Frauen und glänzende Tüten

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Das ist das Ergebnis wenn Pralinchen, die ja bekanntermaßen eine Frau und somit dem Shoppingwahn erlegen ist, eine Messe besucht. In diesem Fall die Transport Logistic in München.

Man beachte den schicken MP-3-Player mit den Original-Unterschriften von Toto & Harry. Quasi ein Promi-Souvenir, leider war Robbie Williams kurzzeitig verhindert, jetzt musste ich mit zwei leicht grenzwertigen Fernsehpolizisten Vorlieb nehmen *grummel*, aber egal, immerhin waren die zwei noch nicht im Dschungelcamp, also ist das Autogramm immer noch super und ich muss mich nicht dafür schämen.

Schön ist auch die Gummikeule, keine Ahnung wen ich damit verprügeln könnte (äh…. Scha-atz???), aber es schadet ja nie, sowas zu besitzen. DHL war übrigens super spendabel und hat gleich mal sauber eine komplette Packset-Box gefüllt mit Radio, USB-Maus und einer Brotzeitdose rausgehauen. Ok, das Radio funktioniert nicht, die USB-Maus brauch ich nicht und die Brotzeitdose ist mir viel zu peinlich als dass ich sie je benutzen würde, aber immerhin, die Schachtel ist super, jetzt wo ich mich endlich durchgerungen habe, meine Uralt-Lederjacke bei ebay zu verticken. Danke, DHL!

Hach, ich liebe Werbegeschenke. Man wird auf so einer Messe richtiggehend gierig, wenns darum geht, unnötigen Kram abzustauben. Weil wirklich brauchen tu ich davon nix. Aber es ist ein schönes Gefühl, Dinge geschenkt zu bekommen. Und wenns nur der vierhundertneununddreißigste Kugelschreiber ist.

In diesem Sinne,

fröhliches Horten. Vielleicht sehen wir uns ja auf der nächsten Messe. Ich bin wie immer die, die an jedem Stand um ein Goody Bag bettelt…

Sammelnde Grüße

Euer Tütenpralinchen

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Licht ins Dunkel

Die jährliche Stromrechnung ist ja immer super. Kaum holt man sie aus dem Briefkasten, überkommt einen der Kitzel: „Werd ich was rauskriegen? Hab ich vielleicht tatsächlich zuviel gezahlt und bekomm nun eine Rückzahlung mit der ich mir nun doch endlich diese superschicken Stiefel aus dem superschicken Hochglanzkatalog leisten kann? Oder aber muss ich unendlich viel nachzahlen, weil die netten Herren von der Zählerablesung eben nicht drüber wegschauen konnten dass mein Trockner kaputt ist, deshalb drei Stunden für eine Ladung Handtücher braucht, mein Luxuskörper aber trotzdem nicht auf kuschelflauschige Frottéewaren verzichten kann?“

Tausende Fragen in den wenigen Sekunden bis man den Brief geöffnet hat. Und siehe da, „Saldo zu Ihren Gunsten: 13,00 €“ Juhuuu! Gut, für die Stiefel langt’s nicht, aber immerhin eine Rückzahlung und kein Minusbetrag, wegen dem ich bei meiner Bank vorsprechen müsste und der netten Dame am Schalter die Sache mit den Kuschelhandtüchern erklären.

Was mich jedoch extrem irritiert, ist das nette kleine Give-Away meines Stromanbieters: eine Packung Streichhölzer. Ich meine Hallooooo? Was für streichholzereine mysteriöse Botschaft steht denn da dahinter? „Äh, ja, Frau Praline, dieses Jahr kriegen Sie noch 13 Euro zurück, aber wenn das mit Ihrem Stromverbrauch so weiter geht, dann müssen wir Ihnen leider den Saft abdrehen. Wir wissen aus gut informierten Quellen, dass Sie mit einem defekten Wäschetrockner Strom verschwenden, außerdem ist uns zu Ohren gekommen, dass Ihr Wasserkocher muht und Ihr Toaster den Disney-Marsch spielt, und das lässt nun nicht wirklich auf einen sorgsamen Umgang mit Energie schließen…“

