Mia red’n boarisch… und Ihr?

Wenn man seinen Geburtstag an ein einem Ort feiert, der „Bierparadies“ heißt, dann ist das ja schon an sich eine Würdigung seiner bayrischen Heimat.

Aber in besagtem Paradies hängt auch tatsächlich ein Schild, auf dem steht: „I red‘ boarisch… und Du?“ und dieses Schild hat unter uns Gästen eine wundervolle Diskussion ausgelöst, über die mitunter schönste Sache an Bayern. Den bayrischen Dialekt. Wobei, „Diskussion“ ist eigentlich falsch, es wurde ja nicht gestritten, vielmehr wurden die Feinheiten undOLYMPUS DIGITAL CAMERA Unterschiede aufgedeckt, die sich trotz weniger Kilometer Entfernung (nahezu alle Gäste kamen aus Niederbayern, wobei es nochmal einen großen sprachlichen Unterschied zwischen Niederbayern und Bayrischer Wald (=Woid) gibt) herausgebildet haben. A Traum, i sog’s Eich! Die Klassiker: Pluralbildung des Wortess „Ei“. Ich in landshut sag „oa Oa, zwoa Oa“, der Waidler sagt „Oa Oa, zoa Oier“ Ich sag „Do werad ma ja narrisch“ Da Waidler sagt „Mia wuradn ja narrisch“ („Wuradn“ ist jetzt übrigens mein neues Lieblingswort, und nein, ich war nicht betrunken…) Und was ist jetzt eigentlich, wenn der eine von „Stoana“ red’t , der andere von „Steana“ und doch meinen beide das gleiche („für Nicht-Bayern, es geht um Steine)

Ich persönlich fand’s ja immer schon sehr erheiternd, wenn jetzt ein Nicht-Bayer mit großen fragenden Augen vor mir steht, nur weil’s draussen minus 10 Grad hat und ich eben gesagt hab „Leck, i gfrier mir ja de Glupperl ob!“ Ich erklär ihm das gerne, ebenso warum ich im Sommer gern „Glapperl“ anhab, aber keine „Sandalen“ oder warum „Spezi“ zwar spitze ist, aber in Bayern bestellst lieber „an Spääze“, wenn ned sogar einfach nur a „Gwasch“. Beim „Gwasch“ muss jetzt ned zwingend Cola die Orange küssen, „Gwasch“ funktioniert eigentlich mit allem was man an Getränken so zusammenmischt. Wobei glaub ich kein Alkohol dabei sein darf, weil Wodka-Bull zum Beispiel wär jetzt kein „Gwasch“ (auch wenn’s so schmeckt). Wenn Du aber jetzt eine Limo mit Bier kombinierst, dann musst auch wieder vorsichtig sein, weil das kann wiederum alles sein, a Radler, a Russ‘, a Neger, whatever. Kommt immer drauf an, was für ein Bier, was für ein Limo. Ja-haa, hat ja keiner g’sagt dass des einfach wird lieber Nicht-Bayer! Vielleicht fang‘ ma doch mit den Basics an und Du lernst erstmal, wie man „Oachkatzlschwoaf“ ausspricht und malst mir bei Gelegenheit einen Wolpertinger, ok?

Zugegeben, wenn man der bayrischen Sprache nicht mächtig ist, dann kann das schon mal für Verwirrung sorgen. Du stehst z.B. mit einem Nicht-Bayern in irgendeinem Laden an der Kasse und die Verkäuferin fragt Dich „Brauchst a grässerne Dittn?“ Und während Deine nicht-bayrische Begleitung wohl grad vor Scham in den Boden versinken will ob dieser offensichtlichen Beleidigung Deiner eigentlich ganz passablen Oberweite und sich vielleicht sogar schon überlegt wie er Dich seelisch wieder aufbaut, nimmst Du einfach dankend die größere Plastiktüte und freust Dich über die nette Verkäuferin. A prppos Oberweite, liebe Nicht-Bayern, a Deandl kann jederzeit a Dirndl anziehn, nie aber andersrum! Kapiert?

