Auf der Couch bei Dipl.-Psych. Dr. Girgl

Aus gegebenem Anlass und im Zuge meiner aktuellen Recherchearbeit bzgl. „Verständigung zwischen Testosteron und Progesteron“ habe ich mich heute bei Herrn Dipl.-Psych. Dr. Girgl auf die virtuelle Couch gelegt. Ich habe mit Herrn Dr. Girgl den Lösungsansatz diskutiert, künftig komplett auf die Testosteronfraktion zu verzichten und es mir stattdessen mit meinem Akku-Vibrator zuhause gemütlich zu machen. Herr Dr. Girgl, wohlgemerkt, ein weiser alter Mann und erfahrener Hobbytherapeut, kommentierte dies wie folgt:

„Moment amoi. Oiso do muas i jetz entschieden intervenieren muas i do jetz. A Vibrator mit Akku hod ned moi ansatzweise die Vorzüge der männlichen Anatomie. I mach am Besten moi a Beispiel:

  1. Der Mann kann bügeln.
  2. Der Mann bringt den Müll weg.
  3. Die Frau kann dem Mann die sexuelle Beglückung komplett überlassen und währenddessen (weil beide Hände frei) die Bettdecke zerknautschen (aus Rache wegen der Furche, die sie morgens im Gesicht hat)
  4. Der Mann kann Kerzen anzünden und Schampus einschenken
  5. Die Akkus laden sich von allein wieder auf
  6. Der Mann braucht keinen Strom
  7. Der Mann wird mit zunehmendem Alter immer unwiderstehlicher
  8. Der Mann nutzt sich nicht ab

Ha, das waren sogar 8 Beispiele.“

Klingt erstmal plausibel. Aaaaaber, werter Herr Dr. Girgl, ich muss nun auch intervenieren muss ich jetzt.

  1. Der Mann kann bügeln. Der Vibrator nicht, das ist richtig. Allerdings hat dies den Vorteil, dass meine Kleidung weder monatelang in einem Korb rumliegt bevor „Mann“ denn dann mal anfängt mit bügeln und außerdem sind meine Sachen dann immer so gebügelt dass es auch nach gebügelt aussieht und verkokelt ist auch nichts. Außerdem bügle ich gerne, auf meinem Bügelbrettbezug zieht sich nämlich ein schnuckeliger Typ aus sobald das heiße Bügeleisen ihn berührt.
  2. Der Mann bringt den Müll weg. Der Vibrator produziert erst gar keinen.
  3. Komplettüberlassung der Beglückung: den Vibrator muss ich nicht erst rumkriegen damit er mich beglückt. Ich muss ihm weder ein Essen kochen, noch Komplimente machen („Wow, das war aber ein toller Furz, Schatz!“), noch muss ich mir tausend langweilige Geschichten von „Stress im Büro“ anhören, bevor er überhaupt kann. Gut, Bettdecke knautschen kann ich nur bedingt, das ist richtig. Aber da lege ich auch nicht sonderlich viel Wert drauf. Ich muss mich glücklicherweise auch nur selten für Gesichtsfurchen rächen.
  4. Kerzen und Schampus. Kann der Vibrator nicht. Muss er aber auch nicht können. Den Vibrator kann ich getrost bei Festbeleuchtung benutzen, der sieht im Gegensatz zum Mann nämlich immer gut aus und braucht kein Kerzenlicht das seiner Optik schmeicheln müsste. Was den Schampus angeht, da haben wir ja spätestens in Bad Birnbach festgestellt, dass der sowieso nicht schmeckt. Außerdem kitzelt er in der Nase, was unkontrollierte „Hatschiiiiis“ verursachen kann, was dann die erotische Stimmung killt. Beim Vibrator kann ich nebenher ohne schlechtes Gewissen Bananenkaba trinken ohne dass er dies als Affront auffassen würde.
  5. Aufladung: eine Kilowattstunde Strom kostet mich 14,48 Cent. Der Mann kostet mich Nerven und damit Jahre meines Lebens.
  6. Der Mann braucht keinen Strom. Dafür aber bauchpinseln. Man muss ihm dauernd sagen wie toll er ist, sonst wird er griesgrämig und funktioniert nicht mehr richtig.
  7. Die Technik wird immer ausgereifter.
  8. Der Mann nutzt sich nicht ab? Das wäre mir ganz neu. An meinem Vibrator habe ich weder ein graues Haar, noch einen Bierbauch, noch Anzeichen von Vergesslichkeit entdecken können. Ganz im Gegensatz zum Mann. Oder allen Männern.

Das waren nun 8 Argumente gegen Ihre Theorie. Wenn das so weitergeht mit Ihren Ratschlägen, werde ich einen Therapeutenwechsel in Erwägung ziehen. Nix für ungut.

Hochachtungsvoll

Ihre Patientenpraline

P.S.: Lieber „Girgl“: Danke für das lustige Gespräch. Auch wenn Du mit der „Mann vs. Vibrator“-Theorie nicht durchkommst, einen andern Satz von Dir fand ich sehr erheiternd und durchaus für begrübelnswert: „I glaub der Neandertaler warad domois a verwundert gwesn wenn des Mammut si von aloa umbringt, zerlegt und dann a no am Spieß brät.“ Da ist wohl was Wahres dran. In diesem Sinne: Willkommen im Neandertal!

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Liebeskummer auf Malle

Die meisten von Euch wissen, dass ich, was Musik angeht, eher old-school-mäßig gepolt bin. Oder warum sonst krieg ich immer das Mikro in die Hand wenn John Foggerty die Baumwollfelder besingt, Elvis mein Teddybär sein will oder Bryan Adams sich an den Sommer ’69 erinnert?

