Bam Oida! Fix Oida!

Jenseits der 30 muss man schon höllisch aufpassen, was Trends angeht. Viel zu schnell verpasst man eine scheinbar lebenswichtige Mode, oder steht, so wie ich, ahnungslos, fassungslos und auf jeden Fall verständnislos vor neu kreierten Szeneausdrücken und fragt sich was das soll.

„Bam Oida! Fix Oida!“ verfolgt mich seit Tagen und ich hatte ehrlich nicht den geringsten Plan, was ich damit anfangen soll. Jetzt hab ich’s heut mal gegoogelt, und siehe da, ich hatte ein Aha-Erlebnis. Jetzt ist mir nämlich auch klar, warum plötzlich halbstarke Kids in Neonfarben und mit Palitüchern um den Hals rumlaufen. Damals, als ich noch jung war ging das mal gar nicht. Da hattest Du entweder Neonfarben an und warst somit bekennender Raver (uzz uzz uzz!) oder aber Du trugst ein Palituch über Deinem Bundeswehrparka und warst ein Punk. Beides zusammen war undenkbar. Gut, zu meiner Zeit war auch der jetzt modemäßig wieder aufkeimende Trend der Vokuhila-Frisur undenkbar, aber die „Bam Oida-Fix Oida“- Generation stellt diese Unsitte nun wieder ganz selbstbewusst zur Schau.

„Krocha“ nennen sich die Jungs und Mädels und wen wundert’s, diese völlig unpolitische, um nicht zu sagen komplett sinnfreie Bewegung kommt aus, na? Genau: Österreich. Irgendein DJ namens „Stee Wee Bee“, mit bürgerlichem Namen heißt er Stefan Berndorfer 😉 hat sich den Blödsinn einfallen lassen und ja, trendy wie man ist, folgt man ihm. An sich ist dagegen ja gar nix zu sagen. Nur warum zur Hölle muss man als Krocha ausgerechnet die allerübelsten der üblen 80er-Jahre-Modesünden wieder aufleben lassen?

Mir lief beim Einkaufen jetzt öfter ein junger Mann von geschätzten 17 oder 18 Jahren übern Weg, den ich jedes Mal zutiefst bedauerte. Für seinen schlechten Geschmack. Oder dafür dass er offenbar farbenblind ist. Tja, jetzt weiß ich, der junge Mann ist voll auf der Höhe der Zeit und ich bin diejeinige, die zu bedauern ist, weil dieser hippe Trend totaaaaaal an mir vorbei gegangen ist. Gut, das ist wiederum das Gute dran, 30 oder älter zu sein. Man muss nicht mehr jeden Scheiß mitmachen.

Denn dieser junge Mann, mit seinen strassbesetzten Kniescheißerhosen, dem neonpinken Käppi, aus dem hinten ein Pferdeschwänzchen rausschaut, dem überlangen Sweatshirt mit den neongrünen Totenköpfen drauf, und natürlich dem absolut mit dem Restoutfit harmonierenden Pali-Tuch, der hat mir irgendwie Angst gemacht. Angst davor, dass ich künftig bei H&M und Co. auch nur noch neonfarbene Sachen kaufen kann (dabei war ich so froh dass Neon aus der Mode war… erinnert Ihr Euch, es gab vor ewigen Jahren mal diese neonfarbenen Skiklamotten von Elho…. schneeblind allein war uns zuwenig, wir wollten auch noch alle auf der Piste leuchten… gruselig!). Angst davor, dass alle Männer nun wieder stolz vorne kurz hinten lang tragen und sich womöglich sogar noch einen Schnauzbart wachsen lassen. Angst davor, dass ich nie ne Rente kriegen werd, weil neonfarbene Pseudogangster mit Pferdeschwanz und Ed-Hardy-Turnschuhen nie nie nie im Leben einen Job finden werden. Tja, und nicht zuletzt Angst davor, dass ich irgendwann mal einen Sohn hab der sich auch so kleidet. Normal schämen sich Kinder für ihre Eltern. In diesem Fall schäm ich mich für mein Kind.

