Die zweite Kompetenzstufe

Habt Ihr schon mal von der „Zweiten Kompetenzstufe“ gehört? Nein? Ich auch nicht. Bis heute. Denn heute hab ich (mal wieder….) mit den rosaroten Jungs von der Telekom telefoniert und dabei von diesem sagenhaften Instrument der Kundenbetreuung erfahren.

Folgender Fall: Am Montag war unser Büro telefonisch nicht erreichbar. Man konnte zwar wegtelefonieren, jedoch zeigte es dann beim Angerufenen unsere Faxnummer an. Wer uns anrufen wollte, bekam die gute alte Leier: „Kein Anschluss unter dieser Nummer!“ zu hören. Dieses Problem wurde dann gestern behoben, allerdings funktioniert seit gestern Nachmittag das Internet nun nicht mehr. Ich also todesmutig die Nummer vom Telekom-Kundenservice gewählt und auch ziemlich flott einen Mitarbeiter dran gehabt. (Gut, „ziemlich flott“ ist übertrieben… erstmal hab ich mir einige Minuten Werbung für „Fernsehen mit der Telekom“ anhören müssen, ja danke auch, ganz lieb, ich will aber ned mit Euch fernsehen. Geht doch bitte einfach nur ans Telefoooon! Und dann kam natürlich noch der äußerst sinnige Hinweis, dass ich sämtliche technischen Anfragen auch gerne über den Online-Service erledigen könnte… ja klasse, können vor Lachen! Hallooooo? Online-Problembewältigung ohne Internetverbindung? Das möchte’ ich jetzt aber mal gezeigt kriegen! L )

Auf jeden Fall schildere ich dem netten, schlechtes fränkisch nuschelnden Herrn am andern Ende der Leitung mein Problem und er durchsucht mein Kundenkonto. Eine Minute, zwei Minuten, drei Minuten… ich wollt ihn grad fragen ob ich ihm nen Kaffee bringen soll, da redet er plötzlich doch wieder mit mir: „Also, Ihre Internetverbindung ist tot.“ Ja suuuuper Du Schnellchecker, weswegen ruf ich Dich eigentlich an? – „Warum das so ist, kann ich Ihnen aber gerade leider nicht sagen, die DSL-Prüfung in unserem System funktioniert momentan nicht. Aber ich gebe Ihren Fall sofort an unsere „Zweite Kompetenzstufe“ weiter, die werden sich umgehend darum kümmern und Sie dann auch gleich zurückrufen!“ Bevor ich noch irgendwas sagen konnte geschweige denn fragen konnte, was mit „gleich“ gemeint ist (sofort? Morgen? Nächstes Jahr im Juli?) hat er sich auch schon ganz freundlich fränkisch nuschelnd von mir verabschiedet und ich saß wieder da mit meinem Problem. Und nun warte ich ganz aufgeregt auf die „Zweite Kompetenzstufe“.

Was wird da nun wohl passieren? Klingelt jetzt irgendwo in einem hoch technisierten Superbüro ein rotes Telefon und James Bond himself sagt: „Agenten, Alarmstufe Rot! In Landshut liegt ein DSL-Anschluss brach!“ Daraufhin erscheint dann wie aus dem Nichts ein zwanzigköpfiges rosarotes Super-Einsatzkommando, greift zu rosaroten Kalaschnikows und macht sich im rosaroten Super-Heli auf den Weg nach Niederbayern, um dort bei eisigen Minusgraden den Boden vor unserem Büro aufzugraben (mit bloßen Händen versteht sich!) und die Ursache der Störung zu beheben? Sobald der Fehler lokalisiert ist (ein Marder hat ein Kabel angebissen oder so….) klopfen sich die rosa Jungs alle auf die Schulter und beglückwünschen sich gegenseitig zum erfolgreich gelösten Fall?

Oder aber, und das halte ich für wesentlich wahrscheinlicher, bedeutet „Zweite Kompetenzstufe“ einfach nur, dass der Call-Center-Futzi am Telefon sich lediglich nicht zu helfen wusste und auf die Schnelle mit einem so beeindruckend klingenden Wort wie „Zweite Kompetenzstufe“ ( vergleichbar mit „Christkind“, „Osterhase“, „Weltfrieden“) von sich ablenken wollte und nun in aller Ruhe sein Halb-Zehn-in- Franken-Frühstück zu sich nimmt und mein DSL-Problem im Nirvana einer rosaroten Kläranlage verschwindet?

