Umgehend. Sofort. Also morgen. Oder nie.

Ach, wie einfach war das früher mit dem Geld. Dir wurde eine lustige Spardose geschenkt, handlich, stabil, aus lackiertem Holz und mit einem Grimm’s-Märchen-Motiv drauf. Die Oma hat Dir immer mal wieder ein paar Mark zugesteckt, die Du, natürlich noch vor Ihren Augen, dann brav OLYMPUS DIGITAL CAMERAreingeschmissen hast und einmal im Jahr war dann Weltspartag, die Mama hat den Schlüssel rausgerückt und stolz bist Du zur Sparkasse gelaufen, hast Deine siebenunddreissig Mark fünfzig ausleeren lassen und zur Belohnung einen Haufen Krimskrams geschenkt bekommen. Ein Malbuch, bunte Sticker und natürlich den obligatorischen Bogen Spielgeld, wo Du dann zuhause erstmal alle Pfennige und Zehnerl und Fuchzgerl rausgepfriemelt hast und dann wieder der King warst im Kaufmannsladen oder bei der Kinderpost.

Heute ist das nicht mehr so simpel. Ich hab zwar noch mein Kleingeld-Glas auf dem Kühlschrank stehen, aber bis da mal 37,50 drin sind, da vergeht schon mal ne Zeit. Irgendwann war nämlich mal mein letzter Weltspartag und statt Malbuch und Spielgeld hab ich mein erstes Girokonto bekommen. Und ich bin mir sicher, als ich dafür unterschrieben hab, stand wohl irgendwo ein klitzekleiner Passus im Kleingedruckten dass die Sparkasse jetzt sieben Zehntel meiner Seele besitzt. Aber was weißt Du als Teenager schon vom Kleingedruckten, geschweige denn von Seelen. Mit 15 tauscht Du die eh ohne nachzudenken sofort ein, wenn dafür nur der Hausarrest weg ist oder der süße Tom aus der 9b endlich mal checkt dass Du seine große Liebe bist. Von dem her, alles noch cool.

Die Regeln der Marktwirtschaft haben es vorgesehen dass Du erstmal ordentlich auf die Schnauze fällst mit Deinem Girokonto, weil jetzt hast Du ja eine niegelnagelneue EC-Karte und wozu ist das Ding denn gut wenn nicht um es zu benutzen? Unheimlich erwachsen schiebst Du bei H&M und Co. Deine Karte über den Tresen und ritsch-ratsch biep biep gehören Dir all die tollen neuen Sachen, über die Du Dich riesig freust, und zwar genau so lange bis Du merkst, dass Dein Geld nicht automatisch auf dem Konto bleibt nur weil Du ja jetzt mit Plastik zahlst. Irgendwann kommt die Erleuchtung über Dich und Du verstehst den Sinn hinter dem Wort „bargeldlos“, Scheiße verdammte!

Aber das legt sich und gehört wohl irgendwie zum Lernen dazu. Irgendwann hast Du’s verstanden und kommst halbwegs klar mit den Zahlen auf Deinem Kontoauszug. Plus ist gut, minus ist schlecht, ganz einfaches System. Im Laufe der Jahre summieren sich aber die Minuszahlen, weil plötzlich will da irgendein blöder Vermieter Kohle von Dir haben, für’s Wohnen, für’s WOHNEN! Ich hab noch nie für’s Wohnen bezahlt, ich hab ja immer nur mitgewohnt, also was soll das! Wer will schon Wohnen, wenn er sich auch neue Schuhe kaufen kann! Aber hilft ja nichts, Du hast also einen ordentlichen Betrag Minusgeld auf Deinem Auszug und daneben noch viele andere. Schließlich brauchst Du ein Telefon, und Internet, ein Handy, Strom (wenn schon wohnen, dann wenigstens nicht im Dunkeln), eine Mitgliedschaft im Fitnessstudio, scheißegal ob du die nutzt, die muss einfach sein. Ja und natürlich noch den ADAC und überhaupt, GEZ! (A propos, warum wird GEZ eigentlich nicht gleich direkt über die Lohnabrechnung gemacht? Geht doch mit den anderen Zwangsabgaben auch?)

Eine ganze Latte an Minusposten hab ich übrigens mit Versicherungen. Wenn ich mir das jeden Monat so anschau, dann müsste mein Leben einschließlich Hab & Gut ja so wertvoll sein dass es zahlenmäßig gar nicht mehr erfasst werden kann. Dabei hab ich noch nicht mal was Besonderes, ein bißchen Auto, ein bißchen Haftpflicht und Hausrat, ein wenig Rechtsschutz und eine kleine Spaß-Versicherung zur Altersvorsorge, davon kann ich mir 2059 vielleicht mal ein Eis kaufen oder, wenn’s gut läuft eine neue Heizdecke.

