Ich wär heut gern so müde wie montags…

Wenn ich so aus dem Fenster schaue, dann hab ich irgendwie das Gefühl ich sollte die ChristbaumkugelnOLYMPUS DIGITAL CAMERA aus dem Keller holen und ein paar Plätzchen backen. War vorher auf dem Balkon eine rauchen, arschkalt da draussen und da ja heute Feiertag ist, lag auch rigendwie so eine weihnachtliche Ruhe über allem, besinnliche Stille, kein Auto zu hören (und das will was heißen, ich wohne direkt an einer Bundesstraße…) Im Garten noch alles weiß, wenn auch mit Tendenz zu matschig braun-grün, aber die sehnsüchtig erhofften satten bunten Farben des Frühlings suchte ich da vergeblich… Wenn ich mir jetzt noch einen Zimt-Tee mache, dann fühlt es sich wirklich an wie kurz vor Heilig Abend.

So Feiertage sind ja per se eine feine Sache. Ich mein, man kann super ausschlafen, aber irgendwie ist das wie verhext. An jedem verdammten Arbeitstag klingelt der verfluchte Wecker und du denkst Dir „Boah, Scheiße, bitte, noch zehn Minuten, bitte bitte, ich steh‘ auch gleich auf, ehrlich!“ Und Du drückst die Snooze-Taste und steigst direkt wieder ein in den wunderschönen Traum aus dem Dich das Scheißding grad gerissen hat und kaum bist Du wieder voll drin, da sind die zehn Minuten Schonfrist rum und das Gepiepse geht wieder von vorne los. Dann der ewige Kampf, nochmal zehn Minuten oder stehst Du jetzt auf, und meistens stehst Du auf, weil eigentlich die ersten zehn Minuten schon nicht mehr drin waren im Plan und außerdem brauchst Du noch nen Kaffee, weil ohne Kaffee morgens schaffst Du es nicht mal ins Bad geschweige denn ins Auto und überhaupt, es hilft ja eh nix.

An Feiertagen, respektive Wochenende, Urlaub oder krank wird dieses System förmlich ausgehebelt. Du machst vorm Schlafengehen den Wecker aus, weil er soll ja jaaaaa nicht klingeln wenn Du doch ausschlafen kannst. Aber was passiert? BING! Punkt 6 Uhr schlägst Du OLYMPUS DIGITAL CAMERAdie Äuglein auf und kriegst sie ums Verrecken nicht mehr zu. Warum ist das so? Mir geht das echt immer so. Spätestens um sechs Uhr bin ich fit wie ein Turnschuh, naja, „Turnschuh“ wär gelogen, aber ich bin halt einfach total wach, und kann nicht mehr einschlafen. Glaubt mir ich hab’s probiert. Geht aber nicht. Und dann sitz ich an einem FREIEN Tag MORGENS um ZEHN NACH SECHS in meiner Küche, trink ’nen Kaffee und trauere dem Schlaf hinterher, der mir die ganze Arbeitswoche über so schmerzlich gefehlt hat und den ich heute nicht kriege, obwohl ich könnte…. Das macht mich auf irgendeine Art und Weise auch wütend, so wütend, dass ich um ZWANZIG NACH SECHS an meinem FREIEN Tag anfange Geschirr zu waschen, die Wäsche zu sortieren, Zimmerpflanzen umzutopfen und ja, stellt Euch das vor, Rechnungen zu bezahlen. Danach bin ich natürlich wieder müde, loggisch, wärt Ihr auch nach der Action, und weil es ja ein FREIER Tag ist, und ich als kinderloser Single ja quasi tun und lassen kann was ich will, hau ich mich erstmal wieder auf die Couch und denk mir „So, und jetzt ein Nickerchen!“ Denkste. Mein Körper verarscht mich glaub ich. Wahrscheinlich sitzt in mir drin irgendein fieser Mutantenvirus, der hämisch lachend zwischen Milz und Leber hin und her springt und meinem Hirn den Befehlt gibt, mich erst wieder schlafen zu lassen wenn wieder mal Montag ist. A****lochvirus.