Was ich aber jetzt zum Beispiel gar nicht erklären kann, ist der bayrische Orientierungssinn. Und da konnten mir am Samstag auch die Gäste aus’m Woid nicht helfen (weil die machen’s wieder anders, es is‘ verhext!). Es ist für mich einfach nur logisch dass „i auf Minga auffe, noch Passau obe, in‘ Woid eine, aber auf Erding umme“ fahr, scheißegal wo was auf der Karte liegt, die les ich eh nicht. Ist halt logisch und würde mir ein Nicht-Bayer den Weg erklären, ich wär heillos überfordert. Ich brauch keine „an der dritten Ampel dann rechts“-Anweisungen, die kann ich nicht, ich find mein Ziel nur mit „oiwei grodaus, de Greizung wo da Metzga is umme, dann biagst o, de Straß‘ dann hintre bis’d ostehst und do is dann zweidast links a gross greans Diarl, dann bist do!“ Alles klar, bin in zehn Minuten bei Dir.

Es ist schon schön, mit so einer wundervollen Sprache leben zu dürfen, ich mein, was ham‘ wir tolle Wörter: Gnackwatschn, Schupfabrunz’n, Huastnguatl, Fotz’nspangler (keine Angst, das ist „nur“ ein Zahnarzt!), Wuggal, Schädlweh, Pfannakuacha, Nosenramme, schee, oda? Und überhaupt, so ein liebevolles bayrisches „Servus“ macht doch immer schnell Freunde. „Servus“ ist nett, freundlich, lässig und universell, funktioniert es doch zur Begrüßung genauso wie zum Verabschieden. Und ehrlich jetzt: Ich hör lieber tausend „Servus“ als auch nur ein „Gudn Dooch!“ oder gar ein „Tschüssi!“

In diesem Sinne, Servus, pfiad’s Eich und i hoff Ihr lasst’s Eich wieder moi o’schaung!
Eure Dialektpraline

PS: Hier noch ein Schmankerl der bayrischen Lässigkeit, ich denke die Jungs von VOXXCLUB haben nichts dagegen wenn ich das hier teile:

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Man spricht (Amts-) Deutsch!

Ich bin heute bei Stern.de auf einen lustigen Test gestoßen: „Verstehen Sie Amtsdeutsch?“ Klar dacht‘ ich mir, nachdem ich umschulungstechnisch die letzten Monate nahezu jedes Amt hier in L.A. und Umgebung abgegrast hab, kann das ja nicht so schwer sein… denkste!

Hier ein kleiner Auszug aus dem Sprachschatz der wohl nicht umsonst so gern belächelten Beamten:

Ohne Eintrag ins STAMMBUCH besitzt man keine LEBENSBERECHTIGUNGSBESCHEINIGUNG. Wir warten normalerweise an einer AMPEL, der Beamte wartet lieber an einer BEDARFSGESTEUERTEN FUßGÄNGERFURT. Im Schwimmbad müssen wir übers DREHKREUZ rein, Staatsbedienstete gehen lieber durch die PERSONENVEREINZELUNGSANLAGE! Eine RAUHFUTTERVERZEHRENDE GROßVIEHEINHEIT heißt bei normalen Menschen schlicht und ergreifend einfach nur KUH, und wenn Euch nächstes Mal der Nachbarsköter an den ZAUN pinkelt, dann könnt Ihr ihn wegen Beschädigung Eurer NICHTLEBENDEN EINFRIEDUNG drankriegen. Wartet aber mal lieber ab, weil vielleicht erledigt sich durch das Hundepieseln ja Euer UNKRAUT-Problem, bzw. Euer Problem mit der SPONTANVEGETATION. Die Jungs bei der Bundeswehr transportieren ihr ganzes Zeugs übrigens nicht mit SCHUBKARREN, nein, wenn die zum Beispiel mal ein RAUMÜBERGREIFENDES GROßGRÜN (=Baum) absäbeln und wegfahren, dann tun sie dies mit einem DREISEITENKIPPER. Und der BIOSENSOR (=Hund) schaut dabei zu….