Warum erzäl ich euch das alles? Weil ich letzte Woche mal meine Versicherung kontaktiert hatte. Ich hab eine einfache Frage gestellt und wollte darauf eine wennmöglich einfache Antwort. Der erste Sachbearbeiter sagte: „Ich klär das ab und rufe Sie am Mittwoch gegen 10:30 Uhr an.“ Der zweite antwortete auf meine E-Mail mit: „Kläre ich sofort ab und schreibe Ihnen die Daten dann spätestens morgen.“ So, „morgen“ war, ebenso wie „Mittwoch gegen 10:30 Uhr“ GESTERN und ich habe weder von Nr. 1 noch von Nr.2 auch nur einen Pieps gehört. Wahrscheinlich lachen sich die beiden noch immer scheckig, ganz nach dem Motto: „Stell Dir vor, hat die Frau doch tatsächlich ne Frage! Ne FRAGE!!! Hahaha, dabei hab ich die Provision von dem Vertrag doch schon vor Jahren auf den Kopf gehauen! Hahaha, unsere Kunden sind so lustig!“

Ich wollte jetzt heute nochmal nachhören und dann sollten mir die beiden Herren mal erklären was denn so schwer daran ist eine simple Information aus dem Rechner zu ziehen. Ich rechnete schon mit was wie „boah- suuuper-schwer, weil, also nämlich das mit dem Datenziehen wurde damals in der Schule nicht mehr unterrichtet, dafür gab’s aber ne Doppelstunde „Provision kassieren leicht gemacht“!“ Aber letzten Endes haben die zwei mir gar nichts erklärt. Der eine hat Urlaub, der andere ist krank. Aber ich könnte ja die „Service“nummer anrufen. „Servicenummer“, ja nee, is klar.

Manchmal wünsch ich mir einfach mein altes Sumsi-Konto zurück und die Holzspardose mit dem Rotkäppchen drauf. Dann würde ich wieder einmal im Jahr zur Bank laufen, meine Münzen zählen lassen und zur Belohnung können die mir ja jetzt eine Flasche Wein überreichen oder ein paar Pralinen. Mit Malbüchern hab ich’s nicht mehr so. Auf jeden Fall müsste ich mich dann nicht mit all dem Finanzkram beschäftigen, der mir sowas von gegen den Strich geht und sich vermutlich eh nicht lohnt, weil bis ich mal in Rente bin ist der Euro eh tot oder aber ich muss mit meinen paar Knutscherln noch ein paar Staaten retten, ich hab’s ja.

In diesem Sinne
„Don’t call us, we call you!“

Das mit den Grüßen klär‘ ich eben noch ab und schick sie Euch morgen, ok?

Eure Sparpraline

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… und ewig brennt das Licht!

Man sollt‘ ja meinen, sooo, jetzt hat se ja wieder ’nen festen Freund die Praline, da geht der Bedarf an Batterien und  elektrischem Gerät sicher wieder zurück.

Aber nee, nix is, je länger mein Schatz und ich zusammen sind, desto mehr brizzelts in der Leitung. Gut, ich geb‘ ja zu, meine Vorliebe für Dinge, die mit Strom funktionieren, ist schon enorm. Nicht umsonst besitze ich einen Wasserkocher in Form einer Kuh, der nach jedem Kochen leidenschaftlich muht. Oder einen Micky-Maus-Toaster, der nicht nur tolle Maus-Ohren auf die Toasts brennt, sondern auch noch beim Auswerfen der selbigen den Disney-Marsch pfeift.

Naja, zusammen mit dem sonst so hauhaltsüblichen Kram, als da wären Kühlschrank, Ofen, Kaffeemaschine, Waschmaschine, Trockner, Mikrowelle, mein heißgeliebter Pürierstab, Wasserkocher im Bad (für die Lockenwickler, logisch, oder? 😉 ), Fön, Computer, Laptop, Laptop-Boxen, Stereoanlage, Hometrainer, 4 Deckenlampen, 6 Stehlampen, Rasierapparat,  Bügeleisen, Mixer, Staubsauger, Handy1 und Handy 2, Wii-Konsole, Fernseher, DVD-Player 1 und 2, Aktenvernichter, Dunstabzugshaube, Lichterkette im Bad, Laminiergerät, Drucker, Digi-Cam 1 und 2, Akkubesen und zwei mp3-Playern, verfüge ich also über sage und schreibe 46 Elektrogeräte. Und da sind die „Kleingeräte“ im Schlafzimmer noch nicht mal mitgezählt. Und auch nicht der ganze Handwerkskram im Keller.

Aber weil mir das ja noch nicht reicht, hab ich mir gestern  Gerät Nummer 47 angeschafft. Einen Handstaubsauger. Braucht‘ ich unbedingt, Ihr habt ja keine Ahnung wie lästig Frühstückskrümel sein können. Also bin ich bei meinem Freund Thomas Phillips vorbeigefahren, hab ihm 13 Euro in die Hand gedrückt und er mir dafür einen sagenhaft stylischen Handstaubsauger. Tja, das war also gestern. Gegen halb vier. Seitdem hängt das blöde Ding an der Steckdose und lädt und lädt und lädt und lädt…. In der Bedienungsanleitung (die ich als brave Hausfrau natürlich aufmerksamst gelesen habe) steht drin, der Akku ist voll, sobald das rote Lämpchen, die sogenannte „Ladekontrollleuchte“ erlischt. Sie brennt jetzt seit dreiundzwanzigeinhalb Stunden.