Ich war ja echt versucht, bei den netten Damen und Herren vom Überlandwerk Erding anzurufen. Aber dann hab ich mir das Streichholzbriefchen mal näher angesehen. Die Message hinter diesem meiner Meinung nach marketingtechnisch eher mißlungenen Präsent ist eine andere: „Mehr als ein Strohfeuer- unsere Liebe zu Erding!“ Aha! Eine Liebeserklärung also! Hach, wie romantisch… ich find Erding ja auch toll. Man ist gleich am Flughafen, der Erdinger EDEKA hat eine viel größere Auswahl an Süßigkeiten als der in Landshut und außerdem gibts in Erding ganz phänomenal tolle Grillhendl. Aber das wars dann auch.  Dass ich da jetzt deswegen extra Liebesstreichhölzer verschicken würde, naja, vielleicht doch etwas übertrieben. Aber wer weiß, vielleicht ist die Liebe des Überlandwerks ja auch eine ganz andere: „Willst Du, liebes Überlandwerk, die Stadt Erding lieben und ehren, Sie mit Strom, Gas und Wasser versorgen, in guten wie in schlechten Tagen, bis dass Russland Euch scheidet?“ -„Ja, ich will.“ Ist doch ne Ansage.  Schön.

Trotzdem find ich, Streichhölzer sind ein ziemlich beknacktes Werbegeschenk. Von E.ON gab’s mal Briefmarken (logisch, so ein Beschwerdebrief will schließlich frankiert sein!), von O2 hab ich Pralinen bekommen (PRALIIIIINEN! Ok?), und die OMV hat mir wieder ganz traditionell ein Badetuch geschenkt (noch vier Jahre und ich hab endlich ein komplettes Set, juhuuu!).  Mit Streichhölzern kann ich aber nun mal gar nix anfangen. Streichhölzer sind langweiliger als ein Themenabend bei arte. Aber nun gut, wer weiß, wofür ich Sie noch brauchen kann. Wenn ich mich nämlich doch noch entschließe, die superschicken Stiefel zu bestellen, dann könnt’s schon passieren, dass die nächste Abschlagszahlung mein Konto nicht mehr verlässt, und dann bin ich vielleicht froh drum, mir mit den Erdinger Liebesstreichhölzern ein paar Kerzen anzünden zu können und mir daran die Hände zu wärmen. Die Füße braucht’s nicht, die stecken ja in neuen superschicken Stiefeln.

In diesem Sinne, bringt ein wenig Licht ins Dunkel und sagt Eurer Stadt mal wieder wie lieb Ihr sie habt!

Zündelnde Grüße

Eure Praline

Beziehungskiste oder: O2 can do!

Manchmal ist es gar nicht so übel, eine Sekretärin zu sein. Die Sekretärin öffnet nämlich im Allgemeinen die Post und auch wenn das meistens eine äußerst öde Angelegenheit ist: manchmal stecken geniale Überraschungen drin (von denen Cheffe dann natürich nix erfährt, denn die Sekretärin packt selbige gleich mal ganz dezent in ihre Handtasche. Man sieht, schon wieder ein Grund mehr für große Taschen… 😉 ).

Letzte Woche kamen gleich zwei Päckchen an. Beide Male von unserem Mobilfunkprovider O2. Im ersten Päckchen war ein „Konferenzpaket“, bestehend aus Notizblock, Konferenz-Schildchen, Kaffee und Keksen.  Die Kekse konnt ich nicht mehr fotografieren, weil die hab ich gleich mal auf die Schnelle verputzt. Aber das Schildchen hab ich mit nach Hause genommen, ich überlege ob ich es an die Klotür hängen soll… 😉

