Die spinnen, die Türken oder: pow wow uff kazonk!

Ach, es ist schön in Zeiten von Bankenkrise, Börsencrash und all dem andern unsäglich ärgerlichen Zeug noch ab und an Nachrichten zu lesen, die das Gemüt erheitern!

Da will doch tatsächlich ein Bürgermeister in der Türkei die Produzenten von der Comic-Verfilmung  „Batman“ verklagen, nur weil der Fledermausheld zufällig den Namen seiner Stadt trägt. Batman ist nämlich die Hauptstadt der türkischen Provinz Batman und liegt, wer hätte das gedacht, am Fluss Batman. Früher hieß die Stadt wohl mal Elih, aber wie das halt oft so ist, wurde sie beizeiten umgetauft. Ich vermute aber mal ganz stark, dass das noch vor Adam West und seinen sexy Strumpfhosen war.

Wie Herr Hüseyin Kalkan, Oberhaupt der Stadt Batman nun aber jetzt drauf kommt, eine Klage anzustreben und damit notfalls bis in die USA vor Gericht zu ziehen, ist mir ein Rätsel. Ist ihm das erst jetzt aufgefallen? Ist er mal wieder mit seinem spritsparenden anatolischen Rennesel am Ortsschild von Batman vorbeigeritten und hat sich gedacht „Heureka! Unserer Stadt wurde ja der Name geklaut! Da lässt isch doch sicher was rausholen!“ Gut, vielleicht sind seine Chancen tatsächlich nicht so schlecht, immerhin sagt man dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten ja nach, allen noch so albernen Klagen nachzugeben, wie etwa Schadensersatz für zu heißen Kaffee oder Schmerzensgeld für den Verlust des eigenen Hamsters, nur weil man ihn in der Mikrowelle gegrillt hat, stand ja schließlich nicht in der Bedienungsanleitung dass man das nicht tun darf. Insofern sind die Aussichten für Herrn Kalkan vielleicht gar nicht so übel. Nur was will er sich denn erstreiten? Dass „Batman“ sich künftig und rückwirkend umbenennen muss, etwa in „Bat Hero“, „Bat Boy“ oder „The Artist formerly known as a Turkish town“? Oder will er auch Schadensersatz haben, für die ungerechtfertigte Nutzung seines Stadtnamens? Müssen die Filmproduzenten gar Strafe zahlen und damit soziale Projekte in der Stadt von Herr Kalkan unterstützen wie etwa den Bau eines Gemeindekinos? Fragen über Fragen, die uns wahrscheinlich nur Herr Kalkan selbst beantworten kann. Nur kann ich ihn leider nicht fragen, ich sprech ja kein Türkisch.

Ich werd mich mal mit meinem Lieblingstürken darüber unterhalten, vielleicht kann er das Rätsel lösen.  Da bin ich nämlich bald wieder zum Essen eingeladen und ich werde mich bei der Gelegenheit auch ganz offiziell für die Überschrift dieser heutigen Geschichte bei ihm entschuldigen. Aber mal ehrlich, ganz sauber ist der Herr Bürgermeister ja wirklich nicht. Wo kämen wir denn da hin? Wird der Bürgermeister von Paris demnächst die olle Ms Hilton verklagen, weil sie den Namen geklaut hat und ihn durch ihr Schlampenimage durch den Dreck zieht? Müssen sich Whitney und die NASA demnächst vor Gericht auseinandersetzen, weil „Houston, wir haben ein Problem“ ausschließlich einem der beiden vorbehalten ist? Und was machen die Bürgermeister von so bescheuerten Orten wie Fucking, Petting, Aua, Tuntenhausen? Wen können die verklagen?

Ach, eigentlich will ich’s gar nicht wissen.

Namenlose Grüße

Eure Bat-Praline

P.S.: Sanaltürk hat noch ein Foto geschickt! Dankeschön, jetzt können wir sehen, wie wichtig diese Batman-Sache tatsächlich ist 😉

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Über die Notwendigkeit von Handtaschen

Die Jungs lästern ja oft. Von wegen „Umzugskoffer“ oder „Zweitwohnung“… ich glaub ja die sind nur neidisch, weil sie nicht einfach mit ner Handtasche rausgehen können. Wären ja gleich abgestempelt als Luschis oder Tunten.