Also mach ich die Glotze an, muss feststellen dass es so ist wie immer an Weihnachten, äh Ostern, eine Million mieser alter Spielfilme, von denen in den Fernsehredaktionen schon das Zelluloid bröckelt und dazwischen Werbung Werbung Werbung. Nein, so hab ich mir meinen FREIEN Tag nicht vorgestellt. Irgendeinen Sinn muss ich diesem Tag noch geben, also Handy her und Rund-Mail an alle anderen Single-Frauen, die sich heute langweilen. Das ist insofern schwierig, da es in meinem fortgeschrittenen Alter nicht mehr allzuviele Single-Frauen gibt. Aber ich hatte Glück und hab eine gefunden, die Lust auf einen Oster-Spaziergang hatte. Wir haben ausgemacht mal zu schauen ob wir in der Stadt vielleicht irgendwo einen Glühwein kriegen, aber komischerweise konnte uns, trotz der eisigen Temperaturen, niemand helfen. Dafür haben die Eisdielen wieder auf, ach die Menschen sind so optimistisch!

In diesem Sinne, im Eiscafé gibt’s immerhin heiße Schokolade. Und wenn ich micht getäuscht habe, schmeckte der Keks dazu ein bißchen nach Zimt.
Frohe Weihnachten Ostern meine Lieben. Ich hoffe Ihr findet ein paar Nesterl im Schnee.

Eure Feiertagspraline

PS: Wenn wir schon bei Weihnachten sind: Ein großes Dankeschön an meine Mum. Sie hat mir heute ein wahnsinniges Geschenk gemacht. Mit Glitzerpapier und Schleifchen hätt’s besser nicht sein können. Vielen vielen lieben Dank. Ich hab Dich lieb. ❤

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Polnisches Fertighaus-Gesicht

Auch auf die Gefahr hin dass es Euch schon zum Hals raushängt, aber ich kann nicht schlafen.  Und langsam nimmt es Ausmaße an, die nicht mehr lustig sind. Also, naja, eigentlich sind sie schon lustig, drum erzähl ich Euch ja davon 😉

Ich bin auf dem besten Wege in der Klapse zu landen. Gab es früher („früher“ bedeutet nichts anderes als vor zwei Wochen und länger, also die Zeit wo ich noch selig schlummern konnte und mein einziges Problem fiese Träume von flambierten Friedenspfannkuchen waren…), früher also gab es Tage, da stand ich morgens auf, guckte in den Spiegel und wusste, es war ein „Bad Hair Day“. Die Frisur wollte nicht sitzen.  Momentan ist meine Frisur allerdings das geringste Problem. Das Etwas da auf der anderen Seite grinst mich hämisch an und manchmal, wenn es um mich rum ganz leise ist, kann ich es sogar lachen hören. (Das ist wie bei den Schlümpfen, wisst Ihr noch? Da musste man auch immer ganz ganz leise sein, damit man sie hören konnte. Sehen konnte ich sie leider nie….) Auf jeden Fall ist das grinsende Ding da in meinem Spiegel höchstens noch ein abgewrackter Abklatsch meiner selbst, meine Haut ähnelt den Porenbetonsteinen polnischer Fertighäuser, der Pickel auf meiner Stirn glänzt wie frisch gebutterter Rosenkohl und meine süßen braunen Rehaugen haben sich in winzige rosarote Schweinsäuglein verwandelt. Immerhin sagt meine Mutter heut morgen zu mir:

„Hey, aber Augenringe hast Du gar keine!“ Wie tröstlich. Die hab ich nur nicht weil  Dr. Eckstein und Margret Astor mir freundlicherweise mit Augenbalm und einem guten Concealer zur Seite stehen.  Nun, wer mich kennt, weiß dass ich da nicht so bin. Ich kann sehr wohl meinen Müll auch mal ungeschminkt rausbringen oder im Jogginganzug an der Tanke Kippen kaufen. Nur mehr auch schon nicht. Eine gewisse Grundeitelkeit sollte sich jede Frau erhalten, sonst ists gleich vorbei mit der Weiblichkeit und wir könnten den ganzen Tag biertrinkend und furzend daheim rumliegen und Vera am Mittag gucken.  So hab ich nun also das Problem, dass mir, fix und alle wie ich bin, irgendwie schon danach wäre, von morgens weg im Schlafanzug auf der Couch fernzusehen, Schokolade zu essen und eine Million Zigaretten zu rauchen. Nur kann und will ich mich so einfach nicht ertragen. Also bleib ich tapfer, kleister mir morgens meine fahle Visage zu, dreh mir die Haare ein (danke liebe Conny an dieser Stelle für den Tipp damals mit dem Wasserkocher. Ich fühl mich Dir diesbezüglich mein Leben lang zu Dank verpflichtet ;-)! ), such mir was Nettes zum Anziehen raus und wähle die passenden Schuhe. Mööööp! Schuhe! Je unglücklicher Frauen sind, desto höher wählen sie ihre Absätze. Weiß jeder, und macht ja auch Sinn. Ein müder Blick, blasse pickelige Haut, was könnte da das Selbstbewusstsein noch retten, wenn nicht die geilen schwarzen Hammer-Stilettos mit dem 8 cm- Absatz. So weit so gut, nur hatte ich genau die gestern an, als ich feststellen musste dass der extreme Schlafmangel inzwischen schon zu Koordinationsschwierigkeiten bei der Grobmotorik führt. Zwei kleine Stufen und zack die Bohne! Da wär sie auch schon gelegen, die Steffi. Zum Glück stand eine Palme im Weg an deren Topf ich grad mal noch so bremsen konnte. Stellt sich jetzt also die Frage ob ich nicht lieber auf den großmütterlichen Bequemschuh umsteigen soll. Was meint Ihr Mädels, am Samstag beim Geburtstag, ich im kleinen Schwarzen und mit Gesundheitslatschen? Macht Ihr mir zuliebe mit und wir kreieren einen neuen Trend?

Bin auf Samstag eh sehr gespannt. Ich soll ja Alkohol meiden *hihi* Kann mir jemand verraten wie das geht? Wenn ich schon nicht schlafen kann, dann will ich wenigstens saufen dürfen! Wo bleibt denn da der Spaß menno. Außerdem brauch ich ein zwei Weinderl, um mich überhaupt mit den Anwesenden unterhalten zu können, denn neben dem Verlust meiner grobmotorischen Fähigkeiten (im übrigen auch der feinmotorischen, is eh klar, was meint Ihr wie sehr ich mich beim tippen gerade auf asdf jklö konzentrieren muss…) hab ich inzwischen auch Probleme beim Sprechen. Der sprichwörtliche Knoten in der Zunge, ist übrigens suuuuper wenn Kunden anrufen und ich schon mal zwei Minuten brauch um mich überhaupt zu melden. Zur Bäckerin heut morgen sag ich „Auf Wiederhören“ und ich verwechsel auch die Namen meiner Mitmenschen dass es peinlicher gar nicht mehr geht.  Meine Frühstückszigarette wollte ich heut morgen übrigens mit dem Flaschenöffner anzünden. Also, ich denke Ihr versteht, oder?

Morgen hab ich wieder nen Termin beim Doc. Und diesmal geh ich nicht weg, bevor ich nicht ein mörderblinkidunkimäßiges Schlafmittel verschrieben bekommen hab. Wenns nötig ist, werd ich mich wie ein quengelndes Kind an der Supermarktkasse in Dr. Schubecks Praxis auf den Boden schmeissen und heulen und schreien. Wobei da natürlich die Gefahr einer Zwangseinweisung besteht. Aber das riskier ich. Für Euch. Aus der Klapse kann ich nämlich bestimmt viele lustige Geschichten schreiben.

In diesem Sinne, psychopathische Grüße

Eure Klapsenpraline

Pralinen am Rande des Nervenzusammenbruchs

Kennts Ihr des? Man wacht morgens auf und weiß, dieser Tag ist schon gelaufen.

