvis-Orgel-Noten bei ebay vertickert (man mag nicht glauben wie viele Menschen eine elektronische Heimorgel besitzen….das ist fast schon gruselig), hab meinen Couchbezug gebleicht und meine Vorhänge gewaschen, ja einfach alles, was man so macht wenn man das Gefühl hat, es ist Zeit für Plan B und aber noch nicht so recht weiß wie Plan B eigentlich aussieht.

Nur in der Küche hab ich noch nichts gemacht. Bin ja erst bei Wohn- und Schlafzimmer. Warum also wollte ich diese verfluchte Herz-Spardose wegräumen? Was hat mich überhaupt dazu bewogen das Ding in die Hand zu nehmen? Und warum zum Geier stell ich es in den Kühlschrank? Meine Theorie ist folgende: Neben der Spardose muss etwas gestanden oder gelegen haben, das ich in den Kühlschrank packen wollte. Irgendein Gemüse vielleicht. Oder ein Bier. Und statt dass ich Gurke, Paprika oder August nehme und kalt stelle, lang ich daneben und stell eben die Spardose rein. Kann ja vorkommen bei all dem Stress. Nur leider weiß ich immer noch nicht, was ich mit dem Ding, das eigentlich in den Kühlschrank sollte, dann letztendlich gemacht habe. Glaubt mir’s oder nicht, aber ich hab tatsächlich heute meine Wohnzimmerschränke kontrolliert ob nicht irgendwo eine halbe Avocado oder eine Zucchini drin liegt. Hab nichts gefunden.

Wenn man bei meiner Freundin den Kühlschrank aufmacht, dann steht da ein Schwein drin, das ganz laut grunzt und angeblich unterbewusst dafür sorgen soll, dass man weniger isst. Ich wage das ja zu bezweifeln, denn wann immer ich meine Freundin besuche, tischt sie die leckersten Köstlichkeiten auf und die kommen ja wohl in irgendeiner Weise aus dem Kühlschrank. Vielleicht gewöhnt man sich ja auch an das Schwein im Kühlschrank, so wie man sich an Baustellenlärm gewöhnt oder an einen Ehemann. Wahrscheinlich hört und sieht man die Sau einfach irgendwann nicht mehr. *ähem*  Wie aber ist das jetzt mit einer Herz-Spardose? Hat meine Fehl-Platzierung auch unterbewusste Hintergründe? Hab ich mein Herz in den Kühlschrank gestellt um es symbolisch „auf Eis“ zu legen? Oder glaubt mein inneres Ich, sechs Euro und achtzehn Cent halten länger her wenn man sie bei max. 8 Grad lagert? Ich weiß es nicht.

Letzten Endes besteht immer noch die Möglichkeit dass die Spardose und mein Kühlschrank sich ineinander verliebt haben und sie von ganz alleine da rein geklettert ist. Ich mein, verständlich wär’s, mein Kühlschrank ist ein echt cooler Typ, sieht hammerscharf aus, hat einen super Body und klug ist er auch, da drin brennt ‚ne Birne, aber hallo! Ich hab mich damals ja auch auf den ersten Blick in ihn verliebt und ihn dann gleich beim ersten Date mit nach Haus genommen. Aber Ihr wisst ja, wie das so ist, im Laufe der Jahre verliert sich die rosarote Brille und man lebt einfach nur noch irgendwie nebeneinander her. Insofern bräucht’ ich jetzt einfach nur bisschen warten, dann kommt meine Herz-Spardose da von alleine wieder raus und sucht sich ein anderes Plätzchen. Oder kehrt zum Regal zurück, weil sie festgestellt hat, dass das Regal und sie einfach viel besser harmonieren. Wer weiß. Ich hab sie jetzt aber einfach erstmal im Kühlschrank stehen lassen. Zum einen will ich die junge Liebe nicht stören, zum andern bleibt das verfluchte Mistding so lange da drin bis meinem vor Schlafmangel wirren Hirn wieder einfällt warum ich es da rein gestellt hab. Ich hoffe ich finde nicht doch irgendwann eine gammlige Gurke in meinem Schreibtisch. Oder unterm Sofa. Oder sonst irgendwo.

In diesem Sinne, räumt mal wieder auf!

Aber hütet Euch vor Kühlschränken….

Coole Grüße,

Eure Verwechselpraline

Nachtrag: Jetzt ist mir noch was eingefallen: Ich hatte mal die Autoschlüssel von einem Exfreund im Kühlschrank versteckt, weil wir uns übel gestritten hatten und ich nicht wollte dass er heimfährt, schließlich hatten wir an dem Abend schon was getrunken. Vielleicht ist das die Lösung: ich hab mein Kleingeld vor mir selber verstecken wollen, damit ich nicht in Versuchung gerate, damit zum Beispiel Zigaretten zu kaufen. Oder sonstwas gefährliches. Hm….?

Kulinarische Macken

Beim Essen hat ja jeder so irgendwelche Macken. Und damit meine ich nicht etwa außergewöhnliche Vorlieben bzgl. des Essens an sich. Geschmäcker sind ja verschieden.

