Gute Vorsätze

Mein chinesisches Horoskop hat mir eben eröffnet, dass ich ein Pferd bin. Na super, wenn das mal nicht schon frustrierend genug ist.

Nein, zum Jahresende kommt ja auch immer unweigerlich die Frage auf „Was mach ich im neuen Jahr besser?“ Oder wenn nicht besser, dann wenigstens anders? Also hab ich heute morgen die erste Tasse Kaffee feierlich dazu genutzt, über meine guten Vorsätze nachzudenken, oder, wie Loddar es formuliert hat: „I have many good before-sentences!“

1. Ich höre auf zu rauchen. *lol* Ok, das glaub ich mir ja selber nicht, also warum solltet Ihr mir das hier abkaufen? 2. Ich treibe mehr Sport. Ja, nachdem meine bisherigen sportlichen Aktivitäten ja gegen Null tendieren, ist das nicht ganz so schwer umzusetzen. Der nächste Frühling kommt bestimmt und dann darf mein teuer erstandener Steppenwolf wieder raus ausm Wohnzimmer und mit mir in den Biergarten radeln. A propos Biergarten:  3. Ich werde weniger trinken. Beißt sich extrem mit Vorsatz Nr. 4. Ich werde wieder öfter mit meinen Freunden um die Häuser ziehen, und ist somit hinfällig. Vorsatz Nummer 5. Ich werde mich gesünder ernähren. Setzt voraus, dass Mc Donald’s endlich aufhört alle 20 Minuten diese dämlichen „Hüttengaudi“-Gstanzl im Radio zu senden, denn sorry Leute, ich bin halt einfach total manipulierbar, was Burger mit Käse und Speck angeht. Vorsatz Nummer 6. Ich werde meine verschollenen Fremdsprachenkenntnisse wieder aufpeppen. Hab mir diesbezüglich schon „Harry Potter“ auf Französisch geholt und auf dem Flohmarkt eine spanischen Film erstanden, der sich nur leider als Softporno entpuppt hat und somit zum Lernen denkbar ungeeignet ist. Also zumindest zum Spanisch lernen 😛

Vorsatz Nummer 7 ist: Ich werde netter zu Männern sein. *muhaha* War ein Scherz. Dann könnte ich diesen Blog ja gleich schließen, oder?

Das chinesische Horoskop sagt, ich sollte jetzt, im Jahr des Hasen, ein bißchen ruhiger machen, die, ich zitiere „ruhigere Gangart genießen“ (um wieder aufs Pferd zurückzukommen). Was eine prima Rechtfertigung dafür ist, alles beim Alten zu lassen und das Leben so zu nehmen wie es kommt. Hat bisher ja auch geklappt und das vergangene Jahr war gar nicht so übel. Gut, Scheiße passiert. Aber das gehört dazu. Wichtig ist nur, dass man, wenn man bis zum Hals in Scheiße steckt den Kopf nicht hängen lässt!

In diesem Sinne, werft alle Eure albernen Vorsätze über Bord, sie kosten Euch nur unnötig Energie und Ihr haltet sie ja eh nicht ein 😉 (Also, wenn Ihr so seid wie ich….)

Ich wünsche Euch allen einen guten Rutsch, feiert heute Abend schön, haut ordentlich auf die Kacke, schlaft Euch morgen richtig aus und startet dann in ein gutes, gesundes, erfolgreiches und vor allem lustiges neues Jahr!

Dicken Neujahrsknutscher für Euch alle :-*

Eure Silvesterpraline

PS: EINEN guten Vorsatz hab ich aber tatsächlich. Ich werde ENDLICH Sandro’s Geschichten lesen. Ganz fest versprochen Dicker. Großes Indianerehrenwort. 😉

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Provinzdisco

Boah Leute, am Samstag war ich zickig. Richtig zickig. Jaaa, auch das gibts. Man sagt mir ja immer die Ruhe selbst nach, aber Samstag Nacht hab selbst ich in bester Dreijährigen-Manier mit dem Fuß aufgestampft und geschrien: „I mog aba neeeeed!“

Geholfen hat’s nix, ich musste mich letzten Endes dann Papa Spaß, Dr. Specht und der Megaperle geschlagen geben und bin mit selbigen in der legendären Landshuter Diskothek „Diederennamehiernichtgenanntwerdendarf“ aufgelaufen.