Und weil so eine Sekretärin sich über Werbegeschenke immer wahnsinnig freut, hat O2 gleich noch eins nachgelegt und ein paar Tage drauf ein weiteres Päckchen geschickt. Der sinnige Aufdruck auf selbigem lautete „Beziehungskiste“ und drin waren mal genialst hammerleckere Pralinen. Im Übrigen Pralinen von Feinkost Käfer, also da sieht man mal, für welch noblen Werbegags hier unsere Mobilfunkgebühren verschleudert werden 😛

beziehungskiste

Logisch dass eine Sekretärin namens Killerpraline sich über Pralinen freut. Aber ganz ehrlich, ich freu mich über jedes Werbegeschenk. Schon einschnöder Gratis-Kugelschreiber löst wahre Glücksgefühle in mir aus, wenn ich dann noch ein Feuerzeug dazu bekomm, der Wahnsinn! Auch in der Apotheke gibts immer reichlich Nippes, die blöden Apotheken geben meistens nur ne Packung Taschentücher dazu, aber wenn man sich ein bißchen Mühe macht und einige Apotheken testet, dann kann man prima Badeöle, Hustenbonbons oder auch mal eine Flasche Sauerkrautsaft abstauben. Nicht dass Sauerkrautsaft so besonders lecker wäre, aber hey: geschenkt ist geschenkt, oder? 😉

Lustig wird diese ganze Werbeschenkerei immer kurz vor Weihnachten. Und ich freu mich auch heuer schon wieder wie ein kleines Kind auf all die Vertreterbesuche hier im Büro, weil jeder zum Dank für die „gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr…blabla blub“ ein kleines Paket da lässt. Da gibts edle Weine, exklusive Süßigkeiten, Fresskörbe mit italienischem Schinken, aber auch mal ein flauschiges Handtuch oder eine schicke Blumenvase.  Wir unterteilen unsere Lieferanten und Kunden zur Weihnachtszeit immer in die „Guten“ und die „Lästigen“. Die Guten sind eben die, die tolle teure Präsente bringen, wie eben Wein und diverse Fressalien, die Lästigen sind die, die jedes Jahr einen blöden Kalender und ein nutzloses Mini-Notizbuch in den Briefkasten werfen. Spätestens im Januar entsorgen wir dann 30 blöde Kalender im Altpapier und versorgen jeden, der auch nur ansatzweise einen Fuß über unsere Schwelle setzt mit Notizbüchern. Das kann auch mal der Briefträger oder der komische Kerl von der Müllabfuhr sein, egal, Hauptsache, der Mist ist weg.

Um die guten Werbepräsente wird natürlich ein wenig gestritten, wobei, wie eingangs erwähnt, ich hab da den Sekretärinnenbonus, sprich ich nehm’s entgegen, also gehört es mir. So bin ich bereits zu einem ansehnlichen Weinkeller gekommen, darf mich stolze Besitzerin einer elektrischen Pfeffermühle nennen und kann neuerdings mit einer edlen Reisenthel-Tasche meine Einkäufe erledigen. Außerdem sind noch Gutscheine von Douglas, Müller und Media-Markt da. Gut, gierig wie ich bei Werbegeschenken bin, hab ich auch ein Set an königsblauen Handtüchern eingesackt, die ich aber nie benutze, weil mir das riesengroße OMV-Logo einfach zu peinlich ist, um es in mein Bad zu hängen. Und ich könnte mittlerweile auch eine Art Mac-Gyver-Museum eröffnen, denn wenn ich jetzt sag ich besitze geschätzte 3000 Kugelschreiber und ebensoviele Feuerzeuge, Schlüsselanhänger (wahlweise mit Karabiner oder LED-Lampe), dann ist das noch bescheiden gesprochen.

Ich weiß nicht warum, aber bei Dingen, die kein Mensch sonst haben will, ist Pralinchen immer ganz vorn dabei. Denn auch den 3001. Kugelschreiber kann sie bestimmt mal irgendwann ganz dringend brauchen….

Ich wär ja dafür dass sich alle unsere Lieferanten und Kunden dieses Jahr ein Beispiel an O2 nehmen. Denn mit Edelpralinen kann man nix falsch machen. Keine Kalender bitte, keine unbrauchbaren Mini-Notizblöcke, nur feinste allerleckerste Schoki bitte. Ach ja, und wenn einer noch nach Weihnachten mit nem Gutschein zur Fettabsaugung vorbei kommt, hätt ich natürlich auch nix dagegen. Könnt ja OMV dieses Jahr machen.  „Wir entsorgen Ihr Altöl und Ihr Weihnachtsfett!“ Wär doch mal was.

