… und ewig brennt das Licht!

Man sollt‘ ja meinen, sooo, jetzt hat se ja wieder ’nen festen Freund die Praline, da geht der Bedarf an Batterien und  elektrischem Gerät sicher wieder zurück.

Aber nee, nix is, je länger mein Schatz und ich zusammen sind, desto mehr brizzelts in der Leitung. Gut, ich geb‘ ja zu, meine Vorliebe für Dinge, die mit Strom funktionieren, ist schon enorm. Nicht umsonst besitze ich einen Wasserkocher in Form einer Kuh, der nach jedem Kochen leidenschaftlich muht. Oder einen Micky-Maus-Toaster, der nicht nur tolle Maus-Ohren auf die Toasts brennt, sondern auch noch beim Auswerfen der selbigen den Disney-Marsch pfeift.

Naja, zusammen mit dem sonst so hauhaltsüblichen Kram, als da wären Kühlschrank, Ofen, Kaffeemaschine, Waschmaschine, Trockner, Mikrowelle, mein heißgeliebter Pürierstab, Wasserkocher im Bad (für die Lockenwickler, logisch, oder? 😉 ), Fön, Computer, Laptop, Laptop-Boxen, Stereoanlage, Hometrainer, 4 Deckenlampen, 6 Stehlampen, Rasierapparat,  Bügeleisen, Mixer, Staubsauger, Handy1 und Handy 2, Wii-Konsole, Fernseher, DVD-Player 1 und 2, Aktenvernichter, Dunstabzugshaube, Lichterkette im Bad, Laminiergerät, Drucker, Digi-Cam 1 und 2, Akkubesen und zwei mp3-Playern, verfüge ich also über sage und schreibe 46 Elektrogeräte. Und da sind die „Kleingeräte“ im Schlafzimmer noch nicht mal mitgezählt. Und auch nicht der ganze Handwerkskram im Keller.

Aber weil mir das ja noch nicht reicht, hab ich mir gestern  Gerät Nummer 47 angeschafft. Einen Handstaubsauger. Braucht‘ ich unbedingt, Ihr habt ja keine Ahnung wie lästig Frühstückskrümel sein können. Also bin ich bei meinem Freund Thomas Phillips vorbeigefahren, hab ihm 13 Euro in die Hand gedrückt und er mir dafür einen sagenhaft stylischen Handstaubsauger. Tja, das war also gestern. Gegen halb vier. Seitdem hängt das blöde Ding an der Steckdose und lädt und lädt und lädt und lädt…. In der Bedienungsanleitung (die ich als brave Hausfrau natürlich aufmerksamst gelesen habe) steht drin, der Akku ist voll, sobald das rote Lämpchen, die sogenannte „Ladekontrollleuchte“ erlischt. Sie brennt jetzt seit dreiundzwanzigeinhalb Stunden.

Nun, nachdem mir das ziemlich suspekt vorkommt, hab ich eben mal bißchen gegoogelt, was denn so die übliche Ladezeit eines Handstaubsaugers ist. Die Standardantwort in diversen Foren ist immer: „Für eine Nutzdauer von ca. 10- 15 Minuten beträgt die Ladezeit etwa 16 Stunden.“ Ja nee, is klar. Gleich fahr ich los und hau dem dämlichen Thomas Phillips seinen Scheiß-Drecks-Akkusauger um seine Sonderposten-Ohren! 16 Stunden! Ist das ja schon übel, aber dreiundzwanzigeinhalb Stunden? Und das beknackte Licht brennt immer noch? Hallo-o? Geht’s noch? Ein anderer Staubsauger-Kunde, den ich in einem der Foren aufgegabelt hatte, hatte seine Errungenschaft nach 48 Stunden Ladezeit weggeworfen. Mal sehen, das wäre die Alternative. Aber erstmal bin ich noch geduldig und schreibe mal vorsichtshalber eine Bewerbung an E.ON, ob ich gegebenenfalls wieder bei denen arbeiten könnte, weil wenn das so weitergeht, dann komm ich entweder irgendwann qualvollst durch Kabelbrand um oder aber es erschlägt mich meine Stromnachzahlung. Wir werden sehen.

