Trägt Super Mario Baumwollbinden?

Sag mal, wenn Du Dein Leben noch einmal leben könntest… würdest Du alles nochmal genauso machen? Nein, nicht ganz… ich würde von Anfang an bei der Fernsehwerbung wegschalten!

Fernsehwerbung ist doch die absolute Krönung des gelungenen TV-Abends, findet Iht nicht? Mir wurde das gestern wieder bewusst, als ich den Spot von Vileda gesehen habe. Hätte ich kein Bild dazu gekriegt, hätt ich gar nicht begriffen um welches Produkt es sich handelt. Der „Super Moccio mit Pick-Up-Poren und der Power-Press“. Super-Moccio? Cool, wer ist das? Gibts was neues für die Wii? Einen neuen Gegner für Mario? „Hilf Mario die Prinzessin zu retten, sammle Pick-Up-Poren und zerstöre den fiesen Super-Moccio in der Power-Press!! Nein, leider kein neuer Gag von Nintendo, sondern einfach nur ein schnöder Wischmop mit Eimer. Juhu.

Ich hab in meiner Enttäuschung weiter Werbung geguckt und musste feststellen, dass auch der „Grotbuster“ nix mit virtuellem Entertainment zu tun hat, sondern lediglich mein Klo sauber macht. Was ist aus der guten alten WC-Ente geworden? Hat die abgedankt und das Scheißhaus-Imperium nun ihrem jungen dynamischen Nachfolger Grotbuster überlassen? Warum haben Skywalker und die Jungs da nicht eingegriffen?

Vermutlich waren sie zu beschäftigt. Schließlich brennt es an der Konsumfreudefront ja an allen Ecken und Enden. Während Frau Wesner aus der Steinstraße im EDEKA-Markt noch verzweifelt die neuen Slipeinlagen „Carefree Cotton“ mit Baumwollextrakt sucht, sich dann aber doch für „O.B. Pro Comfort Super mit Silk-Touch-Oberfläche und geschwungenen Rillen“entscheidet, steh ich daneben und frag mich wo wohl das Universum endet. Ich mein, gehts noch? Silk-Touch-Oberfläche? Geschwungene Rillen? Wollen wir’s unten rum sauber haben oder planen wir die Anschaffung neuer Alufelgen?  Ich schüttle den Kopf und wandere weiter zu den Getränken. „Fanta“ ist ja inzwischen wieder weg von den Drogen. Die „Bamboocha“-Kampagne ist tot. Es heißt nun neuerdings: „Trinke Fanta- lebe bunter!“ Jimmy Humuhumunukunukuapua darf endlich wieder zurück zum Planet der Affen. Gott sei Dank. Wer weiß was der sonst noch alles angerichtet hätte. Stellt Euch vor der hätte rausgefunden dass bei Mezzo-Mix jetzt Cola die Orange küsst! Er hätte wohl vor lauter Eifersucht den Midsommar von IKEA gesprengt und sämtliche Billy-Regale dieser Welt in der neuen Power Press verschwinden lassen.

Ich lade mir zwei Six-Packs „Beck’s Orange“ in den Wagen. „Welcome to the Beck’s Experience“, bei mir total angekommen der Slogan, weil ich mag ja kein Bier das nach Bier schmeckt. Is auch ok, als Mädchen, das ich bin, muss ich mich an dieser Stelle nicht rechtfertigen. Und bei den Jungs ist das eh egal, da dreht sich die Entscheidungsfrage lediglich darum, ob jetzt des Augustiner Helle besser is oder der Edelstoff. Männer brauchen da keine Werbung dafür.

Ich schieb mein Wägelchen weiter, werfe einen Todesstrahlen-Blick auf den Ständer mit „nutella & go“, und überlege ob ich mir eine Packung Snickers kaufen soll. Hinter Snickers kann ich guten Gewissens stehen, Erdnuss-Allergie hin oder her, Snickers war geil, is geil und wird auch immer geil sein. Und Snickers hat auch immer 1-A-Werbekampagnen. Erinnert Ihr Euch an den Spot mit dem Footballspieler? Ich bin Batman? Mann, das war doch mal Werbung die Lust auf Kaufen macht, oder nicht? Außerdem ist Snickers eine Süßigkeit die mich, und Ihr wisst ja ich bin schokoladenbefriedigungstechnisch eher heikel, äußerst glücklich macht. Da kriegt man das was man sich erwartet.

