Ex-Alkis und geschminkte Pimmel

Ich beweg mich ja gerne in den virtuellen Weiten des World Wide Web. Es ist so unheimlich praktisch, jede Info ist innerhalb von Sekunden verfügbar, man ist zu jeder Tages- und Nachtzeit mit allen seinen Lieben vernetzt und nicht zuletzt hat man ja auch unglaublich viel Spaß mit all den Irren, die sich so auf der anonymen Spielwiese des Internets rumtreiben.

Ihr wisst ja, wie sehr ich auf Anmach-Mails stehe. Wildfremde Männer, mit wenig Hirn, dafür mit umso größeren Ambitionen mich (oder wahlweise dreihundertsiebenundvierzig andere Mädchen) klar zu machen. Am besten jetzt sofort, auf jeden Fall noch heute, und ja, die Telefonzelle hinterm Bahnhof wäre völlig ok als Treffpunkt. Uuuuh yeah.

Wenn jetzt so eine Nachricht besonders kreativ ist oder aber auch einfach nur extrem dreist, dann antworte ich gerne, einfach um zu sehen, wie weit diese Typen sich noch zum Affen machen bevor sie dann ihren Korb kassieren. Ihr erinnert Euch vielleicht an meine Begegnung mit dem türkischen Wörterbusch oder Herrn „In Österreich klappt’s immer“. Sowas ist immer lustig und heitert den trockenen Büro-Alltag ungemein auf.

Aber es gibt halt auch Nachrichten, da fällt mir einfach nichts mehr zu ein. Meine Mädels und ich „sammeln“ solche Schätze der virtuellen Flirtkultur ja inzwischen regelrecht. Ein sehr schönes Hobby im Übrigen. Früher haben wir Sticker gesammelt und getauscht, heute eben kuriose Flirtnachrichten.

Schreibt mich letztens nicht einer an, da hatte ich echt keine Worte mehr. Es war eine relativ lange Nachricht, was mich erstmal erfreut hat, denn meistens kommt ja nichts außer „Hi“ (suuuper Jungs!) Aber als ich dann angefangen hatte zu lesen, war’s auch schon vorbei mit der Freude. Der Mann schrieb, er sei 47, schule gerade um auf „psychosozialer Lebensberater“, habe 12 Jahre auf der Straße gelebt und mittlerweile seine Alkoholsucht bezwungen, immerhin sei er seit einigen Monaten trocken. Er sei auf der Suche nach einer liebevollen Partnerin, mit der er sich den Traum von Familie und Eigenheim verwirklichen könnte.

So weit, so gut. Das ist ja mal ein echtes Schicksal. Und Hut ab, wenn einer es schafft, sich aus so einer Situation wieder hoch zu rappeln und seine Sterne neu zu ordnen. Hat meinen ganzen Respekt, ehrlich. Nur wie reagiere ich auf so eine Mail?

Muss ich da echt zurück schreiben und diesem Kerl erklären dass ich a) erst 30 bin (und mein eigener Vater im Übrigen dieses Wochenende erst 50 wird…. Merkt Ihr was?), und dass ich b) mit „psychosozialer Lebensberatung“ nichts am Hut habe, weil ich weder will dass meine feng-shui-mäßig total unterversorgte Wohnung von einem schizophrenen Schamanen ausgeräuchert wird, noch habe ich große Lust mein Schicksal den bunten Tarotkarten aus „Y mit Gimmick“ zu überlassen und bei Landkaffee und Tofu-Kräckern über meine kosmischen Probleme zu reden, nee danke. Da geh ich lieber mit den Mädels einen trinken, da weiß ich was ich krieg. Aber ganz abgesehen davon, muss ich hier tatsächlich hergehen und eine Erklärung abgeben, warum ich kein Interesse habe, mit einem alternden Ex-Säufer Kinder zu machen und ein Haus zu bauen, von all dem schönen Vermögen das er während seiner Zeit auf der Straße angehäuft hat? Muss ich? Nein, muss ich nicht. Ich hab dem Schreiber in diesem Fall gar nichts geantwortet. Hätte ich ein „Nein, kein Interesse“ geschickt, wäre unweigerlich die Frage nach dem „Warum“ gekommen. Und bei mir das schlechte Gewissen. Das ist doch die totale Ober-Scheiße sowas, man bzw. frau hat ein schlechtes Gewissen wenn sie einem Loser einem Korb gibt, nur weil der arme Mann halt nicht so viel Glück gehabt hat wie man selber. Aber das Leben ist hart und von Mitleid hatte noch nie jemand was. Keine Antwort ist auch eine Antwort und der Schreiber, der so gerne mit mir eine Familie gegründet hätte, hat mal wieder keinen Stich gelandet. Was sind wir Weiber doch arrogant, hochnäsig und was bilden wir uns eigentlich ein uns für Ansprüche rausnehmen zu können. Tja, wir sind vielleicht allein, aber halt noch nicht verzweifelt. Sorry.