Wir werden sehen…. Falls es die sagenumwobene „Zweite Kompetenzstufe“ tatsächlich gibt, bin ich mal gespannt, wie kompetent die wirklich ist. Falls die es schaffen sollten das Problem heute noch zu lösen, dann wird ich all meine im Moment noch begründeten Zweifel über Bord werfen und künftig bei allen Problemen die „Zweite Kompetenzstufe“ zu Rate ziehen (kaputtes Auto, leeres Konto, meckernder Mann…. Hach, was wäre das für eine kompetente Welt…..) 😉

In diesem Sinne,

kompetenteste Grüße

Eure rosa Praline

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Ex-Alkis und geschminkte Pimmel

Ich beweg mich ja gerne in den virtuellen Weiten des World Wide Web. Es ist so unheimlich praktisch, jede Info ist innerhalb von Sekunden verfügbar, man ist zu jeder Tages- und Nachtzeit mit allen seinen Lieben vernetzt und nicht zuletzt hat man ja auch unglaublich viel Spaß mit all den Irren, die sich so auf der anonymen Spielwiese des Internets rumtreiben.

Ihr wisst ja, wie sehr ich auf Anmach-Mails stehe. Wildfremde Männer, mit wenig Hirn, dafür mit umso größeren Ambitionen mich (oder wahlweise dreihundertsiebenundvierzig andere Mädchen) klar zu machen. Am besten jetzt sofort, auf jeden Fall noch heute, und ja, die Telefonzelle hinterm Bahnhof wäre völlig ok als Treffpunkt. Uuuuh yeah.

Wenn jetzt so eine Nachricht besonders kreativ ist oder aber auch einfach nur extrem dreist, dann antworte ich gerne, einfach um zu sehen, wie weit diese Typen sich noch zum Affen machen bevor sie dann ihren Korb kassieren. Ihr erinnert Euch vielleicht an meine Begegnung mit dem türkischen Wörterbusch oder Herrn „In Österreich klappt’s immer“. Sowas ist immer lustig und heitert den trockenen Büro-Alltag ungemein auf.

Aber es gibt halt auch Nachrichten, da fällt mir einfach nichts mehr zu ein. Meine Mädels und ich „sammeln“ solche Schätze der virtuellen Flirtkultur ja inzwischen regelrecht. Ein sehr schönes Hobby im Übrigen. Früher haben wir Sticker gesammelt und getauscht, heute eben kuriose Flirtnachrichten.

Schreibt mich letztens nicht einer an, da hatte ich echt keine Worte mehr. Es war eine relativ lange Nachricht, was mich erstmal erfreut hat, denn meistens kommt ja nichts außer „Hi“ (suuuper Jungs!) Aber als ich dann angefangen hatte zu lesen, war’s auch schon vorbei mit der Freude. Der Mann schrieb, er sei 47, schule gerade um auf „psychosozialer Lebensberater“, habe 12 Jahre auf der Straße gelebt und mittlerweile seine Alkoholsucht bezwungen, immerhin sei er seit einigen Monaten trocken. Er sei auf der Suche nach einer liebevollen Partnerin, mit der er sich den Traum von Familie und Eigenheim verwirklichen könnte.

So weit, so gut. Das ist ja mal ein echtes Schicksal. Und Hut ab, wenn einer es schafft, sich aus so einer Situation wieder hoch zu rappeln und seine Sterne neu zu ordnen. Hat meinen ganzen Respekt, ehrlich. Nur wie reagiere ich auf so eine Mail?

