Pralinchen im Fahrstuhl

Gestern Abend hab ich eine liebe Freundin besucht. Sie wohnt im fünften Stock einer riesengroßen Wohnanlage. Ich beneide sie fast ein wenig, ist sie doch die einzige Person, die ich kenne, die privat eine „von bis“-Adresse hat. Also das klingt doch super, wenn man einen Brief bekommt, und da dann drauf steht: Frau Praline Killer, Schokoladenstr. 324-328… das hat doch mal Klasse, findet Ihr nicht?

Auf jeden Fall wohnt sie im fünften Stock, und weil ich ja die faulste Socke auf Gottes Erden bin, fahr ich da wohl mit dem Aufzug hoch. Der Aufzug ist jedoch ziemlich unzuverlässig, der Sohn meiner Freundin hat schon viele viele Stunden einsam und allein in diesem Aufzug zugebracht, bis es irgendjemandem mal aufgefallen ist, dass dieser stecken geblieben ist und der Hausmeister gerufen wurde. Es gibt zwar so einen Notruf-Knopf in diesem Aufzug, aber der hat wohl scheint’s nur eine dekorative Funktion. Ich glaube ja fast, dass, wenn man diesen Knopf drückt, vielleicht in der Tiefgarage das Licht angeht, oder bei Meiers im zweiten Stock der Türöffner summt, vielleicht löst dieser Knopf auch irgendwo auf der Welt ein Erdbeben aus, wer weiß. Den Hausmeister oder einen Fahrstuhl-Pannenservice benachrichtigt er aber mal definitiv nicht.

Jedes Mal, wenn ich meine Freundin besuche, stell ich mir wieder die Frage, riskiere ich den Fahrstuhl oder lauf ich hoch? Aber meine sagenumwobene Faulheit siegt immer. Und so ein kleines bisschen Nervenkitzel ist ja auch dabei. Also warte ich gestern, wie schon so oft, auf den Aufzug, während ein äußerst attraktiver junger Mann mit einem Kasten Bier unterm Arm die Eingangshalle betritt. Er gesellt sich zu mir, wir warten gemeinsam auf den Fahrstuhl und ich schau ihn mir etwas genauer an. Groß, volle dunkle Haare, dunkle Augen, lässiges Sommer-Outfit, Flip-Flops, sportlich trainierter, sonnengebräunter Körper. Sehr lecker.

Der Fahrstuhl kommt, wir steigen ein, er fragt mich „Wo musst Du hin?“ und ich antworte „in die fünf“. Er drückt die fünf, dann die drei und die Fahrstuhltür schließt sich. Der junge Mann lächelt mich an und nimmt seinen Bierkasten unter den anderen Arm. Der Aufzug stoppt, die Tür geht auf und der junge Mann sagt „Tschüss, schönen Abend noch!“

WARUM ZUM GEIER kann dieser verfluchte Scheiß-Drecks-Aufzug nicht ausnahmsweise heute mal stecken bleiben? Dauernd höre ich Horrorgeschichten von kleinen Kindern die stundenlang darin ausharren müssen, alten Omis, die Panikanfälle bekommen, Einkäufern aus dem sich darunter befindlichen Supermarkt, deren Tiefkühlware langsam vor sich hin schmilzt während sie auf den Pannendienst warten. Alle ärgern sich. Und nun komm ich, treffe einen Gott von einem Mann in diesem Aufzug, der noch dazu Bier mit dabei hat, und dieser Scheiß-Aufzug funktioniert einfach so als ob nichts wäre.

Stellt Euch vor, was dies für eine schicksalhafte Begegnung hätte werden können? Wir hätten uns in aller Ruhe kennen lernen können, er hätte mir seinen Namen verraten und ich ihm meinen, er hätte mir von seiner Wohnung im dritten Stock erzählt (in welcher er als Single natüüüürlich alleine wohnt), wir hätten zusammen Bier getrunken und gewartet und geredet, wir hätten lustige Mutmaßungen über unsere Rettung angestellt, hätten unsere Telefonnummern ausgetauscht, hätten für den Fall, dass wir hier jemals wieder rauskommen würden, ein Date vereinbart, wir hätten weiter Bier getrunken, wir hätten über unsere Kindheit geredet und unsere Zukunftswünsche, wir hätten rumgealbert, gelacht, und irgendwann wäre ich in seinem starken Armen eingeschlafen, der Hausmeister wäre gekommen, hätte uns gerettet und ein halbes Jahr später hätten wir geheiratet.

Aber nein, dieser beknackte Aufzug muss ja ausgerechnet gestern funktionieren. Scheiße aber auch.

In diesem Sinne, verlasst Euch nie auf die Technik.