Nun, nachdem mir das ziemlich suspekt vorkommt, hab ich eben mal bißchen gegoogelt, was denn so die übliche Ladezeit eines Handstaubsaugers ist. Die Standardantwort in diversen Foren ist immer: „Für eine Nutzdauer von ca. 10- 15 Minuten beträgt die Ladezeit etwa 16 Stunden.“ Ja nee, is klar. Gleich fahr ich los und hau dem dämlichen Thomas Phillips seinen Scheiß-Drecks-Akkusauger um seine Sonderposten-Ohren! 16 Stunden! Ist das ja schon übel, aber dreiundzwanzigeinhalb Stunden? Und das beknackte Licht brennt immer noch? Hallo-o? Geht’s noch? Ein anderer Staubsauger-Kunde, den ich in einem der Foren aufgegabelt hatte, hatte seine Errungenschaft nach 48 Stunden Ladezeit weggeworfen. Mal sehen, das wäre die Alternative. Aber erstmal bin ich noch geduldig und schreibe mal vorsichtshalber eine Bewerbung an E.ON, ob ich gegebenenfalls wieder bei denen arbeiten könnte, weil wenn das so weitergeht, dann komm ich entweder irgendwann qualvollst durch Kabelbrand um oder aber es erschlägt mich meine Stromnachzahlung. Wir werden sehen.

Bis dahin warte ich brav und lass‘ es hier in der Wohnung weiter brizzeln. Und für Euch gibt’s jetzt auch noch bißchen Strom. Aber auf die Ohren.

In diesem Sinne,

möge die Ladekontrollleuchte mit Euch sein!

 

Can’t buy me love?

Weil man ja in der Schule nicht immer nur aufpassen kann und auch mal kräftig mit dem Banknachbarn schwätzen muss (haben wir damals so gelernt, oder?), entstehen eben auch manchmal sehr angeregte Diskussionen, in die sich gerne dann auch sämtliche Mitschüler inklusive Lehrer einmischen.

So passiert gestern. Die Grundsatzfrage (und mein Banknachbar stellt mir eigentlich nur Grundsatzfragen so à la „Was denkst Du über Vandalismus? Willst Du in diese Welt Kinder setzen? Stimmt es dass hochhackige Schuhe Auskunft über das Sexualverhalten der Frau geben? Tja, manche Dinge sind doch anders als damals in der Grundschule 😉 ) Auf jeden Fall ging es um die Frage ob man ohne Geld eine Beziehung führen kann. Also ohne VIEL Geld. Seine Meinung war, ohne entsprechenede Kohlen im Sack kann man in einer Beziehung nicht glücklich sein. Meine Meinung (und die der sich im Laufe der Zeit an unserer Diskussion beteiligenden Zuhörer) war, dass es auf die Kohle nicht ankommt.

Ich wollte dies eigentlich gleich mal sauber money-cant-buy-me-lovemit 1-A-Argumenten untermalen, aber dann fiel mir ein, dass ich eben erst ein Fahrrad gekauft habe, das ohne die kräftige Finanzspritze meines herzallerliebsten in diesem Fall OSTER-Hasen weder Schutzbleche, noch Ständer, noch Gepäckträger hätte und ein Fahrradschloss hätt ich auch keins. Außerdem hat der Osterhase ein zweites Mal Tickets für „The Caveman“ gekauft, weil Pralinchen die ersten Karten für Weihnachten verfallen hat lassen… (zu meiner Verteidigung: ich war krank. So krank, dass ich sogar wenige Stunden vor Beginn der Veranstaltung die Notaufnahme des Erdinger Krankenhauses besucht habe. Hat aber leider nix geholfen, der Abend (und eigentlich das ganze verdammte Sch…f***ing  Weihnachtsfest) war dahin… aber ich schweife ab, eigentlich wollte ich damit ja nur sagen, dass meine Verhandlungsposition eher mau war.

Trotzdem bleib ich dabei. Wenn man den Zweirad- und Zweitkartenbonus einfach mal als großzügiges Geschenk verbucht, dann kann man das außen vor lassen und zum Wesentlichen übergehen. Dass die GRÖßE wichtig ist, haben wir hier ja schon zur Genüge ausdiskutiert, was aber ist mit Geld? Den lieben, aber sauer verdienten Euros? Kommts darauf echt an?

Ich für meinen Teil kann gleichzeitig exzellent und gar nicht mit Geld umgehen. Ich komm wenns brennt echt endslang mit wahnsinnig wenig Kohle aus. Hab ich aber viel Kohle, dann verbrat ich die auch. So gesehen kann ich für mich sagen: Geld ist geil, wenn ich’s hab, aber es geht auch mit wenig. Mein letzter Urlaub ist tatsächlich 9 Jahre her. Dafür besitz ich aber 49, äh 51 Paar Schuhe und bestimmt ebenso viele Handtaschen. Ich verqualme jeden Monat 100 Euro und das auch nur weil ich auf die Hartz-IV-Kippen von Aldi und Lidl umgestiegen bin. Der Prosecco-Aperol im Beatschuppen kostet 5 Euro, ist aber halt einfach schweinelecker und somit müssen da schon eins zwei drei vier viele drin sein. So lebt es sich auch mit weniger Kohle ganz gut, auch wenn halt Dinge wie ein Karibikurlaub oder ein neues Auto damit nicht gehen. Hat das jetzt aber was mit meiner Beziehung zu tun?

