Cinderella mit Links-Rechts-Schwäche

Offensichtlich hab ich doch ein Problem mit all dem Weißwein…. wie sonst ist ist mein folgender Total-Ausfall zu erklären?

Ich besitze seit geraumer Zeit wahnsinnig schöne Sling-Pumps von naja, sagen wir mal einer nicht gaaaanz so billigen Marke. Die sind einfach der Hammer, schlicht schwarz, spitz zulaufend, kleiner Absatz, passen zu allem und sind (obwohl sie nicht so aussehen) saubequem.

Irgendwann nachdem ich mir das erste Paar gekauft hatte, wurden sie runter gesetzt, also hab ich (vorausdenkener Mensch, der ich nun mal bin) gleich noch ein zweites Paar erstanden. Die beiden Paare begleiten mich nun also schon eine geraume Weile und machen mir nach wie vor viel Freude!

Wie das mit Lieblings-Schuhen aber nun mal so ist, irgendwann ist der Absatz abgelaufen. Tja, bei mir nicht nur abgelaufen, sondern komplett durch. Ich laufe auf Eisen. Und weil ich ja ne Doofnase bin und mir immer denke, ach komm, einmal geht schon noch, wars halt nun irgendwann sooo weit dass nicht nur der Absatz, sondern auch das Leder drum rum komplett durch war (ich wohne in einer mittelalterlichen Stadt, wunderschön, aber das Kopfsteinpflaster ist der Tod für jeden Schuh. Also für jeden SCHÖNEN Schuh, mit Trekkingschuhen oder Bundeswehrkampfstiefeln wär’s glaub ich nicht so das Problem….)DSC_1635

Ich also meine Schätze eingepackt und ab zum Schuster meines Vertrauens damit.Hab dem, beinah unter Tränen, das Elend präsentiert und gefragt ob denn noch was zu retten sei. Klar, meint er, kein Ding, er kann den Absatz erneuern indem er ihn komplett neu mit Leder bezieht. Super Sache, ich bin begeistert. Nur nicht vom Preis, verlangt der gute Mann doch tatsächlich 35 EUR dafür…. 😦 Kurz drüber nachgedacht und entschieden dass ich erstmal nur ein Paar richten lasse, ist ja nicht gerade billig der Spaß. Ich also das zweite Paar wieder eingepackt und gut wars.

Vor ein paar Tagen hole ich meine Lieblinge also dort ab und texte den Schuster noch zu wie toll sie jetzt wieder aussehen und dass er mein Held sei und überhaupt, gebt dem Mann einen Preis! Und dann ab in die Tüte damit und zuhause erstmal liegen gelassen, ist ja noch Winter. Dann wollte ich sie gestern anziehen, weil man munkelt ja dass der Frühling käme und so und nehm die Teile aus der Tüte. Freu mich immer noch wie wunderschön und neu sie aussehen…. doch dann kommt mir irgendwas komisch vor…. sieht seltsam aus das. Hirn an Praline: „Finde den Fehler!“ Oh nein! Ich halte doch nicht allen Ernstes tatsächlich ZWEI RECHTE SCHUHE IN DER HAND???  Wie blöd kann man denn eigentlich sein? Da hab ich dem Schuster einfach zwei Schuhe gegeben und nicht geguckt obs überhaupt zusammen passt! 35 Euro für’n Arsch Du dummes dummes dummes Ding!

Tolle Wurst. Jetzt sitz ich hier, mit zwei wunderschönen niegelnagelneuen RECHTEN Schuhen…. und die LINKEN sind nach wie vor Müll…..jetzt werd‘ ich wohl doch nochmal investieren müssen…. aber ehrlich gesagt trau ich mich nicht zum Schuster. Der lacht sich doch nen Ast! Ich Dödel habt mich so überschwängelich bedankt und ihn und seine Schuhmacherzunft in den Himmel gehoben und er hat sich vermutlich nur gedacht „Mann, die Alte hat aber echt einen an der Klatsche….“