Eure Fahrstuhlpraline

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Zucchiniauflauf im Desert Valley

„Boah, ich sag’s Euch, als ich den gesehen hab, bin ich erstmal raus in die Küche und hab eine geraucht.“ Gabi, 33, erzählt uns von ihrer ersten unheimlichen Begegnung der kleinen Art. Sie nimmt meine Hand, streckt meinen kleinen Finger aus und sagt. „So.“ Hm, mein kleiner Finger ist nicht sehr lang. Trotz der Fingernägel. Sie quetscht Ring- und Mittelfinger aneinander, um mir in etwa den Durchmesser zu vermitteln. Immer noch übel, ich hab sehr zarte Händchen…

Betroffenes Schweigen macht sich breit. Sieben junge, wunderschöne Frauen sitzen am Küchentisch, es stehen schon ein paar leere Weinflaschen rum. Im Aschenbecher glimmt eine Marlboro vor sich hin. Susanne findet als erstes die Worte wieder: Ich hab mal einen gehabt, bei dem wars ähnlich. Großer, bulliger Typ. Aber im Süden gähnende Leere. Hab den dann nach Hause geschickt.“ Entsetzen. „Du hast ihn NACH HAUSE GESCHICKT???“ – „Ja. Er saß da, präsentierte stolz sein Desert Valley und sagte, mach mal! Ja was zum Geier sollte ich damit denn machen? Aufblasen?“ Wir lachen.

Den Gesichtern nach zu urteilen hatte jede von uns schon so eine Begegnung. So ganz pauschal heißt es ja „Die Größe ist nicht wichtig, auf die Technik kommt’s an.“ Ja, mag sein. Den kleinen I-Pod finden wir super. Kleinwägen mögen auch gern, passen in jede Lücke. Kleingeld ist immer praktisch. Kleine Kinder sind total süß. Aber wir sprechen hier von Männern. Bzw. deren bestem Stück. Heikles Thema. Gut, unter uns Frauen jetzt nicht, auch wenn ich bei Gabi eben glaubte, sie würde gleich anfangen zu weinen aufgrund der schrecklichen Erinnerung. Aber man kann ja mal drüber reden. Vielleicht sollten wir erstmal klären. Wie klein ist überhaupt klein? Ich klaue hierzu ein bisschen im Netz. (ganzer Artikel unter:http://www.sexualberatung-online.net/penis/die-penisgroesse/)

„…Mediziner sagen, dass man bei einer Penisgröße von unter 10 cm über Therapien nachdenken sollte. Sexualtherapeuten hingegen meinen, dass ein Penis schon dann zu klein ist, wenn man persönlich unzufrieden ist mit der Penisgröße. Der mitteleuropäische Durchschnittspenis hat Statistiken zufolge eine Länge von 13,5 cm….“

Gut, nächstes Mal messen wir also erstmal munter drauf los. Jetzt sagen ja (die kleinen) Männer, es käme auf die Größe gar nicht so sehr an und verweisen auf Statistiken, in welchen die Frauen dies bestätigten. Nun, getreu dem Motto „Glaube keiner Statistik die Du nicht selber gefälscht hast“ zitiere ich nun noch mal oben genannte Quelle:

„…Denkbar ist hier vielleicht folgendes Szenario: Fragen sie als Frau mit kleinem Busen einen Mann ob er auf große Busen steht. In 99% der Fälle wird der Mann aus Pietät sagen: Nein, nicht die Größe ist entscheidend, sondern XYZ, Persönlichkeit oder sonst etwas……Welche Frau empfindet einen kleinen Penis als erotischer oder optisch ansprechender als einen großen? Ich denke die Frauenwelt war bis dato einfach nur so höflich bei der Beantwortung dieser Frage zu einer gnädigen Notlüge zu greifen….“

Bingo. Diese Aussage deckt sich mit der der sieben jungen wunderhübschen, inzwischen gut betrunkenen Frauen. Die Frage „Findest Du ihn zu klein?“ zwingt Dich zur Lüge. Sagst Du die Wahrheit, gibt’s Ärger. Also schwindelst Du und hoffst auf das Beste. Oder aber Du machst es wie Susanne und schmeißt ihn raus. Wobei Du dann aber nie erfährst, ob er es nicht vielleicht doch drauf gehabt hätte.