Ich also Snickers reingepackt und weiter durch den Laden. Ich brauch noch Rasierklingen und mach mich auf die Suche danach. Ich benutze ja den Gilette Venus. Den normalen, wohlgemerkt. Weil, ich will mich damit nur rasieren. Sonst nix. Ich brauch da keine „hautenstpannenden Gelkissen“ oder nen „intuitiven Cremespender“. Haare weg- fertig und ich fühle mich wieder wie eine Göttin. Auch ohne „Vibrance“. Wenn bei mir im Haus was vibriert, dann sicher nicht der Rasierer.

Abschließend lad ich mir noch eine Familienpackung Eis in den Wagen (Mövenpick Chocolate Chips, das einzig Wahre!), schließlich will ich meine Konsumstudie „Werbefernsehen und dessen Auswirkungen auf die Generation Doof“ dieses Wochenende weiterführen und das geht nur unter Einfluß von Zucker und Fett. Wobei, das Mövenpick-Eis ist ja „conchiert“, hat also nur noch 1999 statt 2000 Kalorien. Super, gä?

An der Kasse dann der übliche Nervenkitzel, kann ich mir mein Leben mit Snickers überhaupt noch leisten? Oder sollte ich mal den Wahnsinnskredit von Maxxda in Erwägung ziehen? Glaubt man der Werbung, dann ist das mal ein Wahnsinns-Angebot. Den gibts nämlich auch bei überzogenem Girokonto und mieser SCHUFA! Also den krieg ich wenn mir, finanziell gesehen, das Wasser eh schon bis zum Hals steht, trotzdem und das auch nur für den günstigen Zinssatz von 8,9%. Zuzüglich Gebühren, Bearbeitungskosten und Extremblödheitsversicherung zahl ich dann bei 4000 € nur etwa zehn Jahre lang eine monatliche Rate von 399 € zurück. Na wenn das mal nicht geil ist, muss ich direkt mal drüber nachdenken. Wenns dann doch schief geht, kann ich ja den Herrn Zwegert von RTL anrufen, der holt mich da schon wieder raus aus dem Dilemma.

In diesem Sinne, möge die Kaufkraft mit Euch sein!
Eure Konsumpraline

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Frauentausch oder: Der Showdown der Siffsäue

Ich hab gestern mal wieder reingezappt. Unterschichtenfernsehen ist halt auch irgendwie lustig, kann man sagen was man will. Und es macht leicht ums Herz, weil nachdem man die Sendung gekuckt hat, weiß man, mit einem selber ist alles gut. Egal, was man selber grad wieder verbockt hat, es gibt immer Menschen, die noch viel blöder sind und das sogar noch öffentlich demonstrieren.

Mich würd ja mal interessieren, wieviel Kohle RTL 2 da locker macht, wenn man sich für den Frauentausch zur Verfügung stellt. Muss ne ganze Menge sein, wenn man mal bedenkt dass die Männer am Ende der Tauschaktion ihren Frauen immer ganz öffentlich beteuern, wie sehr sie sie vermisst haben und wie sehr sie sie doch lieben. Frauen, mit denen ich, wäre ich ein Typ, keinen Tag würde zusammen leben wollen geschweige denn das auch noch vor Publikum ausbreiten. Ich würd wahrscheinlich noch nicht mal meinem eigenen Rauhhaardackel gegenüber zugeben dass ich mit so einem Weib in der Kiste war. Aber gut, wo die Liebe hinfällt. Woll ma mal nicht so intolerant sein.