Diverseste Kulturforscher meinen, der Krocha-Trend halte nicht lange an. Deren Wort in Gottes Ohr! Andererseits, wenn diese unsägliche Mode schon über die Grenzen Österreichs hinaus erfolgreich ist…. hui ui ui. Ich liebe ja Österreich. Und es gibt unzählige Ösi-Exporte, die ich hoch schätze, verehre und ja, auch liebe. Da wären zum Beispiel Mozartkugeln, Drageekeksi und Kaswurscht. Aber auch Wolfgang Ambros, STS, Ludwig Hirsch und Falco Gott hab ihn selig. Nur was das mit dieser seltsamen Krocha-Bewegung soll, ist mir alten Ü 30-Kuh ein Rätsel.

Vielleicht klärt mich mal jemand auf. By the way, liebe Rhealicious, Du kommst doch aus Wien, erzähl mal, was war da los, dass niemand diesen Blödsinn aufhalten konnte? Oder ist das Pralinchen einfach tatsächlich schon so alt und uncool dass es kein Verständnis mehr für die Jugend von heute aufbringt? (Hierbei sei verteidigenderweise angemerkt: ich habe a) diverse Jeans mit Löchern, das ist mein Tribut an die 80er. Ich besitze b) ein T-Shirt mit einem Totenkopf drauf (trendy?), ich hätte c) liebend gern auch ein T-Shirt von Ed Hardy, pass aber in die Mädchen-Shirts mit meiner Oberweite einfach nicht rein (hmpf 😦 ) und last but not least besitze ich d) eine CD von Moby, lebe also folglich nicht nur gitarrenlastig….)

In diesem Sinne, neonfarbene Grüße

Eure Szenepraline

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Radio Gaga

Nachdem ich mit meiner blöden Schlachtschüssel von einem Auto in letzter Zeit ja nur Probleme habe, und nachdem ich im Laufen ja auch nicht so gut bin (mein Fuß schmerzt immer noch *ähem*) wurde mir heute Morgen ein wunderbares Ersatzfahrzeug anvertraut. Pralinchen ist nun die nächsten Tage mit einem echten Audi unterwegs. Opulente VIER Ringe statt der sonst mickrigen zwei Buchstaben. Der Wahnsinn!

Jedenfalls war ich mit genau diesem Audi heute früh unterwegs, und bedingt dadurch dass ich trotz Dunkelheit und Nebel und Berufsverkehr ja austesten musste was das Baby hergibt 😉 konnte ich mich auf der Autobahn schlecht um die Sendersuche am Autoradio kümmern. Soweit reicht nicht mal meine Konzentrationsfähigkeit. Also hab ich den voreingestellten Ö3 gehört. Und da lief dann ein kurzes Interview mit zwei Zukunftsforschern, die zur momentanen Bankenkrise Stellung genommen haben. Glaubt man den beiden Herren, dann wirkt sich die aktuelle Katastrophe letzten Endes mehr als positiv aus. Denn die Menschen werden sich nun wieder mehr auf traditionelle Werte konzentrieren. Beziehungen werden wieder wichtiger, Nachhaltigkeit wird das Thema der nächsten Jahre sein. Der Mensch wird sich auf das Wesentliche konzentrieren. Ok, böse Zungen könnten jetzt behaupten, wenn Du pleite bist, bleibt Dir ja gar nichts anderes übrig als Dich wieder mit Deinem Alten auf dem Sofa anzufreunden, denn die Kohle für Prosecco mit den Mädels is ja futsch. Und nachhaltig werden wir dann auch, is ja kein Geld mehr da um alle zwei Jahre ein neues schickes 15-Liter-Auto zu ordern. Aber nein. Sollte die Zukunftsforschung tatsächlich Recht behalten, dann wäre das doch schön, oder? Die Menschen hätten sich wieder lieb, man würde wieder ein bisschen enger zusammenrücken, zusammenhalten, die ach so moderne Unverbindlichkeit in Beziehungsdingen würde der traditionellen Partnerschaft wieder Platz machen und wir würden uns wieder eher den heimischen Kartoffeln widmen anstatt auf argentinisches Rind zu pochen. Wär das nicht was? Längst überfällig, oder?