Man hat fantastische zehn Stunden wachgelegen, sich von einer Seite auf die andere gedreht, das Rollo runtergemacht, das Rollo wieder hoch gemacht, ist pieseln gegangen, hat ne Zigarette geraucht, man hat sich ne Milch warm gemacht und Honig reingerührt, hat sich wieder hingelegt, hat angefangen erst die Sterne zu zählen und dann die Autos die unten vorbeifahren, man ist wieder aufgestanden, hat die Glotze eingeschaltet, erschrocken festgestellt dass man schon zehn Minuten Richterin Salesch guckt ohne es zu merken, noch eine Zigarette geraucht, auf die Uhr geschaut, war nahe am heulen weil die Stunden die man noch schlafen könnte immer weniger werden, man hat sich wieder hingelegt, dann festgestellt dass man schon wieder aufs Klo muss, gegangen, die Zeitung vom Klo mit ins Bett genommen, sie von Seite eins bis ultimo durchgelesen (inkl. Leserbriefe und Impressum), wieder auf die Uhr geschaut, Scheiße, schon halb fünf! Licht aus, wieder rumgedreht, wieder angefangen Autos zu zählen, aufgestanden, Rollo wieder runtergemacht, wieder hingelegt, drüber nachgedacht ob man am nächsten Tag was erledigen muss, Memo an Praline „Du musst Wasser kaufen fahren“, auf die andere Seite gedreht, drüber nachgedacht wie schön es jetzt an einem weißen Sandstrand in der Karibik wäre und dann ist man endlcih endlich eingeschlafen, ungefähr zwei Minuten bevor der Wecker einen mit einem Gebimmel weckt, das nach fiesem Auslachen klingt. Snooze-Taste, ich schenk mir noch zehn magische Minuten. Wieder Gebimmel. Nochmal Snooze-Taste. Das ganze dreimal hintereinander bis kein Weg mehr dran vorbeiführt aufzustehn wenn ich noch einigermaßen pünktlich im Büro erscheinen will. Dort dann die Klassiker unter den Will-ich-nicht-hören-Fragen: „Hast Du schlecht geschlafen?“ „Siehst müde aus, is was?“ Nein, ich seh immer fertig aus wenns mir so richtig gut geht!

Die Wahrheit ist, die nächtliche Stunden-Zähl-Prozedur dauert nun schon die ganze Woche. Ich bin hundemüde und hätt ich nicht ab und zu ein irre machendes Klingeln im Ohr, ich würde tagsüber im Stehen einschlafen. „Mach ruhiger“ ist der gut gemeinte Rat lieber Mitmenschen. Aber wir alle wissen, das Gegenteil von „gut“ ist „gut gemeint“. Soll kein Vorwurf sein, aber wenn ich NOCH ruhiger mache dann tu ich bald gar nix mehr sondern sitz wie ein kleiner dicker Buddha auf meinem Sofa und schau zum Fenster raus. Nur dass ich im Gegensatz zu Buddha nicht die Ruhe selbst bin, sondern nervös, angespannt und sowas von unter Strom dass ich wohl leuchten würde, würde man mir eine Glühbirne auf den Kopf schrauben.

Jetzt hat man mir zu Baldrian geraten. Juhu. Das kriegen sonst die Omas, oder? Aber gut, ich werds ausprobiern, die üblichen Entspannungsmittelchen wie Schokolade und Alkohol 😉 waren ja wirkungslos. Wenn ich also demnächst ein bisschen laaangsam bin, sehts mir nach. Ich stehe unter Einfluß von Pillen, auf deren Packung ein Hirte mit seinem Schaf abgebildet ist (das allein sollte mich schon davon abhalten sie zu nehmen…)

Wenn Ihr noch den ein oder anderen Tipp habt der nicht mit Tabletten (nehm ich schon), Karibikurlaub (kann ich nicht bezahlen) oder Sex (dauert noch paar Tage!) zu tun hat, dann her damit. Bin für jeden Hinweis dankbar. Und kommt mir nicht mit meditieren, das kann ich nur besoffen und das wär ja die falsche Richtung, oder?

Schlafloseste Grüße
Eure Nervenpraline

P.S.: Wenns nicht klappt mit Baldrian, dann lad ich Euch alle ein und Ihr dürft dem Buddha auf meinem Sofa den Bauch streicheln. Soll ja Glück bringen 😉