Das Huhn im Kuhstall

Liebe geht durch den Magen, heißt es. Deshalb hab ich meinem herzallerliebsten Schatz vor kurzem sein seit Jahren im Schrank stehendes aber noch nie benutztes Kochbuch abgeknöpft und gemeinsam erforschen wir nun die sagenhafte Welt der lukullischen Genüsse. Es gab schon phänomenale Rucola-Schupfnudeln, extremst hüftgoldfördernde Farfalle in Erbsenrahm mit Speck und Walnüssen und ein total geniales Würstchen-Gulasch mit Kartoffeln und Bohnen. Mmmhhh!

Und nachdem ich den herzallerliebsten Schatz nun schon vom Gemüseschnippler zum Fleisch-in-die-Pfanne-Leger befördert hatte, wollten wir das natürlich feiern und haben uns für heute das „Pfefferhuhn“ vorgenommen. Im Kochbuch war es von Anfang an einer unserer Favoritenpfefferhuhn, sah es doch auf dem Foto soooooo lecker aus! Aber wir irrten. Auch wenn die Zubereitung relativ unspektakulär und simpel war, das Ergebnis war ein Desaster. Rein optisch ähnelte es sehr wohl dem Bild im Kochbuch, aber der Geruch, der da von unseren Tellern hochstieg….uuuaaahhhh! Innerhalb von Millisekunden stellten wir beide mit Entsetzen fest: „Boah, das riecht voll nach Kuhstall!“  Auch wenn wir uns nicht erklären können, warum, die Mischung aus Huhn, Semmelbröseln, Pfeffer, Honig und Olivenöl ist die perfekte Formel für Kuhstallgeruch.

Es erübrigt sich zu erwähnen, dass dreiviertel des sagenhaften Mahls im Müll gelandet ist. (Das restliche Viertel ging drauf beim Versuch es trotz der Bilder von scheißenden Kühen im Kopf zu essen und sich einzureden „Naja, so übel ist es doch gar nicht…“ Das ist so wie wenn ich sagen würde „Denkt die nächsten zehn Minuten bitte keinesfalls an einen Eisbären!“ An was denkt Ihr? Logisch, an einen Eisbären…. man kann gewisse Dinge einfach nicht wegblenden, egal wie viel teuer erstandenes Hähnchenfilet dabei auf dem Spiel steht!)

Während wir so an unserem stinkenden Huhn herumgekaut haben, haben wir uns ausgemalt wie lecker es wäre, hätten wir das Huhn einfach nur mit Honig bestrichen, oder hätten wir es mit Kokosraspeln paniert…. doch trotz all unserer tollen Ideen, vor uns auf dem Teller lag „Bauer sucht Frau“ in Reinkultur. Dabei kann ich eigentlich schon kochen. Naja, ein bißchen. Kaffee. Wasser. Und vor Wut. Aber das immerhin gut! Ich habs inzwischen (dank der großzügen Spende meiner Mama, die mir ein Backofenthermometer geschenkt hat!) sogar geschafft einen leckeren  Kuchen zu backen.  Aber das mit dem Pfefferhuhn war mal nix.

Ich werd Schatzi und mir jetzt alternativ ein paar „Nimm 2“ auf den Teller legen, da weiß man einfach immer was man kriegt. Immer lecker, immer gut, abwechslungsreich dank zweier verschiedener Farben und natürlich bis oben hin voll mit Vitaminen. Kann ich nix falsch machen.

In diesem Sinne, guten Appetit und ein freundliches Muuuuh!

Eure Peppermint Patty Praline

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