In diesem Fall hätte ich gerne mit meiner Freundin Megaperle getauscht, die hat nämlich am selben Tag eine Nachricht bekommen von nem Typen, der sich von Frauen gern sein bestes Stück schminken lässt und danach die Frau mit Klebeband fesselt, bevor er sie mit seinem frisch bemalten Pullermann beglückt. Da hätte ich gerne geantwortet, das wäre mit Sicherheit eine interessante Studie geworden. Oder aber der erste Termin für den psychosozialen Lebensberater.

In diesem Sinne,

schau ma mal was der virtuelle Postbote noch so alles bringt.

Hochnäsige Grüße

Eure arrogante Praline

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Pralinchen im Fahrstuhl

Gestern Abend hab ich eine liebe Freundin besucht. Sie wohnt im fünften Stock einer riesengroßen Wohnanlage. Ich beneide sie fast ein wenig, ist sie doch die einzige Person, die ich kenne, die privat eine „von bis“-Adresse hat. Also das klingt doch super, wenn man einen Brief bekommt, und da dann drauf steht: Frau Praline Killer, Schokoladenstr. 324-328… das hat doch mal Klasse, findet Ihr nicht?

Auf jeden Fall wohnt sie im fünften Stock, und weil ich ja die faulste Socke auf Gottes Erden bin, fahr ich da wohl mit dem Aufzug hoch. Der Aufzug ist jedoch ziemlich unzuverlässig, der Sohn meiner Freundin hat schon viele viele Stunden einsam und allein in diesem Aufzug zugebracht, bis es irgendjemandem mal aufgefallen ist, dass dieser stecken geblieben ist und der Hausmeister gerufen wurde. Es gibt zwar so einen Notruf-Knopf in diesem Aufzug, aber der hat wohl scheint’s nur eine dekorative Funktion. Ich glaube ja fast, dass, wenn man diesen Knopf drückt, vielleicht in der Tiefgarage das Licht angeht, oder bei Meiers im zweiten Stock der Türöffner summt, vielleicht löst dieser Knopf auch irgendwo auf der Welt ein Erdbeben aus, wer weiß. Den Hausmeister oder einen Fahrstuhl-Pannenservice benachrichtigt er aber mal definitiv nicht.

Jedes Mal, wenn ich meine Freundin besuche, stell ich mir wieder die Frage, riskiere ich den Fahrstuhl oder lauf ich hoch? Aber meine sagenumwobene Faulheit siegt immer. Und so ein kleines bisschen Nervenkitzel ist ja auch dabei. Also warte ich gestern, wie schon so oft, auf den Aufzug, während ein äußerst attraktiver junger Mann mit einem Kasten Bier unterm Arm die Eingangshalle betritt. Er gesellt sich zu mir, wir warten gemeinsam auf den Fahrstuhl und ich schau ihn mir etwas genauer an. Groß, volle dunkle Haare, dunkle Augen, lässiges Sommer-Outfit, Flip-Flops, sportlich trainierter, sonnengebräunter Körper. Sehr lecker.

Der Fahrstuhl kommt, wir steigen ein, er fragt mich „Wo musst Du hin?“ und ich antworte „in die fünf“. Er drückt die fünf, dann die drei und die Fahrstuhltür schließt sich. Der junge Mann lächelt mich an und nimmt seinen Bierkasten unter den anderen Arm. Der Aufzug stoppt, die Tür geht auf und der junge Mann sagt „Tschüss, schönen Abend noch!“

WARUM ZUM GEIER kann dieser verfluchte Scheiß-Drecks-Aufzug nicht ausnahmsweise heute mal stecken bleiben? Dauernd höre ich Horrorgeschichten von kleinen Kindern die stundenlang darin ausharren müssen, alten Omis, die Panikanfälle bekommen, Einkäufern aus dem sich darunter befindlichen Supermarkt, deren Tiefkühlware langsam vor sich hin schmilzt während sie auf den Pannendienst warten. Alle ärgern sich. Und nun komm ich, treffe einen Gott von einem Mann in diesem Aufzug, der noch dazu Bier mit dabei hat, und dieser Scheiß-Aufzug funktioniert einfach so als ob nichts wäre.