Der Orgasmus gelingt bis jetzt auch ohne Kontoauszüge ganz gut. (Ung ganz ehrlich, MEINE Kontoauszüge würden sowieso eher eine erektile Disfunktion auslösen denn einer Spontanexplosion, aber das nur am Rande). Und statt Diamanten und anderem Geschmeide sammel  ich lieber Backgammon-Siege gegen meinen Liebsten, die Freude daran währt viel länger, ehrlich! Klar, keine Frage, Geschenke sind super (und über mein neues Radl freu ich mir die Haxen aus!), aber viel entscheidender als all der finanzielle Kram sind doch andere Dinge.  Liebe, Lachen, gemeinsames Erleben (in diesem wie in jenem Sinne). Was helfen mir denn Millionen? Ich hätt nur noch mehr unnützen Kram in der Bude rumstehen. Noch mehr Schuhe. Noch mehr Handtaschen. Und mein gemütliches Ikea-Sofa wäre dann halt eine Designer-Leder-Couch, auf der dann vermutlich Sexverbot wegen Fleckengefahr herrscht. Na prima. Nee danke. Gut, mein Bett wäre dann auch ein Designer-Bett, das nicht notdürftig mit zwei Dosen Mais und einer Dose Thunfisch repariert wäre, aber andererseits sorgte diese äußerst kreative Reparaturarbeit auch für jede Menge Fun.

In diesem Sinne,

entscheidet selbst: Fonds oder Fun? Aktien oder Action? Geld oder…. LIEBE?

Festverzinsliche Grüße

Eure Finanzpraline

Über die Notwendigkeit von Handtaschen

Die Jungs lästern ja oft. Von wegen „Umzugskoffer“ oder „Zweitwohnung“… ich glaub ja die sind nur neidisch, weil sie nicht einfach mit ner Handtasche rausgehen können. Wären ja gleich abgestempelt als Luschis oder Tunten.

Ich geh seit Jahren nicht mehr ohne Handtasche aus dem Haus. Im Grunde ist bei mir (und da entspreche ich wohl mal so gaaaar nicht dem Klischee der Durchschnittsfrau) da gar nicht so viel drin. Geldbeutel, Schlüssel, Zigaretten, Handy. Bei gehobeneren Anlässen auch mal ein Lippenstift. Aber das wars dann auch schon. Die Tasche selbst ist meist von handlichem Format und passt natürlich immer zu den Schuhen (das hat mir meine äußerst modebewusste Oma so beigebracht!).

Gestern aber, fragt mich nicht warum, bin ich ohne Handtasche los. Ins Kino. Gut, im Kino darf ich nicht rauchen, und mein Handy nicht benutzen, insofern brauchte ich ja nix mitnehmen. Außer ein paar Euros, die ich feinst säuberlich gefaltet in meine Hosentasche gesteckt hatte. Dreißig Euro. Einen Zwanni und nen Zehner. Nachdem mein Hintern meine Jeans erfahrungsgemäß gut ausfüllt, hab ich nicht den geringsten Gedanken dran verschwendet, dass ich das Geld verlieren könnte. Tja, nur stand ich dann plötzlich an der Snacktheke und wollte die Nachos bezahlen (die Käsesauce ist einfach zuuuuuu geil! 😉 ), als ich feststellen musste, die Kohle ist weg. Ich lach noch meinen hübschen Begleiter an und frotzel mit ihm rum, dass es ja lieb gemeint ist wenn er Karten UND Naschwerk zahlen will, aber dass er mir deshalb nicht gleich mein Geld aus der Hose klauen müsste. Aber der Herr Begleiter kuckt mich nur verständnislos an und ja, was soll ich sagen, er hat sich nicht an meiner Hose zu schaffen gemacht. Schade eigentlich 😉

Auf jeden Fall hab ich gestern somit ganze dreißig Euro irgendwo im Erdinger Szenetreff „Spielberg-Kino“ gelassen und irgendein Volldepp hat sich auf meine Kosten nen schönen Abend gemacht. F***! Und warum die ganze Scheiße? Weil ich ohne Handtasche los bin! Nie wieder geh ich irgendwo ohne meine Tasche hin! Eigentlich war das eh todesmutig. War ja zusätzlich auch noch mit meiner ein Traum von einem Kleinwagen gewordener Pannenstatistik unterwegs. Stellt Euch mal vor, der wär mir (wie so oft in letzter Zeit) mal wieder stehen geblieben… und ich hätte kein Handy dabei gehabt, keine Kohle fürs Taxi und noch nicht mal ne Kippe um die Wartezeit auf das nicht ruf- geschweige denn bezahlbare Taxi zu überbrücken. Nee, das mach ich nie wieder. Ohne Handtasche aus dem Haus gehen ist ein sehr teurer Spaß! An alle meine Mädels, sch… auf die blöden Sprüche bezüglich Eurer koffergroßen Abendtäschchen: sie sind schlicht und ergreifend einfach LEBENSWICHTIG!!!