Andererseits würde ich dann auch die kostenintensiven zwei Buchstaben, respektive „meinen“ neuen Audi gegen ein Elektroauto tauschen müssen. Ich würde für eine schnöde Butterbreze beim nachhaltigen Biobäcker drei Euro zahlen. Und argentinisches Rindfleisch ist doch eigentlich ziemlich geil. Hm, ist wohl gewöhnungsbedürftig diese ganze Trendwende.

Gewöhnungsbedürftig war auch die zweite Nachricht auf dem Ösi-Sender, nämlich die Hysterie um den Tod Haiders. Fühlte mich an Lady Di erinnert und dass dieser Vergleich hinkt, muss ich ja nicht erklären. Ich hab ja mal versprochen hier nicht politischer zu werden als nötig und ich versprech Euch, auch bald wieder einen lustigen Artikel zum Thema Nr. 1 (DREI Buchstaben 😉 ) zu posten (hab da einen phänomenalen Tipp gelesen…. Ich sag nur Marshmellows…. Ihr dürft gespannt sein!) aber der Wahnsinn um den Tod dieses Irren, darüber kann ich mich einfach nur aufregen. Unfalltod hin oder her, aber diesen Mann als Helden zu verehren finde ich schon äußerst fragwürdig. Aber gut, gibt’s ja auch bei uns genügend A****löcher, die jetzt sagen würden, das Pralinchen ist heute Morgen über eine Autobahn geheizt, die es ohne einen ebenso kranken, irren „Helden“ auch nicht gegeben hätte. Tja, manches Hirn reicht halt nur bis kurz hinter die Standspur.

In diesem Sinne, nachhaltige Grüße

Eure Raserpraline

P.S.: Ich starte meine ganz persönliche Trendwende indem ich mal wieder ein paar „HDLs“ verteile, nämlich an meine Mama, meine „beiden“ Papas, meine nachhaltigen Brudis (der eine Veganer, der andere Spritsparexperte 😉 ) und an alle meine Freunde!

Sex on the Beach

Jetzt ist es ja dann bald soweit, Pralinchen und ihre Freunde machen Urlaub in Italien.

Und deshalb hab ich mich da mal schlau gemacht, wie das so ist, Ihr wisst schon, Sex am Strand und so. Ist ja nahezu überall verboten. In Deutschland regelt das § 183a Strafgesetzbuch: „Wer öffentlich sexuelle Handlungen vornimmt und dadurch absichtlich oder wissentlich ein Ärgernis erregt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.“ Gut, jetzt fahren wir ja aber eben nach Italien. Der sonnige Süden, la dolce vita, da sehen die das bestimmt nicht so eng. Denkste: in Italien wird ein öffentliches Stelldichein mit bis zu 2 Jahren Haft und einer Geldstrafe von 300 Euro geahndet. Hm, klingt nicht gut, oder? Andererseits, verglichen mit anderen Ländern ist Italien da noch ein Schnäppchen. In Spanien etwa droht zwar keine Haftstrafe, dafür liegt die Geldbuße bei sage und schreibe 75 000 Euro! Stell ich mir extrem unangenehm vor, wenn man da nach dem Urlaub zurück kommt und bei der Bank vorsprechen muss: „Äh ja, äh also, äh, ich bräucht da mal an Kredit bitteschön, weil ääh, ich hab da im Urlaub…naja, Sie wissen schon…“ Immerhin, an so einen One-Night-Stand erinnert man sich sicher noch lange.

Finnland ist relativ gut, da gibt’s eine Verwarnung und die Geldbuße beträgt 10% des Einkommens, was bei meinem Einkommen jetzt nicht ganz so tragisch wär. Allerdings nehmen die Finnen ja bei jedem Fliegenschiss 10% des Einkommens, also fürs zu schnell fahren, für Alkohol in der Öffentlichkeit, fürs Fluchen in der Sauna und fürs Herabwürdigen von Specksteinöfen, insofern wär ich da wohl auch gleich ein kleines Vermögen los. Finnland ist also auch eher schlecht.