Bis dahin warte ich brav und lass‘ es hier in der Wohnung weiter brizzeln. Und für Euch gibt’s jetzt auch noch bißchen Strom. Aber auf die Ohren.

In diesem Sinne,

möge die Ladekontrollleuchte mit Euch sein!

 

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Der alte Mann und das Klo

„Immenstadt. (ddp) Der Streit eines Ehepaars um die korrekte Reinigung seiner Toilette ist am Samstag in Immenstadt im Oberallgäu eskaliert. Die 43-jährige Frau war nach Angaben der Polizei in Rage geraten, da ihr zehn Jahre älterer Mann die Toilette mit dem falschen Mittel gereinigt hatte. Daraufhin schüttete sie ihm das Putzwasser über den Kopf. Dies ließ sich der Gatte nicht gefallen und schlug seiner Frau den Putzeimer auf den Kopf. Als sie ihm wiederum von hinten gegen den Rücken schlug, stürzte der Mann, fiel mit dem Kopf auf eine Kante, zog sich eine Platzwunde zu und wurde kurz bewusstlos.“ (Landshuter Zeitung vom 20.10.08)

Das ist doch mal geil, oder?

Also da muss ich echt sagen, ich versteh‘ die gute Frau nicht. Ich mein, wenn ein Mann schon mal freiwillig das Klo putzt, dann kann er das doch tun womit er will. Von mir aus versucht er’s mit Erdbeermarmelade, solange die Schüssel nachher sauber ist und schön duftet, wär mir das egal. Wie oft kommt das schon vor dass er freiwillig den Putzlappen schwingt? Und der ollen Uschi fällt nichts Besseres ein als ihm das Putzwasser rüberzuschütten?

Gut, Aggressionsbewältigung mittels Aufsetzen von mit diversen Flüssigkeiten gefüllten Behältnissen, das kenn ich auch gut. Hat in meiner Familie quasi Tradition. Meine Mama hat meinem kleinen Bruder zum Beispiel mal seinen Pudding „aufgesetzt“. Er wollte erst unbedingt Pudding haben, hat ihn dann aber nicht gegessen sondern ganz akribisch eine Landkarte der USA reingeritzt. Einschließlich Alaska und Hawaii. Da ist sie halt sauer geworden. Total verständlich, oder nicht?

Ich hingegen praktiziere die Aufsetztechnik eher lieber in Kneipen. Ein unliebsamer Verehrer musste da schon mal eine Weißbierdusche ertragen und ein eigentlich recht lieber Kumpel hat von mir mal einen übervollen Aschenbecher aufgesetzt bekommen, weil er einfach seine blöde Klappe nicht halten konnte. Tja, sowas kommt vor. War aber irgendwie immer berechtigt.

Nur wenn ein Mann sich tatsächlich daran macht, sein vollgepisstes Klo („Ich setz mich doch nicht hin! Bin doch nicht schwul!“) selbst zu reinigen, dann schüttet man ihm kein Putzwasser über die Domestos-Birne. Nein, am besten lässt man ihn machen, ruft seine allerbeste Freundin an, erzählt ihr „Ätsch-Bätsch, mein Mann putzt grad unser Klo, und was macht Deiner?“ und lädt sich bei ihr zum Kaffee ein, um Schatzi zuhause ja nicht zu stören. Wer weiß wie oft er so einen Sauberkeitsanfall hat.

Wenn man dann abends zurück kommt hat man vielleicht Glück und Schatzi hat die komplette Wohnung geputzt, inklusive aller Fenster und Böden und man kann ihm zur Belohnung ausnahmsweise mal ein Bier ans Sofa bringen. Oder kucken ob noch Marshmallows im Haus sind…. aber übertreiben wollen wir’s ja auch nicht gleich, oder? 😉

In diesem Sinne,

hygienische Grüße

Eure Putzpraline

Kalte Euros oder Liebe im Kühlschrank

Als ich heute Nachmittag meinen Kühlschrank aufmache, grinst mich daraus meine Spardose an. Ich mach die Kühlschranktür wieder zu, warte einen Augenblick, mach sie wieder auf und ja: da drin steht tatsächlich meine Spardose. Das kleine lustig grinsende rote Herz, das sonst auf meinem Küchenregal sein klägliches Dasein fristet, steht da in meinem Kühlschrank. Zwischen dem Landliebe-Pudding und den Eiern.