Ich für meinen Teil lege beim ersten Mal immer demonstrativ eine besonders große Zucchini in die Küche. Im Regelfall werd ich drauf angesprochen. Ich lasse den Frager dann aber im Unklaren, was ich mit dieser Zucchini denn vorhabe. Ist der Mann entsprechend ausgestattet, dann ist das Gemüsethema sowieso vom Tisch. Ist er es nicht, kann ich mir aber sicher sein, dass er sich besonders anstrengen wird, in Gedanken immer bei meiner Riesenzucchini. Bisher konnte ich nicht klagen. Gut, ich hab auch nie nachgemessen. Aber Ihr wisst ja, die Schönheit und das Auge des Betrachters… Meistens hab ich danach einen Zucchiniauflauf gemacht. Und einen Teller davon meinem Süßen serviert. Mit einem romantischen Kerzchen dabei. Kann also nicht meckern. Oder ich hatte bisher einfach Glück. Schnappatmung und den dringenden Wunsch nach einer Zigarette gabs bei mir nicht. Wenn dann aus einem anderen Grund. Einem sehr sehr schönen 😉

In diesem Sinne lass ich Euch heute ausnahmsweise nur einen ganz kleinen Gruß da 😉 Und hoffe Ihr diskutiert jetzt fleißig mit mir und meinen Mädels. Kommentare von Männern sind ausdrücklich erwünscht!

So und jetzt drückt mal bitte einer die Scheiß-Marlboro aus. Dankeschön.

Eure große Praline

Sex on the Beach

Jetzt ist es ja dann bald soweit, Pralinchen und ihre Freunde machen Urlaub in Italien.

Und deshalb hab ich mich da mal schlau gemacht, wie das so ist, Ihr wisst schon, Sex am Strand und so. Ist ja nahezu überall verboten. In Deutschland regelt das § 183a Strafgesetzbuch: „Wer öffentlich sexuelle Handlungen vornimmt und dadurch absichtlich oder wissentlich ein Ärgernis erregt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.“ Gut, jetzt fahren wir ja aber eben nach Italien. Der sonnige Süden, la dolce vita, da sehen die das bestimmt nicht so eng. Denkste: in Italien wird ein öffentliches Stelldichein mit bis zu 2 Jahren Haft und einer Geldstrafe von 300 Euro geahndet. Hm, klingt nicht gut, oder? Andererseits, verglichen mit anderen Ländern ist Italien da noch ein Schnäppchen. In Spanien etwa droht zwar keine Haftstrafe, dafür liegt die Geldbuße bei sage und schreibe 75 000 Euro! Stell ich mir extrem unangenehm vor, wenn man da nach dem Urlaub zurück kommt und bei der Bank vorsprechen muss: „Äh ja, äh also, äh, ich bräucht da mal an Kredit bitteschön, weil ääh, ich hab da im Urlaub…naja, Sie wissen schon…“ Immerhin, an so einen One-Night-Stand erinnert man sich sicher noch lange.

Finnland ist relativ gut, da gibt’s eine Verwarnung und die Geldbuße beträgt 10% des Einkommens, was bei meinem Einkommen jetzt nicht ganz so tragisch wär. Allerdings nehmen die Finnen ja bei jedem Fliegenschiss 10% des Einkommens, also fürs zu schnell fahren, für Alkohol in der Öffentlichkeit, fürs Fluchen in der Sauna und fürs Herabwürdigen von Specksteinöfen, insofern wär ich da wohl auch gleich ein kleines Vermögen los. Finnland ist also auch eher schlecht.

Finanziell gesehen ist die Dominikanische Republik hier toll. Da liegt die Geldstrafe bei 50 Pesos, das sind ungefähr drei Euro. Die Haftstrafe beträgt dagegen 2 Jahre, allerdings kann man da sicher was drehen, wenn man dem Polizisten ein paar Pesos mehr zusteckt oder ihm verspricht ihn zu heiraten. Ich denke, Blondinen haben da ganz gute Chancen. Für mich als „morena“ wieder eher ungünstig, hm.

Lustig ist, dass sogar Österreich diese Frage gesetzlich regelt. Dort gibt’s 6 Monate Haft und eine Geldstrafe von bis zu 360 Tagessätzen. Wär interessant zu wissen, was der werte Herr Oberjustizrat nun so als Tagessatz festlegt. Andererseits, wer will schon Sex in Österreich haben? Ich mein hallo, wer „miteinander schlafen“ als „einzipfeln“ bezeichnet, dem sollte man doch Sex auf alle Ewigkeit versagen, oder nicht?

Ich überleg mir jetzt ob ich nicht mal Urlaub in Norwegen mache. Norwegen ist das einzige Land, das einen diesbezüglich nur verwarnt, aber weder hinter Gitter schickt noch Geldstrafen erhebt. Wobei, in Norwegen gibt’s ja nix außer Blockhäuser und Elche. Könnte also schwierig werden mit dem Sex am Strand. Also doch Italien. Dann halt enthaltsam. Oder ich frag Herrn Zahndi ob er nicht doch mitkommen will. Dann können wir uns die Strafe teilen. Er ein Jahr, ich ein Jahr und die 300 Euro kratzen wir schon irgendwie zusammen. Zur Not setz ich mich mitten in den Stau am Brenner und sing „Strada del Sole“. Die Leute geben da sicher gern was. Dafür dass ich endlich aufhör 😉

In diesem Sinne, Happy Holiday!