Finanziell gesehen ist die Dominikanische Republik hier toll. Da liegt die Geldstrafe bei 50 Pesos, das sind ungefähr drei Euro. Die Haftstrafe beträgt dagegen 2 Jahre, allerdings kann man da sicher was drehen, wenn man dem Polizisten ein paar Pesos mehr zusteckt oder ihm verspricht ihn zu heiraten. Ich denke, Blondinen haben da ganz gute Chancen. Für mich als „morena“ wieder eher ungünstig, hm.

Lustig ist, dass sogar Österreich diese Frage gesetzlich regelt. Dort gibt’s 6 Monate Haft und eine Geldstrafe von bis zu 360 Tagessätzen. Wär interessant zu wissen, was der werte Herr Oberjustizrat nun so als Tagessatz festlegt. Andererseits, wer will schon Sex in Österreich haben? Ich mein hallo, wer „miteinander schlafen“ als „einzipfeln“ bezeichnet, dem sollte man doch Sex auf alle Ewigkeit versagen, oder nicht?

Ich überleg mir jetzt ob ich nicht mal Urlaub in Norwegen mache. Norwegen ist das einzige Land, das einen diesbezüglich nur verwarnt, aber weder hinter Gitter schickt noch Geldstrafen erhebt. Wobei, in Norwegen gibt’s ja nix außer Blockhäuser und Elche. Könnte also schwierig werden mit dem Sex am Strand. Also doch Italien. Dann halt enthaltsam. Oder ich frag Herrn Zahndi ob er nicht doch mitkommen will. Dann können wir uns die Strafe teilen. Er ein Jahr, ich ein Jahr und die 300 Euro kratzen wir schon irgendwie zusammen. Zur Not setz ich mich mitten in den Stau am Brenner und sing „Strada del Sole“. Die Leute geben da sicher gern was. Dafür dass ich endlich aufhör 😉

In diesem Sinne, Happy Holiday!

Eure Bußgeldpraline

Mein kaputtes Rollo und die zwei Sexgötter

Als ob’s nicht reicht, dass mir am Wochenende mein heißgeliebter Staubsauger verreckt ist! Nein, heute Morgen gibt auch noch das Rollo vom Schlafzimmer den Geist auf. Mit einem ohrenbetäubenden whommkazonk! kracht es plötzlich runter- Zugband gerissen. Na prima, die Woche fängt genau so an, wie die vorige geendet ist. Ich fühl mich langsam wie Bill Murray am Murmeltiertag, ehrlich wahr. Aber gut, wozu gibt’s nen Hausmeister? Der kennt sich ja mittlerweile super aus in meiner Wohnung, hat ja eben grad noch meinen durchgeschmorten Sicherungskasten repariert, insofern, ned ärgern, machen lassen.

Immerhin, als ich mich dann im Büro ins geliebte grüne Wohnzimmer eingeloggt habe, wurde mein Tag schon bedeutend besser. Um nicht zu sagen äußerst lustig. Ihr wisst ja wie ich es liebe Anmach-Nachrichten von wildfremden Männern zu kriegen. Da kann ich meine hobbypsychologischen Talente vollends ausleben und langsam entwickelt sich das Beantworten solcher Nachrichten zu einem echten Hobby.