In diesem Sinne, fröhliches Abgreifen!

Eure Werbepraline

(K)ein unmoralisches Angebot

Ich weiß schon warum ich bei „Anrufer unbekannt“ nicht gern ans Telefon gehe. Ist nämlich in 99% aller Fälle irgendein Idiot, der mir was verkaufen will.

So wie heute. Ich hab mir vor kurzem bei einem großen deutschen Versandhandel einen Staubsauger bestellt. Ihr wisst ja, mit Haushaltsgeräten steh’ ich ja in letzter Zeit etwas auf Kriegsfuß, nur ohne Staubsauger kann ich nun mal nicht leben, also habe ich diese Investition tätigen müssen. Er wurde auch prompt geliefert, klein, leicht, wendig, 2000 Watt, Ferrari-rot, 99 €. Ein 1-A-Gerät. Die Kundin ist hoch zufrieden.

Nun klingelt heute mein Telefon, „Anrufer unbekannt“, und aus irgendeinem mir selbst nicht erklärlichen Grund bin ich dran gegangen. „Schönen guten Abend, mein Name ist blablabla von Ihrer blablabla-Kundenbetreuung!“ Ich zucke zusammen, verdrehe die Augen und schwöre mir selbst feierlich, niiiiieee wieder einen Anruf von unbekannt anzunehmen. „Ja, guten Abend?“ – „Frau Killerpraline, Sie haben bei uns vor kurzem Ihren neuen Staubsauger erworben?“ Hm, hab ich. Und Du Depp rufst jetzt mich jetzt an um Dir diese Info bestätigen zu lassen, oder was? – „Äh, ja? Und?“- „Nun, wir haben heute ein ganz besonderes Angebot für Sie als Premium-Vorzugskundin!“ Ich? Premium-Vorzugskundin? Ich, die ich immer tausend Sachen bestelle, neunhundertneunundneunzig davon wieder zurückschicke und mit den Dingen, die ich behalte, ständig im Zahlungsverzug bin? Premium-Vorzugskundin? Na gut, jetzt hat er mich dran, also hör ich mir seinen Senf halt mal an. „Aha. Und was für ein Angebot haben Sie für mich?“ Ganz begeistert über mein geheucheltes Interesse legt er los: „Wir bieten Ihnen heute die einmalige Chance den neuen Superstaubsauger der Marke MX Schießmichtot im Vorteilsangebot zu kaufen. Drei Stück zum Preis von zwei und ein Extra-Mikrofaserset gibt es gratis dazu!“ Ich muss lachen. Hallo, hab ich nicht eben gerade einen nagelneuen Staubsauger gekauft? Und selbst wenn nicht, warum bräuchte ich drei Staubsauger auf einmal? Ich stelle meinem persönlichen Premium-Vorzugskundenbetreuer diese Frage und er ergeht sich in seinem Plädoyer für den Staubsauger-Vorteilspack wie ein Staatsanwalt auf Speed. Hört gar nicht mehr auf zu labern. Ich könnte doch überall in meinem Haus einen deponieren, dann spare ich mir das Rumzerren des einen Geräts durch alle Etagen. Hm, ich wohne in einer Zwei-Zimmer-Wohnung. Das hieße ich hätte mehr Staubsauger als Zimmer. Ja aber, wenn das so ist, könnte ich doch die Staubsauger verschenken? Logisch. Dass ich da nicht von alleine drauf gekommen bin? Ich verschenk immer Blumen und Süßigkeiten und Bücher, dabei wäre es doch viel passender einfach Staubsauger zu verschenken! „Denken Sie an Weihnachten!“ sagt er. Hallo? Wir haben August? Und ganz abgesehen davon, wer wünscht sich zu Weihnachten schon einen Staubsauger? „Fragen Sie in Ihrer Familie, bei Ihren Freunden, Sie werden überrascht sein, wie viele Menschen gerade jetzt darüber nachdenken einen Staubsauger zu kaufen!“ Echt? Ja Du, wenn das so ist, ruf ich natürlich gleich mal meine 37 allerbesten Freundinnen an und mach sie zur Schnecke, warum sie mir nicht längst erzählt haben, dass sie einen Staubsauger brauchen. Ob’s wohl Mengenrabatt gibt, wenn ich sagen wir mal zehn Vorteilskundenvorteilspacks kaufe?