Muss ich da echt zurück schreiben und diesem Kerl erklären dass ich a) erst 30 bin (und mein eigener Vater im Übrigen dieses Wochenende erst 50 wird…. Merkt Ihr was?), und dass ich b) mit „psychosozialer Lebensberatung“ nichts am Hut habe, weil ich weder will dass meine feng-shui-mäßig total unterversorgte Wohnung von einem schizophrenen Schamanen ausgeräuchert wird, noch habe ich große Lust mein Schicksal den bunten Tarotkarten aus „Y mit Gimmick“ zu überlassen und bei Landkaffee und Tofu-Kräckern über meine kosmischen Probleme zu reden, nee danke. Da geh ich lieber mit den Mädels einen trinken, da weiß ich was ich krieg. Aber ganz abgesehen davon, muss ich hier tatsächlich hergehen und eine Erklärung abgeben, warum ich kein Interesse habe, mit einem alternden Ex-Säufer Kinder zu machen und ein Haus zu bauen, von all dem schönen Vermögen das er während seiner Zeit auf der Straße angehäuft hat? Muss ich? Nein, muss ich nicht. Ich hab dem Schreiber in diesem Fall gar nichts geantwortet. Hätte ich ein „Nein, kein Interesse“ geschickt, wäre unweigerlich die Frage nach dem „Warum“ gekommen. Und bei mir das schlechte Gewissen. Das ist doch die totale Ober-Scheiße sowas, man bzw. frau hat ein schlechtes Gewissen wenn sie einem Loser einem Korb gibt, nur weil der arme Mann halt nicht so viel Glück gehabt hat wie man selber. Aber das Leben ist hart und von Mitleid hatte noch nie jemand was. Keine Antwort ist auch eine Antwort und der Schreiber, der so gerne mit mir eine Familie gegründet hätte, hat mal wieder keinen Stich gelandet. Was sind wir Weiber doch arrogant, hochnäsig und was bilden wir uns eigentlich ein uns für Ansprüche rausnehmen zu können. Tja, wir sind vielleicht allein, aber halt noch nicht verzweifelt. Sorry.

In diesem Fall hätte ich gerne mit meiner Freundin Megaperle getauscht, die hat nämlich am selben Tag eine Nachricht bekommen von nem Typen, der sich von Frauen gern sein bestes Stück schminken lässt und danach die Frau mit Klebeband fesselt, bevor er sie mit seinem frisch bemalten Pullermann beglückt. Da hätte ich gerne geantwortet, das wäre mit Sicherheit eine interessante Studie geworden. Oder aber der erste Termin für den psychosozialen Lebensberater.

In diesem Sinne,

schau ma mal was der virtuelle Postbote noch so alles bringt.

Hochnäsige Grüße

Eure arrogante Praline

Puti und der Besuch aus Troja

Es ist etwas sehr Trauriges passiert liebe Leser.

Ich hab heute Morgen meinen lieben Freund Puti ins Krankenhaus gebracht. Verdacht auf eine Infektion. Puti ist ein süßer kleiner Kerl und wohnt seit vier Jahren bei mir. Wir waren vom ersten Tag an gute Freunde, er war immer für mich da, wir hatten immer soviel Spaß zusammen, er hat mich zuverlässig bei meiner Arbeit unterstützt und mir auch immer viel von der großen weiten Welt erzählt. Abend für Abend saßen wir zusammen, haben miteinander einen Tee getrunken oder auch mal einen Wein oder ein Bier und so viele schöne Stunden verbracht.

Puti und ich waren ein Herz und eine Seele. Doch seit letztem Samstag ist Puti krank. Dauernd faselt er von Dingen, die keinen Sinn ergeben und zeigt mir immerzu irgendwelche Bilder die ich nicht verstehe. Ich habe vorsichtshalber einen Doktor geholt, der Puti dann untersucht hat. „Oh oh“ sagte der Doktor, „Puti scheint schwer krank zu sein, es sieht mir ganz so aus als hätte er sich einen üblen Virus eingefangen. Schau mal hier, dieser Ausschlag da, das ist eigentlich ein untrügliches Indiz dafür!“

Ich war schockiert. Wie konnte das nur passieren? Puti war immer gesund gewesen! Hat nie auch nur den winzigsten Huster von sich gegeben. Und ich war doch auch so vorsichtig mit ihm, hab ihn gehegt und gepflegt und ihn nur mit Sachen gefüttert, von deren Unbedenklichkeit ich mich vorab überzeugt habe. Wenn er mal was Neues futtern wollte, hab ich jedes Mal Expertenrat eingeholt um mich zu versichern, dass es Puti nicht schadet! Und nun, ganz plötzlich ist Puti krank. Der Doktor stellte mir viele Fragen und hat sich auch mit Herrn F. Irefox unterhalten, mit dem Puti und ich seit Jahren erfolgreich zusammenarbeiten. Herr Irefox meinte auch, dass Putis Leistung in den letzten Tagen extrem nachgelassen hätte, und er könne sich genauso wenig erklären warum. Hatte Puti heimlich Besuch als ich nicht da war? Vielleicht Besuch aus Troja? Ich hoffe nicht. Das wäre fatal.