Kandidat Nr. 1 war insofern erheiternd, dass ich seine Nachricht erstmal gar nicht verstanden habe: „Hi suße du msn?“ Ich hab spaßeshalber zurückgeschrieben: „Suße ich msn? Suße DU msn?“, worauf von ihm wieder kam: „du bist suße! mag heiße wörter von msn?“ Meine Antwort: „Hm, ein heißer Kaffee wär grad lieber!“ Und dann, passt auf, der Brüller: „nix du sehr schön? hast du türkisch wörterbusch?“ Lieber Schreiber, es ehrt mich wenn Du mich suße und sehr schön findest. Leider hab ich keinen türkischen Wörterbusch. Ich hab ein paar Geranien, einen kleinen Kräutergarten und ein paar fleißige Lieschen. Aber einen Wörterbusch, nein, leider nicht. Ich hab’s dann aufgegeben, dieses äußerst schwierige Gespräch weiterzuführen. Hat ja keinen Sinn. Ohne einen türkischen Wörterbusch wäre ich bei diesem Mann eh nicht weit gekommen. Und bevor jetzt wieder websepp und Co. mir unterstellen ich würde Nicht-Muttersprachler diskriminieren und wäre ausländerfeindlich, möööööööp! Ich diskrimier hier gar nix, sondern ärger mich nur mal wieder über die Dreistigkeit mancher Typen, die glauben mit ein bisschen „suße Du“ hier einen Stich landen zu können. Mit Ausländer oder nicht hat das gar nix zu tun, wie Kandidat Nr. 2 eindrucksvoll beweist. Dieses Gespräch war so nett, das muss ich Euch fast im ganzen wiedergeben:

Er: Hallo. Bin auf Heimaturlaub hier und suche ein bisschen Spaß. Interesse?

Ich: Mit „Spaß“ meinst Du jetzt konkret?

Er: Naja, ich bin nur diese Woche zuhause und suche Spaß in hihi sexueller Hinsicht!

Ich: hach Du, das is jetzt aber blöd. Ich hab ausgerechnet diese Woche leider gar keine Zeit!

Er: Na aber etwas Zeit hat man doch immer!

Ich: leider leider leider nein. Bin total ausgebucht die Woche.

Er: Aber in der Nacht?

Ich: Du, stell Dir vor, nachts schlaf ich für gewöhnlich.

Er: Das könnten wir doch auch zusammen machen!

Ich: Warum sollten wir?

Er: Hehe, ich bin immer für Kommunikation!

Ich: Ach so, Du kommunizierst also mit mir während wir schlafen?

Er: Naja, ein bisschen wach solltest Du schon sein!

Ich: Hm, warum, ich würd aber viel lieber schlafen!

Er: naja, ich meinte ja eher Kommunikation auf körperlicher Ebene!

Ich: Aha, das heißt jetzt was?

Er: flinke Zunge hehe

Ich: *gähn* sonst nix?

Er: geilen Sex

Ich: Hui, Du hast ja schon eine ziemlich hohe Meinung von Dir!

Er: na ein bisschen Selbstbewusstsein gehört dazu!

Ich: Ach, und hat dieser Selbstbewusstseinstrick schon jemals funktioniert?

Er: In Österreich immer!

Ich: Ach so, ja dann, nee is klar, Du dann wünsch ich Dir viel Glück dass das in Deutschland auch so ist!

Er: Danke, aber das heißt jetzt wohl du willst nicht?

Ich: Schnellmerker! Danke fürs Gespräch. Servas, ba ba.

IN ÖSTERREICH IMMER… ich fass es nicht. Eigentlich muss man diesen Chat nicht mehr weiter kommentieren, oder?

Manchmal glaube ich echt, diese Art von Anmache entspringt dem 12-Punkte-Plan der anonymen Alkoholiker. Punkt 7: log Dich in ein Internetforum ein und mach Dich komplett lächerlich. Ich denke ich brauche nicht erwähnen dass besagter Herr „in Österreich klappts immer“ auf seinem Profil nur Fotos von Haustieren und Autos hatte und keine persönlichen Angaben gemacht hat. Interessiert hätte mich noch, ob „Heimaturlaub“ nun bedeutet dass er im Ausland (höchstwahrscheinlich Österreich?) arbeitet oder ob er nur mal paar Tage aus der Klapse rausdurfte um seine Katzen zu füttern.