Ganze zehn Minuten meines Lebens hat mir der Penner mit seinem bekloppten Angebot heute gestohlen. Irgendwie wollte er es nicht begreifen, dass ich keine Verwendung für drei, bzw. mit meiner eigenen Neuanschaffung VIER Staubsauger habe. Ganz zum Schluss hat er sogar noch versucht mich mit den Gratis-Mikrofasertüchern zu ködern. Nee, is klar. Ich kauf für knapp 300 Euro drei Staubsauger nur um ein paar neue Wischlappen abzugreifen. Die Welt ist verrückt. Als er es endlich begriffen hat, dass er mit mir heute keinen Deal machen kann, fragt er noch, ob er mich denn bei anderen Angebotsaktionen wieder anrufen dürfe. Ich war versucht ihm zu sagen dass er sich gerne melden kann, wenn er mir mal drei Paar Buffalo-Stiefel zum Preis von einem Mikrofasertuch-Set anbieten kann, aber vernünftigerweise hab ich einfach gesagt: „Nein, bitte rufen Sie mich nicht mehr an. Und bitte vermerken Sie in Ihrer Datenbank dass ich keine Telefonwerbung wünsche. Guten Abend.“ Leider hab ich nicht mehr gehört, was er geantwortet hat, weil ich gleich aufgelegt habe. Hätte ein „blöde Kuh“ sein können. Vielleicht aber auch der erste Schluchzer in einer Serie von Heulkrämpfen über seinen frustrierenden Scheiß-Job. Ich weiß es nicht.

In diesem Sinne,

heute ganz speziell nur für Euch: Drei Grüße zum Preis von einem und ein Gratis-Bussi oben drauf!

Eure Premium-Vorzugspraline

Trägt Super Mario Baumwollbinden?

Sag mal, wenn Du Dein Leben noch einmal leben könntest… würdest Du alles nochmal genauso machen? Nein, nicht ganz… ich würde von Anfang an bei der Fernsehwerbung wegschalten!

Fernsehwerbung ist doch die absolute Krönung des gelungenen TV-Abends, findet Iht nicht? Mir wurde das gestern wieder bewusst, als ich den Spot von Vileda gesehen habe. Hätte ich kein Bild dazu gekriegt, hätt ich gar nicht begriffen um welches Produkt es sich handelt. Der „Super Moccio mit Pick-Up-Poren und der Power-Press“. Super-Moccio? Cool, wer ist das? Gibts was neues für die Wii? Einen neuen Gegner für Mario? „Hilf Mario die Prinzessin zu retten, sammle Pick-Up-Poren und zerstöre den fiesen Super-Moccio in der Power-Press!! Nein, leider kein neuer Gag von Nintendo, sondern einfach nur ein schnöder Wischmop mit Eimer. Juhu.

Ich hab in meiner Enttäuschung weiter Werbung geguckt und musste feststellen, dass auch der „Grotbuster“ nix mit virtuellem Entertainment zu tun hat, sondern lediglich mein Klo sauber macht. Was ist aus der guten alten WC-Ente geworden? Hat die abgedankt und das Scheißhaus-Imperium nun ihrem jungen dynamischen Nachfolger Grotbuster überlassen? Warum haben Skywalker und die Jungs da nicht eingegriffen?