Als Landshuter kennt man die Lokalität ja, allen anderen möchte ich hier nun einen kleinen Einblick in den wahnsinnigsten aller wahnsinnigen Provinz-Amüsierschuppen geben:

„Diederennamehiernichtgenanntwerdendarf“ existiert schon eine Ewigkeit, man munkelt, dass schon Herzog Georg seine Jadwiga dort abgeschleppt hat, bevor er dann 1475 ganz standesgemäß die Landshuter Hochzeit ausrichtete….. Heute sehen Diskotheken in der Regel anders aus, und das aus gutem Grund. Man fühlt sich in der Zeit zurückversetzt, und da hilft es auch nicht, dass man erstmal ganz wichtigtuerisch an der Tür klingeln muss, bevor irgendsoein Hiwi von Türsteher einem Einlass gewährt. Immerhin, „Du kummst hier ned rein!“ gibts da nicht.

Kaum eingetreten, erschlägt Dich rechter Hand eine prähistorische Tanzfläche, auf der volltrunkene Mittfünfzigerinnen ihre cellulitebehafteten Hüften schwingen und dabei höllisch aufpassen müssen, dass nicht versehentlich die ein oder andere Krampfader platzt. An der Bar hingegen Männerüberschuss, allerdings ein äußerst zweifelhafter. Auf der einen Seite goldkettchenbehängte, billige Polyesteranzüge tragende Typen, die Haare mit Pomade zurückgekämmt (meiner Meinung nach übrigens ein untrügliches Zeichen für Koksnasen. Das ist die Kokser-Code-Frisur, wetten?) und stets ein Auge auf die Tanzmäuse, wer weiß, wer weiß, vielleicht ist da ja das ein oder andere Pferdchen dabei, das man für ein paar Euros noch einige Jahre laufen lassen könnte. Die andere Seite der Bar wird belagert von diversen älteren Herren, allesamt minderbemittelt, ungewaschen und schlecht gekleidet, dafür halt scheiße fucking reich, jeder ein geschätzt 15jähriges Thai-Mädchen auf dem Schoß. Widerlich, wie diese alten Säcke vor ihren Kataloggespielinnen einen auf dicke Hose machen, da fällt mir echt nix mehr ein.

Wo Du hinschaust, das blanke Elend in Reinkultur, und Du dankst Gott, dass Du doch noch nicht gaaaaaanz so alt bist, normale Menschen um Dich rum hast und diesen Laden nur betrittst, um ein bißchen Freak Show zu gucken. Aber ganz ehrlich, da guck ich künftig dann doch lieber RTL2 und verdränge, dass es solche Gestalten im wahren Leben tatsächlich gibt.

Und sollte ich in 20 Jahren wider Erwarten tatsächlich einmal so einsam und verzweifelt sein, dass selbst „Bauer sucht Frau“ mich ablehnt, dann weiß ich ja wo ich hingehen kann. Dann pack ich meine Orangenhaut, die Hängetitten und sämtliche Krampfadern auch in ein neonfarbenes Minikleid, kauf mir hässliche Schuhe dazu und schwebe mit den anderen Gremlins zu den Klängen von Andrea Berg über die Tanzfläche.

In diesem Sinne,

fröhliches Altern!

Eure Diskopraline

Ach ja, Andrea Berg will ich Euch natürlich nicht vorenthalten. Also, schnell sieben Schnaps gezogen, Ohren zu und PLAY!

 

Geh‘ ma raus, eine rauchen?

Sagt’s mal, was ist denn los in Bayern?