Mann, was bin ich froh, dass bei mir nur das Rollo kaputt ist und ich keinen solchen Dachschaden habe. Aber wie gesagt, ich finde langsam Gefallen an solchen Nachrichten. Wenn Ihr also ähnlich amüsante Mails kriegt, immer erstmal drauf einsteigen, und dann her damit. Vielleicht bring ich mal ein Buch raus: „Der türkische Wörterbusch oder: In Österreich klappts immer!“

In diesem Sinne, vor der Dummheit kapitulierende Grüße

Eure suße Buschpraline

Fußball ist unser Leben….

1:0 gegen die Ösis, was passiert wohl gerade bei Wolfi, meinem Lieblings-Wiener, der seine Ösikneipe heute zum Public Viewing zur Verfügung stellt. Weint er? Lacht er? Hat er schon alle rausgeschmissen?

Ballack, der Held, ja ja ja! Ich mag den ja. Solange ich ihn nur sehe und er nix sagt. Kennt Ihr das, man ist total fasziniert von einem schönen Menschen und dann macht er den Mund auf und plötzlich hat er nur noch die erotische Ausstrahlung von Hausstaub. Ballack is so einer, also für mich. Als Mädchen das ich nunmal bin darf ich ja auch ganz offiziell auf ihn stehen. Wär ich jetzt ein Typ müsste ich irgendwas labern von wegen, nee, der spielt gar nicht so gut, nee, warum der überhaupt Mannschaftskapitän is, nee, und sowieso…. Männer können das nicht ab wenn einer besser aussieht als sie selbst. Beobachtet das mal, wenn Ihr mit einem Mann unterwegs seid. Das Schneckerl im Sportwagen neben Euch ist plötzlich „ja ja schau hin, von Beruf Sohn!“, der schnuckelige Kellner der Euch bedient „hätt mal was gscheits lernen sollen“ , der Herr im Park mit der wunderschönen Deutschen Dogge „will damit auch nur seinen Minderwertigkeitskomplex kompensieren“ und so weiter und so weiter. Die können das nicht die Jungs. Redenw ir lieber gleich mal alles schlecht bevor die Süße vielleicht einen zweiten Blick riskiert. Aber nehmt es hin Männer, der Ballack ist ne Schnecke. Er darf halt nur nicht reden. Aber in unseren Mädchenträumen tut er das auch nicht. Da hat er immer die Stimme von Mickey Rourke 😉

Aber wir waren ja beim Fußball. Die Ösis *hihi* Ösis sind super. Selten so viel Herzlichkeit erlebt wie bei den Ösis. Ich hatte ja mal, lang lang ist’s her, verwandtschaftliche Beziehungen nach Niederösterreich, denn ich war ja mit einem Niederösi verheiratet ( er spielt übrigens heute wieder aktiv Fußball, was mich ja dann quasi rückwirkend zur Spielerfrau macht *juhuundangeb* und somit brauch ich meine Scheidung auch nicht mehr extra zu erklären *freu*! Spielerfrau! *lach*)

Nein, aber im Ernst. In Österreich ist alles so gemütlich. Warum sollten die also das Spiel heute gewinnen? Die sind diese ganze Hektik gar nicht gewohnt! „East a moi sitz ma uns hi, beiß ma a Weinderl, und schaaan amoi ob de Mutti no a boar Drageeksi in da Kuchl hod!“ Da is nix mit Action. Die gehn lieber zum Heurigen, treffen an Herrn Obersenatsrat, lesen a weng im „Kurier“ und roachen a Memphis dazua. Wunderbar, oder? Macht eh nix, die Ösis sollen lieber wieder Skifahren, des könnens gut.