Angestrengt denke ich nach, wie das blöde Ding da rein kommt. Gut, ich bin ja gerade am Aufräumen. Ihr wisst ja „Entrümpeln befreit“, und da ich momentan weder schlafen noch mich konzentrieren kann, hab ich angefangen, sämtliche Schränke auszuräumen, dreiviertel aller darin befindlichen Gegenstände wegzuwerfen, die Schränke zu putzen und mit dem wenig Verbliebenen wieder einzuräumen. Ich hab meinen Papierkram sortiert, meine Klamotten gesichtet, Bücher, CDs und diversen Schrott zum Tausch ins Internet gestellt, ich hab geschätzte siebzehntausend Ikea-Teelichter entsorgt, hab mit meinem altersschwachen Ficus Benjamini ein allerletztes Bier getrunken bevor ich ihn dann zum Grünschnittcontainer gefahren hab („Servus Oida, mach’s guad!“), ich hab Lucky-Luke-Comics und Elvis-Orgel-Noten bei ebay vertickert (man mag nicht glauben wie viele Menschen eine elektronische Heimorgel besitzen….das ist fast schon gruselig), hab meinen Couchbezug gebleicht und meine Vorhänge gewaschen, ja einfach alles, was man so macht wenn man das Gefühl hat, es ist Zeit für Plan B und aber noch nicht so recht weiß wie Plan B eigentlich aussieht.

Nur in der Küche hab ich noch nichts gemacht. Bin ja erst bei Wohn- und Schlafzimmer. Warum also wollte ich diese verfluchte Herz-Spardose wegräumen? Was hat mich überhaupt dazu bewogen das Ding in die Hand zu nehmen? Und warum zum Geier stell ich es in den Kühlschrank? Meine Theorie ist folgende: Neben der Spardose muss etwas gestanden oder gelegen haben, das ich in den Kühlschrank packen wollte. Irgendein Gemüse vielleicht. Oder ein Bier. Und statt dass ich Gurke, Paprika oder August nehme und kalt stelle, lang ich daneben und stell eben die Spardose rein. Kann ja vorkommen bei all dem Stress. Nur leider weiß ich immer noch nicht, was ich mit dem Ding, das eigentlich in den Kühlschrank sollte, dann letztendlich gemacht habe. Glaubt mir’s oder nicht, aber ich hab tatsächlich heute meine Wohnzimmerschränke kontrolliert ob nicht irgendwo eine halbe Avocado oder eine Zucchini drin liegt. Hab nichts gefunden.

Wenn man bei meiner Freundin den Kühlschrank aufmacht, dann steht da ein Schwein drin, das ganz laut grunzt und angeblich unterbewusst dafür sorgen soll, dass man weniger isst. Ich wage das ja zu bezweifeln, denn wann immer ich meine Freundin besuche, tischt sie die leckersten Köstlichkeiten auf und die kommen ja wohl in irgendeiner Weise aus dem Kühlschrank. Vielleicht gewöhnt man sich ja auch an das Schwein im Kühlschrank, so wie man sich an Baustellenlärm gewöhnt oder an einen Ehemann. Wahrscheinlich hört und sieht man die Sau einfach irgendwann nicht mehr. *ähem*  Wie aber ist das jetzt mit einer Herz-Spardose? Hat meine Fehl-Platzierung auch unterbewusste Hintergründe? Hab ich mein Herz in den Kühlschrank gestellt um es symbolisch „auf Eis“ zu legen? Oder glaubt mein inneres Ich, sechs Euro und achtzehn Cent halten länger her wenn man sie bei max. 8 Grad lagert? Ich weiß es nicht.