Erst erzählt uns der Günther, die alte Saufnase, dass wir uns mit zwei Maß Bier noch locker ans Steuer setzen können und jetzt kommt der coole Horst und verspricht uns das Nichtraucherschutzgesetz zu lockern. Das sieht ja fast so aus als hätte den Jungs das letzte Wahlergebnis nicht gefallen *muhaha*

Also abgesehen davon, dass weder der Günter noch sonst irgendwer mich nach zwei Maß Bier autofahren sehen will (ich bin ein Määäädchen! Nach zwei Maß bin ich froh wenn ich es noch schaffe einem Taxifahrer meine Anschrift fehlerfrei anzusagen…), das mit dem Nichtraucherschutzgesetz, das war doch gar nicht so übel. Und das sag jetzt ich, die ich durchaus meine Schachtel am Tag durchzieh *hustundröchel* Ich finde aber das kollektive Draussen-Rauchen super. Hat sowas kommunikatives. Man kommt wunderbar mit Leuten ins Gespräch, die alte Leier „Hasse ma Feuer?“ lebt wieder auf und wenns draussen kalt ist, wirds richtig kuschlig, weil alle enger zusammenrücken. Ist doch gleich alles viel menschlicher.

Im Lokal selber nebelts und stinkts nicht mehr, was den Vorteil hat, dass man nicht nur viel gesünder lebt, nein, man kriegt auch wunderbar sämtliche Düfte mit. Etwa das satte Aroma der Herrentoilette, den mediterranen Knoblauchatem des Herrn gegenüber oder die Uralt-Turnschuhe des Typen, den Du beim Reinkommen eigentlich noch ganz sexy fandest. Und wenn man sehr geübt ist, kann man anhand der Körperausdünstungen seiner Mitmenschen schon erraten was sie am Vortag gegessen oder getrunken haben. Suuuuuper-Sache! Ich mag gar nicht mehr zurück denken, an die Zeit der zügellosen Qualmerei…. 😉

Super-Horsti rollt die Debatte jetzt wieder auf. Na prima. Deutschland hat offenbar keine anderen Probleme, so dass wir uns am Glimmstengel aufgeilen müssen. Aber so ist das halt. Wir verbieten den Leuten das Rauchen weils so gefährlich ist, gleichzeitig subventionieren wir aber den Tabakanbau in Ländern, wo es wesentlich sinnvoller wäre den Menschen beizubringen Getreide anzubauen um sich ernähren zu können. Aber was solls, wir schicken auch Unsummen Kohle an Pleitebanken, hups, Scheiße, wasn da passiert? – und Merkelchen verspricht uns dann dass unsere Spareinlagen sicher sind. Jaja, so sicher wie die Rente 😉 Gut dass meine ganze Kohle fürs Rauchen drauf geht, somit hab ich kein Vermögen das mir abhanden kommen könnte und bestenfalls rafft mich der Lungenkrebs noch vor Renteneintritt dahin.

Naja, das war natürlich Blödsinn. Liebe Kinder: Rauchen ist Scheiße, fangt erst gar nicht damit an! Überlegt Euch lieber was Ihr für 365 mal 4 Euro alles kaufen könnt. 15 Paar Buffalo-Stiefel. Oder 486 Packungen Mozartkugeln.Wahnsinn, oder? 😉

In diesem Sinne, alle mal tief Luft holen!

Verrauchte Grüße, Eure Qualmpraline

Wild gewordene Treppen

Es ist ja irgendwie ein ungeschriebenes Gesetz, dass die lustigsten Feste die sind, zu denen man eigentlich gar nicht gehen möchte. Aber wenn eine von den Meeeeedels!!! Geburtstag feiert, dann kämpft selbst die schlafloseste Praline gegen ihren Unmut an und macht sich auf den Weg. „Ich park mal vorm Lokal, werd nicht so lang bleiben heute, und trinken werd ich sowieso nix.“ So kam ich an. Das Ende vom Lied war, dass Freund und Privatbodyguard Steven mich nebst Geburtstagskind und meinem mal eben auf die Schnelle erfundenem Ex-Gatten um sieben Uhr morgens nach Hause gefahren hat.