Eure Bußgeldpraline

Man sieht nur mit dem Herzen gut…

… das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar. So heißt es unter uns tiefgründigen Hobbyphilosophen. So, nun hab ich aber gerade einen ziemlich wesentlichen Pickel auf der Nase, und der ist mal so gar nicht unsichtbar. Im Gegenteil, der ist so was von sichtbar, ich glaub ja fast dass der kleine Prinz da höchstpersönlich drin wohnt, so groß ist der.

Ich sags Euch, mit 30 ist es nicht mehr lustig so einen Paradepickel spazieren zu führen. Gut, jeder Teenie wird jetzt sagen, dass es auch mit 14 nicht sehr lustig ist, aber mit 30 ist es der Horror. Da kannst Du machen was Du willst, Du kannst das schönste Kleid tragen, die edelsten Schuhe, Du kannst Deine Haare toupieren und den teuersten  Lippenstift auflegen – Du siehst trotzdem Scheiße aus. Du versuchst natürlich

alles, diese luzifermäßige Schwellung in Deinem Gesicht zu kaschieren, und betupfst und bemalst sie als ginge es darum die Sixtinische Kapelle zu restaurieren. Leider bringt das alles gar nichts, je mehr Du Dich bemühst, desto schlimmer wird das Ergebnis.

Da hilft nur eins: Aushalten, durchhalten, Maul halten. Irgendwann ist er schon wieder weg. Und das hoffentlich bevor der nächste sich entschließt genau daneben sein Lager aufzuschlagen. Das Tragische ist, mit 30 weißt Du einfach, dass Du nichts machen kannst. Als Teenager trägst Du ja wenigstens noch Hoffnung in Dir, Du bittest Deine Mutter Dir das komplette Sortiment von A wie Akne-Ex bis Z wie Zinkmaske zu kaufen und auch wenn das alles keinen sonderlichen Erfolg bringt, Dir bleibt immer noch die Hoffnung, dass das mit dieser bescheuerten Pubertät ja auch irgendwann mal wieder vorbei ist. Ist es ja dann auch. Nur kaum hast Du die pfirsichgleiche Haut eines Schneewittchens in Empfang genommen, kommen auch schon die ersten Fältchen. Du selbst trägst natürlich auch ordentlich dazu bei, denn erwachsen wie Du inzwischen bist, rauchst Du zwanzig Zigaretten am Tag, gibst Dich langen ausschweifenden Partynächten hin, zelebrierst den exzessiven Genuß von Alkohol und weil das alles so anstrengend ist, holst Du Dir eben noch schnell einen Big Mac und ein Erdbeershake. Und natürlich begehst Du ab und an den schlimmsten aller Fehler: Du gehst ins Bett und hast Dich nicht abgeschminkt! Todsünde! Wenn man den gängigen Beautymagazinen glauben darf, dann ist Abschminken das allerwichtigste im Leben einer Frau. Abschminken hat oberste Priorität. Und wenn die Welt untergeht, Hauptsache Du schminkst Dich jeden Abend ab. Wie, da wartet aber ein wunderschöner sexy Kerl in Deinem Bett, dessen einziges Ziel es ist Dich heute Nacht glücklich zu machen? Egal! Geh Dich abschminken! Wer braucht schon Sex wenn er eine reine Haut haben kann?

Ihr seht schon, ich nehm dieses äußerst heikle Thema mal wieder nicht sonderlich ernst. Kann ich auch nicht, wenn ich ehrlich bin. Ich hab mich mal allen Ernstes beraten lassen, so richtig mit Hauttypanalyse und allem drum und dran. Selbstverständlich kommt bei meiner Haut nur eine einzige Creme in Frage, und da kostet das 50 ml-Tiegelchen auch nur 68 €. Waschcreme, Gesichtswasser etc. pipapo kommen da natürlich noch extra dazu, denn „die Creme muss sich optimal in ihrer Haut entfalten können“! Ja nee, is klar. Also da investier ich die 68 € lieber in ein gutes Abendessen und einen leckeren Wein, das macht nämlich glücklich, und Glückshormone sind gut für den Teint. Sex im Übrigen auch, insofern werd ich sicher nicht mit Gurkenscheibchen und Quarkmäskchen im Bad rumturnen, sollte mal ein heißes Schneckerl in meinem Bett auf mich warten. Wenn keines wartet kann ich immer noch abschminken gehen und danach mal wieder den „kleinen Prinzen“ lesen um rauszufinden wo der denn nun wirklich wohnt…

In diesem Sinne, pflegende Grüße!
Und Abschminken nicht vergessen!

Eure Beautypraline

Du kannst Sie zu mir sagen!

