Mein Freund, der Ringo!

Genau heute vor 50 Jahren traten die legendären Beatles zum ersten Mal in Deutschland auf. Gut, dass ich da nicht live dabei war, versteht sich von selbst. Nicht mal meine Eltern können mir davon berichten, denn die waren selber noch nicht mal im Kindergarten zu der Zeit.

Umso erstaunlicher, dass die Jungs trotzdem ihren Weg in meine Plattensammlung gefunden haben. Ich meine, hallo: „The Beatles“, was für ein seltsamer Name… da sind doch mal wieder 5 Euro für die „Miese-Wortspiel-Kasse“ fällig! Andererseits, angefangen haben sie ja 1956 unter dem Namen „The Quarrymen“, benannt nach ihrer Schule, der Quarry Bank Highschool. Das klingt in ungefähr so erfolgsträchtig wie „Die Hinterskirchner Hauptschul-Jungs“, also tut mir ja leid, ne. Später nannten sie sich dann mal „Johnny and the Moondogs“, uh yeah, was für eine Verbesserung: Johann und die Mondhundis, toller Name, oder? Irgendwann hatte John Lennon dann eine gigantische Vision, wie sich an folgendem Zitat schön nachlesen lässt:

„Viele Leute fragen, was sind Beatles? Warum Beatles? Hä? Beatles? Wie seid ihr auf den Namen gekommen? Also werden wir es Ihnen sagen. Der Name entstand in einer Vision – ein Mann erschien auf einem brennenden Kuchen und sprach zu ihnen: ‚Von diesem Tag an seid ihr Beatles, mit einem «A»‘. Vielen Dank, Herr Mann, sagten sie, um ihm zu danken.“

– John Lennon: Mersey Beat, 1961

Schon klar Johnny, muss ein geiles Kraut gewesen sein, damals! Doch ich finde, mit dieser Vision haben die Jungs dann doch noch irgendwie die Kurve gekratzt, also so Corporate Identity-mäßig. Passt auch viel besser auf ein T-Shirt als „Johnny and the Moondogs formerly known as The Quarrymen“, brennender Kuchen hin oder her.

Die Musik der Pilzköpfe ist aber halt schon irgendwie immer noch der Hammer. Gut, bei manchen Texten braucht man schon einiges an philosophischer Geduld, ich hab zum Beispiel immer noch nicht begriffen was die Lucy im Himmel mit den Diamanten macht oder warum die Erdbeerfelder ewig stehen…. ist aber auch egal, ich hör einfach zu und freu mich dass es so schön klingt.  (Und nein, ich war nicht auf einer Waldorfschule…ähem!)

Als quasi erste Boyband der Welt sind die Fab Four ja vollends eingeschlagen. Und wenn ich mir heute diese Retorten-Tunten alias Take That, Backstreet Boys, N-Sync und wie sie alle hießen so anschau, dann kann ich eigentlich nur heulend eine CD von den Beatles auflegen und dem lieben Gott dafür danken, dass er wenigstens Robbie Williams, die geile Schnecke, noch mit ein bißchen Hirn gesegnet hat und ihn die „Babe“-schmachtenden Transentrolle verlassen ließ. (War „Babe“ nicht eigentlich das süße kleine Schweinchen, das immer zu seiner Mama wollte?)

Zum Glück verschwinden diese kommerziellen Musikmoden immer schnell wieder und, Gott sei’s gedankt, entwächst jedes Mädchen auch mal der Pubertät und besinnt sich dann auf die drei wichtigsten Dinge, die Frau im Leben haben muss: Verstand, Humor und eine Beatles-CD im Schrank.

In diesem Sinne, bevor mir jetzt noch ein weiser Mann auf einem brennenden Kuchen erscheint,  schenk ich Euch lieber noch ein Lied zum Jahrestag der vier Jungs aus Liverpool. Und weil die Auswahl schier unerschöpflich ist, hab ich eins gewählt, das bei Pralinchen und ihren Mädels ganz oben auf der Wunschliste steht, wenn es bald wieder Live-Abende mit dem Mann gibt, der sogar seine Kneipe nach einem Beatles-Album benannt hat, aber das ist eine andere Geschichte…. 😉

So long, good luck and good bye.

Eure Musikpraline

 

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Ausflippen mit den Flippers…

Nee, also echt! Ich krieg hier die totaaaaale Krise Leute!