Stellt Euch vor, was dies für eine schicksalhafte Begegnung hätte werden können? Wir hätten uns in aller Ruhe kennen lernen können, er hätte mir seinen Namen verraten und ich ihm meinen, er hätte mir von seiner Wohnung im dritten Stock erzählt (in welcher er als Single natüüüürlich alleine wohnt), wir hätten zusammen Bier getrunken und gewartet und geredet, wir hätten lustige Mutmaßungen über unsere Rettung angestellt, hätten unsere Telefonnummern ausgetauscht, hätten für den Fall, dass wir hier jemals wieder rauskommen würden, ein Date vereinbart, wir hätten weiter Bier getrunken, wir hätten über unsere Kindheit geredet und unsere Zukunftswünsche, wir hätten rumgealbert, gelacht, und irgendwann wäre ich in seinem starken Armen eingeschlafen, der Hausmeister wäre gekommen, hätte uns gerettet und ein halbes Jahr später hätten wir geheiratet.

Aber nein, dieser beknackte Aufzug muss ja ausgerechnet gestern funktionieren. Scheiße aber auch.

In diesem Sinne, verlasst Euch nie auf die Technik.

Eure Fahrstuhlpraline

Der stumme Max und ich

Samstag Nacht, ungefähr ein Uhr. Meine Mädels und ich sind mal wieder im Beatschuppen. Eeeeewig waren wir da schon nicht mehr. Aufgeputscht von etlichen schweineleckeren Caipis (bei „Luis“ war Brazil-Party *huiuiui*, nur leider hat uns der Regen dann vertrieben) laufen wir also im Beatschuppen ein, sichern uns unserem Stammplatz (die Ecke mit dem besten Überblick!) und tanzen, lachen und diskutieren weiter über unser Thema des Abends (wozu es dann morgen eine neue Geschichte gibt. Muss noch recherchieren *lach*).

An der Bar sticht mir ein Typ ins Auge. Groß, dunkelblond, schönes Gesicht. Sitzt da mit seinen beiden Freunden. Ich schenk ihm ein Lächeln und dreh mich wieder um, schließlich ist Mädelsabend und Männer sind heute eigentlich tabu. Irgendwann, ich bin gerade heftig am tanzen, stupst mich Mr. Schönes-Gesicht an, zwinkert mir zu und deutet mir, er hätte mir etwas zu sagen. Ich unterbreche also mein Gezappel und bin ganz Ohr. Und von jetzt ab wird es absurd. Mr. Schönes-Gesicht deutet auf seinen Freund, der zwei Hocker weiter sitzt und mich mit großen Kuhglubschern anschaut. „Das ist der Max (Name natürlich geändert 😉 ), der beobachtet Dich schon eine Weile und Du gefällst ihm!“ Ich muss lachen und schau mir Max mal genauer an. Groß, strohblond, blaue Augen. Nicht unattraktiv. Aber offenbar nicht ganz auf der Höhe. „Ja, das freut mich natürlich! Aber warum sagt mir der Max das denn nicht selber? Kann der Max denn nicht sprechen?“ Schönes-Gesicht meint: „Ja weißt Du, der Max ist ziemlich schüchtern. Magst Du mir verraten wie Du heißt, damit ich es dem Max sagen kann?“ Ok, das wird ja jetzt lustig. Ich fange wieder an zu lachen und winke dem Barkeeper, er möge mir doch bitte ein großes Wasser machen. Ich muss schleunigst nüchtern werden. „Ja also gut, ich bin die Steffi.“ Mein Name wird an Max weitergegeben und ganz zaghaft streckt mir dieser seine Hand entgegen. Sagen tut er immer noch nix. Ich wende mich wieder an Schönes-Gesicht: „Fein, jetzt kennt der Max meinen Namen.“ Schönes-Gesicht sagt: „Ja, magst ihn nicht kennenlernen?“ Ich könnte mich grad auf dem Boden kugeln vor lachen. „Hm, schwierig. Der redet ja nix mit mir, der Max.“ (Außerdem würd’ ich ja viel lieber DICH kennenlernen Du süße Schnecke. Aber das kann ich ihm natürlich so nicht sagen. Der arme Max. Und außerdem, wie gesagt, Mädelsabend *ähem*) Schönes-Gesicht fängt an, mir vom unglaublichen Max zu erzählen, er sei 29, käme hier aus der Gegend, sei Großgrundbesitzer mit eigener Jagd und Landwirtschaft. Aha, Bauer sucht Frau, na prima, das kann ja spaßig werden. Während schönes Gesicht sich für seinen Freund bei mir voll ins Zeug legt, schenkt Max mir sein schönstes Jungbauernlächeln. Kriegt aber immer noch den Mund nicht auf. Der dritte Typ aus dieser Heldentruppe hat inzwischen seinen Barhocker geräumt, vielleicht in der Hoffnung ich würde mich neben Max setzen. Tu ich aber nicht. Ich frage Schönes-Gesicht, ob er denn immer für Max die Mädels klarmachen würde. Er antwortet: „Hm, ja, eigentlich schon. Der Max tut sich a bisserl hart mit den Frauen.“ Ach echt? Wär mir jetzt gar nicht aufgefallen, gut dass Du es gesagt hast. Ich finde langsam Spaß an der ganzen Sache und zwinkere Max zu. Er bemüht sich um ein Lächeln, schaut aber dann doch gleich wieder verstört weg. Hui, war wohl zu viel für ihn, mein Zwinkern. Schönes-Gesicht ergeht sich in der Zwischenzeit in Heldensagen über the incredible Max, und ich fühle mich, als würde ich gerade auf irgendeinem zwielichtigen Parkplatz hinterm Bahnhof einen Gebrauchtwagen kaufen. Ich erkläre Mr. Schönes-Gesicht, dass ich es zwar echt super-kumpelmäßig von ihm finde, wie er hier für Max die Werbetrommel rührt, aber an einem stummen Klemmi nicht interessiert bin. Ich unterhalte mich gerne mit Max, wenn er denn selber herkommt. Ich proste Schönes-Gesicht mit meinem Wasser zu und widme mich wieder meinen Mädels.