Der Arzt hat auf jeden Fall die sofortige Einweisung ins Krankenhaus angeordnet. Er könne Puti retten, sagte er, noch sei es nicht zu spät. Also hab ich ihn heute Morgen ins Auto gesetzt und bin mit ihm in die Klinik gefahren. Dort hängt er nun an Hunderten Kabeln, wird geröntgt, abgeklopft, muss ein Belastungs-EKG machen, es werden ihm tausende Fragen gestellt und er wird auf Herz und Nieren untersucht. Gerade eben hab ich ihn besucht. Er liegt da, ganz verstört, und sieht gar nicht gut aus. Der Arzt meint, er könnte noch keine genaue Diagnose abgeben, er müsse erst die Untersuchungsergebnisse abwarten. Er sei jedoch zuversichtlich dass ich Puti heute Abend schon wieder mit nach Hause nehmen könnte.

Ich habe mich zu Puti ans Bett gesetzt, ihm über den dicken Bauch gestreichelt und ihn angefleht durchzuhalten. Ich kann mir doch ein Leben ohne Puti gar nicht mehr vorstellen, alles wäre so leer, so sinnlos. Ich liebe ihn doch so sehr, Puti, meinen Computer….

In diesem Sinne, bitte drückt Puti die Daumen.

Eure traurige Praline

Mein kaputtes Rollo und die zwei Sexgötter

Als ob’s nicht reicht, dass mir am Wochenende mein heißgeliebter Staubsauger verreckt ist! Nein, heute Morgen gibt auch noch das Rollo vom Schlafzimmer den Geist auf. Mit einem ohrenbetäubenden whommkazonk! kracht es plötzlich runter- Zugband gerissen. Na prima, die Woche fängt genau so an, wie die vorige geendet ist. Ich fühl mich langsam wie Bill Murray am Murmeltiertag, ehrlich wahr. Aber gut, wozu gibt’s nen Hausmeister? Der kennt sich ja mittlerweile super aus in meiner Wohnung, hat ja eben grad noch meinen durchgeschmorten Sicherungskasten repariert, insofern, ned ärgern, machen lassen.

Immerhin, als ich mich dann im Büro ins geliebte grüne Wohnzimmer eingeloggt habe, wurde mein Tag schon bedeutend besser. Um nicht zu sagen äußerst lustig. Ihr wisst ja wie ich es liebe Anmach-Nachrichten von wildfremden Männern zu kriegen. Da kann ich meine hobbypsychologischen Talente vollends ausleben und langsam entwickelt sich das Beantworten solcher Nachrichten zu einem echten Hobby.

Kandidat Nr. 1 war insofern erheiternd, dass ich seine Nachricht erstmal gar nicht verstanden habe: „Hi suße du msn?“ Ich hab spaßeshalber zurückgeschrieben: „Suße ich msn? Suße DU msn?“, worauf von ihm wieder kam: „du bist suße! mag heiße wörter von msn?“ Meine Antwort: „Hm, ein heißer Kaffee wär grad lieber!“ Und dann, passt auf, der Brüller: „nix du sehr schön? hast du türkisch wörterbusch?“ Lieber Schreiber, es ehrt mich wenn Du mich suße und sehr schön findest. Leider hab ich keinen türkischen Wörterbusch. Ich hab ein paar Geranien, einen kleinen Kräutergarten und ein paar fleißige Lieschen. Aber einen Wörterbusch, nein, leider nicht. Ich hab’s dann aufgegeben, dieses äußerst schwierige Gespräch weiterzuführen. Hat ja keinen Sinn. Ohne einen türkischen Wörterbusch wäre ich bei diesem Mann eh nicht weit gekommen. Und bevor jetzt wieder websepp und Co. mir unterstellen ich würde Nicht-Muttersprachler diskriminieren und wäre ausländerfeindlich, möööööööp! Ich diskrimier hier gar nix, sondern ärger mich nur mal wieder über die Dreistigkeit mancher Typen, die glauben mit ein bisschen „suße Du“ hier einen Stich landen zu können. Mit Ausländer oder nicht hat das gar nix zu tun, wie Kandidat Nr. 2 eindrucksvoll beweist. Dieses Gespräch war so nett, das muss ich Euch fast im ganzen wiedergeben:

Er: Hallo. Bin auf Heimaturlaub hier und suche ein bisschen Spaß. Interesse?

