Puti und der Besuch aus Troja

Es ist etwas sehr Trauriges passiert liebe Leser.

Ich hab heute Morgen meinen lieben Freund Puti ins Krankenhaus gebracht. Verdacht auf eine Infektion. Puti ist ein süßer kleiner Kerl und wohnt seit vier Jahren bei mir. Wir waren vom ersten Tag an gute Freunde, er war immer für mich da, wir hatten immer soviel Spaß zusammen, er hat mich zuverlässig bei meiner Arbeit unterstützt und mir auch immer viel von der großen weiten Welt erzählt. Abend für Abend saßen wir zusammen, haben miteinander einen Tee getrunken oder auch mal einen Wein oder ein Bier und so viele schöne Stunden verbracht.

Puti und ich waren ein Herz und eine Seele. Doch seit letztem Samstag ist Puti krank. Dauernd faselt er von Dingen, die keinen Sinn ergeben und zeigt mir immerzu irgendwelche Bilder die ich nicht verstehe. Ich habe vorsichtshalber einen Doktor geholt, der Puti dann untersucht hat. „Oh oh“ sagte der Doktor, „Puti scheint schwer krank zu sein, es sieht mir ganz so aus als hätte er sich einen üblen Virus eingefangen. Schau mal hier, dieser Ausschlag da, das ist eigentlich ein untrügliches Indiz dafür!“

Ich war schockiert. Wie konnte das nur passieren? Puti war immer gesund gewesen! Hat nie auch nur den winzigsten Huster von sich gegeben. Und ich war doch auch so vorsichtig mit ihm, hab ihn gehegt und gepflegt und ihn nur mit Sachen gefüttert, von deren Unbedenklichkeit ich mich vorab überzeugt habe. Wenn er mal was Neues futtern wollte, hab ich jedes Mal Expertenrat eingeholt um mich zu versichern, dass es Puti nicht schadet! Und nun, ganz plötzlich ist Puti krank. Der Doktor stellte mir viele Fragen und hat sich auch mit Herrn F. Irefox unterhalten, mit dem Puti und ich seit Jahren erfolgreich zusammenarbeiten. Herr Irefox meinte auch, dass Putis Leistung in den letzten Tagen extrem nachgelassen hätte, und er könne sich genauso wenig erklären warum. Hatte Puti heimlich Besuch als ich nicht da war? Vielleicht Besuch aus Troja? Ich hoffe nicht. Das wäre fatal.

Der Arzt hat auf jeden Fall die sofortige Einweisung ins Krankenhaus angeordnet. Er könne Puti retten, sagte er, noch sei es nicht zu spät. Also hab ich ihn heute Morgen ins Auto gesetzt und bin mit ihm in die Klinik gefahren. Dort hängt er nun an Hunderten Kabeln, wird geröntgt, abgeklopft, muss ein Belastungs-EKG machen, es werden ihm tausende Fragen gestellt und er wird auf Herz und Nieren untersucht. Gerade eben hab ich ihn besucht. Er liegt da, ganz verstört, und sieht gar nicht gut aus. Der Arzt meint, er könnte noch keine genaue Diagnose abgeben, er müsse erst die Untersuchungsergebnisse abwarten. Er sei jedoch zuversichtlich dass ich Puti heute Abend schon wieder mit nach Hause nehmen könnte.

Ich habe mich zu Puti ans Bett gesetzt, ihm über den dicken Bauch gestreichelt und ihn angefleht durchzuhalten. Ich kann mir doch ein Leben ohne Puti gar nicht mehr vorstellen, alles wäre so leer, so sinnlos. Ich liebe ihn doch so sehr, Puti, meinen Computer….

In diesem Sinne, bitte drückt Puti die Daumen.

Eure traurige Praline

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