Max kam nicht zu mir. Irgendwann später, die Mädels und ich stehen draußen beim Rauchen, seh’ ich die drei den Laden verlassen. Max ist in ein Gespräch mit dem andern Typen vertieft, und als er mich wahrnimmt, schaut er sofort verschämt zu Boden. Mr. Schönes-Gesicht schenkt mir noch ein zuckersüßes „Servus“ untermalt von einem frechen Zwinkern. Tja, armer Max. Er wird wohl jetzt alleine in seinen tiefer gelegten GTI steigen und nach Hause fahren. Aufs Land. Und mal wieder wird er sich sagen: „Die Mädels aus der Stadt sind alles hochnäsige Zicken.“ Natürlich nur zu sich selbst. Denn mit anderen spricht er ja nicht. Der Max.

In diesem Sinne,

verschwiegene Grüße

Eure Flirtpraline

Mein kaputtes Rollo und die zwei Sexgötter

Als ob’s nicht reicht, dass mir am Wochenende mein heißgeliebter Staubsauger verreckt ist! Nein, heute Morgen gibt auch noch das Rollo vom Schlafzimmer den Geist auf. Mit einem ohrenbetäubenden whommkazonk! kracht es plötzlich runter- Zugband gerissen. Na prima, die Woche fängt genau so an, wie die vorige geendet ist. Ich fühl mich langsam wie Bill Murray am Murmeltiertag, ehrlich wahr. Aber gut, wozu gibt’s nen Hausmeister? Der kennt sich ja mittlerweile super aus in meiner Wohnung, hat ja eben grad noch meinen durchgeschmorten Sicherungskasten repariert, insofern, ned ärgern, machen lassen.

Immerhin, als ich mich dann im Büro ins geliebte grüne Wohnzimmer eingeloggt habe, wurde mein Tag schon bedeutend besser. Um nicht zu sagen äußerst lustig. Ihr wisst ja wie ich es liebe Anmach-Nachrichten von wildfremden Männern zu kriegen. Da kann ich meine hobbypsychologischen Talente vollends ausleben und langsam entwickelt sich das Beantworten solcher Nachrichten zu einem echten Hobby.