Ich: Mit „Spaß“ meinst Du jetzt konkret?

Er: Naja, ich bin nur diese Woche zuhause und suche Spaß in hihi sexueller Hinsicht!

Ich: hach Du, das is jetzt aber blöd. Ich hab ausgerechnet diese Woche leider gar keine Zeit!

Er: Na aber etwas Zeit hat man doch immer!

Ich: leider leider leider nein. Bin total ausgebucht die Woche.

Er: Aber in der Nacht?

Ich: Du, stell Dir vor, nachts schlaf ich für gewöhnlich.

Er: Das könnten wir doch auch zusammen machen!

Ich: Warum sollten wir?

Er: Hehe, ich bin immer für Kommunikation!

Ich: Ach so, Du kommunizierst also mit mir während wir schlafen?

Er: Naja, ein bisschen wach solltest Du schon sein!

Ich: Hm, warum, ich würd aber viel lieber schlafen!

Er: naja, ich meinte ja eher Kommunikation auf körperlicher Ebene!

Ich: Aha, das heißt jetzt was?

Er: flinke Zunge hehe

Ich: *gähn* sonst nix?

Er: geilen Sex

Ich: Hui, Du hast ja schon eine ziemlich hohe Meinung von Dir!

Er: na ein bisschen Selbstbewusstsein gehört dazu!

Ich: Ach, und hat dieser Selbstbewusstseinstrick schon jemals funktioniert?

Er: In Österreich immer!

Ich: Ach so, ja dann, nee is klar, Du dann wünsch ich Dir viel Glück dass das in Deutschland auch so ist!

Er: Danke, aber das heißt jetzt wohl du willst nicht?

Ich: Schnellmerker! Danke fürs Gespräch. Servas, ba ba.

IN ÖSTERREICH IMMER… ich fass es nicht. Eigentlich muss man diesen Chat nicht mehr weiter kommentieren, oder?

Manchmal glaube ich echt, diese Art von Anmache entspringt dem 12-Punkte-Plan der anonymen Alkoholiker. Punkt 7: log Dich in ein Internetforum ein und mach Dich komplett lächerlich. Ich denke ich brauche nicht erwähnen dass besagter Herr „in Österreich klappts immer“ auf seinem Profil nur Fotos von Haustieren und Autos hatte und keine persönlichen Angaben gemacht hat. Interessiert hätte mich noch, ob „Heimaturlaub“ nun bedeutet dass er im Ausland (höchstwahrscheinlich Österreich?) arbeitet oder ob er nur mal paar Tage aus der Klapse rausdurfte um seine Katzen zu füttern.

Mann, was bin ich froh, dass bei mir nur das Rollo kaputt ist und ich keinen solchen Dachschaden habe. Aber wie gesagt, ich finde langsam Gefallen an solchen Nachrichten. Wenn Ihr also ähnlich amüsante Mails kriegt, immer erstmal drauf einsteigen, und dann her damit. Vielleicht bring ich mal ein Buch raus: „Der türkische Wörterbusch oder: In Österreich klappts immer!“

In diesem Sinne, vor der Dummheit kapitulierende Grüße

Eure suße Buschpraline

Pixelmonster oder: mit der Domina ins World Wide Web

Für mich ist die große weite Welt der IT ja ein Buch mit sieben Siegeln. Ich bin das, worüber sich hochintelligente Informatikstudenten mit Strickpullover und Nickelbrille gerne lustig machen. „Reiner Anwender“. Macht nix, steh‘ ich dazu, meine Welt besteht nun mal nicht nur aus Einsen und Nullen. Ich will mich an meinen Computer setzen und alles muss funktionieren. Tut es das nicht, verfall ich in Panik und nehme auf einen Schlag alle meine süffisanten Bemerkungen über Informatikstudenten wieder zurück. Schließlich brauch ich jetzt einen. Und zwar schnell.

Soweit, so gut. Bisher alles nicht weiter tragisch, wenn der Rechner mal entsprechend eingerichtet ist und ich über meine Basisanwendungen: schreiben, rechnen, Bilder gucken und Internetsurfen verfügen kann, ist meine Welt in Ordnung.