Mann Mann Mann, ich könnte mich so in meinen dicken Hintern beißen! Vor lauter Frust über die eigene Dummheit hab ich dann gleich mal online Schuhe bestellt. Zwei Paar, eins zur Frustkompensation und eins weil die so schön geglitzert haben auf dem Foto, was willst machen, ich bin auch nur Frau…

Wer’s nicht im Kopf hat, hat’s in den Beinen Schuhen. Aber bald kommt ja ein schönes Packerl vom Versandhaus und wer weiß, vielleicht trau ich mich bis zum Sommer dann doch nochmal zum Schuster. Dann kann ich ihm ja die Geschichte erzählen wie meine Füße jetzt nach jahrenlangem Kampf mit der Krankenkasse endlich endlich umoperiert wurden und jetzt bräuchte ich bitte doch auch noch die linken Schuhe repariert….

By the way, da fällt mir doch glatt noch der Witz ein, den eine Kollegin mir letztens erzählt hat: Was kauft eine Frau mit zwei linken Füßen im Schuhgeschäft? FLIP-FLIPS! 😉

In diesem Sinne, verwechselte Grüße

Eure Schuhpraline

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Räumungsverkauf

Immer wieder müssen wir Mädels uns mit dem Vorurteil rumschlagen, dass wir schuhsüchtig wären, unsere gesamte Kohle für selbige verpulvern würden, an keinem Schuhgeschäft nur VORBEI gehen könnten. Damit wollt‘ ich jetzt mal aufräumen, und hab mich diesbezüglich einer Art Selbsttest unterzogen.

Als erstes hab‘ ich eine Bestandsaufnahme gemacht: ich besitze 6 Paar Pumps, 2 Paar Stiefel, 7 Paar Stiefeletten, 2 Paar Ankle-Boots, 21 (!) Paar Sommer-Sandaletten (mit und ohne Riemchen), 3 Paar Sneakers, 2 Paar Turnschuhe, 4 Paar Flip-Flops und 2 Paar Hausschuhe. Dann gibts noch einige Exemplare im Keller, die aber mangels Tragbarkeit nicht mit in die Statistik fallen, also so Sachen wie Sitzschuhe (richtig: unmöglich drin zu laufen!), Bettschuhe (werden nur zu ganz besonderen Anlässen in selbigem getragen und gehen mit farblich passender Wäsche einher 😉 ), Tanzschuhe (lang lang ist’s her!), Brautschuhe (waren einfach zu teuer um sie jetzt wegzuwerfen!), naja und dann natürlich die obligatorischen Ski- und Snowboardstiefel.

Die letztgenannten Exemplare also nicht miteingerechnet besitze ich sage und schreibe 49 Paar Schuhe. Schon mal ein ganz schlechter Start um das „Frauen- und-Schuhe“-Vorurteil zu widerlegen. Aber gut, mein Selbstversuch läuft ja unter härtesten Bedingungen, also auf in die City und Schuhgeschäft anvisiert (hatte vorsichtshalber männliche Begleitung dabei, für den Fall dass ich in der Abteilung mit den Buffalo-Stiefeln kollabieren sollte….) Besagtes Schuhgeschäft hatte Räumungsverkauf, ein Traum! Der ganze Laden voller Prachtstücke und ich natürlich gleich mal eins aus dem Regal gezogen. Natürlich, wie soll’s auch anders sein, war es eine der teuersten Marken in dem Laden (aber Tamaris ist einfach volle Kanne geil! Die können zehn cm Absatz haben und Du läufst damit wie auf Wolken *schmacht*) und logischerweise gab’s auf den nur 10% Rabatt, also nix für meinen aktuell erschreckend leeren Geldbeutel. Ich hab noch ein weiteres Paar rausgezogen, auch klar, Pralinchen greift zu Buffalo, auch nicht reduziert 😦 Wäre ja auch zu schön gewesen. Spaßeshalber habe ich noch ein ultrahäßliches Paar orange Puma-Stiefel rausgezogen, die waren gleich mal auf halber Preis. Klar, wer will schon orangene Stiefel haben….