Letzten Endes besteht immer noch die Möglichkeit dass die Spardose und mein Kühlschrank sich ineinander verliebt haben und sie von ganz alleine da rein geklettert ist. Ich mein, verständlich wär’s, mein Kühlschrank ist ein echt cooler Typ, sieht hammerscharf aus, hat einen super Body und klug ist er auch, da drin brennt ‚ne Birne, aber hallo! Ich hab mich damals ja auch auf den ersten Blick in ihn verliebt und ihn dann gleich beim ersten Date mit nach Haus genommen. Aber Ihr wisst ja, wie das so ist, im Laufe der Jahre verliert sich die rosarote Brille und man lebt einfach nur noch irgendwie nebeneinander her. Insofern bräucht’ ich jetzt einfach nur bisschen warten, dann kommt meine Herz-Spardose da von alleine wieder raus und sucht sich ein anderes Plätzchen. Oder kehrt zum Regal zurück, weil sie festgestellt hat, dass das Regal und sie einfach viel besser harmonieren. Wer weiß. Ich hab sie jetzt aber einfach erstmal im Kühlschrank stehen lassen. Zum einen will ich die junge Liebe nicht stören, zum andern bleibt das verfluchte Mistding so lange da drin bis meinem vor Schlafmangel wirren Hirn wieder einfällt warum ich es da rein gestellt hab. Ich hoffe ich finde nicht doch irgendwann eine gammlige Gurke in meinem Schreibtisch. Oder unterm Sofa. Oder sonst irgendwo.

In diesem Sinne, räumt mal wieder auf!

Aber hütet Euch vor Kühlschränken….

Coole Grüße,

Eure Verwechselpraline

Nachtrag: Jetzt ist mir noch was eingefallen: Ich hatte mal die Autoschlüssel von einem Exfreund im Kühlschrank versteckt, weil wir uns übel gestritten hatten und ich nicht wollte dass er heimfährt, schließlich hatten wir an dem Abend schon was getrunken. Vielleicht ist das die Lösung: ich hab mein Kleingeld vor mir selber verstecken wollen, damit ich nicht in Versuchung gerate, damit zum Beispiel Zigaretten zu kaufen. Oder sonstwas gefährliches. Hm….?

(K)ein unmoralisches Angebot

Ich weiß schon warum ich bei „Anrufer unbekannt“ nicht gern ans Telefon gehe. Ist nämlich in 99% aller Fälle irgendein Idiot, der mir was verkaufen will.

So wie heute. Ich hab mir vor kurzem bei einem großen deutschen Versandhandel einen Staubsauger bestellt. Ihr wisst ja, mit Haushaltsgeräten steh’ ich ja in letzter Zeit etwas auf Kriegsfuß, nur ohne Staubsauger kann ich nun mal nicht leben, also habe ich diese Investition tätigen müssen. Er wurde auch prompt geliefert, klein, leicht, wendig, 2000 Watt, Ferrari-rot, 99 €. Ein 1-A-Gerät. Die Kundin ist hoch zufrieden.