Getrunken hab ich tatsächlich nicht viel. Glaubt mir zwar keiner, weil ich doofe Nuss mir an dem Abend mit meinen Super-High Heels so dermaßen den Fuß verknackst hab, als mir eine psychopathische Treppenstufe einfach zwischen die Füße gelaufen ist, aber Mädels, ich sag Euch was, das war nicht der Alkohol. Das war Taktik. Ein ganz geschicktes Manöver, schließlich musste ich dann nicht den weiten Weg ins nächste Lokal laufen, nein, ich wurde getragen *ätschbätsch*

Naja, ganz so geschickt war mein Manöver auch nicht, denn mein geschwollener und in allen Blau- und Lilatönen schillernder Fuß hat mich dann etliche Tage lahm gelegt und ich hab tatsächlich meine armen Eltern durch die Prärie geschickt, damit die mein praktischweise so zentral geparktes Auto abholen. Weil Auto fahren geht ja einfüßig auch eher schlecht. An dieser Stelle übrigens noch mal danke *schäm*

Aber egal, a bisserl Schwund is immer und der Abend respektive die Nacht war die Humpelei in jedem Fall wert. Das Geburtstag feiernde Megaperlchen, die anderen Partyschlümpfe und ich sind sogar noch in dieser Frühstücksabsteige für Sperrstundenverweigerer gelandet, die hier in LA zwar einen äußerst zweifelhaften Ruf genießt, allerdings immer sehr gut besucht ist. Ich war da zuletzt vor zehn Jahren oder so. Und es ist immer noch übel. Aber hat halt auf bis ultimo. Und man kriegt noch Bier. Und wenn man will sogar Würschtel dazu. Also eigentlich eine Super-Sache, oder? 😉

Kurz vorher hat Megaperlchen doch tatsächlich noch „Mr. Schlüsselreize“ getroffen. Tja, es stimmt wohl, man sieht sich immer zweimal im Leben und die Welt ist tatsächlich ein Dorf. Er ist aber in der Zwischenzeit nicht sonderlich klüger geworden, und ehrlich gesagt waren alle Beteiligten froh als er sich an irgendeiner Baustelle verabschiedet hat. Vielleicht hat ihm der Bauwagen so gut gefallen, dass er drin nächtigen wollte, scheinbar steht Mr. Schlüsselreize ja auf Outdoor. Man weiß es nicht. Wir wünschen ihm in jedem Fall für seinen weiteren Lebensweg alles Gute 😉

Naja, und irgendwie wars dann plötzlich hell und wir mussten nach Hause. War aber kein Thema, schließlich stand ja schon für Donnerstag eine echte Schlagerparty an. Ich war seit Eeeeewigkeiten auf keiner Schlagerparty mehr. Aus gutem Grunde *lach* Aber es ist wie immer, wenn die richtigen Leute zusammen sind, dann ist es egal wo man ist und dann singt man auch aus voller Kehle „Ti amo“ und „Mendocino“ während man sich klebrig-süß-bittere Mischgetränke einverleibt. Auch diese Nacht wird lange in Erinnerung bleiben, auch wenn da niemand mehr Geburtstag hatte.

Abschließend schick ich jetzt noch einen Gruß ans Megaperlchen mit einem nochmaligen „Happy Birthday“, einen an den Schatz unserer Tanzgöttin dafür, dass er mir mit seinen Voraussagungen offenbar immer Recht behält, einen an Steven, der mich trotz Bushaltestelle vor meinem Haus immer mit dem Auto bringt, einen an ninscha, die mir versprochen hat mal wieder hier zu kommentieren und es aber nicht tut (*grrrr*) und einen an Papa Spaß: „Spann noch mal an büttäääää!“ 😉

In diesem Sinne, feiert schön, aber hütet Euch vor freilaufenden Treppenstufen!

Eure Knackspraline

Die Kiesmafia oder: Der Pate wird 50.