Fazit also: ich habe tatsächlich das Schuhgeschäft verlassen OHNE ETWAS ZU KAUFEN!!! Ich war ganz schön stolz, das kann ich Euch sagen. Allerdings hat mich zehn Minuten später eine solche Leere ergriffen, dass ich mir bei H&M spontan ein Paar „Hello-Kitty“-Hausschuhe mitgenommen habe (rein bin ich wegen einer schwarzen Hose… ähem!). Folglich besitze ich nun also 3 Paar Hausschuhe. Und lauf trotzdem weiterhin in Socken rum 😉

Ihr seht, das mit dem Vorurteil widerlegen hat nicht gut geklappt. Ich könnt‘ es ja jetzt noch ein wenig schönreden, aber spätestens wenn rauskommt, dass Anfang Dezember das Paket vom Otto-Versand kommt, mit den wunderbaren, genial geschnittenen, braunen, echt ledernen Stifeletten (Paar Nummer 8 dann!), dann kauft mir das niemand mehr ab, dass „Frauen und Schuhe“ nichts weiter ist als ein Klischee….. Sch… aber auch! 😦

In diesem Sinne, shoppt fröhlich weiter. Schuhe kann frau nie genug haben. Dass da dann auch jeweils eine passende Handtasche dazu her muss, versteht sich von selbst. Die hab ich jetzt nicht gezählt, allerdings belegt meine Handtaschensammlung eine der insgesamt acht Türen meines Kleiderschranks… nämlich genau die neben der Tür mit den Jeans. Und das sind  14 an der Zahl….. 😉

Verschwenderische Grüße,

Eure Schuhpraline

P.S.: Lieber Shopping-Begleiter: „Hello-Kitty“-Hausschuhe sind keineswegs albern. Wie Du an den heute eingestellten Fotos unschwer erkennen kannst, hält sich mein Wahnsinn diesbezüglich in Grenzen…. 😉 Glaubst nicht? Hier bitte, noch einer:

„Vatti, tu ma kuscheln?“

Männer fürchten sich ja angeblich vor gar nichts. Aber das stimmt so nicht. Es gibt eine Sache, die fürchten sie. Und zwar gewaltig. PMS, das prämenstruelle Syndrom, kurz: die Tage vor den Tagen.

Manche Männer tun so, als würden ihre heißgeliebten Schatzis dann regelrecht zu Monstern mutieren, und selbst wenn sie sich das nie so zu formulieren wagen, so sagen sie uns Frauen doch immerhin nach, dass wir in dieser ganz speziellen Zeit einfach unausstehlich seien.

Stimmt nicht. Ich für meinen Teil bin ganz zyklusunabhängig einfach immer unausstehlich! 😉 Nein, nur Spaß, ich bin natürlich die Ruhe selbst und überhaupt nie nie nie auch nur ansatzweise zickig oder schlecht gelaunt 😉 Das einzige, was ich nun PMS-technisch vielleicht unter Umständen zugeben würde, ist die vermehrte Kuschelbedürftigkeit. Wobei, so vermehrt ist die gar nicht, nur kann ich PMS dazu als Ausrede benutzen, um mein Hasi leichter zu nimm-zweiExtra-Streicheleinheiten zu überreden. (Gut, ist schon ein bißchen wie Erpressung: „Schatzi, kraulst Du mich bitte die nächsten viereinhalb Stunden? Büddääää!“ – „Ach, weiß nicht, ich würd doch viel lieber Fußball schauen…“ – „Schatzi ich hab aber irgendwie das Gefühl dass ich gleich wild mit den antiken Tellern von Deiner Mutter um mich werfen werde, wenn ich nicht ein bisschen gekuschelt werde… außerdem würd ich viel lieber „Verbotene Liebe“ sehen als Fußball…. und überhaupt, wir müssen nochmal über Deinen Ausflug mit den Jungs reden, das passt mir nämlich gaaaar nicht….“ Was glaubt Ihr wie schnell ein Mann unter Androhung sämtlicher PMS-Wahnsinnigkeiten zum Krauler wird?)