Abgesehen von diesem kleinen Malheur, dass ich mal eben gut brauchbare 30 Eier verschusselt habe, war der Abend echt gut. Hab „Die Geschichte vom Brandner Kaspar“ gesehen und das hat sich mal definitiv gelohnt. 30 Euro hin oder her. Bully als Boanlkramer war der Wahnsinn und auch wenn die Sache mit dem bayrischen Himmel äußerst strange anmutet (wollen wir echt die Ewigkeit damit zubringen in Lederhosen Karten zu spielen, Weißwürscht zu essen und Bier zu trinken? Hm…. der Regisseur ist ein Mann, ok, alles klar!), der Film ist saulustig und sollte, wohlgemerkt von allen Bayern gesehen werden. Alle Nicht-Bayern werden nix verstehen, insofern ist mir jetzt auch klar, warum die Kritiken zum Film so unterschiedlich sind. Die „Preissn“ ham den Film einfach ned kapiert 😉

In diesem Sinne,

cineastische Grüße und ned vergessen: Nie ohne Handtasche ins Kino!

Eure Boanlkramerpraline

Blowjob auf 400-Euro-Basis

Wenn man sich um einen Nebenjob bemüht, dann erlebt man die irrsten Geschichten. Man sondiert Internet-Jobbörsen, liest die Stellenanzeigen der hiesigen Tageszeitung, fragt bei Freunden und Bekannten nach und sitzt letzten Endes nur vor einem riesengroßen Haufen Scheiße.

Es wird ein flexibler Schreibjob annonciert, die Stellenbeschreibung spricht von „guten Kenntnissen in Word und Exel, Erfahrung mit Phonotypie“, man bewirbt sich begeistert und erfährt dann am Telefon, dass nur diplomierte Betriebswirte eingestellt werden. Tja, liebe Arbeitgeber, da werdet Ihr lange suchen, die fahren schließlich alle Taxi. Oder haben eben richtige Jobs und Euren somit nicht nötig.

Ein Versicherungsbüro sucht nach einer „freundlichen Empfangsdame“, prima, freundlich ist mein zweiter Vorname, also nix wie anrufen. Beim Bewerbungsgespräch stellt sich dann heraus, dass die Empfangsdame eigentlich eine Telefonistin werden soll, die im Akkord telefonische Kaltakquise betreibt und potentiellen Kunden irgendeine nutzlose Zusatzversicherung abschwatzt. Nee. Das lass ma mal schön bleiben. Ich leg grundsätzlich auf wenn ich so einen Anruf krieg. Also werd ich mich auch nicht auf diese dunkle Seite der Macht rüberziehen lassen. Never ever.

„Auslieferungsfahrer/in für Apotheke gesucht“. Auch gut, Autofahren tu ich ja gerne. Auch da ruf ich an, und ein freundlicher Apotheker erklärt mir dann dass ich täglich zwischen 8 und 22 Uhr eilige Medikamente im Raum Landshut zustellen muss. Auf telefonischen Abruf. Mit dem eigenen PKW. Für 6, 50 €. Super, oder? Ich kündige also meinen richtigen Job um künftig dauerverfügbar zu sein, und verfahre nebenbei tausende Kilometer mit meinem Auto für lau. Gut, dass mein Auto jetzt schon im Arsch ist, denn spätestens nach diesem ach so lukrativen Job wäre es dies gewesen.

Der Süßigkeitenladen, der eine Verkäuferin suchte, und eigentlich mein Favorit bei allen Bewerbungen war, hat meine Unterlagen einfach wieder eingetütet und kommentarlos zurückgeschickt. „Edle Chocolaterie mit privilegiertem Kundenstamm“, aber dann nicht mal soviel Anstand wenigstens ein „wir haben uns anders entschieden“ beizulegen. Tja, kaufen werd ich bei Euch nix mehr. Und alle meine privilegierten Freunde auch nicht. Ätschbätsch.

Nachdem sich all die vermeintlich tollen Angebote als Nullnummern entpuppt hatten, war ich nun soweit, auch die kleinen privaten Stellenangebote in Betracht zu ziehen. Aber nicht für lange. Ich bin weder ein rüstiger Rentner der gerne Hecken schneidet, noch habe ich große Lust für die Mafia zu arbeiten: „Alleinsekretärin für italienischen Privatier gesucht“, ne ne ne, ich hab keine Lust, irgendwann mit Betonschuhen im Comer See zu landen. Der „gepflegte Herr“, der eine „Hobbymasseuse“ sucht, kommt auch nicht in Frage, schließlich steht da „Russin oder Tschechin bevorzugt“. Ziemlich dreist, oder?

Wahrscheinlich findet Ihr mich bald daheim auf dem Sofa, wie ich Millionen Kugelschreiber zusammenschraube, Wundertüten fülle und Briefmarkenpackages zusammenstelle. Denn das wird mir täglich, in Web und Print als das ultimative Erfolgskonzept angepriesen, mit welchem ich ganz nebenbei „tausende Euro in Heimarbeit“ absahnen kann und wenn ich das auch nur noch ein einziges Mal lesen muss, dann glaub ich’s wahrscheinlich und schicke 180 € Vorab-Bearbeitungsgebühr an irgendeine dubiose Briefkastenfirma. Ha ha.

Oder aber ich erkundige mich nach einer 0900er-Nummer und setze meine kundenorientierte freundliche Telefonstimme anderweitig ein. Home-Office mal anders. Und ich könnte während der Telefonate locker meine Wäsche bügeln. Wär doch prima.