Kandidat Nr. 1 war insofern erheiternd, dass ich seine Nachricht erstmal gar nicht verstanden habe: „Hi suße du msn?“ Ich hab spaßeshalber zurückgeschrieben: „Suße ich msn? Suße DU msn?“, worauf von ihm wieder kam: „du bist suße! mag heiße wörter von msn?“ Meine Antwort: „Hm, ein heißer Kaffee wär grad lieber!“ Und dann, passt auf, der Brüller: „nix du sehr schön? hast du türkisch wörterbusch?“ Lieber Schreiber, es ehrt mich wenn Du mich suße und sehr schön findest. Leider hab ich keinen türkischen Wörterbusch. Ich hab ein paar Geranien, einen kleinen Kräutergarten und ein paar fleißige Lieschen. Aber einen Wörterbusch, nein, leider nicht. Ich hab’s dann aufgegeben, dieses äußerst schwierige Gespräch weiterzuführen. Hat ja keinen Sinn. Ohne einen türkischen Wörterbusch wäre ich bei diesem Mann eh nicht weit gekommen. Und bevor jetzt wieder websepp und Co. mir unterstellen ich würde Nicht-Muttersprachler diskriminieren und wäre ausländerfeindlich, möööööööp! Ich diskrimier hier gar nix, sondern ärger mich nur mal wieder über die Dreistigkeit mancher Typen, die glauben mit ein bisschen „suße Du“ hier einen Stich landen zu können. Mit Ausländer oder nicht hat das gar nix zu tun, wie Kandidat Nr. 2 eindrucksvoll beweist. Dieses Gespräch war so nett, das muss ich Euch fast im ganzen wiedergeben:

Er: Hallo. Bin auf Heimaturlaub hier und suche ein bisschen Spaß. Interesse?

Ich: Mit „Spaß“ meinst Du jetzt konkret?

Er: Naja, ich bin nur diese Woche zuhause und suche Spaß in hihi sexueller Hinsicht!

Ich: hach Du, das is jetzt aber blöd. Ich hab ausgerechnet diese Woche leider gar keine Zeit!

Er: Na aber etwas Zeit hat man doch immer!

Ich: leider leider leider nein. Bin total ausgebucht die Woche.

Er: Aber in der Nacht?

Ich: Du, stell Dir vor, nachts schlaf ich für gewöhnlich.

Er: Das könnten wir doch auch zusammen machen!

Ich: Warum sollten wir?

Er: Hehe, ich bin immer für Kommunikation!

Ich: Ach so, Du kommunizierst also mit mir während wir schlafen?

Er: Naja, ein bisschen wach solltest Du schon sein!

Ich: Hm, warum, ich würd aber viel lieber schlafen!

Er: naja, ich meinte ja eher Kommunikation auf körperlicher Ebene!

Ich: Aha, das heißt jetzt was?

Er: flinke Zunge hehe

Ich: *gähn* sonst nix?

Er: geilen Sex

Ich: Hui, Du hast ja schon eine ziemlich hohe Meinung von Dir!

Er: na ein bisschen Selbstbewusstsein gehört dazu!

Ich: Ach, und hat dieser Selbstbewusstseinstrick schon jemals funktioniert?

Er: In Österreich immer!

Ich: Ach so, ja dann, nee is klar, Du dann wünsch ich Dir viel Glück dass das in Deutschland auch so ist!

Er: Danke, aber das heißt jetzt wohl du willst nicht?

Ich: Schnellmerker! Danke fürs Gespräch. Servas, ba ba.

IN ÖSTERREICH IMMER… ich fass es nicht. Eigentlich muss man diesen Chat nicht mehr weiter kommentieren, oder?

Manchmal glaube ich echt, diese Art von Anmache entspringt dem 12-Punkte-Plan der anonymen Alkoholiker. Punkt 7: log Dich in ein Internetforum ein und mach Dich komplett lächerlich. Ich denke ich brauche nicht erwähnen dass besagter Herr „in Österreich klappts immer“ auf seinem Profil nur Fotos von Haustieren und Autos hatte und keine persönlichen Angaben gemacht hat. Interessiert hätte mich noch, ob „Heimaturlaub“ nun bedeutet dass er im Ausland (höchstwahrscheinlich Österreich?) arbeitet oder ob er nur mal paar Tage aus der Klapse rausdurfte um seine Katzen zu füttern.

Mann, was bin ich froh, dass bei mir nur das Rollo kaputt ist und ich keinen solchen Dachschaden habe. Aber wie gesagt, ich finde langsam Gefallen an solchen Nachrichten. Wenn Ihr also ähnlich amüsante Mails kriegt, immer erstmal drauf einsteigen, und dann her damit. Vielleicht bring ich mal ein Buch raus: „Der türkische Wörterbusch oder: In Österreich klappts immer!“

In diesem Sinne, vor der Dummheit kapitulierende Grüße

Eure suße Buschpraline