Insofern keine üble Sache, das PMS. Für uns Mädels. Dass Männer  bei jeder Mini-Krankheit den Heldentod sterben, haben wir ja bereits erörtert. PMS bei den Frauen ist lediglich ein geschicktes Manöver, ihren Jungs mal wieder ein bisschen Liebe abzuverlangen. Die Bedrohung der menstruierenden Oberzicke zieht immer!

Andererseits, ich muss eigentlich gar nicht so viel manövrieren und erpressen. Mein Hase ist nämlich so gut erzogen dass er auch ganz ohne prämenstruelles Syndrom immer total lieb ist. Er überlässt mir zum Beispiel immer die orangenen „Nimm 2s“ und isst selber die scheußlichen gelben. Welcher Mann macht das schon? 😉

Mich würde jetzt aber ganz unabhängig davon mal interessieren, wie Männer sich das PMS-Monster wirklich vorstellen, welche Erfahrungen sie persönlich schon gemacht haben und von den Mädels will ich natürlich bekräftigt kriegen, dass PMS nur ein alberner Mythos ist. Oder aber ein paar Tipps kriegen, was man unter Androhung von PMS-Ausbrüchen noch so alles bei seinem Partner rausholen kann 😉

In diesem Sinne, zickige Grüße an alle und einen speziellen an meinen „Orangenimmzweiüberlasser“!

Eure völlig unkomplizierte Praline

Über die Notwendigkeit von Handtaschen

Die Jungs lästern ja oft. Von wegen „Umzugskoffer“ oder „Zweitwohnung“… ich glaub ja die sind nur neidisch, weil sie nicht einfach mit ner Handtasche rausgehen können. Wären ja gleich abgestempelt als Luschis oder Tunten.

Ich geh seit Jahren nicht mehr ohne Handtasche aus dem Haus. Im Grunde ist bei mir (und da entspreche ich wohl mal so gaaaar nicht dem Klischee der Durchschnittsfrau) da gar nicht so viel drin. Geldbeutel, Schlüssel, Zigaretten, Handy. Bei gehobeneren Anlässen auch mal ein Lippenstift. Aber das wars dann auch schon. Die Tasche selbst ist meist von handlichem Format und passt natürlich immer zu den Schuhen (das hat mir meine äußerst modebewusste Oma so beigebracht!).

Gestern aber, fragt mich nicht warum, bin ich ohne Handtasche los. Ins Kino. Gut, im Kino darf ich nicht rauchen, und mein Handy nicht benutzen, insofern brauchte ich ja nix mitnehmen. Außer ein paar Euros, die ich feinst säuberlich gefaltet in meine Hosentasche gesteckt hatte. Dreißig Euro. Einen Zwanni und nen Zehner. Nachdem mein Hintern meine Jeans erfahrungsgemäß gut ausfüllt, hab ich nicht den geringsten Gedanken dran verschwendet, dass ich das Geld verlieren könnte. Tja, nur stand ich dann plötzlich an der Snacktheke und wollte die Nachos bezahlen (die Käsesauce ist einfach zuuuuuu geil! 😉 ), als ich feststellen musste, die Kohle ist weg. Ich lach noch meinen hübschen Begleiter an und frotzel mit ihm rum, dass es ja lieb gemeint ist wenn er Karten UND Naschwerk zahlen will, aber dass er mir deshalb nicht gleich mein Geld aus der Hose klauen müsste. Aber der Herr Begleiter kuckt mich nur verständnislos an und ja, was soll ich sagen, er hat sich nicht an meiner Hose zu schaffen gemacht. Schade eigentlich 😉