Wißt Ihr, es is ja nicht so, dass ich nicht eh schon voll am Ende wäre, körperlich so gut wie tot und nervlich ein totales Wrack, nein, reicht noch nicht! Da quäl ich mich heut früh zum Aldi, weil sorry, ja, Kühlschrank leer, kein Kaffee und keine Zigaretten mehr im Haus, des geht ja mal gaaar ned, und was beschallt meine zarten Ohren da aus dem Radio? Die FLIPPERS! Ich fass‘ es nicht. Da ahnst nichts Böses, erfreust Dich an dem sonnigen Tag und dann sowas… Also, versteht mich nicht falsch, ich kann durchaus auch mal zur Schlagertrulla mutieren, aber nicht samstags morgens um zehn, und nicht unter naja, sagen wir mal 2,5 Promille…

„Aber Dich gibt’s nur einmal für mich!“, was für eine Scheiße! Da ist mir erstmal so richtig bewusst geworden, welchen geistigen Schwachsinn man da so vor sich hin grölt wenn man besagte zweieinhalb Promill hat!

„Es gibt… Millionen von Sternen…“ (Was, echt jetz? Krass…), „unsere Stadt, sie hat tausend Laternen“ (wer zählt die eigentlich so genau nach? Sind da die kaputten auch dabei?), „…Gut und Geld- gibt es viel auf der Welt…“ (ja aber nur in der Welt von nicht unbezahlten Praktikantinnen verfluchte Scheiße nochmal!), „…aber Dich, gibts nur einmal für mich!“ (ja nee, is klar, wär ja auch bescheuert wenn’s die dämliche Tusnelda über die er singt noch öfter gäb, dann würd der die Welt mit noch mehr solchem Singsang quälen…). „…es gibt, tausend Lippen, die küssen…“ (und Zovirax is super gegen Herpes!), „..und Pärchen, die trennen sich müssen…“ (ja, sowas kommt vor heutzutage. Und überhaupt, wo hat der Typ eigentlich Deutsch gelernt? Trennen sich müssen? Bei Yoda?), „…Freud und Leid, gibt es zu jeder Zeit!“ (Waaaahnsinns-Erkenntnis Alter, und ich dachte schon!), „…aber Dich…“ (ja äh, das hatten wir schon!)

„…schon der Gedanke, dass ich Dich einmal verlieren könnt!“ (Äh, ja?), „…dass Dich ein anderer Mann, einmal sein Eigen nennt!“ (Sein Eigen? Ich dachte im Zeitalter der Emanzipation gibts das nur noch in Kulturen, die George und Obama nicht leiden können und wo die Bundeswehr besser keine Tanklaster mehr in die Luft sprengt???), „…er macht mich traurig, weil Du für mich die Erfüllung bist!“ (Erfüllung? Aaaah ja!), „was wär die Welt für mich, ohne Dich?“ (Schön wär sie, dann würde der Kasperl nämlich nicht für sie singen!)!

„…Es gibt, sieben Wunder der Erde, tausend Schiffe, fahren über die Meere!“ (Interessant ja! Nur wenn Du dann als angehende Speditionskauffrau auf einem dieser tausend Schiffe nen Container buchen willst, dann fährt plötzlich mal wieder überhaupt keins irgendwohin….), „Gut und Geld… gibt es viel auf der Welt!“ (fängt der schon wieder an! Hallo Alter, heute ist der 3. April, es sind also noch 27 Tage Monat übrig und die Kasse ist leeee-er!!!), „…aber Dich…. gibts nur einmal für mich!“ (Ja Himmel, Arsch und Wolkenbruch, Gott sei’s gedankt, endlich ist dieses Lied aus!)

Ich pack jetzt meine bescheidenen Einkäufe aus, leg ein bißchen vernünftige Musik auf (was Beruhigendes ist jetzt gut, sowas wie Slayer oder Motorhead) und dann leg ich mich hin zum Fitschlafen für heute Abend. Weil auf den Schreck brauch ich meine Mädels und ganz viel Alkohol.

In diesem Sinne, macht’s es gut, frohe Ostern, immer schön vorsichtig mit den Eiern, gä? Und ned vergessen:

„ABER EUCH GIBT’S NUR EINMAL FÜR MICH!“

Pfiad’s Eich!

Die Flipperpraline

PS: Und ich dachte, die Flippers sind grausam… doch es geht noch schlimmer. Bitte, gebt’s dem Mann einen Preis:

 

Bam Oida! Fix Oida!