Also ich finde das ja wirklich faszinierend. Das mit dem „Du“ und dem „Sie“. Da ist man 30 Jahre alt und die Leute können sich immer noch nicht entscheiden ob sie Dich jetzt siezen oder duzen. Und lustigerweise wird man immer dann geduzt wenn man gesiezt werden will und umgekehrt.

Grundsätzlich gilt ja (glaube ich…. verbessert mich wenn ich jetzt was Falsches sage!) immer noch die Regel: Das „Du“ muss angeboten werden. Und zwar von der jeweils älteren Person. Das ist so ein Respekt-Ding. Und irgendwie erklärt es sich ja auch von selbst. Mir würde im Traum nicht einfallen, eine ältere Dame oder einen älteren Herren einfach so zu duzen. (Na gut, neulich hab ich den Erdbeermann an der Straße geduzt. Hm, ziemlich unhöflich noch dazu. „Hey, host du no Erdbeern?“ hab ich ihm aus dem Auto heraus zugerufen. Das war aber, und das möchte ich hiermit betonen, ein Versehen. Ein Ausrutscher sozusagen. Ich meine, anderen passiert ein Ausrutscher und sie sind gleich schwanger, ich hab halt einfach nur den Erdbeermann geduzt. In die richtige Relation gesetzt war das also gar nicht so schlimm. Aber wenn der Erdbeermann das hier lesen sollte: Es tut mir leid! Ich werde hart an mir arbeiten damit mir das in der nächsten Erdbeersaison nicht wieder passiert, versprochen!)

Also, aber ganz grundsätzlich bin ich schon ganz gut erzogen. Da haben meine Eltern, bzw. in erster Linie meine Oma, ganz penibel drauf geachtet, dass das Kind immer höflich ist, schön „bitte“ und „danke“ sagt und natürlich jedem die Hand gibt, der im Umkreis von drei Kilometern rumsteht. Als Kind schämst Du Dich natürlich immer bei sowas und außerdem gehen Dir die Sprüche á la „Mei, bist Du aber groß geworden!“ oder „Hach, Du bist ja schon eine richtige Dame!“ ziemlich auf den Wecker. Übrigens, an alle die damals immer solche Sachen zu mir gesagt haben: Ich bin NICHT mehr größer geworden. Und das mit der Dame, nun ja, ob das so funktioniert hat, wie Ihr Euch das vorgestellt habt?;-)

Auf jeden Fall, um zum Thema zurückzukommen, ich finde das manchmal echt unmöglich. Da melde ich mich am Telefon, wohlgemerkt in der Arbeit, nicht daheim, ganz freundlich und sag auch noch „Guten Tag“ oder „Grüß Gott“ und dann fliegt mir nur ein „Griasde, is da Chef a do?“ entgegen? Ja sagt’s mal, wo sind wir denn? Gut, aufm Bau. Ok, nee, is klar, da müssen wir schon Abstriche machen. Aber es passiert ja auch anderswo. In irgendwelchen Läden zum Beispiel. Du, Königin Kunde, läufst da ein und willst ein Vermögen von sagen wir mal 19,90 € verschleudern und alles was Du bekommst ist ein „Darf ich es Dir in ‚ne Tüte packen?“ Andersrum natürlich genauso unangenehm, wenn nicht gar schlimmer: Du sitzt zum Beispiel in einer Bar, am Nebentisch ein echtes Zuckerschneckchen von Vielleicht-Flirt und plötzlich kommt er her und fragt Dich: „Entschuldigen Sie, könnte ich diesen Stuhl haben?“ Baby Du kannst den ganzen Tisch haben, ich muss sowieso gleich zurück ins Altersheim! 🙂

Ja aber wie denn nun? Will ich jetzt ein „Du“ oder ein „Sie“? Ich kann mich halt wie so oft nicht entscheiden. Also so ganz pauschal hätt ich gerne in offiziellen Dingen ein „Sie“, schießlich bin ich eine erwachsene Frau, der man dementsprechend Respekt entgegenbringen soll. Und inoffiziell, also in der Kneipe oder so, da hätt ich lieber gern das „Du“. Denn ich geh ja weg weil ich noch so jung bin und so hip und so. Ist beides bescheuert, aber wenn ich schon rummeckere, muss ich hier ja noch eine abschließende Ansage machen. Oder auch nicht.

In diesem Sinne,

schau wieder rein und besuchen Sie mich bald wieder!