Nur neuerdings bin ich ja unter die Blogger gegangen. Killerpraline goes online sozusagen. Und weil ich wie gesagt „reine Anwenderin“ bin, hat die komplette Vorarbeit zu diesem Projekt jemand anderes für mich erledigt. (Nein, diesmal kein Informatikstudent. Es gibt tatsächlich auch noch Männer, die Ahnung von sowas haben und trotzdem Geschmack bei ihrer Kleiderwahl beweisen 😉 )Hab mich also quasi ins gemachte Nest setzen können. Zehn Minuten Telefon-Support und ich kannte die Funktionen, jetzt kann ich „anwenden“. Was mir im Übrigen, dank Euch liebe fleißige Leser, einen Wahnsinnsspaß macht.

Nur gehts jetzt halt auch los, gell. Wenn ich mich denn nun schon auf der großen bunten Wiese des World Wide Web breit mache, sollt‘ ich halt langsam auch anfangen, mich damit auseinander zu setzen. Man hat hier ja Millionen von Möglichkeiten. Ich hab bereits erste zaghafte Erfahrungen gesammelt indem ich angefangen habe mich mit dem Dreamweaver zu beschäftigen. Die Profis unter Euch grinsen jetzt vielleicht doof, mir egal. Der Dreamweaver mag das ultimative Programm zur Erstellung von Webseiten sein- für mich ist er eine Todesmaschine. Immerhin ist mir inzwischen klar, wie diese Software zu ihrem Namen kommt. Denn sobald Du anfängst Dich mit ihr auseinanderzusetzen, hast Du Alpträume. Alpträume in denen fiese Pixelmonster Dich verfolgen und Du vergebens Schutz hinter Style Sheets und Cold-Fusion-Basisobjekten suchst. Wohlgemerkt vergebens. Im günstigsten Fall kannst Du den Tag-Inspektor noch um ein paar Code-Fragmente bitten, aber letzten Endes verreckst Du bevor Du den „publizieren“-Button erreicht hast.

Aber gut. Mit jedem neuen Erfolg an der Dreamweaver-Front steigt die Motivation, und wenn ich so weitermache dann bin ich in etwa siebzehn Jahren soweit meine erste eigene Homepage erstellen zu können. Das wirklich Gemeine an Informatikstudenten und gutgekleideten Nicht-Informatikstudenten ist ja, dass sie eine ganz fiese Philosophie fahren: „Learning by doing“. Die erwarten also tatsächlich allen Ernstes, dass Du Dir die ganze Sch…. selbst erarbeitest. Ok, klar, willst Du ja auch, so ist es nicht. Aber plötzlich erscheinen Dir Steuererklärung, Abgasuntersuchung, Zeckenimpfung und Nebenkostenabrechnung dermaßen interessant! Weil der alternative Zeitvertreib wäre ja Pixelmonster bekämpfen. Hm. Was also tun? Genau, Augen zu und durch. Ich weiß noch, wie ich damals Snowboarden lernte. Ganze drei Tage bin ich auf dem Idiotenhügel herumgekullert, Tränen in den Augen, am ganzen Körper blaue Flecken, und am liebsten hätte ich das f…ing Sch… Drecks..Hu…-Brett ganz einfach auf der Hütte in den Kachelofen gesteckt.  Als ich mal wieder heulend und fluchend mitten auf der Piste saß, kam ein mir fremder, aber nichts desto trotz äußerst schnuckeliger Snowboarder zu mir und meinte, er hätte mich eben beobachtet und seiner Meinung nach stünde ich einfach falsch rum auf dem Board. Langer Rede kurzer Sinn, der Schnuckelboarder dreht mir mit zwei drei geschickten Handgriffen die Bindung um und von da ab bin ich nur noch so über die Pisten geflitzt. Hoch lebe Goofy! Was lernen wir daraus? Manchmal muss man einfach die Richtung ändern, bzw. jemanden finden der einem zeigt wie das geht.