Es ist schon irgendwie übel. Die einen verlangen für einen schnöden Tippsenjob tatsächlich ein Dipl.-Irgendwas. Die andern schauen mich mit großen Augen an und verstehen nicht, warum ich mich bei ihnen an die Kasse stellen will, wo ich doch „soooolche Wahnsinns-Qualifikationen“ habe. Und wieder andere sind einfach nur total bekloppt und hoffen drauf dass jeden Tag ein Depp aufsteht und wenigstens einer davon ihren Drecksjob machen will.

Dabei will ich doch einfach nur ein paar Euro nebenbei verdienen. Wenn möglich nicht nachts, nicht in dunklen Gassen, nicht im horizontalen Gewerbe und schon gar nicht als letztes Glied in der großen Strukturvertriebsschneeballkette. Das kann doch nicht so schwer sein!

In diesem Sinne, weitersuchende Grüße

Eure Minijobpraline

Eselpreise auf Rekordniveau!

Ich gestehe, erstmal musst’ ich echt lachen: „… Hoher Ölpreis treibt die Eselnachfrage in ungeahnte Höhen. Preis pro Esel auf Rekord! Die steigenden Ölpreise treiben in der Türkei die Nachfrage nach Lastentieren in ungeahnte Höhen. Immer mehr Bauern lassen den Traktor stehen und steigen auf Esel um. Die Tiere sind in der Türkei nun heiß begehrt und knapp. Innerhalb eines Jahres stieg der Preis für einen Esel in Zentralanatolien von umgerechnet rund 26 Euro auf bis zu 180 Euro, wie die Zeitung «Zaman» berichtete. Die Zahl der verfügbaren Tiere wird immer knapper, was in Zukunft zu noch höheren Preisen führen könnte…“ (Quelle: www.mmnews.de).

Kurios, und doch so bitter. Der Eselpreis hat sich nahezu versiebenfacht, stellt Euch das vor! Hätte ich mal lieber in Esel investiert anstatt mein sauer verdientes Geld beim Wolfi an der Bar zu verprassen! Die Vorteile für so einen Esel liegen ja auf der Hand: er verbraucht nur etwa 4 Ballen Heu auf hundert Kilometer, hat ein enorm hohes Ladevolumen, ist steuerbefreit weil umweltschonend, hat eine endsstylishe Optik und so eine Vollkaskoversicherung für einen Esel kostet ja nun sicher auch nicht die Welt. Gut, er kackt Dir halt die Garage voll, das ist dann schon ein Nachteil. Aber hey, kannst ja alles trocknen, als Brennstoff nutzen und sparst Dir somit auch noch ne ganze Menge Heizöl!

Ich mach mich hier mal wieder lustig, dabei ist das Thema eigentlich bitterer Ernst. Ein jeder von uns spürt mittlerweile deutlich, dass alles teurer geworden ist. Egal wen du fragst, jeder jammert, dass am Ende des Geldes immer mehr Monat übrig ist. Ich selber ja auch. Aber wir Deutschen jammern halt auch so gerne. Wir können uns stundenlang drüber aufregen dass der Sprit nun wieder zwei Cent mehr kostet und im selben Atemzug bestellen wir bei der Resi noch a Maß Bier für acht Euro. Ein Liter schlecht eingeschenktes Helles für acht Euro! Hm, da regen wir uns komischerweise nicht auf. Der Liter Sprit ist da ja vergleichsweise ein Schnäppchen. Gut, im Normalfall kaufen wir auch ned 40 Maß auf einmal so wie das beim Benzin der Fall ist. Aber der Punkt ist noch ein anderer. Wir verzichten halt ungern. Und das nimmt inzwischen äußerst kuriose Ausmaße an. Wir sehen uns im Fernsehen Reportagen über Kinderarmut im reichen Deutschland an, und folgen den weinerlichen Schilderungen der vom Leben geplagten alleinerziehenden Hartz-IV- Mutti, während selbige sich gerade ihre siebenunddreißigste Kippe ansteckt. „Ja wenn ich mir meine Zigaretten nicht mehr leisten darf, dann kann ich mir ja gleich einen Strick nehmen!“ Gut, ich bin selber Raucherin und weiß eigentlich gar nicht warum. Würde ich das ganze in die Luft gepaffte Geld auf einen Haufen packen, hätte ich vermutlich schon die Anzahlung auf eine schöne Eigentumswohnung zusammen. Aber nee, Rauchen ist ja sooo entspannend. Unser kleiner liebgewonnener Pseudo-Luxus, den geben wir ungern her. Andererseits, ändert sparen was an der Situation dass mein Nettolohn immer weniger wird? Ich meine, jeder von uns geht mehr oder weniger hart arbeiten um seinen Lebensunterhalt zu bestreiten, darf er dann mit seinem sauer verdienten Geld nicht machen was er will? Klar darf er, nur darf er sich dann halt auch nicht beschweren wenns nie reicht oder später nix mehr da ist, wenn mal die Rente ansteht. Unser Oberfinanzguru stellt sich hin und sagt ganz einfach mal „ab 2011 haben wir keine Neuverschuldung mehr!“ Ja, klasse Ansage, wers glaubt wird selig. Was meint Ihr, wenn ich jetzt zu meiner Bank gehe und sage, „Du Herr Banker, ich borg mir mal eben ein paar hundert tausend Euro von Dir, versprech Dir aber, dass ich ab 2011 keine neuen Schulden mehr mache! Ganz großes Indianerehrenwort!“ Tja, der zahlt mir die letzten vierzehn Euro aus meinem Sumsi-Konto aus und dann lässt er mich wahrscheinlich einweisen. Naja, vorher dreht er mir noch nen Bausparer an, weil das versuchen sie ja immer. Du hast zwar keine Kohlen mehr um Deinen Dispo auszugleichen, aber Dein Banker rät Dir zum sparen, weil Vorsorge ist ja wichtig. Wenn du ihn dann fragst, worin der Sinn besteht, für 4% Sparzinsen 13% Überziehungszinsen auf Dich zu nehmen, grinst er nur blöd und drückt Dir eine bunte Broschüre in die Hand, die Dir „Wachturm“-gleich erklärt, wie furchtbar wichtig doch jetzt auch noch eine Kapitallebensversicherung für Dich als alleinstehende kinderlose junge Frau wäre. Manchmal kann man echt nur noch den Kopf schütteln und dann auf seinem Esel nach Hause reiten.

