Fußballfieber, Ampelwahnsinn und der Luschi im Loch

Boah, was für ein Tag! Nachdem Schlafmangel und sengende Hitze heute Nacht mal wieder für einen wirklich irren Alptraum beim Pralinchen gesorgt haben (äh… von dem Traum erzähl ich Euch ein andern Mal, ok? Nur soviel sei verraten: in meinem Traum hatte ich einen Penis…) war ich heute eh schon ziemlich durch den Wind als ich überhaupt erstmal meinen Tag begonnen hatte.

Im Büro hab ich heute mal vergleichsweise viel erledigt, weil wenn der Chef mal einen Nachmittag lang durchgehend da ist, dann muss man ihn auch mit mehr oder weniger wichtigem Liegengebliebenen beschäftigen, nicht dass er auf blöde Gedanken kommt und einem wirklich stressige Aufgaben zuteilt. Leider hat dadurch mein Tagesgeschäft gelitten, ich hab mir also weder die Nägel lackieren können, noch konnt ich meine 37 besten Freundinnen anrufen. Aber hilft ja nix. Dann kam um kurz vor vier auch noch der Junior-Chef ins Büro und ich musste doch tatsächlich eine Viertelstunde länger bleiben. Ich sag’s ja, man wird heute einfach nur noch ausgebeutet 😦

Als ich dann eeeeeeendlich um Viertel nach vier gehen konnte, bin ich in mein Auto gestiegen und hab erstmal die geschätzten 97° Celsius genossen. Aber schwarze Autos sind halt voll schick, gell? Abgesehen davon hab ich ja ne Klimaanlage, die das Fahrzeug in der Rekordzeit von sagen wir mal 57 Minuten runterkühlt. Tja, und heute hätt ich für meine zweieinhalb Kilometer Nachhauseweg auch fast tatsächlich so lange gebraucht. Schuld daran sind Sepp, Ignaz & Co. Ihr erinnert Euch? Meine lustige Bauarbeitertruppe? Die haben sich nämlich inzwischen von meiner Haustür den Hang hinab zur Straße vorgearbeitet und graben fleissig weiter. Einer von ihnen, ich tippe stark drauf dass es der Wurstsemmel-Hiwi war, hat also da so ne Behelfs-Ampel angebracht und vor selbiger staut sich jetzt der Verkehr, dass es eine wahre Freude ist.  Hab heute ne halbe Stunde nach Hause gebraucht, normalerweise sinds keine fünf Minuten (jaaaa, ich weiß, da könnt ich auch zu Fuß gehen. Aber ich bin und bleibe nun mal die faulste Socke auf Gottes schöner Erde!). Und warten an Ampeln, das ist für mich die Hölle. Erstens muss ich ja grundsätzlich immer aufs Klo wenn ich irgendwo an einer roten Ampel stehe. Und zweitens bin ich davon überzeugt dass Ampeln über eine luzifermäßige Hinterhältigkeit verfügen, und ihre Rotphasen immer dann ins Unendliche verlängern wenn ich grad pinkeln muss. Und Behelfsampeln sind da noch viel fieser. Das sind die Wurstsemmel-Hiwis der Hölle und die lassen ihren Geringverdienerampelfrust nochmal extra an uns armen Autofahrern aus.

Immerhin hab ich in meiner Wartezeit die Gunst der Stunde genutzt und mich im Radio über das Fußballspiel heute Abend aufklären lassen. Ihr wisst ja, von Fußball hab ich soviel Ahnung wie der Papst vom Poppen, aber ich muss zugeben, jetzt wo es langsam ernst wird, ist auch bei mir das Fußballfieber ausgebrochen. Ich könnte jetzt einen Tipp abgeben, aber ich trau mich nicht. Ich bin mir ja noch nicht mal sicher ob ich das Spiel heute ganz trendy und open-air in der Stadt anschau, oder ob ich mir nicht doch lieber zuhause ein kühles Beck’s Orange aufmache und meine heilige Ruhe hab. Der Vorteil von letzterem wäre ich könnte das Spiel in Unterhosen sehen.  Mal abwarten, ist ja noch ein bisschen hin. Außerdem ist mein Lieblingstürke heute eh nicht da, was die ganze Sache ein bisschen unlustig macht. Wie gerne hätte ich ihm nach dem Spiel Ätsch-Bätsch-Lieder vorgesungen! Aber nein, er muss ja gestern in Urlaub fliegen. Hm, das nenn ich mal Kalkül!

Nachdem ich nun von diversen Radiomoderatoren motiviert worden bin, mich heute Abend dem Spiel und dem Sieg unserer Jungs hinzugeben, kam ich also endlich endlich endlich zuhause an. Ich hab mein Auto an meiner neuen Lieblingsecke geparkt ( Ihr wisst ja, lieber mal auf Nummer Sicher! Trau keinem namens Sepp!) und bin die letzten paar Meter zu meiner Wohnung gestakselt. Plötzlich pfeift da der Ignaz aus dem letzten Loch. Nein, nicht bildlich! Es war wirklich das letzte Loch, immerhin hatten er und seine Kollegen die ganzen anderen Löcher schon zugefüllt und auch schon geteert! Und Ignaz der alte Gesichtskrapfen steht da unten und pfeift fröhlich vor sich hin. „Bonanza“ im Übrigen. Steht da, schaufelt sich bucklig und träumt vermutlich davon wie er mit seiner Frau (die vermutlich gleichzeitig seine Schwester ist) eine Western-Ranch im Bayrischen Wald eröffnet. Hach, ja, Männer! Lassen wir Ihnen ein paar Träume, oder?

Auf jeden Fall hab ich’s nun um kurz vor fünf doch noch nach Hause geschafft und kann mich nun von meinem ach so stressigen Tag erholen. Naja, zumindest bis viertel vor neun. Weil dann muss ich ja mitfiebern, Daumen drücken und so tun als hätt‘ ich Ahnung von Fußball. Dass ich mir lediglich gern schwitzende Jungs anschau, braucht ja keiner wissen 😉

In diesem Sinne, siegesreiche Grüße
Eure Ballpraline

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