Mir wird nun zur Zeit gezeigt, wie ich mir meinen Weg durch die große bunte Welt des World Wide Web bahne. Das ist echt hardcore Leute, denn beim Master of Webpralinendesaster zählen weder Wimpergeklimper noch Dackelblick um mich zu drücken. Da mutiert er zur Domina und fordert meine nicht-technik-kompatiblen Gehirnzellen zum Duell heraus. Aber scheinbar brauch ich die harte Tour, sonst drück ich mich weiter davor und es wird nie eine Pixelpraline aus mir. Und auch wenn ich ja heute wieder viel lieber Ski fahre. Das mit dem Snowboraden hatte ich ja auch irgendwann raus und es hat tierisch Spaß gemacht. Insofern ist es wohl nur noch eine Frage der Zeit bis ich mir einen Norwegerpullover stricke, eine Nickelbrille aufsetze und mit meinen neuen Freunden aus der Informatik-AG bei ner Tasse grünem Tee und ner Wasserpfeife klugscheißen kann. Ich hoffe nur die gutgekleidete Domina hat noch ein bisschen Geduld mit mir. Weil im Moment handhabe ich das noch so wie damals, als ich noch beim großen roten Stromversorger gearbeitet hatte: Ich ruf den Profi an, lass‘ ihn alles machen und geh derweil eine rauchen. Nur fürchte ich, wird Lord Voldemort mir das nicht mehr lange durchgehen lassen.

In diesem Sinne, Freiheit für die Pixelmonster!

Hochmotivierte Grüße,
Eure Drückebergerpraline

Sexy Body Alive

Gerade eben bekomm‘ ich auf unserer heißgeliebten grünen Seite für Freunde und Freundesfreunde wieder eine Nachricht:

very beautifull body
have got a msn adress and web cam
i want to see you sexy body alive

Ganz grundsätzlich freuen wir Mädels uns ja immer, wenn uns ein Mann ein Kompliment macht, oder nicht? Und ja, natürlich freu mich mich auch, wenn in so einem Kompliment das Wort „sexy“ vorkommt.

Nur, das hier, boah, das ist mal wieder sowas, wo ich mich so auuuuuuuufregen kann! Was glauben diese Typen eigentlich wer sie sind? Ja gut, ich geb’s zu. Ich hab’s so nötig. Ich bin so ausgehungert, dass ich den ganzen Tag hier in Strapsen vor meinem Rechner sitze und darauf warte dass Du, ja genau DU lieber Herr Havegotwebcam mir schreibst und mich zu einem schmutzigen Chat einlädst.  Ich werde Dir umgehend meine Chatkennung übermitteln und dann kannst Du mich dabei beobachten wie ich meinen sexy body lasziv für Dich vor der Webcam positioniere, weil es nichts geileres für mich auf dieser Welt gibt, als mich vor wildfremden Vollhirnis zu exhibitioneren. Sagt mal, Jungs, funktioniert das wirklich? Nein, im Ernst, würde mich echt mal interessieren, gibts echt Frauen die Euch auf so eine Message eine positive Antwort geben? Und ich rede hier von den ganz normalen Mädels, also nicht die 0900-Schnallen, die damit ihr Fleischwarenfachverkäuferinnengehalt aufstocken! Oder ist das nur so ein Ding, wo Ihr Eure kranken Komplexe auslebt und wahllos irgendwelche Damen mit solchen Nachrichten belästigt? Ihr könnt doch nicht ernsthaft erwarten dass wir auf sowas antworten?

Wobei mich eine Antwort schon gekitzelt hätte wenn ich mal ehrlich bin. Allerdings eher sprachlicher Natur, denn habt Ihr’s bemerkt? Der junge Herr wollte meinen „sexy body ALIVE“ sehen…. ja Baby, ich hoffe auch dass ich meinen body noch lange ALIVE sehe, weil wenn das mal nicht mehr so ist, dann hab ich ein Problem! Wahrscheinlich meintest Du LIVE… aber egal, Englisch ist ja sauschwer, gell? Da hab ich schon Verständinis, dass einer wie Du sich da bissl hart tut. Von vollständigen Sätzen schreiben ganz zu schweigen. Ist ja auch uncool heutzutage, hast ja Recht. Ich mein, wo kämen wir denn da hin, wenn jeder nur noch ganze Sätze formulieren würde, Zeitverschwendung wär das.

Andererseits war’s ja auch irgendwie nett von ihm gleich so konkret zu werden. Somit konnte ich die Nachricht gleich löschen und musste nicht erst einem armen potentiell Interessierten erklären dass ich keine Lust auf eine Bekanntschaft habe. Und mir dann Fragen anhören wie „Was willst Du dann hier wenn Du nichts suchst?“ Das ist die geilste Frage überhaupt und immer. Ich hab offenbar in der virtuellen Welt nichts verloren wenn ich nicht auf der Suche nach Mr Superstecher bin.  Scheiße aber auch. Muss ich mich als gleich abmelden, bei den lokis, bei ebay, ja und googeln darf ich dann halt auch nix mehr.