Gut, dass ich Euch meine Geschichten in schriftlicher Form präsentiere. Erzählen könnte ich heute nämlich nichts. Ich bin total heiser. Mein party-geschädigtes Stimmchen bewegt sich zwischen dem besoffenen Krächzen einer Bonnie Tyler und dem leicht erotisch angehauchten Flüstern einer Herzblatt-Susi. Aber immerhin, das ist im Großen und Ganzen der einzige Schaden, den ich am Samstag genommen habe. Ich bin auch nicht in Ohnmacht gefallen, obwohl ich es diesmal mit drei Pils, ebenso vielen Ramazottis und anschließend geschätzten 17 Caipirinhas in Verbindung mit nur etwa drei gehäuften Teelöffeln Nudelauflauf und den diversen Pillen die ich mir grade einpfeifen muss, regelrecht provoziert hatte. Aber ich war ja auch viel zu nervös um ohnmächtig zu werden.

Dabei war mein ganzes Lampenfieber völlig unbegründet. Wenn der Pate zum Feiern lädt, kann man davon ausgehen dass sich nur extrem coole und entspannte Leute einfinden und genau so war’s dann auch. In den zehn Sekunden in denen mir mein Mikro angeheftet wurde und ich vor 100 Gästen die Bühne betreten habe dachte ich ich muss sterben, doch kaum draußen hatte ich den ersten Lacher und plötzlich war ich die Ruhe in Person. Vielleicht hat genau in dem Moment der Ramazotti zu wirken begonnen. Oder aber mein nervöses Selbst hat in dem Moment begriffen, dass die Schadenfreude-Nummer beim Publikum immer zieht. Er hat sich schon was gefallen lassen, der Chief. War schon ordentlich böse unser Programm. Auch mein spontanes Zweit-Opfer, seines Zeichens Rechtsanwalt, wurde ordentlich durch den Kakao gezogen. (An dieser Stelle noch mal ein ganz liebes Danke, dass Du den Spaß mitgemacht hast!) Aber wann hat man schon mal Gelegenheit öffentlich aber völlig ungestraft Gemeinheiten über Familienangehörige und Vorgesetzte zu verbreiten, wenn nicht bei einer lockeren Geburtstagsgesellschaft. Das muss man ausnutzen, vor allem wenn man eine Frau ist, die sowieso so gern lästert…ähem….

Das Publikum war begeistert und auch wenn es heißt, „Eigenlob stinkt“, ich hab mich riesig über die vielen Komplimente (und spendierten Schnäpse) von vielen neuen Fans gefreut. Komischerweise hat mir nur keiner geglaubt dass ich sonst eigentlich „totaaaaal schüchtern“ bin. Hm, seltsam.

Nachdem der Auftritt vorbei war, konnte ich dann auch ganz entspannt zum gemütlichen Teil übergehen, es mir an der Bar bequem machen, alte Kontakte pflegen und neue Bekanntschaften schließen und ohne Ende Caipirinhas trinken. Nachdem ja die ganze regionale Kiesmafia anwesend war, habe ich etliche tolle Gespräche geführt, zum Beispiel hab ich mir Tipps geben lassen wie man am effektivsten einen Ex-Freund in einem Erdloch verschwinden lässt oder aber ihn unauffällig in Betonfertigteile einmauert. Dazu müsste man dann aber eine Arbeitsgemeinschaft mit einem Betonwerk gründen. Kein Problem, jetzt kenn ich sie ja alle 😉

Nachdem das Geburtstagskind ja auch ein passionierter Jäger ist, habe ich auch Bekanntschaft mit einigen derselben machen dürfen und mich darauf eingelassen irgendwann die nächsten Wochen mit auf den Schießstand zu fahren und mich mal am Abschuss von Tontauben zu versuchen. Das Killerpralinchen hantiert mit Schusswaffen …. Hach, ich weiß nicht, ich weiß nicht. Immerhin, der Schießstand ist in Oberbayern, insofern erschieß ich wenigstens nicht die eigenen Landsleute sondern nur niederes Nachbarvolk *grins* Aber vielleicht hab ich ja Spaß dran und dann lern ich das richtig und dann kann ich meinen Exfreunden einfach nur ihre (großen und kleinen???) Penisse wegschießen und muss sie nicht mehr verscharren oder einmauern *hehe* 😉 Ach ja, wie praktisch wenn man die richtigen Kontakte hat 😉