Jenseits der 30 muss man schon höllisch aufpassen, was Trends angeht. Viel zu schnell verpasst man eine scheinbar lebenswichtige Mode, oder steht, so wie ich, ahnungslos, fassungslos und auf jeden Fall verständnislos vor neu kreierten Szeneausdrücken und fragt sich was das soll.

„Bam Oida! Fix Oida!“ verfolgt mich seit Tagen und ich hatte ehrlich nicht den geringsten Plan, was ich damit anfangen soll. Jetzt hab ich’s heut mal gegoogelt, und siehe da, ich hatte ein Aha-Erlebnis. Jetzt ist mir nämlich auch klar, warum plötzlich halbstarke Kids in Neonfarben und mit Palitüchern um den Hals rumlaufen. Damals, als ich noch jung war ging das mal gar nicht. Da hattest Du entweder Neonfarben an und warst somit bekennender Raver (uzz uzz uzz!) oder aber Du trugst ein Palituch über Deinem Bundeswehrparka und warst ein Punk. Beides zusammen war undenkbar. Gut, zu meiner Zeit war auch der jetzt modemäßig wieder aufkeimende Trend der Vokuhila-Frisur undenkbar, aber die „Bam Oida-Fix Oida“- Generation stellt diese Unsitte nun wieder ganz selbstbewusst zur Schau.

„Krocha“ nennen sich die Jungs und Mädels und wen wundert’s, diese völlig unpolitische, um nicht zu sagen komplett sinnfreie Bewegung kommt aus, na? Genau: Österreich. Irgendein DJ namens „Stee Wee Bee“, mit bürgerlichem Namen heißt er Stefan Berndorfer 😉 hat sich den Blödsinn einfallen lassen und ja, trendy wie man ist, folgt man ihm. An sich ist dagegen ja gar nix zu sagen. Nur warum zur Hölle muss man als Krocha ausgerechnet die allerübelsten der üblen 80er-Jahre-Modesünden wieder aufleben lassen?

Mir lief beim Einkaufen jetzt öfter ein junger Mann von geschätzten 17 oder 18 Jahren übern Weg, den ich jedes Mal zutiefst bedauerte. Für seinen schlechten Geschmack. Oder dafür dass er offenbar farbenblind ist. Tja, jetzt weiß ich, der junge Mann ist voll auf der Höhe der Zeit und ich bin diejeinige, die zu bedauern ist, weil dieser hippe Trend totaaaaaal an mir vorbei gegangen ist. Gut, das ist wiederum das Gute dran, 30 oder älter zu sein. Man muss nicht mehr jeden Scheiß mitmachen.

Denn dieser junge Mann, mit seinen strassbesetzten Kniescheißerhosen, dem neonpinken Käppi, aus dem hinten ein Pferdeschwänzchen rausschaut, dem überlangen Sweatshirt mit den neongrünen Totenköpfen drauf, und natürlich dem absolut mit dem Restoutfit harmonierenden Pali-Tuch, der hat mir irgendwie Angst gemacht. Angst davor, dass ich künftig bei H&M und Co. auch nur noch neonfarbene Sachen kaufen kann (dabei war ich so froh dass Neon aus der Mode war… erinnert Ihr Euch, es gab vor ewigen Jahren mal diese neonfarbenen Skiklamotten von Elho…. schneeblind allein war uns zuwenig, wir wollten auch noch alle auf der Piste leuchten… gruselig!). Angst davor, dass alle Männer nun wieder stolz vorne kurz hinten lang tragen und sich womöglich sogar noch einen Schnauzbart wachsen lassen. Angst davor, dass ich nie ne Rente kriegen werd, weil neonfarbene Pseudogangster mit Pferdeschwanz und Ed-Hardy-Turnschuhen nie nie nie im Leben einen Job finden werden. Tja, und nicht zuletzt Angst davor, dass ich irgendwann mal einen Sohn hab der sich auch so kleidet. Normal schämen sich Kinder für ihre Eltern. In diesem Fall schäm ich mich für mein Kind.

Diverseste Kulturforscher meinen, der Krocha-Trend halte nicht lange an. Deren Wort in Gottes Ohr! Andererseits, wenn diese unsägliche Mode schon über die Grenzen Österreichs hinaus erfolgreich ist…. hui ui ui. Ich liebe ja Österreich. Und es gibt unzählige Ösi-Exporte, die ich hoch schätze, verehre und ja, auch liebe. Da wären zum Beispiel Mozartkugeln, Drageekeksi und Kaswurscht. Aber auch Wolfgang Ambros, STS, Ludwig Hirsch und Falco Gott hab ihn selig. Nur was das mit dieser seltsamen Krocha-Bewegung soll, ist mir alten Ü 30-Kuh ein Rätsel.