Eigentlich finde ich es ganz schön bitter, wenn in einem Land wie Deutschland Unwörter geschaffen werden müssen wie „Geringverdiener“, „Mindestlohndebatte“ oder „Niedriglohnsektor“. Die meisten von uns sind motiviert, halbwegs gut gebildet und würden gern was aus ihren Talenten machen. Aber die Motivation bleibt schnell auf der Strecke wenn Du nach hundert erfolglosen Bewerbungen den 5,50 €-Job im Supermarkt annimmst, weil keiner Deiner Wunscharbeitgeber mehr die Lohnnebenkosten für Dich finanzieren kann oder mag. Aber diese Diskussion würde jetzt zu weit führen, ich hab hier nach den Eseln schon wieder irgendwie den Faden verloren 😉 Sind wir mal lieber einfach froh, dass wir trotz Ebbe in der Kasse jeden Tag was zu tun haben, ein Dach über dem Kopf und uns eben ab und an den kleinen aber feinen Luxus gönnen können, sei er nun gescheit oder nicht. In so vielen Ländern der Welt siehts nämlich ganz anders aus, aber das brauch ich Euch ja ned erklären.

Und ab und an können so ein paar Monate im Niedriglohnsektor ja auch Spaß machen. Und zu schönen Freundschaften führen, gell lieber Leon? 😉

In diesem Sinne, verwirrte Grüße und ein fröhliches Ih-Ah!

Eure Sparpraline

P.S.: Ich werde meinem Chef jetzt dann vorschlagen, das Transportgewerbe an den Nagel zu hängen und auf Eselzucht umzusatteln. Weil bald boomt die Nachfrage nach Eseln sicher auch in Deutschland. Und dann steigen wir volle Lotte ins Esel-Leasing ein. Wenn Ihr also drüber nachdenkt, Euch einen Esel anzuschaffen, wendet Euch vertrauensvoll an mich! 😉

P.P.S.: Noch ein Fundstück: Die Landshuter Zeitung berichtet heute auch über den großen Inflationswahnsinn. Verglichen zum Vorjahresmonat ist Heizöl um 61,9% teurer, Diesel um 30%, Lebensmittel im Schnitt um 29%. Damit wir uns aber nicht aufregen, steht im Folgeabsatz aber gleich, dass auch die Superreichen leiden: Rennpferde kosten mittlerweile 14% mehr, ein mittelmäßiges Facelift 17% und ein handelsüblicher russischer Zobelpelzmantel 18%. Ja nee, dann bin ich ja wirklich beruhigt, dass es nicht immer nur „den kleinen Mann“ trifft 😉

Trägt Super Mario Baumwollbinden?

Sag mal, wenn Du Dein Leben noch einmal leben könntest… würdest Du alles nochmal genauso machen? Nein, nicht ganz… ich würde von Anfang an bei der Fernsehwerbung wegschalten!

Fernsehwerbung ist doch die absolute Krönung des gelungenen TV-Abends, findet Iht nicht? Mir wurde das gestern wieder bewusst, als ich den Spot von Vileda gesehen habe. Hätte ich kein Bild dazu gekriegt, hätt ich gar nicht begriffen um welches Produkt es sich handelt. Der „Super Moccio mit Pick-Up-Poren und der Power-Press“. Super-Moccio? Cool, wer ist das? Gibts was neues für die Wii? Einen neuen Gegner für Mario? „Hilf Mario die Prinzessin zu retten, sammle Pick-Up-Poren und zerstöre den fiesen Super-Moccio in der Power-Press!! Nein, leider kein neuer Gag von Nintendo, sondern einfach nur ein schnöder Wischmop mit Eimer. Juhu.

Ich hab in meiner Enttäuschung weiter Werbung geguckt und musste feststellen, dass auch der „Grotbuster“ nix mit virtuellem Entertainment zu tun hat, sondern lediglich mein Klo sauber macht. Was ist aus der guten alten WC-Ente geworden? Hat die abgedankt und das Scheißhaus-Imperium nun ihrem jungen dynamischen Nachfolger Grotbuster überlassen? Warum haben Skywalker und die Jungs da nicht eingegriffen?