Während ich mich also fleißig bekannt gemacht und folglich ziemlich betrunken habe, wurde das Geburtstagskind noch vom Männerballett „Schwanensee“, den Landshuter Garde-Mädels und natürlich der sagenhaften hüftenschwingenden Anjali erfreut, und das ganze Fest war ein Riesen-Erfolg, dem die Wirtin und das Service-Personal dann leider leider um sechs Uhr morgens ein Ende gemacht haben, weil sie einfach die Bar geschlossen haben. Frechheit, oder? Dabei war ich gerade dabei einem befreundeten Unternehmer zu erklären dass ich seinen Sohn nicht heiraten will, und das obwohl mir meine Oma (ja die Oma mit den 500 PS….) dauernd sagte: „Kind, sei ned so dumm, der erbt a mal die ganze Firma!“. Tja, so ist das in Niederbayern. Da werden Kinder und Enkelkinder noch ganz traditionell im Wirtshaus verschachert…

Mein persönliches Fazit für diesen Abend: Lampenfieber ist für’n Arsch. Wenn Dein bester Freund sagt, er trinkt heut nichts weil er noch fahren will, glaube ihm nicht. Ein Lächeln ermöglicht Dir ein Gespräch, ein Lächeln und ein kurzer Rock ermöglichen Dir Gespräche, Caipirinhas und Gratiskippen. Nicht alle Jäger sind alt und tragen grün. Mit Megaperlchen kann man nirgends hingehen ohne dass sie nicht irgendwen kennt. Anjali ist und bleibt sexy. Der Hubert heißt eigentlich Rainer. Und morgens um halb sieben mit dem Taxi in den Sonnenaufgang fahren hat etwas äußerst Romantisches.

Als ich gestern dann gegen Mittag aufgewacht bin, war ich sehr traurig. Ich hatte so Lust auf Mc Donalds. Aber keine Stimme. Und jetzt verrat mir wie ich bei Mc Drive eine Bestellung durchgeben soll wenn ich nicht sprechen kann. Aber wofür hat man Freunde? 😉

In diesem Sinne, feiert mal wieder!

Eure Partypraline

PS: Wenn es soweit ist mit dem Schießen, dann geb ich Euch vorher hier Bescheid, versprochen. Sicherheitshalber. Killerpraline goes wild 😉

Lampenfieber

So. Morgen ist es also soweit. Pralinchen wird ihren ersten offiziellen Auftritt vor Publikum haben.

Nun ist ja gemeinhin bekannt, dass sie im Schreiben immer besser ist als im Reden. Zumindest als im Reden vor Publikum. Aber was passiert, wenn man dem Pralinchen so lange Honig ums Maul schmiert, wie witzig sie doch ist und was für tolle Ideen sie doch immer hat und wie „nett“ es doch wäre das ganze mal live rüberzubringen? Das Pralinchen fängt an den ganzen Blödsinn zu glauben und stürzt sich in die Arbeit.

Und jetzt hat sie den sprichwörtlichen „Dreck im Schachterl“ und muss morgen ran. Der Pate wird 50. Der Great Chief der hiesigen Kiesmafia hat über 100 Gäste geladen und Pralinchen wird eine halbe Stunde Programm machen. Au weia.

Immerhin, ich hab geübt. Fleißig geübt. An dieser Stelle meinen Dank an die äußerst geduldigen Versuchskaninchen Mama, Tanja, Michi und meinen Stuhl im Wohnzimmer (bei letzterem entschuldige ich mich hiermit auch in aller Form für die vielen Tritte. Sorry Alter. Wird nicht mehr vorkommen!).

Mein Outfit für morgen steht auch. Ich hab mich für einen kurzen grauen Rock, ein schwarzes Strickoberteil und Stiefel entschieden. Zum einen harmoniert grau gut mit rot, der Farbe die mein Gesicht morgen Abend unweigerlich annehmen wird. Zum andern hoffe ich, dass ich, sollte ich den Auftritt komplett versemmeln, wenigstens mit meinen tollen Beinen punkten kann.