Ich geh seit Jahren nicht mehr ohne Handtasche aus dem Haus. Im Grunde ist bei mir (und da entspreche ich wohl mal so gaaaar nicht dem Klischee der Durchschnittsfrau) da gar nicht so viel drin. Geldbeutel, Schlüssel, Zigaretten, Handy. Bei gehobeneren Anlässen auch mal ein Lippenstift. Aber das wars dann auch schon. Die Tasche selbst ist meist von handlichem Format und passt natürlich immer zu den Schuhen (das hat mir meine äußerst modebewusste Oma so beigebracht!).

Gestern aber, fragt mich nicht warum, bin ich ohne Handtasche los. Ins Kino. Gut, im Kino darf ich nicht rauchen, und mein Handy nicht benutzen, insofern brauchte ich ja nix mitnehmen. Außer ein paar Euros, die ich feinst säuberlich gefaltet in meine Hosentasche gesteckt hatte. Dreißig Euro. Einen Zwanni und nen Zehner. Nachdem mein Hintern meine Jeans erfahrungsgemäß gut ausfüllt, hab ich nicht den geringsten Gedanken dran verschwendet, dass ich das Geld verlieren könnte. Tja, nur stand ich dann plötzlich an der Snacktheke und wollte die Nachos bezahlen (die Käsesauce ist einfach zuuuuuu geil! 😉 ), als ich feststellen musste, die Kohle ist weg. Ich lach noch meinen hübschen Begleiter an und frotzel mit ihm rum, dass es ja lieb gemeint ist wenn er Karten UND Naschwerk zahlen will, aber dass er mir deshalb nicht gleich mein Geld aus der Hose klauen müsste. Aber der Herr Begleiter kuckt mich nur verständnislos an und ja, was soll ich sagen, er hat sich nicht an meiner Hose zu schaffen gemacht. Schade eigentlich 😉

Auf jeden Fall hab ich gestern somit ganze dreißig Euro irgendwo im Erdinger Szenetreff „Spielberg-Kino“ gelassen und irgendein Volldepp hat sich auf meine Kosten nen schönen Abend gemacht. F***! Und warum die ganze Scheiße? Weil ich ohne Handtasche los bin! Nie wieder geh ich irgendwo ohne meine Tasche hin! Eigentlich war das eh todesmutig. War ja zusätzlich auch noch mit meiner ein Traum von einem Kleinwagen gewordener Pannenstatistik unterwegs. Stellt Euch mal vor, der wär mir (wie so oft in letzter Zeit) mal wieder stehen geblieben… und ich hätte kein Handy dabei gehabt, keine Kohle fürs Taxi und noch nicht mal ne Kippe um die Wartezeit auf das nicht ruf- geschweige denn bezahlbare Taxi zu überbrücken. Nee, das mach ich nie wieder. Ohne Handtasche aus dem Haus gehen ist ein sehr teurer Spaß! An alle meine Mädels, sch… auf die blöden Sprüche bezüglich Eurer koffergroßen Abendtäschchen: sie sind schlicht und ergreifend einfach LEBENSWICHTIG!!!

Abgesehen von diesem kleinen Malheur, dass ich mal eben gut brauchbare 30 Eier verschusselt habe, war der Abend echt gut. Hab „Die Geschichte vom Brandner Kaspar“ gesehen und das hat sich mal definitiv gelohnt. 30 Euro hin oder her. Bully als Boanlkramer war der Wahnsinn und auch wenn die Sache mit dem bayrischen Himmel äußerst strange anmutet (wollen wir echt die Ewigkeit damit zubringen in Lederhosen Karten zu spielen, Weißwürscht zu essen und Bier zu trinken? Hm…. der Regisseur ist ein Mann, ok, alles klar!), der Film ist saulustig und sollte, wohlgemerkt von allen Bayern gesehen werden. Alle Nicht-Bayern werden nix verstehen, insofern ist mir jetzt auch klar, warum die Kritiken zum Film so unterschiedlich sind. Die „Preissn“ ham den Film einfach ned kapiert 😉

In diesem Sinne,

cineastische Grüße und ned vergessen: Nie ohne Handtasche ins Kino!

Eure Boanlkramerpraline