Auf jeden Fall hab ich gestern somit ganze dreißig Euro irgendwo im Erdinger Szenetreff „Spielberg-Kino“ gelassen und irgendein Volldepp hat sich auf meine Kosten nen schönen Abend gemacht. F***! Und warum die ganze Scheiße? Weil ich ohne Handtasche los bin! Nie wieder geh ich irgendwo ohne meine Tasche hin! Eigentlich war das eh todesmutig. War ja zusätzlich auch noch mit meiner ein Traum von einem Kleinwagen gewordener Pannenstatistik unterwegs. Stellt Euch mal vor, der wär mir (wie so oft in letzter Zeit) mal wieder stehen geblieben… und ich hätte kein Handy dabei gehabt, keine Kohle fürs Taxi und noch nicht mal ne Kippe um die Wartezeit auf das nicht ruf- geschweige denn bezahlbare Taxi zu überbrücken. Nee, das mach ich nie wieder. Ohne Handtasche aus dem Haus gehen ist ein sehr teurer Spaß! An alle meine Mädels, sch… auf die blöden Sprüche bezüglich Eurer koffergroßen Abendtäschchen: sie sind schlicht und ergreifend einfach LEBENSWICHTIG!!!

Abgesehen von diesem kleinen Malheur, dass ich mal eben gut brauchbare 30 Eier verschusselt habe, war der Abend echt gut. Hab „Die Geschichte vom Brandner Kaspar“ gesehen und das hat sich mal definitiv gelohnt. 30 Euro hin oder her. Bully als Boanlkramer war der Wahnsinn und auch wenn die Sache mit dem bayrischen Himmel äußerst strange anmutet (wollen wir echt die Ewigkeit damit zubringen in Lederhosen Karten zu spielen, Weißwürscht zu essen und Bier zu trinken? Hm…. der Regisseur ist ein Mann, ok, alles klar!), der Film ist saulustig und sollte, wohlgemerkt von allen Bayern gesehen werden. Alle Nicht-Bayern werden nix verstehen, insofern ist mir jetzt auch klar, warum die Kritiken zum Film so unterschiedlich sind. Die „Preissn“ ham den Film einfach ned kapiert 😉

In diesem Sinne,

cineastische Grüße und ned vergessen: Nie ohne Handtasche ins Kino!

Eure Boanlkramerpraline

Pralinchen im Fahrstuhl

Gestern Abend hab ich eine liebe Freundin besucht. Sie wohnt im fünften Stock einer riesengroßen Wohnanlage. Ich beneide sie fast ein wenig, ist sie doch die einzige Person, die ich kenne, die privat eine „von bis“-Adresse hat. Also das klingt doch super, wenn man einen Brief bekommt, und da dann drauf steht: Frau Praline Killer, Schokoladenstr. 324-328… das hat doch mal Klasse, findet Ihr nicht?

Auf jeden Fall wohnt sie im fünften Stock, und weil ich ja die faulste Socke auf Gottes Erden bin, fahr ich da wohl mit dem Aufzug hoch. Der Aufzug ist jedoch ziemlich unzuverlässig, der Sohn meiner Freundin hat schon viele viele Stunden einsam und allein in diesem Aufzug zugebracht, bis es irgendjemandem mal aufgefallen ist, dass dieser stecken geblieben ist und der Hausmeister gerufen wurde. Es gibt zwar so einen Notruf-Knopf in diesem Aufzug, aber der hat wohl scheint’s nur eine dekorative Funktion. Ich glaube ja fast, dass, wenn man diesen Knopf drückt, vielleicht in der Tiefgarage das Licht angeht, oder bei Meiers im zweiten Stock der Türöffner summt, vielleicht löst dieser Knopf auch irgendwo auf der Welt ein Erdbeben aus, wer weiß. Den Hausmeister oder einen Fahrstuhl-Pannenservice benachrichtigt er aber mal definitiv nicht.

Jedes Mal, wenn ich meine Freundin besuche, stell ich mir wieder die Frage, riskiere ich den Fahrstuhl oder lauf ich hoch? Aber meine sagenumwobene Faulheit siegt immer. Und so ein kleines bisschen Nervenkitzel ist ja auch dabei. Also warte ich gestern, wie schon so oft, auf den Aufzug, während ein äußerst attraktiver junger Mann mit einem Kasten Bier unterm Arm die Eingangshalle betritt. Er gesellt sich zu mir, wir warten gemeinsam auf den Fahrstuhl und ich schau ihn mir etwas genauer an. Groß, volle dunkle Haare, dunkle Augen, lässiges Sommer-Outfit, Flip-Flops, sportlich trainierter, sonnengebräunter Körper. Sehr lecker.