Vielleicht klärt mich mal jemand auf. By the way, liebe Rhealicious, Du kommst doch aus Wien, erzähl mal, was war da los, dass niemand diesen Blödsinn aufhalten konnte? Oder ist das Pralinchen einfach tatsächlich schon so alt und uncool dass es kein Verständnis mehr für die Jugend von heute aufbringt? (Hierbei sei verteidigenderweise angemerkt: ich habe a) diverse Jeans mit Löchern, das ist mein Tribut an die 80er. Ich besitze b) ein T-Shirt mit einem Totenkopf drauf (trendy?), ich hätte c) liebend gern auch ein T-Shirt von Ed Hardy, pass aber in die Mädchen-Shirts mit meiner Oberweite einfach nicht rein (hmpf 😦 ) und last but not least besitze ich d) eine CD von Moby, lebe also folglich nicht nur gitarrenlastig….)

In diesem Sinne, neonfarbene Grüße

Eure Szenepraline

Morgendliche Übelkeit bis Weihnachten

„Ich könnt‘ kotzen!“

Mit diesen Worten wurde ich heute morgen begrüßt. Zugegeben, es gibt schönere Arten, einen Guten-Morgen-Gruß zu bekommen. „Hallo Steffi, gehts Dir gut?“ zum Beispiel, oder „Na, gut geschlafen?“. Aber ok, in diesem Fall bin ich gar nicht böse und bringe der Welt allergrößtes Verständnis auf.

„Ich könnt‘ kotzen“ war der Beginn einer E-Mail an mich von einem treuen Killerpralinen-Fan, der mit einem Geschichten-Wunsch an mich herangetreten ist. Der Arme war nämlich in diesem Jahr der Erste. Der Erste, der sich heute, wohlgemerkt am 30. Oktober 2008, um 07.15 Uhr der traurigen Wahrheit stellen musste:

„Last Christmas, I gave you my heart, but the very next day, you gave it away….“

Hammer, oder? Halloween ist erst morgen, aber das Gruseln hat somit heute schon begonnen. Ich persönlich mag dieses Lied ja echt gerne, nur eben halt an Weihnachten, eben dann, wenns bisserl schneit, wenn ich am Christkindlmarkt ein Glühweinchen trinke, ein paar heiße Maronis knabbere, mir die Zehen abfriere und drüber nachdenke ob ich mir einen halben Meter Bratwurst kaufen soll, diesen Gedanken dann verwerfe und lieber noch einen Glühwein ordere. Aber jetzt schon, im Oktober? Na ich weiß nicht!

Im Supermarkt grinsen mich ja schon seit Anfang September diese doofen Nikoläuse an, ich verstehs nicht. Gibts echt Leute, die jetzt schon Schokoladennikoläuse kaufen? Oder diesen ganzen anderen unchristlichen Weihnachtssüßkram wie Marzipanbrote, Lebkuchen oder diese unsäglichen Schokokugeln von Milka, die schmecken als hätte man sie seit Ostern in alten Socken gelagert? Zum Glück hab ich heut früh nicht „Last Christmas“ hören müssen, ich wär wohl postwendend zurück in mein Bett gekrochen und hätte geheult. Bis Heilig Abend. Wie gesagt, ich mag das Lied ja. Auch wenn es für mich jede Glaubwürdigkeit verloren hat. Ich mein da singt der Michael George was von Herz verschenkt und Herz gebrochen, ich mein hallo? Ein Typ der alle Nase lang aus spritzenverseuchten Herrenklos gezogen wird, bis oben hin voll mit Drogen und immer einen minderjährigen Stricher/ Junkie im Schlepptau, na ich bitte Euch. Von so einem will ich mal nix hören von großer Liebe und so. Und sonderlich weihnachtliche Gefühle kommen da auch nicht auf. Aber gut, wenn dann Schnee liegt, die ersten Päckchen unter den Weihnachtsbaum gelegt werden (äh übrigens… ich wünsch mir ein Diktiergerät, habt Ihr das alle vernommen? 😉 ) und es überall in der Wohnung nach Zimt und Vanille riecht, dann sieht man über die perversen Ausschweifungen von Herrn George gern wieder hinweg und alles ist gut.