Vermutlich waren sie zu beschäftigt. Schließlich brennt es an der Konsumfreudefront ja an allen Ecken und Enden. Während Frau Wesner aus der Steinstraße im EDEKA-Markt noch verzweifelt die neuen Slipeinlagen „Carefree Cotton“ mit Baumwollextrakt sucht, sich dann aber doch für „O.B. Pro Comfort Super mit Silk-Touch-Oberfläche und geschwungenen Rillen“entscheidet, steh ich daneben und frag mich wo wohl das Universum endet. Ich mein, gehts noch? Silk-Touch-Oberfläche? Geschwungene Rillen? Wollen wir’s unten rum sauber haben oder planen wir die Anschaffung neuer Alufelgen?  Ich schüttle den Kopf und wandere weiter zu den Getränken. „Fanta“ ist ja inzwischen wieder weg von den Drogen. Die „Bamboocha“-Kampagne ist tot. Es heißt nun neuerdings: „Trinke Fanta- lebe bunter!“ Jimmy Humuhumunukunukuapua darf endlich wieder zurück zum Planet der Affen. Gott sei Dank. Wer weiß was der sonst noch alles angerichtet hätte. Stellt Euch vor der hätte rausgefunden dass bei Mezzo-Mix jetzt Cola die Orange küsst! Er hätte wohl vor lauter Eifersucht den Midsommar von IKEA gesprengt und sämtliche Billy-Regale dieser Welt in der neuen Power Press verschwinden lassen.

Ich lade mir zwei Six-Packs „Beck’s Orange“ in den Wagen. „Welcome to the Beck’s Experience“, bei mir total angekommen der Slogan, weil ich mag ja kein Bier das nach Bier schmeckt. Is auch ok, als Mädchen, das ich bin, muss ich mich an dieser Stelle nicht rechtfertigen. Und bei den Jungs ist das eh egal, da dreht sich die Entscheidungsfrage lediglich darum, ob jetzt des Augustiner Helle besser is oder der Edelstoff. Männer brauchen da keine Werbung dafür.

Ich schieb mein Wägelchen weiter, werfe einen Todesstrahlen-Blick auf den Ständer mit „nutella & go“, und überlege ob ich mir eine Packung Snickers kaufen soll. Hinter Snickers kann ich guten Gewissens stehen, Erdnuss-Allergie hin oder her, Snickers war geil, is geil und wird auch immer geil sein. Und Snickers hat auch immer 1-A-Werbekampagnen. Erinnert Ihr Euch an den Spot mit dem Footballspieler? Ich bin Batman? Mann, das war doch mal Werbung die Lust auf Kaufen macht, oder nicht? Außerdem ist Snickers eine Süßigkeit die mich, und Ihr wisst ja ich bin schokoladenbefriedigungstechnisch eher heikel, äußerst glücklich macht. Da kriegt man das was man sich erwartet.

Ich also Snickers reingepackt und weiter durch den Laden. Ich brauch noch Rasierklingen und mach mich auf die Suche danach. Ich benutze ja den Gilette Venus. Den normalen, wohlgemerkt. Weil, ich will mich damit nur rasieren. Sonst nix. Ich brauch da keine „hautenstpannenden Gelkissen“ oder nen „intuitiven Cremespender“. Haare weg- fertig und ich fühle mich wieder wie eine Göttin. Auch ohne „Vibrance“. Wenn bei mir im Haus was vibriert, dann sicher nicht der Rasierer.

Abschließend lad ich mir noch eine Familienpackung Eis in den Wagen (Mövenpick Chocolate Chips, das einzig Wahre!), schließlich will ich meine Konsumstudie „Werbefernsehen und dessen Auswirkungen auf die Generation Doof“ dieses Wochenende weiterführen und das geht nur unter Einfluß von Zucker und Fett. Wobei, das Mövenpick-Eis ist ja „conchiert“, hat also nur noch 1999 statt 2000 Kalorien. Super, gä?

An der Kasse dann der übliche Nervenkitzel, kann ich mir mein Leben mit Snickers überhaupt noch leisten? Oder sollte ich mal den Wahnsinnskredit von Maxxda in Erwägung ziehen? Glaubt man der Werbung, dann ist das mal ein Wahnsinns-Angebot. Den gibts nämlich auch bei überzogenem Girokonto und mieser SCHUFA! Also den krieg ich wenn mir, finanziell gesehen, das Wasser eh schon bis zum Hals steht, trotzdem und das auch nur für den günstigen Zinssatz von 8,9%. Zuzüglich Gebühren, Bearbeitungskosten und Extremblödheitsversicherung zahl ich dann bei 4000 € nur etwa zehn Jahre lang eine monatliche Rate von 399 € zurück. Na wenn das mal nicht geil ist, muss ich direkt mal drüber nachdenken. Wenns dann doch schief geht, kann ich ja den Herrn Zwegert von RTL anrufen, der holt mich da schon wieder raus aus dem Dilemma.