Und unsere Jungs? Denen wird wieder gehuldigt. Logisch, ham ja gewonnen. War zwar eh klar, aber das hindert uns ja nicht daran mit ein bißchen olé olé auf den Lippen ein paar Kurze zu kippen und sie zu feiern. Ist ja auch wichtig, sind ja Männer! Ohne den ganzen Zirkus drum rum ginge das ja mal gaaaar nicht! Das ist ja bei den Kindern schon so. Die Mädchen gehen halt irgendwann allein aufs Klo und damit hats sichs. Bei den Buben ist das anders, das wird trainiert und geübt und der stolze Papa würde am liebsten seine ganzen Kumpels einladen damit sie bei Bier und Steaks den Junior auf seinem Töpfchen anfeuern können „olé olé super Junior, Du schaffst das! Wir glauben an Dich!“ Und kaum hat Junior sein Häufi gemacht liegen sich erwachsene Männer in den Armen und jubeln weil Junior heute endlich „A-A“ gemacht hat, ganz alleine! Kein Wunder, dass Männer das dann nie ablegen! Und wir armen Mädels müssen es ausbaden! Meint Ihr Prinz Poldis Frau steht nicht auch ab und zu am Treppengeländer und jubelt „Poldi! Poldi! Suuuuuuuper hast Du den Müll rausgebracht!“ Poldi, das ist ja auch so einer. Ein Held der Nation, aber dumm wie ein Pfund Butter. Kommt das von den vielen Kopfbällen? Oder ist das so ein Zulassungskriterium für Profifußballer? Wenn Du Dich bei Mc Donalds an der Burgerstation bewirbst, darfst Du keine Allergien haben. vielleicht darf ich als Profifußballer halt auch nix haben. Also, Hirn zum Beispiel. Könnte die Karriere gefärden. Oder Schamgefühl, das ist bestimmt auch ein k.o.-Kriterium beim Profifußballer-Bewerbungsgespräch. Oder wie sonst ist es zu erklären, dass der Kahn und der Effe mehr Frauen am Start haben als Hugh Heffner Bunnies oder dass unser lieber Schweini eine eklige Minisalami bewirbt, wo man nicht weiß ob er die jetzt isst weil sie so gesund ist oder ob er sie sich auf die Haut legt weils gut gegen Akne ist. Der Poldi hat immerhin die Prinzenrolle gekriegt. Wow, wasn Gag. Prinz Poldi und die Prinzenrolle. Da waren ja ganz findige Werber am Werk!

Hach, ich bin schon wieder böse, gä? Ich gebs zu, ich hab das tolle Spiel eben auch nur nebenbei verfolgt. Ich hab nämlich meistens was Schöneres zu tun als Fußball zu gucken. Und, ja, ich gestehe, ich bin da auch die totale Klischeebraut, á la „Schatzi, warum isn des jetzt Abseits? Schatzi wie heißt jetzt die Linie da in der Mitte wo der da in dem Roten jetzt steht? Der mit dem gestreiften Hemd, was macht der da und warum pfeift der immer?“ Na gut, ganz so übel ists auch wieder nicht, aber fragts mal meinen Ex-Fußballer, wie lustig die Sportschau mit der Steffi war…. hihi. Das waren immer die Momente wo Ex-Schatzi mir freiwillig ein heißes Bad eingelassen hat, mir ein schönes Buch rausgelegt hat und den lieben Gott angefleht hat ich möge für mindestens zwei Stunden da nicht mehr rauskommen. Aber gut, wenn ich totale Ballsportignoranz simulieren muss um an ein bisschen ehemännische Aufmerksamkeit zu bekommen, dann ist mir das auch nicht zu blöd 😉 Hach, wie liebe ich doch heiße Wannenbäder! 🙂

Ich hab auch keine EM-Fähnchen auf meinem Auto. Ich hatte auch keine WM-Fähnchen auf dem Auto. Die WM war für mich insofern cool, dass der Websepp dauernd Gartenparties geschmissen hat wo es jede Menge kaltes Bier gab und ich nur dreihundert Meter heimlaufen musste. Das war mein Sommermärchen!

In diesem Sinne, hätten wir das Fußballthema für heute auch durch. Wir sprechen uns nochmal wenns vorbei ist. Und wenn unsere Helden Europameister werden, dann schreib ich auch einen gebührenden Eintrag und häng ein virtuelles Fähnchen dran. Ganz fest versprochen.

Ich hoffe meine Leute haben den Abend bei Wolfi gut überstanden. Der Arme.

Allerbeste Grüße aus der Südkurve

die Fußballpraline