Trotzdem, am 30. Oktober, noch dazu in aller Frühe auf nüchternen Magen, da packt das keiner. Ich befürchte, nachdem nun aber der erste Radiosender (welcher wars eigentlich?) damit angefangen hat, werden wir bis Mitte Januar wieder täglich gefoltert werden. Nicht nur mit Wham!, nein, es gibt ja noch ganz andere gruselige Weihnachts“hits“, wie etwas dieses unsägliche „Driving Home for Christmas“ (ich frag mich, kommt der Typ bitte irgendwann mal zuhause an???) oder aber „Merry Christmas Everybody“ von Slade…. unglaublich. Ich hasse es und trotzdem dringt dieser Song spätestens Ende November so dermaßen in mein Unterbewusstsein dass ich ihn die ganze Zeit summen muss. Das ist wie mit meinem Toaster, der spielt beim Toast-Auswerfen den Disney-Song, wenn ich also morgens Toast frühstücke dann pfeife ich den ganzen Tag diese blöde Melodie…. werd wohl um Weihnachten rum noch mehr Toast essen umd Slade zu boykottieren…

In diesem Sinne, mein allerherzlichstes Mitgefühl an alle, die heute morgen „Last Christmas“ hören mussten. Speziell natürlich an Brösel, der seinem Unmut gleich im Pralinchen-Briefkasten Luft gemacht hat.

Für alle anderen gibts jetzt auch ein Weihnachtslied. Ein australisches….

 

Vorweihnachtliche Grüße

Eure Praline

PS: Happy Halloween an alle. Und ein frühliches „Hallo Wien!“ an Rhea 😛

Die wilden 70er oder: Do legst Di nieder!

Eigentlich sollte das hier eine Geschichte über einen lustigen Ausflug ins niederbayrische Szene-Outback werden. Jetzt wird es eine übers niederbayrische Szene-Outback, über ein Pralinchen im Herrenklo und ihre heldenhaften Retter.

Wenn sich eine Diskothek über 30 Jahre hält, dann kann man ihr zu Recht Kult-Status zusprechen. Und ich muss zugeben, als ich mit meinen Mädels da gestern Abend gegen elf aufgelaufen bin, war ich auch sehr angetan. Kurios schon der Einlass. Da sitzen vier Abgesandte des Nichtraucherschutzes wie Beamte vor der Tür, ausgestattet mit Leitz-Ordnern, jeder Menge Formularen, Kulis und extrem wichtig anmutenden gelben Kärtchen und stellen Mitgliedsausweise aus. Aha, da drin wird also noch ganz old-school gequalmt, und entweder Du trittst dem Raucherclub bei oder aber „Du kummst hier net rein!“

Drinnen dann der 70er-Jahre-Overkill. Ein alter, baufälliger Laden, für den Dir heute wohl niemand mehr eine Genehmigung zum Diskothekenbetrieb erteilen würde, fröhlich aufgepeppt durch schlecht bemalte Wände auf denen sich 70er-Jahre Musik-Ikonen tummeln. Aber man hat irgendwie gleich das Gefühl, zuhause zu sein. Die Musik ist der Hammer, und mit einem Plätzchen an der Bar scheint es ein echt witziger Abend zu werden. Nachdem ja auch gerade Bayerns zweitgrößtes Volksfest läuft, füllt sich der Laden ziemlich schnell und es ist eine Erfahrung für sich, zu beobachten wie hübsche Mädels im Dirndl zu den Klängen von Led Zeppelin oder Rammstein abgehen und besoffene Jungs in Lederhosen sich zu Boney M im Takt wiegen. Irgendwie fühlte ich mich an Ignaz und meine Bauarbeiter erinnert. Sehr geil anzusehen, ich hätte filmen sollen.

Leider bin ich dazu nicht mehr gekommen. Meine letzte Erinnerung ist die, dass ich meine Freundin gebeten habe, mir ein Wasser zu bestellen. Das nächste, was ich wieder weiß, ist dass ich auf der Treppe vor dem Notausgang sitze, meine Hände zittern, meine Beine zittern, und Papa Spass hält mit mir Händchen. Meine Haare sind klatschenass und ich frage ein verwirrtes „Wo bin ich?“ Der Klassiker unter den Aufwachfragen. Zwischen Wasser bestellen und auf der Treppe sitzen liegen geschätzte zehn Minuten, in denen Papa Spass und Steven mich von der Bar nach draußen getragen haben (ich frag mich immer noch wie Ihr das gemacht habt, aber die blauen Flecken an meinen Armen geben mir eine ungefähre Ahnung davon *lach*), mich ins, wohlgemerkt HERREN-Klo verfrachtet haben, mir Ohrfeigen verpasst und Wasser über den Kopf geschüttet haben. (Danke Jungs, ich hoffe Ihr hattet Spaß dabei *grrrr*.)