In diesem Sinne, möge die Kaufkraft mit Euch sein!
Eure Konsumpraline

Nutella & Go!

Ich wage ja zu behaupten dass im Duden unter „Nutella-Sucht“ mein Name steht. Hab’s noch nicht überprüft, ist aber schon sehr wahrscheinlich.  Nutella ist mitunter eine der genialsten Erfindungen der Neuzeit. Kommt gleich nach Internet und Vibratoren mit Netzstecker.

Nutella ist Balsam für die Seele. Was gibt es Sinnlicheres als mit einem langstieligen Löffel in ein frisches Glas Nutella zu tauchen und diesen dann genüßlich abzulecken? Ich würde mal sagen, nichts.

Und jetzt kommen mir die Nutellamacher mit „Nutella & Go“. Leute, ich bin entsetzt. Was haben die sich denn dabei bloß gedacht? Ich bin ja, was den Lebensmitteleinkauf für meinem langweiligen Ein-Personen-Haushalt angeht, eher anspruchslos. Ein bisschen Brot, ein bisschen Käse, Wasser, Milch, ein paar Bier und die ein oder andere Flasche Wein. Gut, Süßigkeiten natürlich, in allen Variationen. Und eben auch Nutella. Ich war noch nie ein großer Freund von diesen „Ich-hab-doch-keine-Zeit-Produkten“. Ich meine, waren die ersten Mikrowellengerichte damals noch eine Revolution für die gestresste Hausfrau, so wirds doch heute nutella & go  © Foto by martini langsam echt albern, oder? Inzwischen stecken wir unsere Schnitzel in den Toaster (aber psst… don’t call it Schnitzel!) weil fünf Minuten Bratpfanne und Butterschmalz sind einfach viel zu anstrengend. Wir schütten heißes Wasser in mit undefinierbarem Pulver gefüllte Pappbecher, hm, könnten Nudeln sein, oder auch Kartoffelpüree. Vielleicht auch Knetgummi, is egal, Hauptsache schnell fertig. Und als ob das nicht reicht, haben wir ein ganzes Arsenal an „Fix-für-Schießmichtot“ im Schrank, für den Fall, dass wir doch mal „frisch“ kochen wollen… kein Wunder dass die Männer heute Freudensprünge machen wenn ihre Perle noch richtig kochen kann. Ich lehn mich sogar so weit aus dem Küchenfenster dass den Jungs die Frau in der Küche oft lieber ist als im Bett. Naja, also manchmal.

Aber ich schweife ab. Wir waren ja bei Nutella. Bzw. der Unsinnigkeit des Jahres: Nutella & Go. Ich weigere mich strikt es zu kaufen, hab mich aber, viva la world wide web, mal schlau gemacht: bei Nutella & Go handelt es sich um unglaubliche 13 g (!) Brot in Form von Minigrissinis und sage und schreibe 39 g Nutella.  Bei einem Preis von etwa 1,10 € ist es ja schon fast günstiger Drogen zu kaufen. Aber gut, lassen wir den Preis mal außer Acht. Fragen wir uns lieber: worin besteht der Sinn von 13 Gramm Brot und 39 Gramm Nutella für unterwegs? 39 Gramm Nutella, ich meine, wollen die mich verarschen? Das 800-Gramm-Glas, das war mal ’ne gute Idee, ja! Die 300-Gramm-Tafeln von Milka, die waren geil! 33% extra in der Pringles-Rolle, oder der Doppelwhopper, ja, sowas find ich perfekt! Aber 13 Gramm Brot mit lächerlichen 39 Gramm Nutella… das ist ja wohl ein schlechter Witz. Abgesehen davon, dass ich mich hier mengenmäßig total unterversorgt fühle, bei diesem schnöden Plastikbecher für unterwegs fehlt auch jegliches Gefühl, die emotionale Komponente, die Theatralik der Entjungferung des Glases mit dem Löffel. Drama Baby, Draaaaama! Da kann die Plastikversion einfach nicht mithalten.

