Morgendliche Übelkeit bis Weihnachten

„Ich könnt‘ kotzen!“

Mit diesen Worten wurde ich heute morgen begrüßt. Zugegeben, es gibt schönere Arten, einen Guten-Morgen-Gruß zu bekommen. „Hallo Steffi, gehts Dir gut?“ zum Beispiel, oder „Na, gut geschlafen?“. Aber ok, in diesem Fall bin ich gar nicht böse und bringe der Welt allergrößtes Verständnis auf.

„Ich könnt‘ kotzen“ war der Beginn einer E-Mail an mich von einem treuen Killerpralinen-Fan, der mit einem Geschichten-Wunsch an mich herangetreten ist. Der Arme war nämlich in diesem Jahr der Erste. Der Erste, der sich heute, wohlgemerkt am 30. Oktober 2008, um 07.15 Uhr der traurigen Wahrheit stellen musste:

„Last Christmas, I gave you my heart, but the very next day, you gave it away….“

Hammer, oder? Halloween ist erst morgen, aber das Gruseln hat somit heute schon begonnen. Ich persönlich mag dieses Lied ja echt gerne, nur eben halt an Weihnachten, eben dann, wenns bisserl schneit, wenn ich am Christkindlmarkt ein Glühweinchen trinke, ein paar heiße Maronis knabbere, mir die Zehen abfriere und drüber nachdenke ob ich mir einen halben Meter Bratwurst kaufen soll, diesen Gedanken dann verwerfe und lieber noch einen Glühwein ordere. Aber jetzt schon, im Oktober? Na ich weiß nicht!

Im Supermarkt grinsen mich ja schon seit Anfang September diese doofen Nikoläuse an, ich verstehs nicht. Gibts echt Leute, die jetzt schon Schokoladennikoläuse kaufen? Oder diesen ganzen anderen unchristlichen Weihnachtssüßkram wie Marzipanbrote, Lebkuchen oder diese unsäglichen Schokokugeln von Milka, die schmecken als hätte man sie seit Ostern in alten Socken gelagert? Zum Glück hab ich heut früh nicht „Last Christmas“ hören müssen, ich wär wohl postwendend zurück in mein Bett gekrochen und hätte geheult. Bis Heilig Abend. Wie gesagt, ich mag das Lied ja. Auch wenn es für mich jede Glaubwürdigkeit verloren hat. Ich mein da singt der Michael George was von Herz verschenkt und Herz gebrochen, ich mein hallo? Ein Typ der alle Nase lang aus spritzenverseuchten Herrenklos gezogen wird, bis oben hin voll mit Drogen und immer einen minderjährigen Stricher/ Junkie im Schlepptau, na ich bitte Euch. Von so einem will ich mal nix hören von großer Liebe und so. Und sonderlich weihnachtliche Gefühle kommen da auch nicht auf. Aber gut, wenn dann Schnee liegt, die ersten Päckchen unter den Weihnachtsbaum gelegt werden (äh übrigens… ich wünsch mir ein Diktiergerät, habt Ihr das alle vernommen? 😉 ) und es überall in der Wohnung nach Zimt und Vanille riecht, dann sieht man über die perversen Ausschweifungen von Herrn George gern wieder hinweg und alles ist gut.

Trotzdem, am 30. Oktober, noch dazu in aller Frühe auf nüchternen Magen, da packt das keiner. Ich befürchte, nachdem nun aber der erste Radiosender (welcher wars eigentlich?) damit angefangen hat, werden wir bis Mitte Januar wieder täglich gefoltert werden. Nicht nur mit Wham!, nein, es gibt ja noch ganz andere gruselige Weihnachts“hits“, wie etwas dieses unsägliche „Driving Home for Christmas“ (ich frag mich, kommt der Typ bitte irgendwann mal zuhause an???) oder aber „Merry Christmas Everybody“ von Slade…. unglaublich. Ich hasse es und trotzdem dringt dieser Song spätestens Ende November so dermaßen in mein Unterbewusstsein dass ich ihn die ganze Zeit summen muss. Das ist wie mit meinem Toaster, der spielt beim Toast-Auswerfen den Disney-Song, wenn ich also morgens Toast frühstücke dann pfeife ich den ganzen Tag diese blöde Melodie…. werd wohl um Weihnachten rum noch mehr Toast essen umd Slade zu boykottieren…

In diesem Sinne, mein allerherzlichstes Mitgefühl an alle, die heute morgen „Last Christmas“ hören mussten. Speziell natürlich an Brösel, der seinem Unmut gleich im Pralinchen-Briefkasten Luft gemacht hat.

Für alle anderen gibts jetzt auch ein Weihnachtslied. Ein australisches….

 

Vorweihnachtliche Grüße

Eure Praline

PS: Happy Halloween an alle. Und ein frühliches „Hallo Wien!“ an Rhea 😛

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