Ich war noch nie vorher ohnmächtig. Jetzt kenn ich das auch. Das Witzige an der Sache ist, ich hab gestern noch nicht mal Alkohol zu mir genommen. Vielleicht lag’s ja daran. Kein Alkohol ist halt doch auch keine Lösung! 😉 Oder aber die unglaubliche Schönheit all der niederbayrischen Kleinbauern und Junglandwirte hat mir die Sinne vernebelt. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur allergisch gegen Kuhstallgeruch.

Ich hätte Euch echt gern ein paar Fotos von dieser sagenhaften niederbayrischen Urwald-Location gezeigt (allein die Männer dort…. Selten so viele verschrobene Gestalten auf einmal gesehen!), aber das muss jetzt ausfallen. Kann mich da nicht mehr blicken lassen. Denn von jetzt an werd ich da drin immer „das Mädchen sein, das erst vom Stuhl gekippt und dann im Herrenklo gelegen ist“. Nein danke, auf diesen zweifelhaften Ruf verzichte ich dankend. Peinlich, peinlich. Viel schlimmer noch ist, dass ich meinen tollen Rock nicht mehr anziehen kann. Der Wiedererkennungswert ist einfach zu groß 😉

Aber, und jetzt wird’s mal wieder ein bisschen melancholisch *hihi*, diese Aktion gestern hat mal wieder bewiesen, wie geil es ist, gute Leute um sich zu haben. Denn während sich sämtliche Gesichtskrapfen der Region Straubing-Bogen über die scheinbar besoffene Alte (was die Alte aber gar nicht war) amüsiert haben, haben andere sofort geholfen. Darum ein riesengroßes Danke an Steven und Papa Spass (für das kalte Wasser räch ich mich aber bei Gelegenheit, das wisst Ihr schon, gä? Ihr habt mir meine Frisur ruiniert!!!), an Keksi fürs nach Hause bringen und unbekannterweise an die beiden Jungs, die für das ohnmächtige Pralinchen den Weg zum Notausgang gesichert haben. Jetzt hat die Praline tatsächlich Promi-Status. Einen zweifelhaften zwar, aber immerhin.

In diesem Sinne,

Straubing ist eine Reise wert. Da gibt’s noch DJs, die auf Wunsch Golden Earring spielen und Menschen, die fünfzehn Jahre, nachdem das „Rolling Stone“ einem Einkaufszentrum weichen musste, zu Rage against the Machine ausflippen. Und das in Dirndl und Lederhosen. Der Wahnsinn sag ich Euch. Abgesehen davon hat es noch keine Stadt geschafft, mir derart die Sinne zu rauben ;-). Und sollte ich jemals wieder ohnmächtig werden, dann bitte wieder in den Armen von Steven und Papa Spass.;-) Aber nicht mehr in Straubing, ok? 😉

Kultige Grüße aus den 70ern,

eure gekillte Praline

Der nervige Zitronenbaum

Also, wenn ich ein Lied auf dieser Welt echt nicht packe, dann ist es dieses Pseudo-Gute-Laune-Lied „Lemon Tree“ von Fool’s Garden. Kein Wunder dass die Band so heißt, weil jemand anderer als ein Volltrottel würde so ein Lied nicht singen. Es ist mir unbegreiflich, wie dieser Song es überhaupt damals in die Charts geschafft, aber noch viel unbegreiflicher ist mir, wie es sein kann, dass er auch heute noch, Jahre später immer noch irgendwo gespielt wird.

Ich steige heute Morgen in mein Auto (und juhuuuu! Es springt an! 😉 ), und auf Antenne Bayern läuft, na was wohl, „Lemon Tree“. Angewidert schalte ich um auf Bayern 3, höre die letzten Takte eines Werbejingles und dann: „Lemon Tree“. Blöder Zufall, die haben sich wohl abgesprochen. Also wieder Knöpfchen gedrückt, rüber auf das gute alte solide Radio Trausnitz, aber auch da: „Lemon Tree“. Unfassbar! Ist das hier versteckte Kamera oder was? Genervt schieb ich die Kassette in den Rekorder und endlich kann ich entspannt losfahren. Alice Cooper, „Poison“. Gut, nicht ganz das, was ich mir gewünscht hätte, aber allemal besser als das blöde Lied vom Zitronenbaum. Und außerdem muss ich ja nur die drei Minuten in die Arbeit überbrücken, insofern, taugt Alice Cooper allemal.