Im Grunde bin ich bestens vorbereitet. Das Programm steht, Musik und Beleuchtung wurden professionell arrangiert, mein Outfit ist perfekt und ich hab mir zu den lustigen Gags noch lustigere Alternativgags überlegt die ich im Zweifel durch noch viel mehr lustigere Alternativgags austauschen kann. Ich hab alle Eventualitäten bedacht, sämtlichen Programmpunkten eine Zweitversion hinzugefügt für den Fall dass etwas nicht funktioniert oder das Publikum wegdriftet oder der Strom ausfällt oder das Bier ausgeht oder was auch immer.

Das Einzige, was mir morgen nicht passieren darf ist, wieder ohnmächtig zu werden. Zum einen sind Papa Spaß und Steven morgen nicht anwesend, die Rettungshelfer meines Vertrauens. Zum andern ist mein Rock morgen noch kürzer als damals in Straubing. Sollte ich also umkippen, wird jeder der 100 Gäste morgen wissen welche Unterwäsche das Pralinchen trägt. Und das woll ma mal nicht.

Aber das wird auch alles nicht passieren. Ich werde da morgen hinfahren, mir gepflegt eins zwei drei Cuba Libre reinstellen und dann loslegen. Man soll sich ja bei Lampenfieber das Publikum nackt vorstellen, soll angeblich helfen. Hm, wenn ich mir die Gästeliste so anschaue, dann hilft das bei mir nicht. Sind ja nicht nur alte Säcke da. Auch ein paar junge Schneckels. Und wenn ich mir die nackt vorstelle dann werd ich nur noch nervöser als ich eh schon bin. Also doch die Cuba-Libre-Methode.

Im Grunde ist es eh egal. Denn egal wie gut oder schlecht das morgen läuft, es gibt genug zu trinken und ganz abgesehen davon wird die fabelhafte Anjali um Mitternacht das Café Oriental eröffnen und spätestens dann haben die Gäste sowieso alles vergessen was vorher war.

In diesem Sinne, Licht aus, Spot an!

Eure Bühnenpraline

Die wilden 70er oder: Do legst Di nieder!

Eigentlich sollte das hier eine Geschichte über einen lustigen Ausflug ins niederbayrische Szene-Outback werden. Jetzt wird es eine übers niederbayrische Szene-Outback, über ein Pralinchen im Herrenklo und ihre heldenhaften Retter.

Wenn sich eine Diskothek über 30 Jahre hält, dann kann man ihr zu Recht Kult-Status zusprechen. Und ich muss zugeben, als ich mit meinen Mädels da gestern Abend gegen elf aufgelaufen bin, war ich auch sehr angetan. Kurios schon der Einlass. Da sitzen vier Abgesandte des Nichtraucherschutzes wie Beamte vor der Tür, ausgestattet mit Leitz-Ordnern, jeder Menge Formularen, Kulis und extrem wichtig anmutenden gelben Kärtchen und stellen Mitgliedsausweise aus. Aha, da drin wird also noch ganz old-school gequalmt, und entweder Du trittst dem Raucherclub bei oder aber „Du kummst hier net rein!“

Drinnen dann der 70er-Jahre-Overkill. Ein alter, baufälliger Laden, für den Dir heute wohl niemand mehr eine Genehmigung zum Diskothekenbetrieb erteilen würde, fröhlich aufgepeppt durch schlecht bemalte Wände auf denen sich 70er-Jahre Musik-Ikonen tummeln. Aber man hat irgendwie gleich das Gefühl, zuhause zu sein. Die Musik ist der Hammer, und mit einem Plätzchen an der Bar scheint es ein echt witziger Abend zu werden. Nachdem ja auch gerade Bayerns zweitgrößtes Volksfest läuft, füllt sich der Laden ziemlich schnell und es ist eine Erfahrung für sich, zu beobachten wie hübsche Mädels im Dirndl zu den Klängen von Led Zeppelin oder Rammstein abgehen und besoffene Jungs in Lederhosen sich zu Boney M im Takt wiegen. Irgendwie fühlte ich mich an Ignaz und meine Bauarbeiter erinnert. Sehr geil anzusehen, ich hätte filmen sollen.

