Der alte Mann und das Klo

„Immenstadt. (ddp) Der Streit eines Ehepaars um die korrekte Reinigung seiner Toilette ist am Samstag in Immenstadt im Oberallgäu eskaliert. Die 43-jährige Frau war nach Angaben der Polizei in Rage geraten, da ihr zehn Jahre älterer Mann die Toilette mit dem falschen Mittel gereinigt hatte. Daraufhin schüttete sie ihm das Putzwasser über den Kopf. Dies ließ sich der Gatte nicht gefallen und schlug seiner Frau den Putzeimer auf den Kopf. Als sie ihm wiederum von hinten gegen den Rücken schlug, stürzte der Mann, fiel mit dem Kopf auf eine Kante, zog sich eine Platzwunde zu und wurde kurz bewusstlos.“ (Landshuter Zeitung vom 20.10.08)

Das ist doch mal geil, oder?

Also da muss ich echt sagen, ich versteh‘ die gute Frau nicht. Ich mein, wenn ein Mann schon mal freiwillig das Klo putzt, dann kann er das doch tun womit er will. Von mir aus versucht er’s mit Erdbeermarmelade, solange die Schüssel nachher sauber ist und schön duftet, wär mir das egal. Wie oft kommt das schon vor dass er freiwillig den Putzlappen schwingt? Und der ollen Uschi fällt nichts Besseres ein als ihm das Putzwasser rüberzuschütten?

Gut, Aggressionsbewältigung mittels Aufsetzen von mit diversen Flüssigkeiten gefüllten Behältnissen, das kenn ich auch gut. Hat in meiner Familie quasi Tradition. Meine Mama hat meinem kleinen Bruder zum Beispiel mal seinen Pudding „aufgesetzt“. Er wollte erst unbedingt Pudding haben, hat ihn dann aber nicht gegessen sondern ganz akribisch eine Landkarte der USA reingeritzt. Einschließlich Alaska und Hawaii. Da ist sie halt sauer geworden. Total verständlich, oder nicht?

Ich hingegen praktiziere die Aufsetztechnik eher lieber in Kneipen. Ein unliebsamer Verehrer musste da schon mal eine Weißbierdusche ertragen und ein eigentlich recht lieber Kumpel hat von mir mal einen übervollen Aschenbecher aufgesetzt bekommen, weil er einfach seine blöde Klappe nicht halten konnte. Tja, sowas kommt vor. War aber irgendwie immer berechtigt.

Nur wenn ein Mann sich tatsächlich daran macht, sein vollgepisstes Klo („Ich setz mich doch nicht hin! Bin doch nicht schwul!“) selbst zu reinigen, dann schüttet man ihm kein Putzwasser über die Domestos-Birne. Nein, am besten lässt man ihn machen, ruft seine allerbeste Freundin an, erzählt ihr „Ätsch-Bätsch, mein Mann putzt grad unser Klo, und was macht Deiner?“ und lädt sich bei ihr zum Kaffee ein, um Schatzi zuhause ja nicht zu stören. Wer weiß wie oft er so einen Sauberkeitsanfall hat.

Wenn man dann abends zurück kommt hat man vielleicht Glück und Schatzi hat die komplette Wohnung geputzt, inklusive aller Fenster und Böden und man kann ihm zur Belohnung ausnahmsweise mal ein Bier ans Sofa bringen. Oder kucken ob noch Marshmallows im Haus sind…. aber übertreiben wollen wir’s ja auch nicht gleich, oder? 😉

In diesem Sinne,

hygienische Grüße

Eure Putzpraline

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