Der Fahrstuhl kommt, wir steigen ein, er fragt mich „Wo musst Du hin?“ und ich antworte „in die fünf“. Er drückt die fünf, dann die drei und die Fahrstuhltür schließt sich. Der junge Mann lächelt mich an und nimmt seinen Bierkasten unter den anderen Arm. Der Aufzug stoppt, die Tür geht auf und der junge Mann sagt „Tschüss, schönen Abend noch!“

WARUM ZUM GEIER kann dieser verfluchte Scheiß-Drecks-Aufzug nicht ausnahmsweise heute mal stecken bleiben? Dauernd höre ich Horrorgeschichten von kleinen Kindern die stundenlang darin ausharren müssen, alten Omis, die Panikanfälle bekommen, Einkäufern aus dem sich darunter befindlichen Supermarkt, deren Tiefkühlware langsam vor sich hin schmilzt während sie auf den Pannendienst warten. Alle ärgern sich. Und nun komm ich, treffe einen Gott von einem Mann in diesem Aufzug, der noch dazu Bier mit dabei hat, und dieser Scheiß-Aufzug funktioniert einfach so als ob nichts wäre.

Stellt Euch vor, was dies für eine schicksalhafte Begegnung hätte werden können? Wir hätten uns in aller Ruhe kennen lernen können, er hätte mir seinen Namen verraten und ich ihm meinen, er hätte mir von seiner Wohnung im dritten Stock erzählt (in welcher er als Single natüüüürlich alleine wohnt), wir hätten zusammen Bier getrunken und gewartet und geredet, wir hätten lustige Mutmaßungen über unsere Rettung angestellt, hätten unsere Telefonnummern ausgetauscht, hätten für den Fall, dass wir hier jemals wieder rauskommen würden, ein Date vereinbart, wir hätten weiter Bier getrunken, wir hätten über unsere Kindheit geredet und unsere Zukunftswünsche, wir hätten rumgealbert, gelacht, und irgendwann wäre ich in seinem starken Armen eingeschlafen, der Hausmeister wäre gekommen, hätte uns gerettet und ein halbes Jahr später hätten wir geheiratet.

Aber nein, dieser beknackte Aufzug muss ja ausgerechnet gestern funktionieren. Scheiße aber auch.

In diesem Sinne, verlasst Euch nie auf die Technik.

Eure Fahrstuhlpraline

Zucchiniauflauf im Desert Valley

„Boah, ich sag’s Euch, als ich den gesehen hab, bin ich erstmal raus in die Küche und hab eine geraucht.“ Gabi, 33, erzählt uns von ihrer ersten unheimlichen Begegnung der kleinen Art. Sie nimmt meine Hand, streckt meinen kleinen Finger aus und sagt. „So.“ Hm, mein kleiner Finger ist nicht sehr lang. Trotz der Fingernägel. Sie quetscht Ring- und Mittelfinger aneinander, um mir in etwa den Durchmesser zu vermitteln. Immer noch übel, ich hab sehr zarte Händchen…

Betroffenes Schweigen macht sich breit. Sieben junge, wunderschöne Frauen sitzen am Küchentisch, es stehen schon ein paar leere Weinflaschen rum. Im Aschenbecher glimmt eine Marlboro vor sich hin. Susanne findet als erstes die Worte wieder: Ich hab mal einen gehabt, bei dem wars ähnlich. Großer, bulliger Typ. Aber im Süden gähnende Leere. Hab den dann nach Hause geschickt.“ Entsetzen. „Du hast ihn NACH HAUSE GESCHICKT???“ – „Ja. Er saß da, präsentierte stolz sein Desert Valley und sagte, mach mal! Ja was zum Geier sollte ich damit denn machen? Aufblasen?“ Wir lachen.