Jungs, seid doch so lieb und verschont uns. Wenn Ihr tatsächlich so toll seid wie Ihr meint, dann gehts auch anders. Und nein, wir finden diese Art von Kompliment wirklich nicht nett. Im Gegenteil. Und es gilt die alte Weisheit „Wer ***** will, muss lieb sein“. Aber so liebe Männer, so wird das nix. Und nicht etwa, weil wir verklemmte Zicken sind. Nein, sondern weil wir ein bisschen Respekt uns gegenüber schon sehr sehr sexy finden.  Naja, und vollständige Sätze machen uns auch an. So ein bisschen Bildung ziert den ganzen Menschen, versteht Ihr?

In diesem Sinne, spart Euch die Mühe. Killerpraline antwortet auf diese Nachrichten nicht. Und hat auch keine Webcam. Und wer ihren sexy body sehen darf und wer nicht, das entscheidet sie immer noch selber.

Verzickte Grüße
Euer sexy body alive

Singles im Netz

Single-Seiten sind der Hit. Nur wenn Du ehrliche Antworten gibst, schreibt Dir keine Sau. Was war an diesem meinen Antworten nur falsch? 😉

Was macht Ihren Traummann aus?
Er macht die Klotür zu wenn er kacken geht.

Worüber können Sie lachen?
Über all die geistreichen Mottos hier. „Carpe diem“.. Mann Jungs, Ihr habt doch mehr drauf, oder?

Worauf sind Sie stolz?
keinen Punkt in Flensburg, aber Beifahrer die mich fragen ob Walter Röhrl mein Onkel sei.

Wovor haben Sie Angst?
Davor dass ich ich an der Bushaltestelle langweile wenn ich das Rauchen aufgebe.

Wofür würden Sie Ihr Leben riskieren?
Nougat-Fiorettos.

Welches Sternzeichen haben Sie?
Steinbock, Aszendent tote Qualle. Die für mein Schicksal verantwortlichen Marzipanmonde standen nun zu lange im vierten Haus, deshalb hab ich sie aufgegessen, und damit offenbar das kosmische Gleichgewicht gestört, denn seither fliegt mir immer die Sicherung wenn ich den Staubsauger anmach…

Welche drei Dinge würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
Mein Bett und zwei Flaschen Jägermeister.

Wie sieht für Sie ein Traumurlaub aus?
Mein Bett ist schon da und ich hab drei Flaschen Jägermeister.

Würden Sie sich als tierlieb bezeichnen?
Hm, die Silberfische im Bad hab ich nicht so lieb. Aber ich mag Männer.

Wie wichtig ist Ihnen Geld?
Geld macht nicht glücklich, zumindest nicht solange es anderen gehört.

Wie würden Sie einem blinden Ihr Äußeres beschreiben?
Gar nicht, er sieht ja mit dem Herzen gut.

Können Sie kochen?
Ich kann super kochen und…., gell Andreas?

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?
Drüber nachdenken warum ich einem Blinden mein Äußeres beschreiben soll.

Gehen Sie gerne ins Kino?
Ich geh nicht ins Kino, da treff ich ja keinen Blinden dem ich mein Äußeres beschreiben könnte.

Welche Musik hören Sie gerne?
alles mit ordentlich pow und kazonk aber ohne uzz uzz. Ein „uh Yeah“ am Ende kommt immer gut. Gene und Eddie und Buddy und der King. Bis hin zur Scheißkapelle. Rock `n`Roll!

Glauben Sie an Gott?
Wenn ich wie Gott eine Welt wie diese geschaffen hätte, dann wär ich wohl auch weggezogen.

Was ist Ihnen peinlich?
Nahezu nichts. Aber wenn ich einem Blinden mein Aussehen nicht beschreiben kann…?

Was bedeuten Ihre Freunde für Sie?
Sind die Besten. Grüße hiermit an alle. (Aber wenn Ihr zu meinem 30. irgendeine Scheiße vorhabt, dann dreh ich Euch durch den Mixer!)