Ganz grundsätzlich ist der Frauentausch ja eine feine Sache. Und ehrlich, in manch vergangenen Beziehungen hätt ich mir auch gewünscht mich mal zehn Tage wegzutauschen, weil mir mein Alter zuhause so auf den Senkel ging, dass es woanders gar nicht schlimmer hätte sein können. Aber leider muss man dafür ja auch ins Fernsehen, und darauf hab ich mal echt gar keine Lust. Abgesehen davon dass ich danach wohl aus lauter Scham zum Nordpol auswandern müsste, sieht man ja durch so eine Fernsehkamera auch immer 20 Pfund schwerer aus und dafür bin ich schlichtweg zu eitel. Außerdem hatte ich meine „15 Minuten im Rampenlicht“ bereits. Eigentlich waren es sogar 22 Minuten. Damals, als ich meinen Hintern unbemerkt genau in die Kamera gehalten habe die gerade den Auftritt eines bekannten Party-Duos filmen sollte. (Grüße hiermit an Frau K., ich warte noch immer auf meine Kopie von „Superarsch- The Movie“!)

Also überlass ich diese Tauschgeschichte lieber weiter all den kinderreichen Sonderschülerinnen, Hartz-IV-abhängigen Exnutten und vom Leben getäuschten Esoteriktanten. Die können dann weiter beruhigt RTL 2 anrufen, zum Beispiel wenn sie keine Lust haben ihre versiffte Bude selbst zu putzen. Das ist nämlich auch geil: in nahezu jeder Sendung muss die Tauschmutti erstmal groß reinemachen. Wahnsinn. Ich würd mich ja in Grund und Boden schämen, wenn meine Bude so aussähe wie bei manchen dieser Kandidatinnen. Aber gut, da hat ja jeder ein anderes Verständnis dafür. Immerhin sind die Macher von Frauentausch dann so nett und schicken der Siffsau eine Putzfee. Die hat dann nämlich zweimal Glück. Zum einen darf die Putzfee die fremde Wohnung quasi kern-sanieren, und zum andern hat sie nachdem die schmutzige Tauschmama wieder weg ist, daheim auch wieder ordetnlich zu tun. Eine Win-Win-Situation sozusagen.

Die weitaus schwierigere Aufgabe besteht allerdings darin, den Tauschmann umzukrempeln. Was man in 20 Jahren beim Eigenen nicht geschafft hat, soll jetzt in zehn Tagen bei einem Fremden funktionieren.  Und was sich die armen Jungs da alles gefallen lassen müssen, ja der Wahnsinn. Muss echt viel Kohle rausspringen bei der Aktion, weil, ich find ja, die Männer kastrieren sich durch die Teilnahme am Frauentausch selber. Der zartbesaitete Fürmeinefrauwürdichallestun-Softie wird plötzlich für seine Waschlappigkeit an den Pranger gestellt, und der ganzkörpertätowierte Exknacki mit Latex-Fetisch soll auf einmal staubsaugen lernen und der Tauschmami einen Kuchen backen. Ja, gehts noch?

Bei den Kindern ist es noch fieser. Da buhlen die Tauschmuttis zehn Tage lang um die Gunst der Kleinen, nur um nachher mit dem Gefühl nach Hause zu fahren, der echten Mutter mal so richtig die Tour versaut zu haben. Mich würd mal interessieren wieviele Psychologen sich in 20 Jahren um ehemalige Frauentausch-Kinder kümmern müssen, die ihr Leben nicht auf die Reihe kriegen, nur weil die Mandy oder Cindy viel netter war als die eigene Frau Mamá.

Aber egal wie nett oder nicht nett und egal in welch verschrobenen Familien getauscht wurde, am Ende einer jeden Folge wartet man als Zuschauer gespannt auf den Showdown: was haben die beiden Familien nun nach zehn Tagen voeneinander gelernt? Mehr Rücksicht? Mehr Toleranz? Ist gar die Liebe zurückgekehrt? Wir müssen uns gedulden, denn erstmal gibts noch das Highlight der Gegenüberstellung: „Du Schlampe kannst Deine Kinder nicht erziehen!“ „Dein Mann ist ein Weichei!“ „Du faules Stück, in Deiner Drecksbude holt man sich ja was weg!“ Das dauert ungefähr zwei Minuten, dann stossen die Männer mit Blumenstrauss dazu. Für 200 Öcken extra sagen sie ihren zurückgekehrten Mädels auch noch was von „vermisst“ und „hab Dich lieb“ und alle sind wieder glücklich und dürfen nach Hause, wo auch schon Kinder, Omma und Hund warten und wo die Welt wieder schön und ordentlich ist. Oder eben siffig, je nachdem in welche Wohnung unser letzter Blick geht.