Den Gesichtern nach zu urteilen hatte jede von uns schon so eine Begegnung. So ganz pauschal heißt es ja „Die Größe ist nicht wichtig, auf die Technik kommt’s an.“ Ja, mag sein. Den kleinen I-Pod finden wir super. Kleinwägen mögen auch gern, passen in jede Lücke. Kleingeld ist immer praktisch. Kleine Kinder sind total süß. Aber wir sprechen hier von Männern. Bzw. deren bestem Stück. Heikles Thema. Gut, unter uns Frauen jetzt nicht, auch wenn ich bei Gabi eben glaubte, sie würde gleich anfangen zu weinen aufgrund der schrecklichen Erinnerung. Aber man kann ja mal drüber reden. Vielleicht sollten wir erstmal klären. Wie klein ist überhaupt klein? Ich klaue hierzu ein bisschen im Netz. (ganzer Artikel unter:http://www.sexualberatung-online.net/penis/die-penisgroesse/)

„…Mediziner sagen, dass man bei einer Penisgröße von unter 10 cm über Therapien nachdenken sollte. Sexualtherapeuten hingegen meinen, dass ein Penis schon dann zu klein ist, wenn man persönlich unzufrieden ist mit der Penisgröße. Der mitteleuropäische Durchschnittspenis hat Statistiken zufolge eine Länge von 13,5 cm….“

Gut, nächstes Mal messen wir also erstmal munter drauf los. Jetzt sagen ja (die kleinen) Männer, es käme auf die Größe gar nicht so sehr an und verweisen auf Statistiken, in welchen die Frauen dies bestätigten. Nun, getreu dem Motto „Glaube keiner Statistik die Du nicht selber gefälscht hast“ zitiere ich nun noch mal oben genannte Quelle:

„…Denkbar ist hier vielleicht folgendes Szenario: Fragen sie als Frau mit kleinem Busen einen Mann ob er auf große Busen steht. In 99% der Fälle wird der Mann aus Pietät sagen: Nein, nicht die Größe ist entscheidend, sondern XYZ, Persönlichkeit oder sonst etwas……Welche Frau empfindet einen kleinen Penis als erotischer oder optisch ansprechender als einen großen? Ich denke die Frauenwelt war bis dato einfach nur so höflich bei der Beantwortung dieser Frage zu einer gnädigen Notlüge zu greifen….“

Bingo. Diese Aussage deckt sich mit der der sieben jungen wunderhübschen, inzwischen gut betrunkenen Frauen. Die Frage „Findest Du ihn zu klein?“ zwingt Dich zur Lüge. Sagst Du die Wahrheit, gibt’s Ärger. Also schwindelst Du und hoffst auf das Beste. Oder aber Du machst es wie Susanne und schmeißt ihn raus. Wobei Du dann aber nie erfährst, ob er es nicht vielleicht doch drauf gehabt hätte.

Ich für meinen Teil lege beim ersten Mal immer demonstrativ eine besonders große Zucchini in die Küche. Im Regelfall werd ich drauf angesprochen. Ich lasse den Frager dann aber im Unklaren, was ich mit dieser Zucchini denn vorhabe. Ist der Mann entsprechend ausgestattet, dann ist das Gemüsethema sowieso vom Tisch. Ist er es nicht, kann ich mir aber sicher sein, dass er sich besonders anstrengen wird, in Gedanken immer bei meiner Riesenzucchini. Bisher konnte ich nicht klagen. Gut, ich hab auch nie nachgemessen. Aber Ihr wisst ja, die Schönheit und das Auge des Betrachters… Meistens hab ich danach einen Zucchiniauflauf gemacht. Und einen Teller davon meinem Süßen serviert. Mit einem romantischen Kerzchen dabei. Kann also nicht meckern. Oder ich hatte bisher einfach Glück. Schnappatmung und den dringenden Wunsch nach einer Zigarette gabs bei mir nicht. Wenn dann aus einem anderen Grund. Einem sehr sehr schönen 😉

In diesem Sinne lass ich Euch heute ausnahmsweise nur einen ganz kleinen Gruß da 😉 Und hoffe Ihr diskutiert jetzt fleißig mit mir und meinen Mädels. Kommentare von Männern sind ausdrücklich erwünscht!

So und jetzt drückt mal bitte einer die Scheiß-Marlboro aus. Dankeschön.

Eure große Praline