Ich sollte mir doch endlich mal einen CD-Player fürs Auto anschaffen. Aber eigentlich sind es nur Ausnahmesituationen, in denen er mir fehlt. Ich komm ganz gut mit Radio klar, zumal ich nicht viel Zeit im Auto verbringe und das Radioprogramm an sich ja nicht sooo übel ist. Ich bin ja ein Fan von Antenne, Leiki und Lehmann, der Herr Nullinger und jede Menge Musik. Gut, den „Kleinen Nils“ wenn ich höre, dann kommen doch Entführungsgedanken hoch, der ist einfach so nervig, am liebsten würd ich den aus dem Äther zerren und irgendwo an der Autobahn aussetzen. Aber so generell find ich Antenne Bayern gut. Bei Bayern 3 wird mir einfach zuviel gelabert. Und was Radio Trausnitz angeht, naja, was soll man dazu sagen. Lokalradio eben. Manchmal hab ich den Eindruck, Trausnitz verfügt lediglich über eine einzige CD „Die nervigsten Oldies Volume 1-7“. Und die läuft tagein tagaus rauf und runter. Das Einzige was meine Theorie widerlegt ist, dass „Lemon Tree“ wohl auf keinem Oldiesampler drauf ist. Aber naja, vielleicht war das mal eine Gratisbeigabe im von Trausnitz abonnierten Magazin „Radio machen für Anfänger“. Trausnitz ist halt super, immer so kurz nach halb, da werden die Blitzermeldungen durchgegeben. Und das hat sich schon so manches Mal als äußerst praktisch erwiesen.

Wenn jetzt das Radio für die paar Minuten die ich täglich im Auto unterwegs bin, nichts zu bieten hat, dann halten mir die beiden Kassetten die Treue, die ich schon seit 1996 in meinem Auto habe. Die sind sogar vom Ford in den VW mit umgezogen. Auf der einen ist, looogisch! Brian Setzer mit den Stray Cats drauf, wenn auch inzwischen durch das jahrelange Abspielen ein wenig müde und abgekämpft. Auf der anderen diverse Rock-Klassiker, wie eben Alice Cooper, Whitesnake, Cinderella, Firehouse etc. Ich bin halt eben doch schon dreißig. Scheiße.

Immerhin, als ich aus meinem Auto heute Morgen wieder ausgestiegen bin, hatte Alice seine Pflicht erfüllt, mir war nach einer Zigarette und ich hab drüber nachgedacht mir Latex-Unterwäsche zu kaufen. Bei „Lemon Tree“ hätt’ ich lediglich einen Baseballschläger gesucht und mein Autoradio in Stücke geschlagen. Vielleicht war die Dreiwegebeschallung mit dem Nervsong aber auch irgendein göttlicher Plan. Nachdem ich die letzten Tage ja irgendwie nicht so recht in Schwung komme und irgendwie grad wieder eine klassische „Frauen-über-30-Standard-Krise“ schiebe, wollten der liebe Gott, das Universum oder Elvis mir einfach eine Botschaft übermitteln: „Wenn Dir das Leben eine Zitrone schenkt, dann mach Limonade draus“. Ha ha. Hätten sie mal lieber einen Song über Bier gespielt.

In diesem Sinne, sauer macht lustig, also reinbeißen und grinsen!

Eure Zitronenpraline

Haareschneiden bei Guns ’n‘ Roses!