Nun klingelt heute mein Telefon, „Anrufer unbekannt“, und aus irgendeinem mir selbst nicht erklärlichen Grund bin ich dran gegangen. „Schönen guten Abend, mein Name ist blablabla von Ihrer blablabla-Kundenbetreuung!“ Ich zucke zusammen, verdrehe die Augen und schwöre mir selbst feierlich, niiiiieee wieder einen Anruf von unbekannt anzunehmen. „Ja, guten Abend?“ – „Frau Killerpraline, Sie haben bei uns vor kurzem Ihren neuen Staubsauger erworben?“ Hm, hab ich. Und Du Depp rufst jetzt mich jetzt an um Dir diese Info bestätigen zu lassen, oder was? – „Äh, ja? Und?“- „Nun, wir haben heute ein ganz besonderes Angebot für Sie als Premium-Vorzugskundin!“ Ich? Premium-Vorzugskundin? Ich, die ich immer tausend Sachen bestelle, neunhundertneunundneunzig davon wieder zurückschicke und mit den Dingen, die ich behalte, ständig im Zahlungsverzug bin? Premium-Vorzugskundin? Na gut, jetzt hat er mich dran, also hör ich mir seinen Senf halt mal an. „Aha. Und was für ein Angebot haben Sie für mich?“ Ganz begeistert über mein geheucheltes Interesse legt er los: „Wir bieten Ihnen heute die einmalige Chance den neuen Superstaubsauger der Marke MX Schießmichtot im Vorteilsangebot zu kaufen. Drei Stück zum Preis von zwei und ein Extra-Mikrofaserset gibt es gratis dazu!“ Ich muss lachen. Hallo, hab ich nicht eben gerade einen nagelneuen Staubsauger gekauft? Und selbst wenn nicht, warum bräuchte ich drei Staubsauger auf einmal? Ich stelle meinem persönlichen Premium-Vorzugskundenbetreuer diese Frage und er ergeht sich in seinem Plädoyer für den Staubsauger-Vorteilspack wie ein Staatsanwalt auf Speed. Hört gar nicht mehr auf zu labern. Ich könnte doch überall in meinem Haus einen deponieren, dann spare ich mir das Rumzerren des einen Geräts durch alle Etagen. Hm, ich wohne in einer Zwei-Zimmer-Wohnung. Das hieße ich hätte mehr Staubsauger als Zimmer. Ja aber, wenn das so ist, könnte ich doch die Staubsauger verschenken? Logisch. Dass ich da nicht von alleine drauf gekommen bin? Ich verschenk immer Blumen und Süßigkeiten und Bücher, dabei wäre es doch viel passender einfach Staubsauger zu verschenken! „Denken Sie an Weihnachten!“ sagt er. Hallo? Wir haben August? Und ganz abgesehen davon, wer wünscht sich zu Weihnachten schon einen Staubsauger? „Fragen Sie in Ihrer Familie, bei Ihren Freunden, Sie werden überrascht sein, wie viele Menschen gerade jetzt darüber nachdenken einen Staubsauger zu kaufen!“ Echt? Ja Du, wenn das so ist, ruf ich natürlich gleich mal meine 37 allerbesten Freundinnen an und mach sie zur Schnecke, warum sie mir nicht längst erzählt haben, dass sie einen Staubsauger brauchen. Ob’s wohl Mengenrabatt gibt, wenn ich sagen wir mal zehn Vorteilskundenvorteilspacks kaufe?

Ganze zehn Minuten meines Lebens hat mir der Penner mit seinem bekloppten Angebot heute gestohlen. Irgendwie wollte er es nicht begreifen, dass ich keine Verwendung für drei, bzw. mit meiner eigenen Neuanschaffung VIER Staubsauger habe. Ganz zum Schluss hat er sogar noch versucht mich mit den Gratis-Mikrofasertüchern zu ködern. Nee, is klar. Ich kauf für knapp 300 Euro drei Staubsauger nur um ein paar neue Wischlappen abzugreifen. Die Welt ist verrückt. Als er es endlich begriffen hat, dass er mit mir heute keinen Deal machen kann, fragt er noch, ob er mich denn bei anderen Angebotsaktionen wieder anrufen dürfe. Ich war versucht ihm zu sagen dass er sich gerne melden kann, wenn er mir mal drei Paar Buffalo-Stiefel zum Preis von einem Mikrofasertuch-Set anbieten kann, aber vernünftigerweise hab ich einfach gesagt: „Nein, bitte rufen Sie mich nicht mehr an. Und bitte vermerken Sie in Ihrer Datenbank dass ich keine Telefonwerbung wünsche. Guten Abend.“ Leider hab ich nicht mehr gehört, was er geantwortet hat, weil ich gleich aufgelegt habe. Hätte ein „blöde Kuh“ sein können. Vielleicht aber auch der erste Schluchzer in einer Serie von Heulkrämpfen über seinen frustrierenden Scheiß-Job. Ich weiß es nicht.

In diesem Sinne,

heute ganz speziell nur für Euch: Drei Grüße zum Preis von einem und ein Gratis-Bussi oben drauf!

Eure Premium-Vorzugspraline

Nacktputzer gesucht!

Es heißt nicht „Staubsaugerin“, sondern „StaubsaugER“. Ein Mann also. Erklärt sich von selbst warum. Er teilt sich mit Dir die Wohnung, Du benutzt ihn einmal die Woche, und den Rest der Zeit steht er eigentlich nur im Weg und Du stolperst dauernd drüber, weil Du irgendwie nicht recht weißt wo du ihn eigentlich unterbringen sollst. Und wenn du ihn mal echt dringend brauchen würdest, dann verweigert er die Leistung.