Unglaublich aber wahr, und weil’s so schön ist, hier noch ein Fundstück aus dem Netz: „Rotkäppchen auf Beamtendeutsch!“

Wenn’s Euch gefällt, könnt Ihr’s ja ausdrucken und ein paar MEHRSTÜCKE, ääääh, KOPIEN an Eure Freunde verteilen. Aber ned des Copyright verletzen, weil sonst kommt der Herr Wachtmeister mit Biosensor und Schließzange (=Handschellen) und befördert Euch hinter die nächste nicht lebende Stacheldrahteinfriedung.

In diesem Sinne,

es existiert ein Interesse an der generellen Rezession der Applikation relativ primitiver Methoden komplementär zur Favorisierung adäquater komplexer Algorithmen.
(Warum einfach, wenn´s auch kompliziert geht?)

Ich geh‘ jetzt und ess einen TRANSPARENTPUDDING. Früher hieß das Götterspeise, aber is‘ ja auch Wurscht…

Lange upft!

Ich find Kinder ja super. Diese kleinen Menschen zaubern mir immer ein Lächeln aufs Gesicht. Zumindest so lange wie die Windel nicht voll ist.

Und am allerliebsten sind mir die kleinen Mäuse dann, wenn sie gerade anfangen zu sprechen. Ihr wisst ja wie sehr ich auf schöne Wörter stehe. Und so ein brabbelndes Kleinkind kreiert die fantastischsten Wörter. Es versucht alles nachzuplappern und dabei entstehen Wortschöpfungen, wie sie einem Schriftsteller nicht schöner in den Sinn kommen könnten.

Heute Morgen hatte ich mal wieder die kleine Tochter meiner Freundin auf dem Schoß, ein bildhübsches blondes Engelchen von knapp zweieinhalb Jahren und gerade auf dem Wege, sich halbwegs vernünftige Sprache anzueignen. Ganz fasziniert hat sie mit meinem Handy gespielt, es ständig auf- und wieder zugeklappt und ganz fasziniert die auf dem Display erscheinende Schlange begutachtet. Bevor sich bei geöffnetem Handy die Tastensperre einschaltet beginnt die Comic-Schlange auf- und abzuhüpfen und dieser, für uns Erwachsene doch recht unspektakuläre Vorgang hat das Kind über eine kleine Ewigkeit hin erfreut. Jedes Mal wenn die Schlange wieder gehüpft ist, hat die Kleine die Hände über den Kopf geworfen und mit einem Rundumgrinsen im Gesicht gequietscht: „Lange upft!“ Die „Lange“ ist ungefähr 87 mal ge“upft“ bevor es mir dann irgendwann zu blöd wurde und ich außerdem langsam Angst um mein Handy bekam, weil die Schokolade vom Frühstückskeks der Kleinen sich langsam ihren Weg durch meine Tastatur bahnte. Ich konnte ihr das weggenommene Schlangenhandy dann durch ein Malbuch versüßen in welchem wir noch etliche Seiten vollgekritzelt hatten (sehr entspannend übrigens, versuchts mal!) und hätte die Kleine nicht irgendwann aufs Töpfchen gemusst (was sie ganz brav angekündigt hat durch einen enormen Furz, den sie mit einem Lächeln und den Worten: „Bumm macht!“ kommentiert hat 😉 ), dann würden wir jetzt noch da sitzen und Heidi und dem Geißenpeter ein bisschen Farbe verleihen.

Meine ersten Worte wurden übrigens von meiner Omi feinst säuberlich notiert. Und wenn Ihr Euch die mal anschaut, dann wisst Ihr warum ich so eine Labertante geworden bin, Phantasie und Talent zeigten sich da nämlich schon früh:

Dolalelale: Motorrad

Opa Augen: Brille

Mamarind: Mandarine

Raumbeeren: Weintrauben

Bärsau: Elefant

Im Übrigen war ich was meine kindlichen Grundbedürfnisse angeht äußerst pragmatisch. Essen und Trinken in jeder Form war bei mir nämlich einfach nur „Wum“. Und das ist heute noch so, wenn die Steffi „Wum“ sagt, dann stellt mal schleunigst was zum futtern auf den Tisch. Unterzucker steht mir nämlich gar nicht 😉

In diesem Sinne, fröhliches Brabbeln!

Eure Babypraline

P.S.: Wum! Ich will jetzt nen Kaffee und nen Keks!