Mein Fazit: Nutella & Go ist sowas wie ehelicher Sex. Du meinst, jetzt kommt endlich mal was Neues, was Aufregendes, stellst aber dann nur enttäuscht fest, dass das was Dich hier befriedigen soll immer kleiner wird, und es auch nix hilft wenn man 13 Gramm Brot dazupackt.

In diesem Sinne, schokoladige Grüße
Eure Lästerpraline

PS: Bei den Recherchen zu dieser Geschichte hab ich mich mit einem Mann unterhalten, der Nutella & Go für äußerst genial hält. Ich war drauf und dran das Produkt vielleicht doch auch mal aus einem anderen, positiveren Blickwinkel zu betrachten, aber dann erklärte mir mein Proband, er wünschte sich, es gäbe auch Leberwurst & Go. Salzstangen im Plastikbecher mit einer separaten Kammer für Leberwurst. Hab ihn dann von meiner Studie ausgeschlossen. Weil eine gewisse Ernsthaftigkeit wollte ich mir schon bewahren. 😛

Fettarmer Joghurt macht doof

Mann, Mann, Mann, was wollen die uns eigentlich noch alles andrehen? Ich frag mich ja schon lange wie ich als Kind in sauberen Klamotten rumlaufen konnte, hatte meine Mutter doch damals weder Oxy-Action noch die Super-Sil-Weißkraft, geschweige denn wusste sie was ein Fleckenzwerg ist. Aber den Gipfel der Werbescheisse hab ich jetzt wieder gesehen. Den neuen Spot für Zott Jogolé-Joghurt. Kennt Ihr den?

Kurz die Story: drei halbwegs attraktive Damen im Büro, Griff in den mit Jogolè vollgepackten Kühlschrank ( erster Blödsinn, in Bürokühlschränken sind nur gammelige alte Tupperdosen, die plötzlich niemandem mehr gehören!), ein Lächeln auf den Lippen der Büromaus als würds ihr gleich …. Jaaaaa, oh Du mein geiler fettarmer Joghurt! Ich will Dich! Nächste Einstellung: die Dame mit ihren Freundinnen beim After-Work-Shopping. Vor jedem Schaufenster wird sich gedreht und gelacht und getanzt, weil nur Jogolé hat aus uns diese sexy Hasen gemacht! Dann Bildwechsel, die drei Damen sitzen vor einem Springbrunnen und löffeln… na, was wohl? Schon wieder Jogolé. Und grinsen und lachen und freuen sich, dass man vor lauter Glück schon fast traurig werden könnte! Letzte Einstellung, das tolle Jogolé-Lied ist jetzt zu Ende und die drei Magermilchmädels springen in die Luft.

Aaaalso: zum einen schmeckt Jogolé grausam. Wenn schon Joghurt, dann den geilen cremigen von Weihenstephan.Zum andern: hat irgendwer von Euch schon mal gesehen dass die schicken Kostümhasen aus Eurer Firma oder dem Amt in der Mittagspause hopsend und singend durch den Stadtpark laufen? Nein, die sind eher genervt, totaaaaal im Stress und können auf Ihren Mega-High-Heels gar nicht hopsen! Und ganz ehrlich, wenn ich mit meinen Mädels irgendwo singe, lache und hopse, dann ist definitiv kein Joghurt im Spiel. Eher zuviel Vino 😉 Aber wie wärs Schneckis, woll ma uns ned mal zum Joghurt-Essen auf der Mühleninsel treffen? Mit anschließendem gemeinsamen Einrücken in die Geschlossene? Ach so, wenn jetzt die Gesundheitsverfechter aufmucken, dann sei Euch gesagt: fettfreier Joghurt ist total kontraproduktiv. Die armen Vitaminchen trauen sich da drin nämlich gar nicht lösen weils ihnen selber soviel graust! Also essts was was auch schmeckt. Und keine Drogen enthält, denn wenn man den Werbemädels so zuschaut, dann tipp ich eher auf LSD als auf Jogolé…. immerhin sind sie jung und schlank und müssen noch nicht für Activia Werbung machen…. aber das würde jetzt zu weit führen 😉 Nur lassts Euch gesagt sein: Das Leben ist zu kurz für schlechten Sex und fettarmen Joghurt!