Bei Friseuren verstehen wir Mädels ja mal so gar keinen Spaß. Da den richtigen zu finden, puh… das ist eine Odyssee. Die Suche nach einem vertrauenswürdigen Friseur ist nicht annähernd so einfach wie die nach einem kompetenten Frauenarzt oder gar einem Ehemann. Welche Frau hat nicht schon mal heulend einen Salon verlassen und sich gewünscht es möge sich ein Loch in der Erde auftun, indem man so lange verschwunden bleiben kann bis das Fiasko wieder zu beheben ist? Also ich war gerade mal vierzehn als ich meine erste Friseur-Horror-Erfahrung machen musste. Damals wollte ich ja uuuuuunbedingt eine Dauerwelle. Ihr müsst wissen, als Teenie hatte ich das, was man gemeinhin als „Spaghettilocken“ bezeichnet. Schnurgerade, dünne, langweilige lange Haare. Zum Glück, dem Alter sei Dank, haben sich die mittlerweile in eine halbwegs passable Naturwelle verwandelt, insofern, noch mal Schwein gehabt. Aber damals, lang lang ist’s her, konnte mich nichts und niemand davon abbringen meinen Spaghettischädel in einen ach so erwachsenen Lockenkopf zu verändern. Meine liebe Oma, die zeitweise, auch heute noch, geradezu in Friseursalons zuhause ist, war hellauf begeistert und hat mir gleich einen Termin bei der allerliebsten Carmen gemacht. (Diesen Namen werde ich nie im Leben vergessen!) Carmen war ein zuckersüßes Mädel und hat mir hingebungsvoll meine Haare auf die winzigsten Miniwickler gedreht die sie finden konnte und mich dann, „weil so eine Dauerwelle muss ja auch gut zur Geltung kommen“ noch dazu überredet, die Haare zu kürzen. Todesmutig und veränderungswillig wie pubertierende Gören sind, hab ich zugestimmt und somit nahm das Schicksal seinen Lauf. Schon beim Betrachten des Kunstwerks im Salonspiegel musste ich mir die Tränen verdrücken. Kaum zuhause hab ich mich dann erstmal in meinem Zimmer eingesperrt und geschätzte sieben Stunden nur geheult. Ich sah aus wie Slash von den Guns ‚n’ Roses, erinnert Ihr Euch? Und auch wenn ich damals ein großer Guns ‚n’ Roses- Fan war, alles „Baby, don’t you cry-y-y tonight“ hat alles nichts geholfen. Ich war kreuzunglücklich. Es erübrigt sich zu sagen, dass Carmen mich nie wieder gesehen hat. Von Friseuren hatte ich erst mal genug. Stattdessen hab ich angefangen, selbst zu experimentieren, und dabei vom damals trendigen Hennafärben über Stränchen bis hin zu revoluzzermäßigen blauen Punk-Haaren (die leider mit der Zeit ins schimmelgrün wechselten… tja) alles ausprobiert.
Irgendwann siegte dann doch die Vernunft und ich hab mich frisurentechnisch wieder in professionelle Hände begeben. An die Schulden, die meine ständigen Besuche bei the incredible Jörg verursacht haben, zahle ich heute noch hin. Aber Jörg hat mir das Vertrauen ins Friseurhandwerk wiedergegeben und somit steh ich da drüber. Inzwischen hab ich auch eine günstigere Alternative gefunden (nix für ungut Jörg) und bin damit auch sehr zufrieden. Meine jetzige Friseurin hat nämlich den Masterplan hinter meinen Frisurwünschen verstanden. Ich will nämlich immer so aussehen wie vorher. Nur besser. Und das macht sie seit Jahren so fantastisch, dass ich ihr sogar schon erlaubt habe, meine Haare abzuschneiden und mit Farben zu hantieren. Wunderbar, alles paletti.
Heute war ich auch wieder bei ihr. Und heute hat sie mir ein wenig Angst gemacht. Während ich ihr erklärte, sie solle bitte den Pony kürzen und die Spitzen schneiden, überkam sie die Muse und sie fing an mir zu erklären, sie würde nun meinen Kopf teilen, neue Linien schaffen, und es würde keine Verbindung mehr zwischen Oberkopf und Nacken geben. Hilfääääää! Wo bin ich? Hab ich irgendwas nicht mitbekommen? Äh… gute Frau, ich will nur Haare schneiden!!! Aber da legt sie auch schon los, schnipp schnapp, Locken ab und mein ehemaliger Oberkopf verteilt sich langsam aber sicher auf den edlen Bodenfliesen unter mir. Ich hab dann die Augen zugemacht und gebetet. Lieber Gott, ach sei so gut, erklär mir was die Frau da tut! Und bitte lass die Haare mein, nachher noch vorhanden sein! In der Zwischenzeit hat sich meine Henkerin schon den Fön geschnappt, mir geschätzte neununddreißig Rundbürsten ins Haar gedreht und losgefönt.
Ja, und letzten Endes ging dann doch alles gut. Mein Kopf wurde geteilt, es wurden neue Linien geschaffen, und eine Verbindung zwischen Oberkopf und Nacken gibt es tatsächlich nicht mehr. Ich hab in den Spiegel geschaut und sah aus wie vorher. Nur eben besser 😉

In diesem Sinne, haarige Grüße,
Eure Lockenpraline