Praktisch für die Frauentausch-Macher ist halt, dass solche Familien auch gut recycelt werden können. Der Siffmutti schicken sie „Die Putzteufel“, zu den dicken Kindern kommt der Herr Dr. Stefan Fähdrich und zeigt ihnen wie man abseits von Playstation und Kartoffelchips Spaß haben kann, und die Tauschmutti kriegt einen Beitrag in „Exklusiv- die Reportage: Hausfrauen auf dem Sado-Strich“, weil ihre Peitschen, Knebel und Lederoutfits hat ja nun eh schon halb Deutschland gesehen. Immerhin, solange wir als Zuschauer noch selber entscheiden dürfen ob wir gucken oder nicht, ist das ja alles halb so tragisch.

In diesem Sinne, wer tauscht noch ein paar Wochenendgrüße mit mir?

Eure Fernsehpraline

Fettarmer Joghurt macht doof

Mann, Mann, Mann, was wollen die uns eigentlich noch alles andrehen? Ich frag mich ja schon lange wie ich als Kind in sauberen Klamotten rumlaufen konnte, hatte meine Mutter doch damals weder Oxy-Action noch die Super-Sil-Weißkraft, geschweige denn wusste sie was ein Fleckenzwerg ist. Aber den Gipfel der Werbescheisse hab ich jetzt wieder gesehen. Den neuen Spot für Zott Jogolé-Joghurt. Kennt Ihr den?

Kurz die Story: drei halbwegs attraktive Damen im Büro, Griff in den mit Jogolè vollgepackten Kühlschrank ( erster Blödsinn, in Bürokühlschränken sind nur gammelige alte Tupperdosen, die plötzlich niemandem mehr gehören!), ein Lächeln auf den Lippen der Büromaus als würds ihr gleich …. Jaaaaa, oh Du mein geiler fettarmer Joghurt! Ich will Dich! Nächste Einstellung: die Dame mit ihren Freundinnen beim After-Work-Shopping. Vor jedem Schaufenster wird sich gedreht und gelacht und getanzt, weil nur Jogolé hat aus uns diese sexy Hasen gemacht! Dann Bildwechsel, die drei Damen sitzen vor einem Springbrunnen und löffeln… na, was wohl? Schon wieder Jogolé. Und grinsen und lachen und freuen sich, dass man vor lauter Glück schon fast traurig werden könnte! Letzte Einstellung, das tolle Jogolé-Lied ist jetzt zu Ende und die drei Magermilchmädels springen in die Luft.

Aaaalso: zum einen schmeckt Jogolé grausam. Wenn schon Joghurt, dann den geilen cremigen von Weihenstephan.Zum andern: hat irgendwer von Euch schon mal gesehen dass die schicken Kostümhasen aus Eurer Firma oder dem Amt in der Mittagspause hopsend und singend durch den Stadtpark laufen? Nein, die sind eher genervt, totaaaaal im Stress und können auf Ihren Mega-High-Heels gar nicht hopsen! Und ganz ehrlich, wenn ich mit meinen Mädels irgendwo singe, lache und hopse, dann ist definitiv kein Joghurt im Spiel. Eher zuviel Vino 😉 Aber wie wärs Schneckis, woll ma uns ned mal zum Joghurt-Essen auf der Mühleninsel treffen? Mit anschließendem gemeinsamen Einrücken in die Geschlossene? Ach so, wenn jetzt die Gesundheitsverfechter aufmucken, dann sei Euch gesagt: fettfreier Joghurt ist total kontraproduktiv. Die armen Vitaminchen trauen sich da drin nämlich gar nicht lösen weils ihnen selber soviel graust! Also essts was was auch schmeckt. Und keine Drogen enthält, denn wenn man den Werbemädels so zuschaut, dann tipp ich eher auf LSD als auf Jogolé…. immerhin sind sie jung und schlank und müssen noch nicht für Activia Werbung machen…. aber das würde jetzt zu weit führen 😉 Nur lassts Euch gesagt sein: Das Leben ist zu kurz für schlechten Sex und fettarmen Joghurt!