So wie heute. Es ist Samstag. Normalerweise würde ich jetzt schon irgendwo frühstückend in einem Straßencafé sitzen und anschließend meinen Tag mit lieben Freunden, meinen Mädels oder einem scharfen Typen verbringen. Nicht so heute. Nachdem ich bis gestern noch krank war, hab ich mir für dieses Wochenende nichts vorgenommen und könnte also mal wieder wunderbar meine Zwei Zimmer / Küche / Bad auf Vordermann bringen. Aber mein Staubsauger ist heute um 9.07 Uhr verstorben. Da schiebe ich ihn eben noch liebevoll über den Teppich auf meinen Balkon, da fängt er plötzlich an zu röcheln, verschlingt die letzte Geranienblüte und: Exitus. Sämtliche Versuche ihn zu reanimieren sind gescheitert. Ich bin gespannt was die Obduktion ergibt. Denn der plötzliche Tod ist mir ein Rätsel. Er war noch so jung! Und bis letzte Woche voller Saft und Kraft, und ich hab mich doch auch rührend um ihn gekümmert, ihm alle paar Wochen ein neues Beutelchen geschenkt und ihn ständig durch meine Wohnung spazieren geführt und dann nachts im Schrank zur Ruhe gebettet.

Aber wenn ich so drüber nachdenke, sind viele meiner Haushaltshelfer in letzter Zeit nicht mehr ganz auf der Höhe. Vorgestern erst hat ein Wäschekorb abgedankt. Natürlich der mit den „extraverstärkten Griffen“. Ratet mal, was kaputt ging: der Griff natürlich. Außerdem leidet mein Wäschetrockner seit einigen Monaten an Inkontinenz. Irgendwie hinterlässt er mir nach jedem Trockengang eine kleine Pfütze unter seinem rechten Vorderbeinchen. Meine Waschmaschine hat sich entschlossen auf ihre alten Tage mit dem Wandern anzufangen und würde sie nicht zwangsläufig durch die Kloschüssel gebremst, ich müsste sie wohl nach jedem Schleudergang wieder aus der Nachbarwohnung abholen gehen. Und vor ein paar Wochen hat sich Kollege Strom verabschiedet, weil Herr FI-Schalter meinte er müsste eben mal durchschmoren. Es ist wie es immer war: wenns mal anfängt, hört es so schnell nicht mehr auf. Auffällig ist dabei nur, dass es sich immer um die männlichen Gerätschaften handelt: DER Staubsauger, DER Wäschetrockner, DER Wäschekorb, DER FI-Schalter. (DIE Waschmaschine wandert nur… und das ist ja eigentlich nur eine Art komisches Hobby 😉 )

Schon irgendwie seltsam, oder? Ich werde mir auf jeden Fall überlegen, künftig nur noch weibliche Geräte anzuschaffen. Eine neue Staubsaugerin, eine neue Wäschetrocknerin, eine neue Toasterin und eine neue Wasserkocherin. Alles aus China, denn da gibt’s diese ganzen Dinge auch gerne mal in schönem mädchenmäßigem Pink. Die bauen nämlich ungern weiße Wäschetrockner weil „weiß“ ja quasi die Farbe des Todes ist. Sieht man ja, meiner pfeift ja auch schon aus dem letzten Loch, bzw. pieselt mir die Küche voll.

Und Männer dürfen dann nur noch für den Spaß in die Wohnung. Vielleicht denk ich mal drüber nach, mir mal einen Nacktputzer kommen zu lassen, dann hab ich den ganzen Ärger mit Staubsauger & Co. erst gar nicht. Und vielleicht ist der ja so süß und brutzelt mir anschließend auf meiner neuen Elektroherdin auch noch eine leckere Schweinebratin.

In diesem Sinne, verzeiht mir den Unsinn. Ich hab wohl immer noch Fieber. Und aufgrund meines Staubsauger-Trauerfalls jetzt auch überhaupt keine Lust mehr zu putzen. Putzen ist ein Arschloch. Jawoll.

Saubere Grüße,
Eure Haushaltspraline