Deine / Ihre Identitätspraline

Beste Freunde oder: Blitzer an der A92

Wenn Leute von ihren besten Freunden sprechen, dann fallen meistens so Klischees wie „kann ich Tag und Nacht anrufen“, „ist immer für mich da“, „legt die Hand für mich ins Feuer“  und all sowas. Was diese besten Freunde dann aber tatsächlich tun um diesen „Status“ inne zu haben, erfährt man seltenst. Vielleicht traut man sich auch einfach nicht nachfragen, man will ja nicht indiskret sein. Ich persönlich hab das Glück, dass ich einen kleinen, aber dafür umso innigeren Kreis an ebenso lieben wie durchgeknallten Menschen meine Freunde nennen darf. Manche kenne ich schon 15 Jahre und länger, andere erst wenige Monate. Spielt auch überhaupt keine Rolle, denn heute Jungs und Mädels, lüfte ich das Geheimnis, was beste Freunde so alles auf sich nehmen um ebendiese zu sein. Mit nachts anrufen und Hand ins Feuer hat das nämlich nur bedingt zu tun.

Blitzer an der A92 © Foto by martiniBeste Freunde sind immer beste Freunde, in guten wie in schlechten Zeiten. Sie stehen mit Pizza und Bier vor Deiner Tür, nur weil du am Telefon gesagt hast dass Du Dich langweilst. Natürlich nicht ohne eine Viertelstunde vorher anzurufen, denn beste Freunde wissen, dass Du auf Spontanbesuch mal so gaaar nicht stehst und vielleicht ja noch schnell Deine Lockenwickler rausnehmen oder die Sponge Bob-Folge zu Ende gucken willst. Beste Freunde spazieren in Deine Küche und holen Besteck und nen Flaschenöffner, denn sie wissen wo bei Dir alles steht, ebenso haben sie ein gottgegebenes Recht an Deinen Kühlschrank zu gehen oder eben auch an Dein Telefon, weil Du grad eben nochmal schnell auf dem Klo bist. Mit besten Freunden kannst Du stundenlang reden ohne Punkt und Komma, egal ob es was zu reden gibt oder nicht. Labern, lästern, kleine und große Fragen des Lebens diskutieren, alles kein Thema. Beste Freunde ziehen mit Dir um die Häuser, und wenn Du Dich daneben benimmst, dann tun sie das auch, nur damit Du nicht schlecht dastehst. Beste Freunde halten Dir die Haare zurück wenn Du nachts um vier im Koi das Klo voll reiherst und sie vertuschen geschickt dass Du Dich in der Cohibar unter die Theke übergeben hast (äh nein… das war jetzt nicht ich 😉 ) Beste Freunde leihen Dir Geld, wenn Du die Zeche nicht mehr zahlen kannst und sie geben sich als Dein Bruder aus und erzählen einem Wildfremden die Geschichte von den böse bösen Eltern daheim, nur damit Ihr beide umsonst mit dem Taxi heimfahren könnt. Beste Freunde leihen Dir bedingungslos ihr Auto, auch wenn sie wissen dass Du bereits einen 7er BMW geschrottet hast, nur weil Du dachtest „des geht sich schon aus!“ 😉 . Beste Freunde packen auch beim vierten Umzug innerhalb von zwei Jahren mit an und finden natürlich jede Deiner Wohnungen noch toller als die Vorige. Wenn Du Kummer hast, sind sie für Dich da. Wenn Du traurig bist, packen Sie Dich ins Auto, drücken Dir einen Fotoapparat und ein Grablicht in die Hand, stellen sich mit Dir an die Autobahn und Ihr spielt „Radarfalle“. Wetten, Du hast danach wieder gute Laune? Einen besten Freund kannst Du zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen, selbst wenn Du nur wissen willst wie Du ins Bonuslevel von Super-Mario kommst. Im Idealfall kommt er dann sogar noch mit einer Flasche Wein vorbei und zeigt Dir die ultimative Roundhouse-Kick-Stampfattacke. Beste Freunde geben Dir Tipps, die Dein Leben bereichern, oder hätte ich sonst einen Wasserkocher im Bad stehen? Wenn Du in Schwierigkeiten steckst, wird ein bester Freund nie sagen: „Du ich kann grad nicht“, sondern er wird Himmel und Hölle in Bewegung setzen und alles tun, um Dir zu helfen. Selbst wenn Du nur bei IKEA auf dem Parkplatz stehst und das Scheiß-Regal nicht in Dein Auto passt. Ein bester Freund fährt Dich sonntags zu Deinem Auto, nur damit Du Samstag Nacht mit ihm oder ihr noch saufen zu gehst. Ein bester Freund sagt Dir zwar sehr besorgt dass Du seines Erachtens zuviel rauchst, bringt Dir aber dennoch jedes Mal Kippen aus der Tschechei mit. Bei einem besten Freund reicht Blickkontakt um zu wissen dass Ihr beide das Gleiche denkt. Ihr könnt Euch jahrelang über „Pilz-Rosetto“ oder den Michi aus der Von-Walther-Straße amüsieren ohne dass sich so ein Gag jemals abnutzen würde. Ein bester Freund opfert das Restbenzin aus seinem Bike um ein Feuer für Dich zu machen, nur weil Dir kalt ist. Und zwei Minuten später hilft er Dir es zu löschen weil du Angst hast dass die Polizei kommt. Beste Freunde singen jedes Lied mit Dir mit, selbst „Ti amo“ ist ihnen nicht zu blöd, sie unterstützen Dich, weil sie Dich gern haben, und wenn Du nachts um drei noch Hunger hast leihen sie Dir ohne große Worte eine Tüte Pommes und bringen sie Dir sogar noch ans Auto.  Beste Freunde fördern und fordern Dich, machmal ohne dass Du es merkst. Plötzlich bist Du begeistert dabei etwas neues zu machen und checkst noch nicht mal dass Du immer gesagt hattest „das kann ich nicht!“ Besten Freunden wird es auch nie zu blöd Dir die Welt zu erklären. Und wenn Du tausendmal nicht kapierst was Du jetzt beim Schafkopfen mit der Alten oder der Blauen machen sollst, beste Freunde machen Dir noch ein Bier auf und erklären’s Dir halt einfach nochmal.