Vermutlich waren sie zu beschäftigt. Schließlich brennt es an der Konsumfreudefront ja an allen Ecken und Enden. Während Frau Wesner aus der Steinstraße im EDEKA-Markt noch verzweifelt die neuen Slipeinlagen „Carefree Cotton“ mit Baumwollextrakt sucht, sich dann aber doch für „O.B. Pro Comfort Super mit Silk-Touch-Oberfläche und geschwungenen Rillen“entscheidet, steh ich daneben und frag mich wo wohl das Universum endet. Ich mein, gehts noch? Silk-Touch-Oberfläche? Geschwungene Rillen? Wollen wir’s unten rum sauber haben oder planen wir die Anschaffung neuer Alufelgen?  Ich schüttle den Kopf und wandere weiter zu den Getränken. „Fanta“ ist ja inzwischen wieder weg von den Drogen. Die „Bamboocha“-Kampagne ist tot. Es heißt nun neuerdings: „Trinke Fanta- lebe bunter!“ Jimmy Humuhumunukunukuapua darf endlich wieder zurück zum Planet der Affen. Gott sei Dank. Wer weiß was der sonst noch alles angerichtet hätte. Stellt Euch vor der hätte rausgefunden dass bei Mezzo-Mix jetzt Cola die Orange küsst! Er hätte wohl vor lauter Eifersucht den Midsommar von IKEA gesprengt und sämtliche Billy-Regale dieser Welt in der neuen Power Press verschwinden lassen.

Ich lade mir zwei Six-Packs „Beck’s Orange“ in den Wagen. „Welcome to the Beck’s Experience“, bei mir total angekommen der Slogan, weil ich mag ja kein Bier das nach Bier schmeckt. Is auch ok, als Mädchen, das ich bin, muss ich mich an dieser Stelle nicht rechtfertigen. Und bei den Jungs ist das eh egal, da dreht sich die Entscheidungsfrage lediglich darum, ob jetzt des Augustiner Helle besser is oder der Edelstoff. Männer brauchen da keine Werbung dafür.

Ich schieb mein Wägelchen weiter, werfe einen Todesstrahlen-Blick auf den Ständer mit „nutella & go“, und überlege ob ich mir eine Packung Snickers kaufen soll. Hinter Snickers kann ich guten Gewissens stehen, Erdnuss-Allergie hin oder her, Snickers war geil, is geil und wird auch immer geil sein. Und Snickers hat auch immer 1-A-Werbekampagnen. Erinnert Ihr Euch an den Spot mit dem Footballspieler? Ich bin Batman? Mann, das war doch mal Werbung die Lust auf Kaufen macht, oder nicht? Außerdem ist Snickers eine Süßigkeit die mich, und Ihr wisst ja ich bin schokoladenbefriedigungstechnisch eher heikel, äußerst glücklich macht. Da kriegt man das was man sich erwartet.

Ich also Snickers reingepackt und weiter durch den Laden. Ich brauch noch Rasierklingen und mach mich auf die Suche danach. Ich benutze ja den Gilette Venus. Den normalen, wohlgemerkt. Weil, ich will mich damit nur rasieren. Sonst nix. Ich brauch da keine „hautenstpannenden Gelkissen“ oder nen „intuitiven Cremespender“. Haare weg- fertig und ich fühle mich wieder wie eine Göttin. Auch ohne „Vibrance“. Wenn bei mir im Haus was vibriert, dann sicher nicht der Rasierer.

Abschließend lad ich mir noch eine Familienpackung Eis in den Wagen (Mövenpick Chocolate Chips, das einzig Wahre!), schließlich will ich meine Konsumstudie „Werbefernsehen und dessen Auswirkungen auf die Generation Doof“ dieses Wochenende weiterführen und das geht nur unter Einfluß von Zucker und Fett. Wobei, das Mövenpick-Eis ist ja „conchiert“, hat also nur noch 1999 statt 2000 Kalorien. Super, gä?

An der Kasse dann der übliche Nervenkitzel, kann ich mir mein Leben mit Snickers überhaupt noch leisten? Oder sollte ich mal den Wahnsinnskredit von Maxxda in Erwägung ziehen? Glaubt man der Werbung, dann ist das mal ein Wahnsinns-Angebot. Den gibts nämlich auch bei überzogenem Girokonto und mieser SCHUFA! Also den krieg ich wenn mir, finanziell gesehen, das Wasser eh schon bis zum Hals steht, trotzdem und das auch nur für den günstigen Zinssatz von 8,9%. Zuzüglich Gebühren, Bearbeitungskosten und Extremblödheitsversicherung zahl ich dann bei 4000 € nur etwa zehn Jahre lang eine monatliche Rate von 399 € zurück. Na wenn das mal nicht geil ist, muss ich direkt mal drüber nachdenken. Wenns dann doch schief geht, kann ich ja den Herrn Zwegert von RTL anrufen, der holt mich da schon wieder raus aus dem Dilemma.

In diesem Sinne, möge die Kaufkraft mit Euch sein!
Eure Konsumpraline