Nein, ich rede hier von seltsamen Angewohnheiten WIE bestimmte Dinge gegessen werden. Gut, wir Mädels pulen gern die Gurke vom Burger, das ist gemeinhin bekannt. Auch scheint es gang und gäbe zu sein, dass man vom Leibnitz-Schokokeks erstmal mit den Zähnen den Schokorand abknabbert bevor man dann den Restkeks in zwei Stücke zerbeißt und diese dann quasi wie ein Minisandwich verspeist. Ich dachte immer, das mach nur ich. Aber inzwischen weiß ich, ich bin mit diesem Hau nicht alleine.

Milchschnitten sind auch so was. Gebt’s zu, wie viele von Euch knibbeln erstmal fröhlich diese seltsame braune Teigschicht runter bevor sie sich dann der Creme widmen? Wobei man immer höllisch aufpassen muss, dieses Mistding bricht nämlich viel zu schnell wenn man die braunen Seitenteile entfernt. Blöd, aber irgendwie ja auch immer eine kleine Herausforderung.

Meine seltsamste Essensmacke offenbart sich beim Pizzabaguette. Ihr wisst schon, das „Tomate-Fromage“ aus dem Bistrooo von Alfooooooons. Ich liebe diese Baguettes (und nur die, alle anderen Sorten schmecken übelst scheußlich *uuuah*). Allerdings kann ich diese Baguettes nur essen wenn ich alleine bin. Ist nämlich kein wirklich schöner Anblick. Ich esse das Ding mit der Hand und schiebe bei jedem Bissen die Tomate-Käse-Schicht mit den Zähnen ein Stück zurück, beiße dann erstmal nur das nackte Baguette ab. Diese Schieberei geht so lange bis sich auf dem letzten Stückchen Baguette ein riesiger Klumpen Tomate-Käse-Belag angesammelt hat, der dann quasi das Highlight meines Pizzabaguette-Genusses bildet. Mein letzter Bissen ist also ein fruchtig-cremiger Riesenberg an Tomatenstücken und Käse, mit nur noch ganz wenig Brot. Ich liebe es. Aber wie gesagt, das geht nur alleine, in Gesellschaft wäre das unmöglich.

Gut, mehrere Dinge sind in Gesellschaft unmöglich, hält aber die verrückten Essensmackengenießer nicht davon ab sich auszutoben. Ich erinnere mich an ein Abendessen auf der Terrasse eines schicken Lokals im noblen Promi-Mekka Marbella, wo mein, wohlgemerkt erwachsener Begleiter seine Spaghetti mit dem Messer klein geschnitten hat. Unserer Gastgeberin war das sichtlich peinlich. (@Begleiter: „also saaaaaag a mal!“ *hihi*) Macht man halt nicht. Hm.

Beim Pizzaessen lassen sich auch oft diverse Eigenheiten feststellen. Fünf Personen, fünf Pizzen, fünf unterschiedliche Arten diese zu essen. Da gibt es z.B. den „Viertler“. Dieser teilt seine Pizza vorab in vier oder mehr Teile, legt dann sein Besteck zur Seite und isst die kleinen Stücke mit den Fingern. Dann gibt’s natürlich den „Stückchenabschneider“. Erklärt sich von selbst, er schneidet einfach Bissen für Bissen von der Pizza ab und führt jeden mit der Gabel zum Mund. Dann gibt es den „Randweglasser“, welcher erstmal fein säuberlich den Knusperrand abtrennt, dann das Pizzainnere mit Messer und Gabel isst und den Rand danach mit den Fingern knabbert. Sofern er nicht zu den „Randweglassernweilnichtmögern“ gehört. Die sind ganz fies, die trennen den Rand von der Pizza ab und verteilen ihn dann fröhlich auf den Tellern der anderen Gäste: „Du-hu? Magst Du bissl was von meinen Ra-hand?“ Nr. Fünf und in meinen Augen der schlimmste Typ des Pizzaessers ist der „Zusammenklapper“. Kein Sinn für Genuss, einfach nur Pizza mittig zusammenklappen und reinbeißen. Sieht meistens ziemlich unappetitlich aus, vor allem eben im Restaurant. Vielleicht sollte man mich noch als Extra-Kategorie führen. Die „Belag-mit-den-Zähnen-Schieberin“. Aber wie gesagt, das trau ich mich nur allein daheim. Sieht nämlich glaub ich auch nicht schön aus. Aber ich schwöre Euch, dieser letzte Bissen mit der mörderblinkidunkimäßigen Hammermenge an Käse, das ist einfach der Wahnsinn!

Irgendwie ist so was schon lustig. Ich hab auch mal einen „Pommes-Sortierer“ kennen gelernt. Die Pommes wurden der Länge nach sortiert und für diesen Mann war es die absolute Wahnsinnsfreude zum Schluss die ganz kleinen, meist staubtrockenen Kartoffelstückchen zu naschen. Das Beste zum Schluss. Eben.

Was habt Ihr denn so für Essensmacken? Oder kennt Ihr Leute mit schrägen Essgewohnheiten? Ihr dürft mir natürlich auch gerne von der Schwester eines Kollegen von der Bekannten eures Schwagers erzählen *lach*

Haut rein!