In diesem Sinne, macht Euch mal wieder bewusst was für ein verdammtes Glück Freunde sind! Die einen teilen ihr Leben mit Dir, die andern begleiten Dich ein Stück, und wieder andere machen einfach eine Zeitlang mit Dir Party. Wie auch immer, von allen nehmen wir was mit. Und das sollten wir nie vergessen, denn: nur wer ein Freund IST, hat auch welche.

Ich grüß hier und heute mal meinen durchgeknallten Haufen, nämlich den Herrn Lehrer, meine Klostersingers bestehend aus Megaperlchen, da Waidlerin und unserer Tanzgöttin, die Granate, Mr. Oberarm, den Großen, Schröderchen, den Typen der im Schuppen „wohnt“, den kleinen Gemeinen und last but not least den Herrn Inschenööör 😉

Auf viele neue spannende Abenteuer mit Euch! 🙂

Eure Pralinenfreundin

Verliebt über 30 oder : „Alles ist Porno!“

Vier Mädels, vier Männer, viermal Rundumgrinsen und der Sommer kann kommen. Während Nr. 1, unser aller beziehungsfragentechnischer Fels in der Brandung, seit Jahren nun schon glücklich verheiratet ist, zuckeln wir andern drei ein bisschen hinterher. Schier endlose Weiberabende, Unmengen an Alkohol und das Dauerbrennerthema schlechthin: „Die bösen, bösen Männer“. Nun sind ja grundsätzlich ALLE Männer schlecht, bis natürlich auf denjenigen, den man gerade eben kennengelernt hat. Ist Euch das mal aufgefallen, wie schnell wir aus der „Alles-Arschlöcher-Apathie“ heraussprinten sobald uns ein Typ wirklich nahe geht? Dann haben wir plötzlich wieder ein gottgegebenes Verständnis für alle Männermacken dieser Welt, weil unser neues „Schatzi“ ist ja da gaaaaanz anders. Folglich war es nur eine Frage der Zeit, wann die drei Single-Grazien wieder auf Wolken schweben, immerhin, „Zeit is wor’n“, der Frühling ist ja schon wieder vorbei. Und während die eine eben glücklich verheiratet ist, die zweite schon ein paar Monate schmetterlingstechnisch gaga in der Birne, die Dritte endlich auch den emotionalen Knoten hat platzen lassen, spürt Nummer Vier seit einigen Tagen nun auch dass „was in der Luft ist“.