Leider bin ich dazu nicht mehr gekommen. Meine letzte Erinnerung ist die, dass ich meine Freundin gebeten habe, mir ein Wasser zu bestellen. Das nächste, was ich wieder weiß, ist dass ich auf der Treppe vor dem Notausgang sitze, meine Hände zittern, meine Beine zittern, und Papa Spass hält mit mir Händchen. Meine Haare sind klatschenass und ich frage ein verwirrtes „Wo bin ich?“ Der Klassiker unter den Aufwachfragen. Zwischen Wasser bestellen und auf der Treppe sitzen liegen geschätzte zehn Minuten, in denen Papa Spass und Steven mich von der Bar nach draußen getragen haben (ich frag mich immer noch wie Ihr das gemacht habt, aber die blauen Flecken an meinen Armen geben mir eine ungefähre Ahnung davon *lach*), mich ins, wohlgemerkt HERREN-Klo verfrachtet haben, mir Ohrfeigen verpasst und Wasser über den Kopf geschüttet haben. (Danke Jungs, ich hoffe Ihr hattet Spaß dabei *grrrr*.)

Ich war noch nie vorher ohnmächtig. Jetzt kenn ich das auch. Das Witzige an der Sache ist, ich hab gestern noch nicht mal Alkohol zu mir genommen. Vielleicht lag’s ja daran. Kein Alkohol ist halt doch auch keine Lösung! 😉 Oder aber die unglaubliche Schönheit all der niederbayrischen Kleinbauern und Junglandwirte hat mir die Sinne vernebelt. Vielleicht bin ich aber auch einfach nur allergisch gegen Kuhstallgeruch.

Ich hätte Euch echt gern ein paar Fotos von dieser sagenhaften niederbayrischen Urwald-Location gezeigt (allein die Männer dort…. Selten so viele verschrobene Gestalten auf einmal gesehen!), aber das muss jetzt ausfallen. Kann mich da nicht mehr blicken lassen. Denn von jetzt an werd ich da drin immer „das Mädchen sein, das erst vom Stuhl gekippt und dann im Herrenklo gelegen ist“. Nein danke, auf diesen zweifelhaften Ruf verzichte ich dankend. Peinlich, peinlich. Viel schlimmer noch ist, dass ich meinen tollen Rock nicht mehr anziehen kann. Der Wiedererkennungswert ist einfach zu groß 😉

Aber, und jetzt wird’s mal wieder ein bisschen melancholisch *hihi*, diese Aktion gestern hat mal wieder bewiesen, wie geil es ist, gute Leute um sich zu haben. Denn während sich sämtliche Gesichtskrapfen der Region Straubing-Bogen über die scheinbar besoffene Alte (was die Alte aber gar nicht war) amüsiert haben, haben andere sofort geholfen. Darum ein riesengroßes Danke an Steven und Papa Spass (für das kalte Wasser räch ich mich aber bei Gelegenheit, das wisst Ihr schon, gä? Ihr habt mir meine Frisur ruiniert!!!), an Keksi fürs nach Hause bringen und unbekannterweise an die beiden Jungs, die für das ohnmächtige Pralinchen den Weg zum Notausgang gesichert haben. Jetzt hat die Praline tatsächlich Promi-Status. Einen zweifelhaften zwar, aber immerhin.

In diesem Sinne,

Straubing ist eine Reise wert. Da gibt’s noch DJs, die auf Wunsch Golden Earring spielen und Menschen, die fünfzehn Jahre, nachdem das „Rolling Stone“ einem Einkaufszentrum weichen musste, zu Rage against the Machine ausflippen. Und das in Dirndl und Lederhosen. Der Wahnsinn sag ich Euch. Abgesehen davon hat es noch keine Stadt geschafft, mir derart die Sinne zu rauben ;-). Und sollte ich jemals wieder ohnmächtig werden, dann bitte wieder in den Armen von Steven und Papa Spass.;-) Aber nicht mehr in Straubing, ok? 😉

Kultige Grüße aus den 70ern,

eure gekillte Praline