In diesem Sinne, hungrige Grüße

Eure Käseschieberpraline

Nutella & Go!

Ich wage ja zu behaupten dass im Duden unter „Nutella-Sucht“ mein Name steht. Hab’s noch nicht überprüft, ist aber schon sehr wahrscheinlich.  Nutella ist mitunter eine der genialsten Erfindungen der Neuzeit. Kommt gleich nach Internet und Vibratoren mit Netzstecker.

Nutella ist Balsam für die Seele. Was gibt es Sinnlicheres als mit einem langstieligen Löffel in ein frisches Glas Nutella zu tauchen und diesen dann genüßlich abzulecken? Ich würde mal sagen, nichts.

Und jetzt kommen mir die Nutellamacher mit „Nutella & Go“. Leute, ich bin entsetzt. Was haben die sich denn dabei bloß gedacht? Ich bin ja, was den Lebensmitteleinkauf für meinem langweiligen Ein-Personen-Haushalt angeht, eher anspruchslos. Ein bisschen Brot, ein bisschen Käse, Wasser, Milch, ein paar Bier und die ein oder andere Flasche Wein. Gut, Süßigkeiten natürlich, in allen Variationen. Und eben auch Nutella. Ich war noch nie ein großer Freund von diesen „Ich-hab-doch-keine-Zeit-Produkten“. Ich meine, waren die ersten Mikrowellengerichte damals noch eine Revolution für die gestresste Hausfrau, so wirds doch heute nutella & go  © Foto by martini langsam echt albern, oder? Inzwischen stecken wir unsere Schnitzel in den Toaster (aber psst… don’t call it Schnitzel!) weil fünf Minuten Bratpfanne und Butterschmalz sind einfach viel zu anstrengend. Wir schütten heißes Wasser in mit undefinierbarem Pulver gefüllte Pappbecher, hm, könnten Nudeln sein, oder auch Kartoffelpüree. Vielleicht auch Knetgummi, is egal, Hauptsache schnell fertig. Und als ob das nicht reicht, haben wir ein ganzes Arsenal an „Fix-für-Schießmichtot“ im Schrank, für den Fall, dass wir doch mal „frisch“ kochen wollen… kein Wunder dass die Männer heute Freudensprünge machen wenn ihre Perle noch richtig kochen kann. Ich lehn mich sogar so weit aus dem Küchenfenster dass den Jungs die Frau in der Küche oft lieber ist als im Bett. Naja, also manchmal.

Aber ich schweife ab. Wir waren ja bei Nutella. Bzw. der Unsinnigkeit des Jahres: Nutella & Go. Ich weigere mich strikt es zu kaufen, hab mich aber, viva la world wide web, mal schlau gemacht: bei Nutella & Go handelt es sich um unglaubliche 13 g (!) Brot in Form von Minigrissinis und sage und schreibe 39 g Nutella.  Bei einem Preis von etwa 1,10 € ist es ja schon fast günstiger Drogen zu kaufen. Aber gut, lassen wir den Preis mal außer Acht. Fragen wir uns lieber: worin besteht der Sinn von 13 Gramm Brot und 39 Gramm Nutella für unterwegs? 39 Gramm Nutella, ich meine, wollen die mich verarschen? Das 800-Gramm-Glas, das war mal ’ne gute Idee, ja! Die 300-Gramm-Tafeln von Milka, die waren geil! 33% extra in der Pringles-Rolle, oder der Doppelwhopper, ja, sowas find ich perfekt! Aber 13 Gramm Brot mit lächerlichen 39 Gramm Nutella… das ist ja wohl ein schlechter Witz. Abgesehen davon, dass ich mich hier mengenmäßig total unterversorgt fühle, bei diesem schnöden Plastikbecher für unterwegs fehlt auch jegliches Gefühl, die emotionale Komponente, die Theatralik der Entjungferung des Glases mit dem Löffel. Drama Baby, Draaaaama! Da kann die Plastikversion einfach nicht mithalten.

Mein Fazit: Nutella & Go ist sowas wie ehelicher Sex. Du meinst, jetzt kommt endlich mal was Neues, was Aufregendes, stellst aber dann nur enttäuscht fest, dass das was Dich hier befriedigen soll immer kleiner wird, und es auch nix hilft wenn man 13 Gramm Brot dazupackt.

In diesem Sinne, schokoladige Grüße
Eure Lästerpraline

PS: Bei den Recherchen zu dieser Geschichte hab ich mich mit einem Mann unterhalten, der Nutella & Go für äußerst genial hält. Ich war drauf und dran das Produkt vielleicht doch auch mal aus einem anderen, positiveren Blickwinkel zu betrachten, aber dann erklärte mir mein Proband, er wünschte sich, es gäbe auch Leberwurst & Go. Salzstangen im Plastikbecher mit einer separaten Kammer für Leberwurst. Hab ihn dann von meiner Studie ausgeschlossen. Weil eine gewisse Ernsthaftigkeit wollte ich mir schon bewahren. 😛