Aber ab und an gibts auch mal nen aktuellen Titel der mir gefällt. „So soll es bleiben“ von Ich & Ich zum Beispiel hab ich inzwischen geschätzte siebzehntausend Mal in Endlosschleife gehört, weils einfach grad so gut in mein Leben passt. „All summer long“ von Kid Rock macht mir im Moment richtig Bock auf Sommer, und über „Hey there Delilah“ freu ich mich immer und immer wieder wenn ichs im Radio hör.

Und dann gibts aber Titel, die hör ich, find ich schön, und stell dann aber entsetzt fest, dass der Text totaler Bullshit ist. Aktuelles Beispiel: „Almost Lover“ von A Fine Frenzy. Und bevor Ihr jetzt meckert, ich find den Titel wunderschön, ein sehr romantischer Song, gesungen von einer fantastisch samtigen Stimme. Ich hör das Lied gern, nur leider komm ich nicht umhin das arme Mädel zu bedauern. Denn die Geschichte, die ich zu ihrem traurigen traurigen Lied im Kopf zusammenmale, ist eine ganz andere als von der Urheberin gedacht. Aber gut, Geschichten von traurigen Mädchen die von ihrer Urlaubsliebe verlassen werden, sind wohl gerade nicht mein Ding. Aber schaut mal selber, ich hab Euch den Text mal übersetzt:

„Almost Lover“ – „Beinahe-Liebhaber“

Deine Fingerspitzen auf meiner Haut..
Jaaaa…. noch ist alles geil!
Palmen wiegen sich im Wind…
…hach, wie romantisch!
Du hast mir auf Spanisch Gutenachtlieder vorgesungen…
Heidschibumbeidschi auf Spanisch, Mann ey, das war mal sexy!
mit dieser süßen Traurigkeit in Deinem Blick…
Du kleiner süßer Dackel Du! Ja, wo iiiiiiiiiiisser denn? Ja daaaaa isser!
Toller Trick!
Suuuuper Trick Baby. Die Nummer mit den Gutenachtliedern zieht immer! Uuaahh!

Ich würde nie wollen dass Du unglücklich bist…
nein, niemals, Du blödes Arschloch!
und ich dachte, es ginge Dir mit mir genauso..
Tja, hab mich geirrt. Jetzt gibts kein Heidschibumbeidschi mehr 😦

Machs gut mein Beinahe-Liebhaber…
Ja, pfiad Di!
Machs gut mein hoffnungsloser Traum…
servus!
Ich versuche nicht an Dich zu denken…
Drum hab ich ja auch dieses Lied für Dich geschrieben, weil ich nicht an Dich denke..
Warum kannst Du mich nicht einfach in Ruhe lassen?
Ach Scheiße, hast Du ja. Blöd, jetzt ist mein Lied nicht mehr logisch. Naja, macht ja nix.
Leb wohl meine glücklose Romanze…
ja, also dann tschüss, gell?
Ich hab Dir den Rücken zugedreht…
*ätschbätsch* seh ich Dich nicht, siehst Du mich nicht 🙂
eigentlich hätte ich wissen müssen dass Du mir das Herz brichst…
aber ich dachte echt dass ich am Ballermann die echte wahre große Liebe finden könnte….
so wie es Beinahe-Liebhaber eben immer tun…
ach Hasipupsi, alle Männer sind immer sooooo gemein zu mir!

Wir sind diese belebte Straße entlang gegangen…
auf dem Weg ins „Oberbayern“…
du nahmst meine Hand und hast mit mir getanzt…
naja, eigentlich waren wir zu besoffen um allein noch stehen zu können…
und als Du gegangen bist, hast Du mich geküsst..
und das obwohl ich vor drei Minuten noch gekotzt hab wie ein Elch…
und sagtest Du würdest diese Bilder Dein ganzes Leben nicht mehr vergessen…
wie auch, ganz El Arenal hat uns beim *** beobachtet, die vergessen das sicher auch alle nicht…

so, jetzt sing ich Dir den Refrain nochmal vor, damit Du die Tragik meines Kummers spürst…
lalalalalalala……
nun aber weiter im Programm!

Ich kann weder zum Strand gehen…
weil mir immer noch kotzübel ist..
noch nachts durch die Straßen fahren…
tja, Führerschein weg, Trunkenheit am Steuer, kennste ja!
und morgens einfach nicht aufwachen…
weil ich immer noch so zugedröhnt bin…
ohne an Dich denken zu müssen…
ach ja Shit, in meinem Lied gehts ja eigentlich umn Dich!
Jetzt bist du weg und ich komm nicht mehr zur Ruhe…
weil der Tripper brennt wie Hölle!
und dabei wette ich, Dir gehts prima…
und Du hast ihn schon der nächsten Uschi angehängt…

Habe ich es Dir wirklich so einfach gemacht…
Boah echt hey, niiiieee wieder Malle!
so in mein Leben zu platzen und gleich wieder abzuhauen?
Lass mir wenigstens Deine Adresse da, ich bin schwanger…

Gut, wahrscheinlich ist es ganz anders gelaufen. Aber so kommt das Gesäusel bei mir an. Und ich bin heute halt mal wieder besonders intolerant. Aber Ihr wisst ja wie ich es meine. Genau so wie ich es sage 😉 Und ganz unter uns. Ich weiß gar nicht wie Urlaubsflirts auf Malle sind. War nämlich noch nie da. Aber Ihr dürft mir gerne Eure Erfahrungen schildern. Oder mich jetzt schimpfen weil ich so gemein zu Frau Frenzy bin. Dabei mag ich das Lied. Ehrlich!

In diesem Sinne verliebte Grüße

Eure Beinahe-Praline