Schön, sind also alle glücklich und die Geschichte könnte hiermit nun auch schon wieder vorbei sein. Ist sie aber nicht. Denn gestern erfahre ich von einem guten Freund, dass seine Beziehung, die erst vor wenigen Wochen so richtig begonnen hatte, am Ende ist. Aus, vorbei, finito. Dein Pferd ist tot, steig endlich ab! Und drum möcht ich jetzt einfach ein paar Worte dazu schreiben, wie furchtbar bescheuert wir über 30 so sind. Quasi als Warnung. Oder als Hinweis. Vielleicht auch nur ums mir selber zu verdeutlichen.  Erfahrungsgemäß (und Mädels, leugnen gibts nicht, ich kenn Euch zu gut!) grübeln wir Frauen uns ja die Hirne blutig. Egal wie süß sich ein Typ uns gegenüber verhält, wir finden immer was zum grübeln. Und egal, was er alles anstellt um uns eine Freude zu machen, wir schaffen es solange zu grübeln dass man das mit Sicherheit dann doch irgendwie negativ auslegen kann.  Das „Problem“ an uns Ü30-Mädels ist, dass wir halt schon einen ganzen Haufen emotionales Gepäck mit uns rumschleppen. Wir stolpern quasi über unsere eigene Geschichte.  Nummer Zwei, Drei und Vier haben bereits eine gescheiterte Ehe hinter sich. Und auch wenn wir inzwischen mit unseren Ex-Männern wieder bedenkenlos auf ein Bier gehen können, die Tatsache dass wir gescheitert sind, ist dennoch nicht abzustreiten. Davor und danach reihen sich diverse mehr oder weniger dauerhafte Liebschaften ein, die alle eins gemeinsam haben. Sie haben nicht funktioniert. Ob das nun an den Männern lag, oder an uns, oder an der berühmten Verkettung unglücklicher Umstände, das sei mal dahin gestellt. Mit jeder Enttäuschung werden die Ansprüche an „den Neuen“ größer. Und der arme Kerl muss dann das ausbaden, was unsere vorigen Partner, oder aber auch wir selber, verbockt hatten. Und das ist Bullshit, wenn ich das mal so undamenhaft formulieren darf. Warum nehmen wir es nicht einfach so an wenn das Leben uns was Schönes schenkt? Warum können wir nicht einfach sagen „So, und das genieß ich jetzt!“? Warum müssen wir uns alles schief grübeln, uns selber mit so aberwitzigen Fragen quälen wie: warum ruft er nicht an? Was hat er damit jetzt wieder gemeint? Warum kuckt er so komisch? Wieso sagt er nichts? Was will er denn überhaupt von mir? Ist er überhaupt mein Typ? Es fühlt sich richtig an, kann aber doch nicht richtig sein? Wir grübeln und grübeln und grübeln und letzten Endes sind wir nichts als unentspannt und vergraulen uns unsern Liebsten bevor wir ihm überhaupt erst eine Chance gelassen haben. Die berühmte Enttäuschungssehnsucht: wir können danach, wenn alles den Bach runter ist, sagen: „Wusst ich doch dass das nicht funktioniert!“ Nur warum sind wir blöden Hühner so geil darauf Recht zu behalten? Sind wir im Laufe der Singlejahre zu solchen Kontrollfreaks mutiert dass wir das Ruder nicht mehr aus der Hand geben wollen? Klar, ich gebs zu, je länger man allein ist ( und alleine lebt, wichtiger Punkt!), desto besser arrangiert man sich, desto besser richtet man sich sein Leben ein. Tritt nun ein neuer Mensch ins Leben, ist das natürlich erstmal ungewohnt. Aber, seid mal ehrlich, es ist doch auch ungewohnt schön! Warum also geben wir die heilige Kontrolle nicht einfach mal ab und lassen uns einfach ein? Sagen wir uns doch einfach: es ist was es ist und so ist es gut? Kein Mensch kann uns eine Garantie geben. Wenn wir eine Garantie wollen, müssen wir uns einen Toaster kaufen. Und selbst die erlischt nach zwei Jahren. Aber vielleicht verbringen wir mit unserm Toaster die schönsten zwei Jahre unseres Lebens? 😉

Ich selber bin ja die ungekrönte Königin der Grüblerinnen, was mich wahnsinnig macht, wenn ich ehrlich bin. Ich grüble über alles, egal ob Familie, Freunde, Job, Wurstsemmeln mit oder ohne Käse oder eben über mein ganz eigenes persönliches Glück bzw. Unglück. Meine liebste Tinti hat die Grüblerei beendet und das ganze in wunderschöne Worte gepackt:

…“Über was Du Dir wirklich klar geworden bist, ist, dass egal was passiert ist, egal was noch passiert. Morgen stehst Du auf und machst ihm Frühstück. Denn so einen triffst Du nicht irgendwo mal so und schließlich liegst Du hier so neben ihm und streichelst seinen Rücken und schaust, dass er glücklich ist und es ihm an nichts fehlt, die Mugge iss immer noch fett und Du hörst spätestens jetz auf drüber nachzudenken warum Du zweifelst…. Weil es einfach so genial iss erkannt zu haben warum genau Du jetz an seiner Seite bist…. und weil Du sicher sein kannst, der Typ da neben Dir, der übrigens fu…ing gut riecht, der würd gar nichts auf Dich kommen lassen, der deckt Dich zu wenn Du schläfst“…

Und Mädels, genau das ist es doch. Wenn uns einer zudeckt wenn wir schlafen, dann ist doch alles Grübeln fürn Arsch, oder nicht? Also, lassen wirs sein und stürzen wir uns in einen echt geilen Sommer! Nr Eins sowieso und wir andern drei lassen uns einfach überraschen, was das Leben uns bringt. Relax… take it eeeeeeeeeeasy! 😉

In diesem Sinne, erkenntnisreiche Grüße

die Grübelpraline

P.S.: Wieviele von Euch haben den Artikel nur gelesen weil „Porno“ in der Überschrift stand? Ver-a-arscht! Irgendwie muss ich Euch ja kriegen! 😛